Im 18. Jh. im Bereich des Landkreises Altötting tätige Maler


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 9: Landkreis Altötting. Hirmer, München 2003, ISBN 978-3-7774-9690-0, S. 242–245 Original (Passwortgeschützt)
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Malerwerkstätten in den Gerichten des Landkreises Altötting


1. Maler in Altötting

1675–1695 Johann Lederer

1695–1705 Maria Barbara Lederer

1705–1721? Joseph Paur (so Maria Anna Lederer)

1721–1754 Johann Philipp Leder

1760–1772 Franz Anton Lederer


2. Maler in Neuötting 1700–1800

1707 Joseph Ras

1710/20–1748 Johann Höller/Heller (* 1682 † 1748)

1749–85 Johann Michael Lechner (*ca. 1723 Wörth, † 1785 ∞ 10.2.1749 mit Barbara Höller, Witwe)


3. Maler in Burghausen

Malergerechtigkeit A (in den Grüben 153)

1653–1680 Tobias Schinnagl † 4.10.1680

1681–1701 Ignaz Franz Schinnagl, Sohn des Tobias

1701–1704 Elisabeth Schinnagl, Witwe

1704–1723 Franz Joseph Camerloher (∞ Tochter Schinnagls)

1724–1758 Innozenz Anton Warathi

1759–1768 Joseph Martin Seltenhorn (∞ Tochter Maria Elisabeth Warathi)

1761 F. J. Soll als Gesell

1768–1804 Kajetan Peter Forster (∞ 13.7.1768 Witwe Seltenhorn)


Malergerechtigkeit B (in den Grüben 142)

1630–1672 Johann Miller

1681/1693 Friedrich Dega

1674/1694 Johann Christoph Gröz

1694–1699 Brigitta Grözin, Witwe

1699–1722 Lorenz Kriner (∞ Witwe Gröz)

1727–1743 Joseph Franz Xaver Gröz

1743–1756 Johann Wolfgang Xaver Gröz

1758–1811 Johann Nepomuk della Croce

1811–1823 Clemens Joh. Ev. della Croce

1822–1840 Josepha della Croce

1840–1891 Karl Klemens della Croce


Maler, die im Bereich des Landkreises Altötting tätig waren


CROCE, della, Malerfamilie in Burghausen

Johann Nepomuk della Croce, *getauft 7.8.1736 Pressano † 4.3.1819 Linz, von 1755 bis 1813 Maler in Burghausen. Er war der bedeutendste der in Burghausen ansässigen Maler und überregional bekannt. Von ihm gibt es im Landkreis Altötting jedoch keine Freskomalerei. Sein Frühwerk, die Ausmalung der Pfarrkirche in Grassau (1766), liegt im LKr. Traunstein. Seine wichtigsten Werke befinden sich im Innviertel, heute Oberösterreich, das bis zum Bayerischen Erbfolgekrieg 1778/79 zu Bayern gehörte: Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Ach (1771), Pfarrkirchen in Helpfau (1779) und Mattighofen (1780), außerdem Schloßkirche Thurnstein/NB, LKr. Rottal-Inn (1783).

Clemens Johann Evangelist della Croce, * 28.12.1782 Burghausen † 11.3.1823 Burghausen. Er übernahm 1811 das Maleranwesen von seinem Vater. Keine Freskomalerei bekannt. Karl Klemens della Croce, * 1816 Burghausen † 1891 Burghausen, Sohn von Clemens Johann Evangelist. Er übernahm das Maleranwesen von seiner Mutter. 1837 Fresko in Wald a.d.Alz signiert (Goerge 1998).

FORSTER, Kajetan Peter, * 31.1.1744 Meran † 27.1.1804 Burghausen. Bürgerrecht in Burghausen durch Heirat am 27.7.1768 mit der Witwe Maria Elisabeth Seltenhorn, geb. Warathi. Haus in den Grüben 153. Von Forster sind zahlreiche religiöse Gemälde bekannt. Die klassizistische Überfassung der kleinen Jesuitenaula in Burghausen war vielleicht sein Werk. (Goerge 1998, S. 284. – Cajetan Peter Forster 1744–1804. Katalog zur Ausstellung im Stadtmuseum, hg. von Josef Schneider, Burghausen 1991.)

HEIGL, Martin, *unbekannt † 1774 Ort unbekannt. Heigl war ab 1757 als hofbefreiter Maler in München ansässig. Er wurde vom Kloster Raitenhaslach als Freskant berufen und schuf hier seine wichtigsten und umfangreichsten eigenhändigen Werke. Er war auf der Höhe seines Schaffens und hoch geschätzt, wie aus den Klosterannalen mehrfach hervorgeht. Heigl war ab 1762 für das Kloster Raitenhaslach bis zu seinem Tod um 1774 tätig. Die Verbindung ist über den 1758 verstorbenen Johann Baptist Zimmermann denkbar, der im Auftrag des Klosters 1753/54 die Wallfahrtskirche Margarethenberg ausgemalt hatte und dessen Werkstatt Heigl zunächst weiterführte. 1762 gab er ein erstes »Zeugnis seiner Kunst« in der Abtskapelle; 1763 freskierte er die dem Kloster inkorporierten Kirchen in Burgkirchen, 1774 in Gumattenkirchen und Niederbergkirchen (Lkr. Mühldorf), deren Ausmalungen nicht erhalten sind. Als letztes Werk von 1774 sind neuerdings die Fresken in Haselbach/OÖ bekannt (s. Goerge 1998, S. 273) 1763/65, während der Entstehungszeit der Fresken in der Wallfahrtskirche Marienberg und im Festsaal des Klosters, lebte Heigl in Raitenhaslach. Die Anwesenheit Heigls und seiner Familie ist durch die Geburt von zwei Töchtern am 30.7.1763 und am 26.4.1765 und durch den Tod der zweiten am 21.10.1765 nachgewiesen (Bischöfl. Ordinariat Passau). Eine dritte Tochter wurde am 6.9.1766 wieder in München geboren. Patin bei Heigls in Raitenhaslach geborenen Töchtern war die Klosterbaderin Barbara Rizer. Die Bemerkung Lipperts, Heigl sei der Gevatter des Abtes gewesen, konnte noch nicht aufgeklärt werden, wie ja überhaupt zu Herkunft und



Tod des Malers nur widersprüchliche Angaben existieren. Der Name Heigl taucht sonst in den Matrikeln von Marienberg und Raitenhaslach und auch in Haselbach (Pfarrarchiv Ranshofen, Sterberegister) nicht auf. (Krausen 1974, Kupferschmied.)


LEDERER, Malerfamilie in Altötting

Johann Lederer, * unbekannt † 1694, ließ sich um 1671 in Altötting nieder; 1672/1692 sind 14 Geburten von Kindern verzeichnet. Vier der Töchter wurden 1705/1715 an Maler aus Innsbruck, Pfarrkirchen, Obernberg und Diessen verheiratet. Nach Johann Lederers Tod führte zunächst die Witwe, dann Joseph Paur aus Innsbruck die Werkstatt weiter, der 1705 die 1672 geborene Tochter Maria Anna Lederer heiratete. Von Johann Lederer ist keine Freskomalerei bekannt.

(Franz) Joseph Lederer, * 14.3.1676 Altötting † 9.2.1733 Freising, war der älteste Sohn Johanns. Eine Lehrzeit bei seinem Vater bzw. Schwager ist anzunehmen. Er wurde 1699 Freisinger Hofmaler und heiratete am 21.6.1706 in Landshut Maria Barbara Stellmayr, die Tochter des Landshuter Malers Karl Stellmayr, bei dem Lederer als Geselle gearbeitet haben dürfte. In Landshut sind die Fresken in der Frauenkapelle neben der Martinskirche (signiert F.L.1706) und in der Seelenkapelle auf dem Martinsfriedhof von ihm. Aus stilistischen Gründen wird ihm das Deckenbild in der Magdalenenkirche in Altötting zugeschrieben. In Freising und Umgebung haben sich eine Reihe von Altarbildern und von Bischofsporträts erhalten (Georg Brenninger, Freisinger Künstler und Kunsthandwerker vor 1800, in: Freising. 1250 Jahre geistliche Stadt, Katalog des Diözesanmuseums 1989, S. 114 f.).

Johann Philipp Lederer, * 26.5.1690 Altötting † 1754 Altötting, war der jüngste Sohn Johann Lederers. Er dürfte bei seinem Schwager Joseph Paur ausgebildet worden sein. Johann Philipp heiratete in Altötting 1721 Maria Salome Kipflinger aus Weilheim († 1726) und in zweiter Ehe 1726 Maria Ursula Knielinger, Metzgerstochter aus Neuötting. Historisch und stilistisch ist es naheliegend, ihm die Ausmalung der Institutskirche der Englischen Fräulein in Altötting zuzuschreiben. 1768 machte seine Witwe Ursula Lederer ein Testament zugunsten ihrer Tochter Theresia Endl, Bäckersfrau in Burghausen, und ihrer drei Enkel. Sie starb 1775 in Burghausen. Im Wallfahrts- und Heimatmuseum Altötting ist das Selbstbildnis des Johann Philipp Lederer ausgestellt, zusammen mit einer Anzahl von Studien und Skizzen, die aus dem Nachlaß Lederer stammen.

Franz Anton Lederer, * 1732 Altötting † 1772 Altötting, war Sohn des Johann Philipp Lederer, dessen Werkstatt er 1754 übernahm. Im gleichen Jahr heiratete er Maria Anna Mössner aus München. Sie hatten einen Sohn, Ignaz Lederer. (Joseph Dirscherl, Testament der Malerswitwe Ursula Lederin. In Heimatland. Beilage zum Oettinger und Burghauser Anzeiger 6, 1955, Nr. 11. Wallfahrts- und Heimatmuseum Altötting Broschüre 1977. Volker Liedke, Johann und Philipp Lederer zwei Altöttinger Maler der Barockzeit. In: Ars Bav 1974, S. 11.)

MILLER, Johann Nikolaus, * um 1708 unbekannt † 1781 Erding, Maler in Kraiburg. Vielleicht entstammt er der Malerfamilie Miller in Burghausen. 1729 erwarb er die Malergerechtigkeit in Kraiburg. 1734 signierte er die Fresken in Heiligenstatt bei Tüßling, die im Auftrag der Gräfin von Wartenberg entstanden. 1735/39 war er im Gericht Kraiburg tätig. 1750 freskierte er als Klostermaler in Fürstenfeld die Hofmarkskirche Walkersaich (s. CBD Bd 8, LKr. Mühldorf). 1760 wurde Miller in Erding ansässig; von hier aus entstanden die Fresken in Eschlbach, Walpertskirchen und Oberneuching (s. CBD Bd 7, LKr. Erding).

SOLL, Franz Joseph, * 1734 Friedingen an der Donau † 1798 Trostberg, war Sohn eines Bildhauers in Friedingen bei Beuron. Wie schon vor ihm Johann Anton Seltenhorn in Kraiburg und Joseph Martin Seltenhorn in Burghausen war auch er aus dem schwäbischen Raum zugezogen. Manches an seinem Stil läßt vermuten, daß Soll in Zwiefalten, dessen Freskierung 1751 abgeschlossen war, unter den künstlerischen Einfluß Franz Joseph Spieglers kam. Um 1753/54 hat er vielleicht in der Werkstatt Johann Baptist Zimmermanns gearbeitet; Goerge (1998, S. 312f.) vermutet ihn in Marienberg in dem für Orgelfassung genannten »Maler Joseph«. Nachgewiesen ist die Verbindung zu Joseph Martin Seltenhorn in Burghausen, bei dem Soll Geselle war und aus dem Vertrag entlassen wurde, um für Kloster Raitenhaslach tätig zu werden. Dort arbeitete er mit Martin Heigl zusammen, der ihn stilistisch prägte. Solls Mitarbeit in Marienberg und im Festsaal kann vermutet werden. Im Kloster freskierte er selbständig Treppenhaus und Tafelzimmer im Prälatentrakt. Von der Bibliothek über dem Refektorium hat sich nur das Treppenhaus erhalten. Mit seiner Heirat 1761 ließ Soll sich in der Hofmark Schedling nieder, die im Besitz des Grafen von Berchem war; erst 1781 wurde er bürgerlicher Maler in Trostberg. Neben den Kirchen im Gericht Trostberg hat Soll auch in den Gerichten Neuötting und Wald freskiert: Wald a.d. Alz, Feichten, Kirchweidach, Alzgern, St. Johann. Seine frühen Werke in Wald a.d. Alz, Gstaig und Feichten sind teilweise noch unbeholfen gemalt. In den siebziger Jahren entwickelte Soll einen eigenwillig-sinnlichen und einfallsreichen Freskostil, der ihn zum Hauptvertreter der volkstümlichen Rokokomalerei im östlichen Altbayern machte.

1780 war mit Soll die Ausmalung der Kirche in St. Kastl »mit 8 schönen Fresco gemählden, nebst einigen Simpolis, so andern Verzierungen« akkordiert worden, die aber durch die Burg- hauser Regierung zugunsten des Burghauser Malers Kajetan Peter Forster hintertrieben wurde. Soll klagte 1788, daß er »von einer hierortig armen Bürgerschaft nicht zu leben, sondern mein Brod und Fortkommen noch alle mallen auswärtig und berforderist bei denen umliegend. chf. Pfleg- und Herrschaftsgerichten Wald, Traunstein, Trostberg, Ötting und Kraiburg mitls Ausmahlung der Gotteshäusern und Vassung der Altären gesucht und verdienet und auch mit derl beiten, so wohl als leidentlich gemachten Überschlägen / ohne Rum zu melden / allen Beifall gefunden und jederzeit Satisfaction geleistet habe«. In einem armen Marktflecken habe er viel schwereres Auskommen als Forster in einer kurfürstlichen Regierungsstadt. Er bitte darum, daß die Pflegämter wie bisher die freie Auswahl unter den kunsterfahrenen und inländisch bürgerlichen Malern haben sollten (BHStA GL F. 3048 Nr. 55 Gericht Neuötting – Geistl. Rat 1767–87 Nr. 1–14). Zwei späte Freskoaufträge in Schnaitsee und in Berg (LKr. Traunstein) führte Soll noch 1790/92 und 1797/98 aus, letzteren unter Mithilfe seines Sohnes.

Im Heimatmuseum Trostberg hängt ein Doppelbildnis Franz Joseph Solls und seiner zweiten Frau Maria Rosalia Späth. Die Frau trägt das Vergoldermesser. Ein Skizzenbuch Solls (eben da) zeigt Zeichnungen nach Andreas Wolff, Rottmayr, Zick Zanussi, Paul Troger, Johann Nepomuk della Croce und eine Kopie des Kuppelbilds von Christian Wink in Albaching. (Goerge 1998, S. 312f. Max Fellermeier, Heimische Meister Franz Alois Mayr - Maler Franz Josef Soll. In: Heimatland 1057 Nr. 7. S. 10-55)

VOGL, Johann Anton, * unbekannt † 1730 Landshut, war ein Sohn des Ratsherrn und Malers Jakob Vogl zu Obernberg am Inn. Er heiratete am 23. 11. 1723 in St. Martin in Landshut Maria Theresia Geiger, die Tochter des angesehenen Hofmalers Franz Joseph Geiger. Die Malerwerkstatt des 1723 verstorbenen Johann Baptist Faltermayr in Landshut übernahm er vermutlich durch Kauf. Er starb offenbar jung. Die einzigen bekannten Freskomalereien von seiner Hand sind in der Marktkirche in Tüßling. Erhaltene Altargemälde (nach Dehio NB und OB): Mariakirchen/NB, LKr. Rottal-Inn, Taufe Christi (1728), Kirchberg, LKr. Erding, Schlüsselübergabe an Petrus, St. Georg, Immaculata, sign. und datiert 1730, Burgharting, LKr. Erding, Hl. Lambert (1730). Meidinger widmet ihm einen Absatz und erwähnt ein Altarblatt in St. Jodok in Landshut. (Meidinger, Landshut 1785, S. 247; Markmiller, S. 221, 256; Volker Liedke, Die Landshuter Maler- und Bildhauerwerkstätten von der Mitte des 16. bis zum Ende des 18. Jh., in: Ars Bavarica 27/28, 1982, S. 30.).

Sein Bruder, Johann Paul Vogl, heiratete am 27.4.1705 in Altötting Maria Margareta Lederer (get. 6.7.1684), zehntes Kind des Malers Johann Lederer. Er ließ sich nach 1710 in Kößlarn/NB nieder. Von ihm sind Altarbilder und Fresken in Bayern und in Oberösterreich bekannt. In der Pfarrkirche Burgkirchen a. Wald ist das Seitenaltargemälde Hl. Isidor I.P.Vogl signiert.

WARATHI, Innozenz Anton, *21.11.1694 Trens/Südtirol †8.12.1758 Burghausen, Sohn des Elias Barathi/Warathi, Maler im Stift Stilfes. Er verließ seine Heimat als Zwanzig-jähriger. 1724 signierte er die Fresken in der Klosterbibliothek Metten. Die gleichzeitige Ausmalung der dortigen Klosterkirche durch Wolfgang Andreas Heindl läßt an eine Verbindung, zumindest aber an einen stilistischen Einfluß durch Heindl denken. Der Kontakt Warathis zu Burghausen wurde wohl von einem Mettener Konventualen hergestellt, der Bruder des Burghausener Pfarrers war (Mitt. Christoph Niedersteiner). Am 24.10.1724 heiratete Warathi Maria Theresia Cäcilia Mähninger, Tochter des Propsteiverwalters in Mattighofen, und wurde im gleichen Jahr in Burghausen als Maler ansässig. 1726 erwarb er das Haus in den Grüben 153, 1736 wurde er Mitglied des äußeren Rats, 1737 Mitglied des inneren Rats und Stadthauptmann. Nach dem Tod seiner Frau († 1751) heiratete er am 27.8.1751 Maria Franziska. Seine Tochter Maria Franziska heiratete den Maler Herbst in Tittmoning, seine Tochter Maria Elisabeth in erster Ehe den Maler Joseph Martin Seltenhorn († 1769) und in zweiter Ehe den Maler Kajetan Peter Forster. Warathis wichtigste Fresken befinden sich in der Jesuitenaula und in der Institutskirche in Burghausen, in der Wallfahrtskirche Maria Ettenberg, LKr. Berchtesgadener Land (1724, Stuck von Joseph Hepp) und in Vornbach am Inn/NB, LKr. Rottal- Inn (1728, Stuck von Franz Joseph Holzinger). (Goerge 1998 S. 314–18.)


ZICK, Malerfamilie

Johann Zick, * 10.1.1702 Lachen bei Memmingen †4.3.1762 Würzburg. Er war Sohn des Eisenschmieds Ulrich Zick. Er lernte bei dem bischöflichen Hofmaler Jakob Stauder in Konstanz, bevor er sich in der Au bei München ansässig machte. 1723 entstand die Freskierung der 1839 abgebrochenen Mariahilfkirche in der Au. Zick wurde 1732 Hofmaler und Kammerdiener des Johann Theodor von Bayern, Fürstbischof von Freising. Die Fresken in Raitenhaslach sind Zicks erster großer Auftrag, ihm gingen voraus die Rossackerkapelle in Rosenheim (1737) und Fresken in der Bibliothek von Kloster Herrenchiemsee (1737/38). Es folgten die Kirchen in Schussenried (1745) und Biberach (1746/49). 1749 Umzug nach Würzburg und Freskierung des Gartensaals in der dortigen Residenz. 1750 Umzug nach Bruchsal und Freskierung der dortigen Residenz.

Januarius Zick, *6.2.1730 Au bei München †14.11.1797 Ehrenbreitstein, Sohn von Johann. 1761 kurtrierischer Hofmaler. Er war einer der fähigsten Künstler des 18. Jahrhunderts, stilistisch zwischen Rokoko und Klassizismus einzustufen. Der Ausmalung der nach 1803 abgebrochenen Bibliothek in Raitenhaslach 1785 waren vorausgegangen die Freskierungen der (Kloster)Kirchen in Wiblingen (1778/81), Oberelchingen (1782/83), Rot an der Rot (17849).

ZIMMERMANN, Johann Baptist, * 3.1.1680 Gaispoint bei Wessobrunn †2.3.1758 München, Stuckator und Maler, ab 1720 u.a. für den Münchner Hof tätig. Er war einer der fruchtbarsten Künstler des Rokoko. Die Vielzahl seiner Aufträge erledigte er durch einen ausgedehnten und gut funktionierenden Werkstattbetrieb, in den auch seine Söhne Johann Joseph († 1743) und Franz Michael († 1783) eingebunden waren. Seine Mitarbeiter, meist anonym, ordneten sich dem Zimmermannschen Stil unter.

Martin Heigl war sein bekanntester Schüler. Zu Zimmermanns bedeutendsten Freskowerken zählen Weyarn (1729), Steinhausen (1730/31), Berg am Laim (1743/44), Wies (1749/1754), Andechs (1751/52), Schäftlarn (1754/56) und Nymphenburg (1756/57).

In Margarethenberg (1752/53) rühmt die Abtschronik die Fresken Zimmermanns. Auch dort ist von »den Malern« die Rede. Unwahrscheinlich ist die Autorschaft Zimmermanns am Stuck und an der Chorgestaltung der Klosterkirche in Raitenhaslach, die ihm von der Forschung zugeschrieben wird.