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Raitenhaslach, ehem. Zisterzienserabtei, Neuer Konventbau, Dreikönigskapelle am Kreuzgang

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 9: Landkreis Altötting. Hirmer, München 2003, ISBN 978-3-7774-9690-0, S. 211, geschrieben von Böhm, Cordula. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Neuer Konventbau, Nordflügel

Dreikönigskapelle am nördlichen Kreuzgangflügel

Patrozinium: Hl. Drei Könige

Zum Bauwerk: Nach den Annalen wurde im Februar 1778 der nördliche Kreuzgangflügel mit der alten Dreikönigskapelle abgebrochen. Nach der Überlieferung bestand unter ihr die Sepultur der Herren von Grans, die bei den Arbeiten auch aufgefunden wurde, mit den Gebeinen von drei Menschen, die neu bestattet wurden. Darüber wurde im Zuge des Neubaus des Kreuzgang-Nordflügels eine neue Dreikönigs-Kapelle errichtet und ein neuer Altar mit einem Altarbild, das die Anbetung der Könige darstellte. Weihe der Kapelle am 21. 10. 1778. »Anno 1778 Mense Febr. destructus est Ambitus a Choro Choralis figuratum versus protensus, quem oratorium pro More apellavimus, et cum eo Crucis seu Processionem Ambitus subter positus. Notum erat nobis ex Annalibus, sub antiqua SS. Regum, Neo-natum Servatorem quondam adorantium Capella Sepulturam esse Nobilium DD. de Grans. Inquisivimus studiose in eam, et vere in fundamenti novi fossione invenimus fornicatam cryptam 7 pedes longam et 5 latam, ac in

RAITENHASLACH

ea trium corporum ingentis Staturae ossa. Optavimus preces inter Benefactoribus hisce nostris Requiem Sempiternam, teximusque terra Cryptam; Abbas autem novam SS. 3 Regum de super capellam surgere curavit, altare novum, si solas Personas adorationis Historiam praesentantes excipias, quae antiquae sed renovatae sunt, ingeniosum certe in ea collocavit, ac die 21. Oct. una cum perfecta Parte ambitus Crucis, Capella infirmorum, et Culina juxta Ritus benedixit« (BSB, Clm 12536, fol. 79).

Die Kapelle in der Breite eines Kreuzgangjochs war an das vierte Joch in den Hof hinein gebaut; ihr Pendant auf der Südseite war die Magdalenenkapelle mit dem Brunnenhaus. In dem frühen Plan Franz Alois Mayrs ist sie zusammen mit der Magdalenenkapelle im zweiten Joch von Osten eingezeichnet. Auf Glonners Bauaufnahme von 1803 fehlt sie.

Abriß nach der Säkularisation. Freskierte Mauerreste am Gewölbe waren vor dem Umbau des Jochs in eine Garage (um 1963) noch zu sehen.

Autor und Entstehungszeit: Datierung zeitgleich mit dem Bau um 1778. Als Maler naheliegend ist Franz Joseph Soll, die um 1963 noch vorhandenen Gemäldespuren paßten stilistisch zu Soll (Mitteilung Wolfgang Hopfgartner).

Quellen und Literatur BSB, Clm 12536, fol. 79 r. Krausen 1977, S. 24f. Kreilinger, S. 25. Kupferschmied, S. 121.