Möckenlohe, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Pfarrkirche, Gemeinde Adelschlag, Diözese Eichstätt. Die Pfarrei wurde vor 1480 Nassenfels als Filiale zugeordnet, erhielt aber 1615 wieder ihre Eigenständigkeit. Möckenlohe war Marien-Wallfahrtsort. Die Legende berichtet, dass das Gnadenbild, eine Madonnenfigur des frühen 14. Jh.s (heute am nördlichen Seitenaltar), im Dreißigjährigen Krieg von einem Soldaten mit dem Schwert in die Wange gestoßen und in einen Brunnen geworfen wurde, am nächsten Tag jedoch wieder an seinem Platz in der Kirche stand. Der Wangenhieb, den Weig 1950 noch sah, ist heute, nachdem die Madonna eine neue Fassung erhielt, nicht mehr nachvollziehbar. Um 1800 ersetzte Möckenlohe die Andacht nach Appertshofen im Rahmen der Drei-Messen-Andacht von Appertshofen (S. 27), Hitzhofen (S. 280) und Pettenhofen (künftig: CBD Bd 14). Von den zahlreichen Votivbildern, die Priefer 1601 sah, ist nichts erhalten. Möckenlohe gehörte seit dem Zeitpunkt seiner ersten urkundlichen Nennung im Jahre 908 bis zur Säkularisation zum Hochstift Eichstätt. Bis 1972 Reg. Bez. Mittelfranken
Patrozinium: Mariä Himmelfahrt
Zum Bauwerk: Kleine, für die ländliche Gegend des ehem. Hochstifts Eichstätt typische Chorturmkirche. Die über mittelalterlichem Kern erbaute, barockzeitlich überformte Kirche soll nach der Überlieferung über einem Heidentempel errichtet worden sein. Die älteste Bausubstanz findet sich im Turmuntergeschoss und ist mit der für das Jahr 1305 bezeugten Kirchweihe in Zusammenhang zu bringen. Das Langhaus wurde 1624 erbaut (mit einem Eingangsportal an der Nordseite in gotisierender Form) und erhielt sein heutiges Erscheinungsbild durch den Umbau von 1735, der die Vergrößerung der Fester und den Einzug einer neuen Decke mit Stuck- und Freskendekoration umfasste. Eine Reparatur des wohl barockzeitlich aufgestockten Turms ist für 1780 bezeugt, der Bau der Kapelle und des Vorzeichens auf der Nordseite für 1861. Der Sakristeianbau auf der Nordseite des Turmes dürfte spätestens im 17. Jh. angebaut worden sein. Erwähnenswert ist, dass sich die Sakristeitür einst – dies ist auf einem Plan von 1892 dokumentiert – nicht auf der Südseite zum Chor, sondern auf der Westseite zum LHs befand. Aus diesem Grunde standen die Seitenaltäre abgerückt von der Wand. Möglicherweise hängt diese ungewöhnliche Erschließung mit der geringen Breite des Chors zusammen. Ab 1931/32 diskutierte man Pläne, die sich mit der Erweiterung der Kirche beschäftigten. Da gegen die Westerweiterung der Kirche mit angebauter Sakristei im Süden denkmalpflegerische Bedenken standen, kam es 1953 lediglich zu einem Sakristeianbau auf der Südostseite.
Saalartiges LHs (17,50×11,20m) zu zwei Fensterachsen, AR (4,70×3,50m) über rechteckigem Grundriss, eingezogen, jedoch nicht ausgeschieden. Belichtung durch segmentbogenförmig geschlossene Fenster im LHs sowie ein Fenster in der Südseite im AR. Im Westen eingebaute Orgelempore mit Mittelstütze, die gerade Brüstung in der Mitte konkav vorgewölbt. Eingang im LHs westlich der Fensterachsen im Norden.


Einheitlich barock geprägte Innenraumausstattung durch Eichstätter Künstler. Neben den Fresken bestimmt die gleichzeitige Stuckausstattung an Decke und Emporenbrüstung, als Fensterumrahmungen und Apostelkreuze das Erscheinungsbild. Die Signatur des Eichstätter Stuckators Franz Xaver Horneis befindet sich am westlichen Deckenrand FRANZ HORNEIS/STVCKOD: 1735 V:EYST., wobei seit dem Einbau der jetzigen Orgel nur noch die zweite Zeile sichtbar ist (Die erste Zeile ist in der Literatur bezeugt). Über die Generalheilingrechnung wurden 60 Gulden für den Stuckator und 6 Gulden für den Gips, der aus Neuburg bezogen wurde, abgerechnet (DAEI, R2, 1735). Der Stuck zeigt für die Zeit und für Horneis typische Formationen aus Laub- und Bandlwerk mit Gitternetzen auf.
Die mobile Ausstattung, Altäre und Kanzel, entstand im Laufe der Barockzeit, an den Altären wurde 1999 die Fassung von 1735 rekonstruiert. Die Seitenaltäre dürften der 2. H. des 17. Jh.s angehören und zeigen wenig beachtete, jedoch sehr qualitätsvolle Barockgemälde auf (im Norden die Steinigung des hl. Stephanus mit der Signatur Flieger, zuordenbar dem Eichstätter Maler Johann Flieger, von 1676 bis zu seinem Tod im Jahre 1695 in Eichstätt nachweisbar. Im Süden der Altarpatron, der hl. Wendelin. Die in Zügen naiv anmutende, jedoch gut angelegte Landschaftsszenerie bildet den Viehpatron als Hirtenjunge nebst einer Prozession ab, während die Wolkenszenerie Wendelin als Benediktinerabt von Tholey zeigt.) Der Hochaltar dürfte gegen 1700 entstanden sein, die plastische Darstellung der Krönung Mariens soll rückseitig die Datierung 1702 aufzeigen und dürfte ein Werk des Eichstätter Bildhauers Christian Handschuher, dem Hauptmeister der Eichstätter Plastik des Hochbarocks, sein.
Auftraggeber: Die Ausstattung mit Stuck und Fresken erfolgte 1735 mit einem Legat des verstorbenen Möckenloher Pfarrers Johann Josef Apelles und durch die Finanzierung dreier namentlich bekannter und weiterer, namenlos gebliebener »Guethatteren«, wie ein unpublizierter Schriftwechsel bezeugt (DAEI, Pfarrakten Möckenlohe I,1).
Pfarrer Apelles (1710–34) vermachte »zur Herstell- und Auf richtung einer neuen sauberen Ipps-deckhe« 200 Gulden. Da mit dieser Summe lediglich die Gipsdecke und die Vergrößerung der Fenster abgedeckt war, sollte der Verdienst des Malers zunächst aus der Kirchenkasse bezahlt werden. Jedoch erklärten sich einige »Pfarrkinder« bereit, die Kosten der Malerei zu übernehmen. Am 13.4.1735 berichtete der Landvogt in seinem Schreiben an den Geistlichen Rat in Eichstätt »Das die Gmaind Möggenlohe, in Specie Georg Höbensackh Würth, Franz Gänzberger, Widenpaur, beide Grichts Personen, und Jacob Rempler, Mair, sich coram officio verbündlich anheisig gemacht, in daselbstiges würdiges Pfarr Gottshaus die drei Hauptvelder, an der Neuen Ipps-deckh, auf ihre Kosten mit fresco-Mahlerey ziehren = und zwar in das mittere grössere Stuck von 15 Schuch lang, die heyligste Dreyfaltigkeit, mit der Krönung Mariae, in die zwei kleineren Velder aber, jedes von 10 Schuch lang, die Verstainigung S. Stephani, und den heyligen Wendelinum, als ihren heiligen Vichs Patronen, mahlen zu lassen«, wofür »selbe mit dem Mahler Joseph Dietrich, auf 30f allbereits accordiert haben«. Schließlich schrieb am 24.5.1735 der Generalheiligverwalter Thomas Baumgartner dem Geistlichen Rat in Eichstätt, »daß sich der Mahler Joseph Dietrich nach dem formiert= und allschon producierten Riss vor die übrige fresco=Mahlerey, zu denen 3 grossen und pro 30f bereits veraccordirten Velder, nur noch in zweien Cleineren stückhen rechts und linckhs bestehent, sambt denen uf die 4 Eckh gezeichneten Emblematibus (indeme dise Letzteren nur von einer färb sein derffen) mit 15 f begnügen lassen will. Und da auch nunmehro zuverlässig mich versichert weiß, daß diese nicht weniger von andern gewissen Guethatteren unfehlbah für den Mahler ohne entgeldt des heiligs zur handt erhalten werde«.
Amtierender Pfarrer z. Z. der Ausmalung war Johann Anton Jungblut (1734–40).
Autor und Entstehungszeit: Joseph Dietrich (* 1696 Wernfels bei Spalt † 1745 Eichstätt) 1735. Signaturen in B Jos. Dietrich inv. & pinx./1735 und in 1 Jos. Dieterich/17[. ..]
Dietrichs Urheberschaft ist zudem in dem erhaltenen Schriftverkehr bezeugt (DAEI, Pfarrakten Möckenlohe I,1; Auszüge s. unter Auftraggeber).
Möckenlohe ist ein Werk der reifen Schaffenszeit dieses Eichstätter Malers und entstand ein Jahr nach dem Hauptwerk Dietrichs, der Freskierung der Kirche der Augustiner-Chorherren in Rebdorf (S. 391–421). Dietrich griff in Möckenlohe auf dasselbe Marien-Emblembuch zurück, wie sein mutmaßlicher Lehrer Matthias Zink in Hitzhofen (S. 280–87).
Befund
Träger der Deckenmalerei: LHs Flachdecke mit Hohlkehle; AR tonnengewölbter Chorbogen, im Osten in Kreuzgewölbe übergehend
Rahmen: A-C kräftige, passig geschweifte Stuckprofilrahmen; 1,2, a-d, g zarte Stuckprofilrahmen, von Bandlwerk umgeben; e, f, EB1-3 Bandlwerk
Technik: Fresko; A-C, 1, 2, g, EB1-3 polychrom, a-d monochrom umbra, e, f monochrom blau
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Die erste nachweisbare Maßnahme fand 1892 im Zuge der »Ausmalung des Inneren« statt (DAEI, Pfarrarchiv Möckenlohe, Kiste 1, Akt Restauration 1892/95). Der Kostenvoranschlag von Alois Riesenhuber, »Kunstanstalt für kirchliche Arbeiten München« vom 4. 5. 1892 sah vor: »I. Die Ausmalung wird nach beiliger dem Plane und zwar die Wandflächen in ziemlich hellem gell grünen Steintone, die Stuckarbeit in elfenbeintone mit Kall farben vorgenommen und letztere mit Gold aufgelichte II. Sämtliche Bilder an der Decke und an der Brüstung werde den Originalen entsprechend in der künstlerischen Weise retauriert.« Raumschale und Stuck sollten also neu gefasst, die Fresken »restauriert« werden. Riesenhuber jedoch übermalte die kleineren Bilder im LHs und am Chorbogen, wie aus der später noch zu erwähnenden Restaurierungsbericht Gotthar Bauers von 1954 hervorgeht. Dass dies von Riesenhuber intendiert war, bestätigt ein Blick auf den im Kostenvoranschlag genannten Plan »Ausmalung der Kirche in Möckenlohe«. Hier sind die begleitenden Bilder im LHs - von Dietrich monochrom angelegt - polychrom ausgeführt. Der von Riesenhuber geschaffene Zustand blieb lange bestehen. 1931, 1948 und 1953 beschäftigte man sich mit der Frage der Erweiterung der Kirche nach Westen (DAEI, Pfarrarchiv Möckenlohe, Kiste 1, mehrere Akte). Die Deckengemälde erlitten währenddessen wohl aufgrund mangelnden Bauunterhalts große Schäden. Mit Schreiben vom 6. 12. 1952 bezog das Landesamt wie folgt Stellung: »Vom denkmalpflegerischen Standpunkt ist der geplant Umbau der Kirche nicht erwünscht, weil ein je cher, wertvoller Innenraum des 18. Jh. praktisch verloren geht Die guten Raumproportionen würden verschlechtert, di Deckenbilder verkehrt sitzen, die Empore mit der vollen Sig natur des Franz Horneis müsste geopfert werden...« Schließlich begnügte sich die Pfarrei mit der notwendig gewordenen Innenrestaurierung, die von der Eichstätter Kirchenmalerfirma Konrad Schmer jun. durchgeführt wurde. Ob die Tönung des Innenraums nach Originalbefund erfolgte, wie im Kostenvoranschlag angedacht, wird aus den Quellen nicht ersichtlich, doch dürfte spätestens zu diesem Zeitpunkt die Fassung Riesenhubers übergangen worden sein. Die Restaurierung der Fresken wurde dem Münchner Kunstmaler und Restaurator Gotthard Bauer übertragen. Sein am 5.1.1954 abgefasster »Bericht über die im Juli 1953 durchgeführte Bearbeitung (Reinigung, Konservierung, Restaurierung) der Fresken« bezeugt, dass die Fresken in keinem guten Zustand waren: »Es handelt sich um drei größere (ungef. 30 9m) und neun kleinere Gemälde an der reichstuckierten Flachdecke, an der Emporenbrüstung und am Chorbogen. Zwei Gemälde tragen deutlich die Signatur des Künstlers: Josef Dieterich inv. 8 pinx. 1735./Die ganze Flachdecke war ohne jegliche Ventilationsöffnung. Dadurch setzte sich ständig Schwitzwasser und Staub an. Dieser Umstand erzeugte und förderte im Lauf der Zeiten den Ansatz von Schimmelpilzen. Die Gemälde waren teilweise bis zur Unkenntlichkeit von diesem gefährlichen Übel befallen. Diese Pilze setzen sich an den Poren der Bildfläche fest, zerstören zuerst die schützende Sinterhaut und greifen dann immer tiefer gehend die Malerei selbst an. Solange sich die Flora nur auf der Oberfläche befindet, sich also noch nicht festgekrallt hat, lässt sie sich trocken abkehren oder abradieren. Im hier gegebenen Falle war jedoch das Übel schon so tief und fest verwurzelt, dass eine Entfernung desselben nur durch Aufweichen mit Wasser und Abbürsten zu ermöglichen war. Bei dieser Behandlung ist natürlich größte Vorsicht geboten, damit sich die durch den zersetzenden Pilzeinfluss mürb gewordenen Schichten der Malerei nicht abscheuern. Zu einer gründlichen Abstellung des Übels war allerhöchste Zeit! An der Decke wurden an passender Stelle 6 neue Zuglöcher angebracht, die, wenn die Fensterflügel fleißig geöffnet werden, eine gute Entlüftung des Raumes ermöglichen./Die symbolischen Darstellungen im Chorbogen und an der Decke wurden in den 80iger Jahren stark im neugotischen Zeitgeschmack übermalt. Die Übermalung wurde restlos entfernt, sodass sich auch diese Gemälde wieder in ihrer Ursprünglichkeit zeigen.« (DAEI, Pfarrarchiv Möckenlohe, Kiste 1, Akt Kirchenrestauration 1953/54). Die Dietrich’schen Deckengemälde wurden im Zuge der letzten Innenrenovierung, die 1997 ihren Abschluss fand, von der Kirchenmalerfirma Pfaller restauriert. Neben der Trockenreinigung und dem Anbringen von Retuschen in reversibler Aquarelltechnik, unter anderem die Inschriften der Fresken, wurden die Rahmen der Deckenbilder neu vergoldet. Die Farbfassung der Raumschale und des Stucks, der in Teilen ergänzt wurde, entspricht derjenigen von 1953, wobei die Deckenkehle grau gestrichen wurde. Insgesamt gesehen präsentieren sich die Deckenbilder in sehr gutem, originalen Zustand.

Beschreibung und Ikonographie
Das Hauptgemälde im LHs mit der Krönung Mariens bildet den Mittelpunkt der Komposition. So sind alle Bildfelder auf dieses ausgerichtet, formal wie auch inhaltlich. Alle Deckengemälde sind einansichtig und in leichter Schrägsicht konzipiert.
A HL. WENDELIN ALS FÜRBITTER FÜR DAS VIEH BEI MARIA Das Deckengemälde zeigt den hl. Wendelin »als ihren Vichs Patronen«, so der Wortlaut des Landvogts (s. unter Auftraggeber), und zwar als Fürbitter bei Maria, der Kirchenpatronin. Die schmale, einleitende Landschaftsszenerie wird mit Pferd, Kühen, Schafen, Geißbock und Hund von typisch ländlichem Vieh bevölkert. In der Himmelszone darüber schweben auf Wolken rechts Wendelin und links Maria mit dem Jesuskind, wobei die Gottesmutter samt Kind gegenüber dem Heiligen höher platziert ist. Wendelin, die Hirtenschaufel in der Armbeuge haltend, trägt Hirtentracht, während der ihm assistierende Engel mit seiner Hirtentasche, an der die Wasserflasche hängt, beschäftigt ist. Über Wendelin schwebt ein Putto mit einer Lilie als Zeichen der Reinheit und einer Krone als Zeichen der königlichen Herkunft des Heiligen. Wendelin empfiehlt das Vieh in typischer Fürbitterhaltung Maria und dem Jesuskind, die von Licht umstrahlt werden. Marias Haupt umgibt ein Kranz von Sternen, das Jesuskind steht über der Weltkugel und ist somit als Herrscher gekennzeichnet.
B KRÖNUNG MARIENS Das Hauptfresko bildet eine Himmelsszenerie ab. Maria, bekrönt mit einem Lilienkranz und in ein weißes Kleid mit blauem Mantel gehüllt, erscheint über einer vom unteren Bildrand angeschnittenen Weltkugel, wobei ihr linker Fuß auf der Mondsichel steht. Die Gottesmutter hält ihre Hände vor der Brust. Ein Putto, der Schutz unter ihrem aufgebauschten Mantel sucht, hält einen Rosenkranz, während der Engel ihr zu Füßen einen Lilienstengel präsentiert. Über Maria sitzen Christus und Gottvater auf einer Wolke. Die beiden göttlichen Gestalten sind in königlicher Haltung dargestellt, wobei Christus die Rechte erhoben hat und Gottvater eine himmlische Sphäre hält. Das Fresko ist von einer reichen Stuckumrahmung flankiert, die mit Blattwerkornamenten und Puttofiguren verziert ist.


Wolken. Christus ist im Typus des Erlösers dargestellt, nackt und mit Wundmalen, wobei Putten sein Gewand halten und das Kreuz hinter ihm erscheint. Er hält mit seinem Vater eine Krone direkt über Marias Kopf und die darüber schwebende Taube des Hl. Geistes sendet Gnadenstrahlen herab. Die Szenerie bevölkern Engel und Putten. Ein Putto hält einen grünenden Zweig der Heilig-Geist-Taube entgegen.
C STEINIGUNG DES HL. STEPHANUS Das Fresko nimmt zur Hälfte eine hügelige Landschaftsszenerie mit einer am rechten Bildrand präsentierten Burganlage ein. In der Bildmitte steht der als jugendlicher Diakon gekennzeichnete Stephanus mit weit ausgestreckten Armen. Mehrere halbnackte Männer bewerfen ihn von der linken Freskohälfte aus mit Steinen. Am Himmel erscheint, von Putten begleitet, das Auge Gottes. Von den umgebenden Strahlen geht ein Gnadenstrahl zum umleuchteten Kopf des Märtyrers aus.
1, 2 SZENEN AUS DEM MARIENLEBEN in passig geschweiften, querrechteckigen Bildfeldern
1 VERKÜNDIGUNG AN MARIA (Lc 1, 36-38) Das Bildfeld bildet die Verkündigungsszene in konventioneller Weise ab. Maria kniet am Betstuhl, über ihr erscheint die Taube des Heiligen Geistes, ein Engel schwebt herab, eine Lilie in Händen.
2 GEBURT CHRISTI Der Maler schildert die Geburtsszene in einem durch Treppen und einer Mauer beschriebenen Innenraum, was als ungewöhnlich bezeichnet werden kann. An einen Stall erinnern lediglich der Ochs und Esel hinter Maria und Joseph, die auf der Stufenanlage knien bzw. sitzen. Am rechten Bildrand eröffnet sich ein Ausblick auf eine Landschaft, wo ein Hirte auszumachen ist.
a-f MARIENEMBLEME in passig geschweiften Bildfeldern. Die Embleme kopierte Dietrich mit wenigen Veränderungen, wie Kemp nachweisen konnte, aus dem 1712 in Augsburg erschienenen, mariologischen Emblembuch »Conceptvs chronog ac sine omni peccato Mariae sanctissima conceptio«, Augsburg 1712. Die Embleme versinnbildlichen Maria als Beschützerin (a), als rein Gebärende (b), als Gott am nächsten Stehende (c), als Siegerin (d), als ohne Sünden Auferstandene (e) und als »geradlinig« Reine (f).
a PROTEGI / VRBEM Stadtmauer um eine Stadt, auf dem Berg in der Stadt eine Festung. Zoller Nr. 44: »Maria / Ein zierliche Stadt / Von Göttlicher Gnad / Aus einem vesten Schloß / bedecket. / Durch mich die Stadt / Bewahrung hat.« b LVMINE / PLENVM Meeresansicht mit Leuchtturm. am Horizont aufgehende Sonne. Zoller Nr. 23: »Maria / Ist ein hell=lauteres Meer / Ohne Erbliche Dunckelheit / der Sünd. / Gantz und gar / Hell und klar.« c PROXIMA / PRIMAE Putto hält eine Tafel mit dem Buchstaben B über einem Tisch. Zoller Nr. 2: »Maria / Als die Nächste und Höchste / an Gott / Ist ohn alle Sünd. / Am A die Nächst / Nach Gott die Höchst.« d CONVENI / UNI Putto mit Palmzweig und Lorbeer kranz unter einer Palme. Zoller Nr. 24: »Maria / Als die allein Glor=reiche / Sigerin / Der Erb=Sünd / Darf mit Palmen pran gen. / Nur dem / der sigt / Nit unterligt.« e UNICA / VIVA (Inschrift von 1997) Phönix aus der Asche. Zoller Nr. 18: »Wie reineste Mutter Gottes / ist jener Neue Phoenix-Vogel / So auß dem Aschen deß / Durch die Sünd gefallenen Adams / hervorgegangen. / Nur einer / Sons Keiner.« f DEVIA / NUNQUAM (Inschrift von 1997) Hand mit Zirkel, die Stein ausmisst. Zoller Nr. 60: »Mariae / Ganze Weesen / Ist allezeit / von Anfang / bis zum End / In Zirckel= rechten Maaß / und Gerade verbliben. Bleibt allziet Grad / It stater Gnad.« g NAME »MARIA« AUF MONDSICHEL (Vierpassförmig, die beiden begleitenden Kartuschen tragen seit 1997 die Inschriften: REGINA / COELI im Westen und ORA PRO / NOBIS im Osten.





EB, GUTER HIRTE Landschaftsszenerie mit einem Bauernhaus, davor eine Schafherde, im linken Bildvordergrund Christus mit Schaf auf den Schultern.
EB2 ABENDMAHL Die Szenerie bildet einen Innenraum ab, Christus und die zwölf Apostel sitzen um einen Tisch, seit lich typische Versatzstücke wie Säule und Draperie.
EB, NOLI ME TANGERE Landschaftsszenerie mit dem offenen Grab Christi, auf dem ein Engel sitzt. Maria Magdalena mit ihrem Attribut, dem Salbgefäß, kniet davor, sie wendet sich zu Christus um, der über der Schulter einen Spaten trägt. Dies erinnert darauf, dass Maria Magdalena den Auferstandenen zunächst für den Gärtner hielt.
Quellen und Literatur
DAEI, Pfarrakten Möckenlohe I,1: Baulichkeit an der Pfarrkirche; Pfarrarchiv Möckenlohe, Kiste 1 mit div. Akten; Rz: Generalheilingrechnung 1735; Buchner Eichstätter Bistumsgeistliche.
BLfD, Akt Möckenlohe, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
KDB V MF (2), S. 207-11.
Buchner, Franz Xaver, Bistum Eichstätt, in: Christian Schreiber (Hg.), Wallfahrten durchs deutsche Land. Eine Pilgerfahrt zu Deutschlands heiligen Stätten, Berlin 1928, S.72–101, S. 5. 92.
Buchner Bistum Eichstätt 1938, S. 141-44.
Goers, Annemarie, Das Marienthema in Fresken süddeutscher


Kirchenräume des 17. und 18. Jahrhunderts unter besondere Berücksichtigung des Marienlebens, München 1948, Anhang I, A 32; Anhang II, XCV.
Weigl, Adolf Arno, Maria Hilf. Die marianischen Gnadenstätten Deutschlands und die wichtigsten der Welt in Geschichte und Überlieferung, Bd I: Bistum Eichstätt, Schwabach 1950, S. 193–250, hier: S. 234f.
Neuhofer, Theodor, Beiträge zur Kunstgeschichte des Hochstifts Eichstätt, in: SHVE 61, 1965/66, S. 9–92, hier: S. 23f. Kemp, S. 248f.
Grimminger, Christina, Der Eichstätter Maler Joseph Dietrich (1696–1745). Leben und Werk, ungedr. Magisterarbeit der Katholischen Universität Eichstätt 1991, vor allem S.74–80. Dehio OB 1990, S. 642; 2006, S. 699.