Holzhausen (a. Ammersee), Filialkirche St. Ulrich


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 1: Die Landkreise Landsberg am Lech, Starnberg, Weilheim-Schongau. Hirmer, München 1976, ISBN 978-3-7991-5737-7, S. 101, geschrieben von Bauer-Wild, Anna, Böhm, Cordula, Lüdicke, Lore und Werner-Clementschitsch, Heide. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Filialkirche, Gemeinde und Pfarrei Utting, Diözese Augsburg; der ehem. selbständige Pfarrort wurde im 18. Jh mit der Pfarrei Utting vereint, für welche Kloster Dießer das Präsentationsrecht hatte (Generalschematismus 1762) Gericht Landsberg

Patrozinium: St. Ulrich

Zum Bauwerk: Der Gemeinderaum ist vermutlich unter Einbeziehung eines älteren Baues in der ersten Hälfte des 17. Jh. errichtet. Der halbrunde, eingezogene Chor stammt aus dem 18. Jh., es gibt keine gesicherten Baudaten (frdl. Mitt. Wilhelm Neu, B. L. f. D.).

Autor und Entstehungszeit: Das Monogramm am Ostrand des Chorfreskos C: S: wurde von Wilhelm Neu als Signatur des Malers Johann Caspar Schäffler aus Oberfinning (*1700 †1770) identifiziert. In dieser Form findet sich die Signatur mehrfach bei Altarbildern. Das Holzhausener Fresko ist das bisher einzig bekannte erhaltene und signierte Deckenbild dieses Malers, der vorwiegend als Faßmaler und Altarbildmaler tätig war. Es ist sehr schlecht erhalten. Das Fresko läßt sich daher schwer datieren, es gehört vermutlich in die Hauptschaffenszeit des Malers, in das 4.—5. Jahrzehnt.

Befund

Träger der Deckenmalerei: Flachdecke

Rahmen: Stuckprofil

Technik: Fresko; polychrom

Maße: Höhe 4,85 m; 1,40 × 1,10

Erhaltungszustand und Restaurierungen: Das Chorfresko wurde 1951 aufgedeckt; Ornamentreste zeigen noch die frühere Übermalung an. Die figürliche Komposition des 18. Jh. kommt wieder ziemlich deutlich zur Geltung, doch ist die Farbsubstanz ruinös. Ein gekitteter Querriß über dem östlichen Bildrand

Beschreibung und Ikonographie

ST. ULRICH Das kleine rechteckige Bildfeld oberhalb des Altares zeigt in einansichtiger Darstellung mit geringfügigen Untersichten den Kirchenpatron St. Ulrich. Die

kniende Gestalt ist von dem - papierartig knitterig wie dergegebenen - Bischofsgewand umhüllt. St. Ulrich präsentiert als Heilszeichen sein Kreuz (sog. Ulrichskreuz) und hält zusammen mit zwei Putti das aufgeschlagenen Buch mit einem Fisch darauf.

 

Quellen und Literatur

Braun-Augsburg, Bd 1, S. 388, 391 f

Thieme-Becker, Bd 30, Sp. 7.

Neu, Wilhelm, Johann Caspar Schäffler – Ein vergessener Maler des Lech-Ammersee-Gebietes, in: Lechisarland 1962. S. 36 f.

Müller-Hahl, Bernhard (Hg.), Heimatbuch Stadt- und Landkreis Landsberg am Lech, Aßling-München 1966 S. 593.