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Holzhausen, Filialkirche Inventio Crucis

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 4: Landkreis Fürstenfeldbruck. Hirmer, München 1995, ISBN 978-3-7774-6310-0, S. 170–171, geschrieben von Böhm, Cordula. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

HOLZHAUSEN

Filialkirche, Gemeinde Alling, Pfarrei Schöngeising, Erzdiözese München und Freising; z.Z. der Ausmalung (bis 1837) Pfarrei Gilching. Die Pfarrei St. Veit in Gilching war bis 1704 der Zisterzienserabtei Fürstenfeld pleno iure inkorporiert; ab 1704 wurde sie mit Säkularpriestern besetzt, wobei aber Fürstenfeld das Präsentationsrecht hatte. Gericht Starnberg.

Patrozinium: Inventio Crucis

Zum Bauwerk: Spätgotischer Chor vom Anfang des 15. Jh., 1697 barockisiert, Stuckierung 1698 durch Pier Francesco Appiani und Giovanni Niccolò Perti (Zuschreibung Christina Vollmer, Wiesbaden). Das LHs wurde um 1830 umgebaut und ausgestattet, gleichzeitig wurden die Fenster im AR verändert.

Saal zu drei Achsen mit Empore. Eingezogener AR (8,00 × 6,00 m) zu zwei Jochen mit dreiseitigem Schluß; Belichtung durch fünf Fenster im östlichen Joch von N und S und in den Schlußseiten. Die Deckenbilder befinden sich im AR.

Auftraggeber: Holzhausen war eine vermögende Kirche. Auftraggeber der Stuckierung war die Abtei Fürstenfeld unter Abt Balduin Helm (1690/91-1705). Pfarrvikar von Gilching z. Z. der Stuckierung war P. Mauritius Prösl (1697–1701).

Autor und Entstehungszeit: Autor unbekannt, wohl gleichzeitig mit der Stuckierung 1698

Die Deckengemälde, deutlich übermalt, sind in so schlechtem Zustand, daß eine Zuweisung nicht möglich ist. Die ursprüngliche Ausmalung steht in zeitlichem Zusammenhang mit neun Passionsszenen an der Emporenbrüstung.

Befund

Träger der Deckenmalerei AR spätgotische Spitztonne; die Rippen sind abgeschlagen

Rahmen: Stuckierte Blattkränze Technik: Fresko; polychrom Maße: A Höhe 6,60 m; 1,20 × 1,80

Erhaltungszustand und Restaurierungen: Im neuen LHs wurde 1832 ein nazarenisches Deckenbild angebracht. Damals wurden die Fresken im Chor wohl übermalt (anläßlich des Plans, 1884 in der Kirche farbige Glasfenster einzusetzen, wurde das für den Chor abgelehnt, weil »die in Temperafarben ausgeführten Wand- und Deckengemälde dieser Kirche das durch gemalte Fenster erzeugte Dämmerlicht und die falschen Lichtwirkungen nicht ertragen und reines Licht bedürfen«). Kunstmaler Winhier malte 1909 die Vorhalle aus. Bei der Restaurierung 1965 bemühte man sich, den barocken Zustand im AR wiederherzustellen. Der derzeitige Befund der beiden Deckenbilder im AR läßt von der barocken Substanz allenfalls den Bildgegenstand erkennen; die Malerei zeigt im wesentlichen den Stil der Jahrhundertwende.

Bildabfolge

A Schlacht an der Milvischen Brücke. Inschrift IN HOC SIGNO VINCES

B Moses und die Eherne Schlange

Quellen und Literatur

AEM, Pfarrakten Fürstenfeldbruck 60: Reparaturen 1884. AEM, Pfarrakten Gilching: Pfarrbeschreibung.

Schmidtsche Matrikel, Bd 1, S. 417. Mayer-Westermayer, Bd 1, S. 264. KDB I OB (I), S. 466 f. Heimatbuch Fürstenfeldbruck 1963, S. 165. Kunst- und Kulturdenkmäler 1977, S. 278 f. Dehio 1990, S. 457.

C. B

A Schlacht an der Milvischen Brücke
B Moses und die Eherne Schlange