Beyharting, ehem. Augustiner-Chorherrenstift
BEYHARTING
Ehem. Augustiner-Chorherrenstift Pfarrei Beyharting (Pfarrverband Schönau), Gemeinde Tuntenhausen Erzdiözese München und Freising. Ehem. Klosterhofmark Beyharting, Gericht Aibling
Ehem. Klosterkirche, heute Pfarrkirche Sakristei S.113
Ehem. Klostergebäude, seit 1936 Eigentum der Gemeinde Ehem. Kapitelsaal S. 119
Zur Geschichte: Nach der Überlieferung wurde das Augustiner-Chorherrenstift Beyharting vor 1130 von Judith, Witwe des Tageno von Pihartingen gegründet, wobei auch ihre Brüder Megingoz und Gebolf als Stifter auftraten. Erzbischof Konrad I. stand vermutlich auch hinter dieser Gründung eines Augustiner-Chorherrenstifts. Das Jahr 1130 gilt in der Klostertradition als Jahr der ersten Kirchenweihe, sodaß 1730 nicht das 600jährige »saeculum fundationis« sondern das »saeculum consecrationis« gefeiert wurde. Beyharting war ein kleines und wenig begütertes Stift für zunächst nur sechs Chorherren; im 17. Jh. waren es zwölf, zu Ende des 18. Jh. 21 Konventualen (im 18. Jh. hatte es nur 23 bezahlte Angestellte - vom Bräumeister bis zum Schweinehüter). 1297 bekam das Stift die niedere Gerichtsbarkeit in der Klosterhofmark, zu der es 1576 den Sitz Innerthann erwarb. Außerdem gehörten zum Beyhartinger Niedergerichtsbezirk die Hofmarken Schönau und Tuntenhausen. Die Pfarrei Tuntenhausen war seit 1221 dem Stift inkorporiert, die Pfarrei Schönau seit 1425. Die Marienwallfahrt Tuntenhausen wurde von den Beyhartinger Konventualen mit großem Eifer und Aufwand betreut. Die Pontifikalien erhielt Beyharting nie; der Propst bediente sich statt der Mitra eines goldgestickten Biretts. Bau des Prälatenstocks 1699/1706 unter Propst Ignatius Wäntschl (1696–1717). 1706 ließ der Propst eine Wasserleitung von Schönau bis Beyharting legen. Stuckierung des Refektoriums vor 1710 durch Johann Baptist Zimmermann (Thon, S. 21f. und 348), der damals in Miesbach ansässig war. Miesbach gehörte zur Herrschaft Hohenwaldeck, die bis 1734 im Besitz der Herren von Maxlrain war. Schloß Maxlrain (S. 356) war Beyharting unmittelbar benachbart. Bau des Prälatenstocks 1730. Beim Klosterbrand 1770 blieben die Kirche, der Kreuzgang mit anschließenden Räumen und die Prälatur erhalten. Wiederaufbau unter Propst Korbinian Sarreiter (1772–84). Unter seinem Nachfolger Georg IV. Lachner (1784–94) wurde der Stuck Zimmermanns im Refektorium abgeschlagen. Säkularisierung 1803, in der Folge verkamen die Klosterbauten. Der Konventbau ist seit 1936 in Gemeindebesitz. Die Rettung der verfallenden Klostergebäude wurde und wird von einem Förderverein mit großem Einsatz betrieben.
Pfarrkirche, ehem. Stiftskirche der Augustiner-Chorherren- Propstei Beyharting, 1803–1907 Filiale der Pfarrei Tuntenhausen. Die Kirche besaß einen örtlich verehrten Kreuzpartikel.
Patrozinium: St. Johann Baptist


Zum Bauwerk: Die Gründungskirche des Stiftes war eine kleine romanische Basilika vom alpenländischen Typus: dreischiffig und ohne Querhaus (die südliche Hälfte der Mittelapsis wurde 1898 ergraben). Weihe am 19.8.1132 auf Anordnung des Erzbischofs Konrad I. von Salzburg durch Bischof Roman von Gurk. Erster Umbau und Erweiterung der alten Kirche durch einen neuen Chor 1454 unter Propst Johann II. Saaldorfer (1451–58). Erneuerung des Langhauses ab 1668 unter Propst Christian Scheuchenstuel (1645–86): Anläßlich einer notwendigen Dachstuhlerneuerung wurde erlaubt, neue Gewölbe zu machen, und daß »wegen mehrerer Ziehr, und schuldtigister Befürderung der Ehren Gottes, die gemaurte Saulln hinweckh gethon, und die 4 claine Seithenaltär demoliert werden dörffen«. Beim Abbruch erwiesen sich aber die Seitenwände als zu schwach, um das neue große Gewölbe zu tragen. Es mußte »also die Kirchen, biß an Chor, von Grundt auf neu erpaut werden«. Das Langhaus des Neubaus wurde breiter als vorher, unter Verwendung der bestehenden Südwand (AEM, KA 52). Vom gotischen Bau blieb der lange Chor erhalten, der neu gewölbt wurde. Die Annahme, der Münchner Baumeister und Bauschwarständige des Kurfl. Geistlichen Rats Konstantin Pader sei der Baumeister gewesen (Thieme- Becker), wird durch Bernhard Schütz (1974, S. 107f.) abgelehnt, der eine bestimmende Beteiligung des Propstes Christian Scheuchenstuel an der Planung annimmt. Scheuchenstuel sei Bausachverständiger des Geistlichen Rats gewesen, selbst Baudilettant, »in denen Gepeuen wohlerfahren«. Neue Altarausstattung mit Hochaltar und den beiden vorderen Seitenaltären. Weihe am 1.8.1670. Erweiterung des Langhauses um ein neues, abgeschrägtes Emporenjoch nach Westen und Neuausstattung 1730 zur 600-Jahrfeier der Kirchweihe in Kloster Beyharting. Die Altäre von 1670 wurden beibehalten, nur neu gefaßt. Die alte Emporenbrüstung aus dem 17. Jh. mit Bildern der Apostel wurde an der zurückverlegten Empore wieder angebracht. Neues Chorgestühl. 1747 Erneuerung der hinteren Seitenaltäre. Nach Blitzschlag 1752 Erhöhung und Barockisierung des gotischen Turms. 1945 Vergrößerung von zwei Fenstern an der Nordseite des Chors.
Weiter Saal zu vier Jochen und einem abgeschrägten Vorjoch im W, in dem sich die Orgelempore befindet; Gliederung durch Wandpfeiler mit ornamentierter Front, in deren Zentrum die Apostelleuchter. Belichtung von N durch vier Fenster.
ster, im S schließt das Klostergebäude unmittelbar an die Kirche an. Stark eingezogener, langgestreckter Chorbau - Mönchschor und Presbyterium – zu vier Jochen mit dreiseitigem Schluß; Pilastergliederung vor sehr seichten Wandpfeilern. Belichtung von Norden durch zwei Fenster in den zwei östlichen Jochen und durch zwei Fenster in den Schlußschrägen.
Auftraggeber: Propst Georg II. Mayr von Beyharting (1718- 40), der auch den Prälaturstock erbauen ließ. Unter ihm erlebte das Kloster eine Blütezeit. Er war am 24. 1. 1668 in Miesbach geboren, studierte in München, legte 1685 die Profeß in Beyharting ab, wurde 1694 zum Priester geweiht und 1717 zum Propst gewählt. Nach 23 jähriger segensreicher Regierung starb er am 29. 9. 1740 im Alter von 78 Jahren.
, , , , Die Vorrede des »Dank- und Jubelfestes« ist eine Widmung des Dekans und des Kapitels von Beyharting an ihn, der, um die 600-Jahrfeier »desto herrlicher zu begehen, die Kirchen erweitheret, mit Stuck-Quator und Mahlerey außgeziehret, fruhezeitig von Ihro Päbstl. Heiligkeit Benedicto XIII. einen acht Täg hindurch taurenden vollkommenen Ablaß außgewürcket, ein gantze umbligende Nachbarschafft darzu höfflichist eingeladen, so auch in zahlreicher Menge erschinen...«. In der ersten Festpredigt vergleicht P. Gotthard Wagner von Tegernsee Beyharting mit der mächtigen Stadt der Bibel und Propst Georg Mayr mit der Sonne darüber: »Diese hell-scheinende Sonn hat dem eralten Kirchen Gebäu die schönste Farben bey dem Sechshunderten Zeit-Lauff mitgetheilet: Alles ist schön! Schön die erneuerte Altär, schön die allda versilberte Heilige Gottes, schön der gantz neu eingerichte Chor, schön die mit lebendigen Farben an dem Kirchpogen entworffene außbündige Judith« (S. 14). Der Propst könne mit David ausrufen: »Herr, ich hab geliebt die Zierd deines Hauses«.
P. Benedikt Froschauer nennt in der fünften Festpredigt außer der Kirchenerneuerung weitere Verdienste des Propstes (S. 13): »Hat er nit die stattliche Musique zu Vergrößerung des Lob Gottes beförderet? Hat er nit ... die Hoch-Ehrwürdige Herren Religiosen an der Zahl namhafft vermehret?«
Autor und Entstehungszeit: Zuschreibung an Johann Baptist Zimmermann (* 1680 Gaispoint bei Wessobrunn † 1758 München) und Mitarbeiter 1730. Chronogramm über dem Hochaltar, Anspielung auf die 600-Jahrfeier DATORI SAECVLI SEXTI LAVS SIT IN AETERNVM (Dem Geber des sechsten Jahrhunderts sei Lob in Ewigkeit = 1730).
Die Fresken sind nicht signiert; archivalische Nachrichten über die Dekoration 1730 sind nicht bekannt. Die Ausmalung wurde erstmals erwähnt von Meidinger 1787: »Das Fresco Gemälde am Plafond ist von Jakob Wörschi in München, und seinen zween Gesellen Ignatz Schilling und Johann Lisenz einem Niederländer« (S. 319). Diese Angaben wurden von den KDB übernommen. Erste Zuschreibung an Zimmermann durch Ursula Röhlig 1949 (S. 62), während die Stuckdekoration seit Schmid 1900 (S. 117 und 122) als Werk Zimmermanns gilt. Es kann als sicher gelten, daß auf jeden Fall die Entwürfe für die Deckenbilder in Beyharting von Johann Baptist Zimmermann sind. Inwieweit die Ausführung eigenhändig ist, ist zu untersuchen.
Jakob Wörschi (* gegen 1700 in Weißenhorn, Bayrisch Schwaben † 1767 München; auch Wörsching, Werschi usw.) war Schüler des Münchner Malers Johann Georg Sang (BSB Oeferleana 5/V), dessen Tochter Maria Anna er 1727 heiratete. Er ist nur in Quellen, nicht aber in eigenhändigen Werken bekannt, anhand derer man Vergleiche anstellen könnte. Er wird aber mehrfach als Dekorationsmaler auch auf dem Gebiet der Wand- und Deckenmalerei erwähnt. 1737 bemalte er mit Ferdinand Schönwetter in der Münchner Residenz eine Wand im Grottenhof, 1741 machte er für die Schloßkapelle in Nymphenburg eine neues Heiliges Grab um 65 fl.; weitere Arbeiten für Nymphenburg waren 1747 die Dekoration für ein Feuerwerk um 230 fl. und die Fassung zweier Karusselpferde in Nymphenburg um 28 fl., 1749 wieder Arbeiten für ein Feuerwerk um 16 fl. 1749 renovierte er den Plafond im Schwarzen Saal der Residenz München (BHStA HR I, 25/89, Nr. 2, ad 48 Ziffer 45), 1750 besserte er die Deckenbilder Stubers in der Magdalenenklause aus. In den fünfziger Jahren war er in Nymphenburg immer wieder mit kleinen Gelegenheitsarbeiten beschäftigt, wurde aber in dieser Zeit von Johann Blasius Vicelli auf dem Gebiet der Dekorationsmalerei allmählich verdrängt. Möglicherweise war er als Mitarbeiter an der Ausmalung des Steinernen Saals beteiligt. Zur Zeit der Dekoration in Beyharting 1730 war dort ein P. Sigismund Wörschi Konventuale. Jakob Wörschi starb am 28.8.1767 in München St. Peter.
Johann Lisenz ist unbekannt. Er war laut Meidinger ein niederländischer Maler, der vermutlich auf seiner Reise in München Aufenthalt genommen hatte und den Auftrag zur Mitarbeit in Beyharting bekam; über sein weiteres Leben und Werk weiß man nichts.
Joseph Ignaz Schilling hingegen (* 1702 Villingen † 1773 München) ist bekannt. Er war wie Wörschi Schüler Johann Georg Sangs (s. Unering, CBD Bd 1, S. 355-57). 1730 heiratete er die Tochter seines Lehrers, Maria Katharina Eleonora Sang; im gleichen Jahr erhielt er das Meisterrecht in München (Vorgänger war Dominikus Faistenberger); Schilling war in der Folge ein recht erfolgreicher Dekorations- und Freskomaler, der mehrere Aufträge für das Münchner Jesuitentheater bekam. Außerdem malte er um 1730/40 die Bibliothek des Münchner Jesuitenkollegs aus (CBD, Bd 3/I, S. 241), 1738 Bibliothek und Treppenhäuser des Dillinger Jesuitenkollegs. Er malte die Jesuitenkirche in Ebersberg aus (nicht erhalten, s. CBD Bd 11, S. 305-08). Zu seinen archivalisch gesicherten und erhaltenen Freskierungen gehört die in Taufkirchen bei München (CBD Bd 3/I, S. 169-73). Ein Vergleich mit ihr ergibt, daß beim Chorfresko D, der Engelsglorie, nicht nur die Ausführung, sondern sogar der Entwurf von Schillings Hand sein könnte. Bei den Fresken A und C ist ein großer Anteil Schillings an der Ausführung eines Zimmermann-Entwurfs denkbar.
Das Hauptfresko aber ist in großen Teilen eigenhändige Arbeit Zimmermanns: in der Dreifaltigkeitsdarstellung in B und in der Figur des hl. Augustinus ist seine Hand unverkennbar. Doch sind auch hier weniger wichtige Bildpartien, wie etwa Sockel, Stufen, Baldachin von der Hand seiner Mitarbeiter. Eigenhändige Arbeiten Zimmermanns dürften auch die Figuren in Fresko E sein.

Johann Baptist Zimmermanns Dekorationen sind fast immer Arbeiten eines großen Mitarbeiterstabes, der Zimmermanns Entwürfe ausführte. Dabei waren seine Mitarbeiter bei den Stuckierungen stets Wessobrunner, bei den Freskierungen Maler völlig verschiedener Herkunft. Es ist erstaunlich, wie homogen Zimmermanns Freskierungen trotz allem wirken, wie wenig im Gesamteindruck die einzelnen Hände auffallen. In der Praxis des 18. Jh. war der Anteil der eigenhändigen Arbeit eines Meisters an der Ausführung meist eine Kostenfrage; in Beyharting, das ein mäßig bemitteltes Stift war, ist anzunehmen, daß man so weit wie möglich sparen wollte. Für Zimmermann selbst stellte sich die Frage nach der Eigenhändigkeit bei Freskierungen kaum. Er sah die eigentliche künstlerische Leistung im Entwurf.
Beyharting folgte mit der Verpflichtung Johann Baptist Zimmermanns den nahegelegenen Augustiner-Chorherrenstiften Dietramszell und Weyarn; Dietramszell hatte 1726 seine Pfarrkirche, Weyarn 1729 seine Klosterkirche durch ihn freskieren und stuckieren lassen.
Gleichzeitig mit der Neudekoration der Raumschale wurden auch die Altäre neu gefaßt, in einer kräftig farbigen Marmorierung.
Befund
Träger der Deckenmalerei: LHs (A, B, C) annähernd halbrunde Tonne mit Stichkappen; AR (D, E) flache Stichkappentonne, je zwei Joche durch Gurtbögen zusammengefaßt
Rahmen: A und C Stuckprofil, nur an den Seitenmitten von kleinen Ornamentmotiven angeschnitten, querformatige Felder, seitlich geschweift; B Stuckprofil im Wechsel von geraden und geschweiften Teilen, an den Seiten von Ornamentmotiven angeschnitten, an den Seitenmitten von Kartuschen übergriffen, längsformatiges Bildfeld; D und E Stuckprofil, querovale Bildfelder
Technik: Fresko mit Secco-Anteilen; polychrom
Maße: A Höhe 10,50m; 2,50×3,80
B Höhe 10,50m; 7,30×4,80
C Höhe 10,50 m; 2,50 x 3,80
D Höhe 9,30 m; 2,80 x 3,30
E Höhe 9,30m; 2,80×3,30
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Restaurierung mit Neufassung der Raumschale 1865/66. Neufassen und Vergolden des Orgelgehäuses aus dem 17. Jh. durch Peter Neumaier, Grafing. 1906 Restaurierung des Hochaltars durch Ludwig Osendorfer, Bad Aibling. Ab 1901 wird immer wieder von Schäden am Gewölbeputz und von gelockerten bzw. abgefallenen Stuckteilen berichtet. Die erste durchgreifende Innenrestaurierung fand aber erst 1945/47 statt: »Die 1865 letztmals restaurierte vormalige Klosterkirche ... bedarf längst einer Renovierung. Der außergewöhnliche Kunstwert ... wurde erst in der letzten Zeit erkannt, weshalb sich eine Restauration auch jetzt (= unmittelbar nach Kriegsende) rechtfertigen läßt« (StAM, LRA). 1945 Reinigung, Tünchung und Tönung des Kircheninnern, Schließen der starken Risse im Gewölbe, Ausbesserung des Stucks, Reinigung und Restaurierung der Deckengemälde mit Kalk-Kaseinfarben durch Georg Hilz, Bad Aibling. Färbung des Stucks nach naturalistischen Gesichtspunkten (Blattwerk grün, Blumen bunt usw.): »Der durchwegs etwas naturalistisch getönte reiche Stuck ist den wie neu erscheinenden Deckengemälden angepaßt und leitet vortrefflich zu den Wandflächen über« (StAM, LRA). 1946/47 Restaurierung der Altäre. Ab 1962 zeigten sich wieder Wasserschäden im Chor und am Chorbogen. 1988 wird ein großer Scheitelriß erwähnt. In der Folge fortschreitende Rißbildung, da sich die Nordwand wegen des Gewölbedrucks nach außen neigte. Baureparatur durch Zugbänder 1995. Im gleichen Jahr Untersuchung und Kartierung der Fresken durch Reiner Neubauer, Bad Endorf mit Sicherung loser Stellen in den Fresken durch Verklebung mit Japanpapier. Es wurden großflächige Übermalungen der Restaurierung von 1945/47 festgestellt, aber nur an unwichtigen Stellen; sie verfälschten im wesentlichen den Originalbestand nicht. Die Bilder waren in sehr großen Tagwerken entstanden, wobei der Kalk an den Tagwerksgrenzen beim Malen stellenweise nicht mehr feucht genug war: an diesen Stellen war ein Seccoähnlicher Zustand entstanden bzw. Seccoübermalungen mit der entsprechenden Gefahr nicht ausreichender Bindung der Malschicht in sich oder zum Untergrund. Längsriß, Haarrisse, in Teilbereichen starker mikrobieller Befall. Mäßige Verschmutzung. Einzelne Stellen waren ursprünglich durch Mordant-Vergoldungen hervorgehoben; diese Vergoldungen waren verloren. Restaurierung der Fresken durch Fa. Reiner Neubauer (Heinz Gruber, Berganger bei Glonn) 2004. Zunächst wurde der Putzträger konsolidiert, die Notsicherungen von 1995 abgenommen, alte Verkittungen entfernt. Auf die Abnahme der Übermalungen von Hilz konnte verzichtet werden. Die Fresken wurden trocken gereinigt, hartnäckige Verschmutzungen mit Mikrodampfstrahl behandelt. Pudernde Malschichten wurden gefestigt, Risse und Fehlstellen geschlossen und zurückhaltend retuschiert. Rekonstruktion der Mordantvergoldungen. Die Fresken präsentieren sich in einem insgesamt sehr guten und authentischen Erhaltungszustand.
Gleichzeitig Reinigung und Neufassung der Raumschale. Die naturalistische Farbfassung des Stucks durch Hilz (Blätter grün, Trauben blau, Blumen bunt) wurde durch die Originalfassung von 1730 ersetzt, bei der die Stuckmotive nicht gegenständlich aufgefaßt waren, sondern als reines Ornament (Buntfassungen erscheinen erst im späten 18. Jh.). Die sparsam eingesetzten Mordantvergoldungen, die völlig zerstört waren, wurden wieder angebracht. Die jetzt vorherrschenden Farben im Stuck sind ein Rosaton und gelblicher Ocker, die die Farben der Fresken heben und in unerwarteter Lebendigkeit strahlen lassen. »Farbanalogien schließen Fresken und Raumschale untrennbar zusammen und lassen die farbig gefaßten Teile der Raumschale als gleichsam bildliche Weiterführung der Fresken begreifen. Die Einheit von Stuck und Fresken, die in der gemeinsamen Autorschaft Zimmermanns vorgegeben ist, wird somit wieder in ihrer ursprünglichen Intention erfahrbar« (Schreiben Jocher/Heisig vom 5.11.04 an das Pfarramt Beyharting). Die Altäre wurden in der kräftig farbigen Marmorierung von 1730 wiederhergestellt.
Beschreibung und Ikonographie
Im LHs befinden sich die Fresken A, B und C in den vier östlichen Jochen; das mittlere Hauptbildfeld (B) übergreift zwei

Joche. Es ist das erste jochübergreifende Bildfeld bei Zimmermann, spät im Vergleich mit der allgemeinen Entwicklung etwa bei Asam. Auch in der Stuckdekoration wurde auf die Jochteilung verzichtet. Zarte, sparsame, flächige Motive schmücken die Gewölbefläche mit Girlanden, Bandwerk und Muschelmotiven, auch mit Brokatfeld-Kartuschen; der Stuck selbst kann sich im Detail weder in der Qualität noch in der Vielfalt der Motive mit dem ein Jahr vorher entstandenen in Weyarn vergleichen (was natürlich hauptsächlich eine Kostenfrage war). Aber trotz dieser flächigen, zurückhaltenden nichts weniger als reichen Stuckierung entfaltet die Ornamentik - jetzt wieder in der ursprünglichen Farbigkeit - großer Zauber und ist erstaunlicherweise imstande, die weite Gewölbefläche zu strukturieren. Es ist ein für Zimmermann typisches Phänomen, daß - sowohl im Bild als auch in der Ornamentik – leere Flächen sehr oft als Spannungsfelder fungieren im Verhältnis zu denen Bildteile bzw. Ornamente in ihrer Schönheit oder Bedeutung eher entfaltet und gesteigert werden als daß sie an Präsenz verlieren.
A JUDITH UND HOLOFERNES In der vordersten Raumschicht führt eine bildparallel laufende abgeschattete Rampe ins Bild ein. Dahinter fällt der Boden des Bildschauplatzes nach hinten ab. Raumgegenstände und Figuren erscheinen nur in leichter Untersicht und Verkürzung. In der Bildmitte steht, schräg in den Raum gerückt, das mit grüner Seide bezogene Bett des Holofernes; die Waffen und Kleider des Feldherrn sind daneben abgelegt. Auf dem Bett liegt der Leichnam des Geköpften. Noch sind seine Arme wie im Erschrecken erhoben; durch den blutigen Halsstumpf wird das Bett besudelt. Neben ihm steht Judith, hochaufgerichtet, das Schwert in der Linken erhoben, in der Rechten das blutende Haupt des Holofernes. Hinter ihr ist eine Magd zu sehen, die einen Sack bereithält, in dem der Kopf weggebracht werden soll.
Der Schauplatz der Szene, das Gemach des Feldherrn, ist durch Pfeiler links und eine weitgespannte goldfarbene Draperie angedeutet. Links ist ein Ausblick aus dem Raum gegeben; dort sind zwei Rundzelte des Heerlagers dargestellt. Die Inschrift auf der Rampe lautet IVDITHA DE HOLOFERNE TRIUMPHANS.
Als Bethulia von Holofernes, dem Feldherrn des Assyrerkönigs Nabuchodonosor, belagert wurde, rettete die junge Witwe Judith ihre Stadt, indem sie sich zu Holofernes begab, der von ihrer Schönheit geblendet war und ihr nicht widerstehen konnte. Nach dem Mahl schlug sie dem trunkenen Feldherrn den Kopf ab und brachte ihn in einem Sack nach Bethulia, wo sie ihn im Triumph vorzeigte (Iudith 8–14).
Die Farbigkeit dieses Bildes ist trotz der Buntfarben - Grün, Gelb und im Kleid der Judith Rot und Blau - stumpf und unlebendig, ohne Spannung, eher kompakt und ohne die durchscheinende Zartheit und Helligkeit der eigenhändigen Fresken Zimmermanns. Weiß erscheint als Farbe aufgesetzt und nicht als aufgelichtete Stelle äußerster Helligkeit.
B AUGUSTINUS SCHREIBT SEIN BUCH »DE TRINI- TATE« Über einem kleinen grasbewachsenen Proszenium aufgebaut, bilden Stufen den irdischen Schauplatz des Geschehens: gegeneinander versetzt, geschwungen, mit einem Ziersockel und Balustrade rechts und einer hochaufragenden, grün drapierten Bücherwand links. Nur in Ansätzen sieht man dahinter eine hohe, pilasterbesetzte Bogenarchitektur; der größte Teil ist von hellen, in den Schauplatz eindringenden Wolken überdeckt.
Augustinus kniet auf den Stufen, auf denen ein niedriges, rot drapiertes Tischchen steht. Hinter ihm ist ein Lehnsessel zu sehen. Er ist als bärtiger Greis in Chorkleidung dargestellt; vor seiner Brust sieht man sein Kennzeichen, das brennende Herz, als Symbol seiner Gottesliebe. Sein Haupt ist von einem hellen Strahlenschein umgeben. Er hat den Blick zum Himmel gerichtet, die rechte Hand in einer Geste der Ehrfurcht erhoben. Mit der Linken weist er auf ein geöffnetes Buch auf dem Tischchen, mit der Inschrift LIB / DE / SS./ TRI (Liber de Sanctissima Trinitate).
Über der Szene erscheint vor hellen Wolken, von Engeln und Putten begleitet, die Dreifaltigkeit. Christus mit dem Kreuz und Gottvater mit dem Zepter thronen über der Weltkugel, auf die sich beide stützen. Über ihnen schwebt in einer weißlich aufgelichteten Glorie die Taube des Heiligen Geistes. Diese Bildpartie ist von großer Schönheit und zeigt alle Vorzüge, die für Johann Baptist Zimmermanns Arbeiten typisch sind: die Transparenz der Farben, die ihre Leuchtkraft auch an sehr hellen Stellen behalten; die Binnenzeichnung, die kaum durch dunkle Linien, sondern durch das Gegeneinandersetzen von helleren und dunkleren Farbflächen geschieht, und durch die ein zartes und delikates Oberflächenrelief entsteht. Changeants innerhalb einer den Gegenstand bezeichnenden Farbe sind vermieden: die Farbe eines Gewandstücks etwa bleibt in Licht und Schatten immer gleich und wechselt nur die Helligkeit.
Man kann unmittelbar neben dieser Partie, in der Draperie des Bücherschranks, leicht beobachten, wie ein Mitarbeiter zwar den Stil Zimmermanns kopiert, aber in der Qualität weit dahinter zurückbleibt: die grüne Farbe ist nicht transparent sondern kompakt; das Gegeneinandersetzen der hellen und dunkleren Farbflächen geschieht ohne Feinheit und ohne Gefühl für das Verhalten der Stoffe in Licht und Schatten. Das Grün, durch Gelbbeimischung streckenweise verändert, wirkt stumpf und ohne Leuchtkraft. Die Figur des Augustinus hingegen dürfte wieder von Zimmermann selbst gemalt sein.
In der Bildmitte öffnet sich die Szene auf den blauen, bewölkten Himmel im Hintergrund. Mit dieser Raumtiefe hat die Erscheinung der Dreifaltigkeit auf den Wolken nichts zu tun: sie liegt in vorderer Bildebene. Diese Wolken gehören nicht dem realen Himmel an, sondern sind Teil der überirdischen Erscheinung.
Augustinus wird als Stifter der Augustiner-Ordensregel und damit als Ordensgründer der Augustiner-Chorherren verehrt. Er nimmt in diesem Hauptbild den wichtigsten Platz innerhalb des Beyhartinger Bildprogramms ein. Die Darstellung Augustinus' als Verfasser der Schrift »De Trinitate« (entstanden um 400-416) oder als Verfasser der Schrift »De Civitate Dei« taucht in Augustinus-Zyklen häufig auf.
C JUDITH VON BEYHARTING Schauplatz ist eine kleine, durch einen Sockel gebildete Bühne, hinter der der Boden in die Tiefe abfällt. Links erhebt sich ein Tor aus hellem Quaderstein, das zusammen mit einer grauen Säule eine burgähnliche, altertümliche Szenerie andeutet. Rechts, vor einem unbestimmten, gelbgrau getönten Hintergrund, erhebt sich ein Sockel mit Ziervase. Eine reich gekleidete Edelfrau, Judith von Beyharting, Gründerin des Klosters (zur Gründungsikonologie s. u.), steht in der Bildmitte an einem rot drapierten Ornamentsockel und zeigt das Haupt Johannes des Täufers auf einer Schale (nach dem gleichen Vorbild wurde das Porträt der Gründerin in den Monumenta Boica gestochen). Nach links eilt der Henkersknecht mit dem Schwert weg von dem leblosen Körper des hl. Johannes, der – wie Holofernes in A – aus der Halswunde noch blutet (das Blut spritzt über den Stuckrahmen). Inschrift auf einer Kartusche am Sockel ILLVSTRIS IVDITHA FVNDATRIX (= 1130).
Das Bild ist in den Details grob gemalt, mit einer breiten, etwas schmierigen Pinselführung, die den Gewändern, Gesichtern und Körpern eine schlaffe und amorphe Konsistenz gibt. Bei dem schönen Johanneshaupt kann man die korrigierende Hand des Meisters vermuten.
Ein schwerer, dunkler, in der Farben nicht nuancierter Hintergrund ergibt zusammen mit dem Olivgrün des Henkergewandes, dem Blau und Violett an der Judith-Figur eine kalte und stumpfe Gesamtfarbigkeit.
D ENGEL Um den Deckel, der die Hl.-Geist-Öffnung abschließt, und auf dem die Geisttaube gemalt ist, sind anbetende Engel und Putten mit Weihrauchfaß, Palmzweig und Rosen dargestellt. Das Bild ist wieder von anderer Hand als von der, der man die Arbeit an C und den schlechteren Partien von B zuweisen kann.
E JOHANNES DER TÄUFER IN DER WÜSTE Wie meist bei reinen Landschaftszenen verzichtet Zimmermann hier weitgehend auf illusionistische Effekte. In einer weiten, einsamen Wüstenlandschaft sitzt Johannes der Täufer unter einem Baum, auf Felsengestein am Ufer einer kleinen Quelle. Seine halbentblößte Gestalt ist von einem Fell bekleidet und mit einem weiten roten Mantel drapiert. In der Linken hält er den Kreuzstab mit dem Inschriftband ECCE AGNVS DEI, mit der Rechten weist er in die Bildtiefe, wo hinter einem öden, flachen Hügel in der Ferne die Gestalt Christi erscheint, von einem ovalen Lichtfeld medaillonartig umgeben, in zarten, hellen und unwirklichen Farben. Die wenigen Landschaftsbestandteile, Steine, Quelle, bizarre Bäume, eine Felswand rechts und ein hoher Berg am Horizont vermitteln dem Bild eine eindrucksvolle Stimmung von malerischer Abgeschiedenheit und tiefer, biblischer Vergangenheit, ein Beispiel dafür wie der Schauplatz Bildinhalte unterstützen kann.
Neben der Farbigkeit des Schauplatzes – Grün, Grau und Ocker – treten helles Blau im Himmel und am Mantel Christi und Rot an den Gewändern der beiden Figuren auf.
Johannes ist hier als der Vorläufer Christi dargestellt. Es handelt sich um keine historische Szene; Christus tritt nicht realiter auf, sondern nur als Verheißung des Täufers wie in einer Vision.

Zur Gründungs-Ikonologie
1723 schickte der Benediktbeurer Konventuale und Historiker P. Karl Meichelbeck, der damals im Auftrag des Fürstbischofs an der >Historia Frisingensis< arbeitete, eine Liste von Fragen zur Geschichte des Klosters an Propst Georg II. Mayr, der die Fragen zunächst nicht beantworten konnte und im Klosterarchiv nachforschen ließ. Am 18.4.1723 berichtete er P. Meichelbeck über die Gründungsgeschichte des Klosters (BHStA, KL 134/1). Mayrs historisches Interesse war geweckt; den alten Grabstätten in der Klosterkirche wurde beim Umbau viel Beachtung geschenkt, besonders dem Grab der Gründerin, das der Propst öffnen und die er feierlich neu bestatten ließ.
Zwei Fresken der Neuausstattung 1730 beziehen sich auf die Klostergründung. Das kleine Fresko C zeigt die Gründerin Judith von Beyharting, wobei man sich bezeichnenderweise im Figurentyp eng an die Darstellung auf dem Grabmal gehalten hat. Es erscheint im Vergleich mit anderen Gründungsbildern des 18. Jh. auf den ersten Blick als bescheidene Darstellung, doch ist diese mit der Darstellung der biblischen Judith in A zusammenzusehen. Der Sinnzusammenhang dieser Gegenüberstellung ist in der fünften Festpredigt der achttägigen Säkularfeier überliefert, die P. Benedikt Froschauer von der Benediktinerabtei Rott am Inn am 12. 10. 1730 hielt (Achttägiges Lob-und Danck-Fest, 20 S.). Sie begann: »O Himmel, was
ist das? werden ja meine Augen nit auf einmahl verirret und verwirret? ja nit bey hellen Tag und Sonnen Schein verneblet? Dann kaum hab ich dise herrliche Cantzel betretten, meine Augen kaum in die Nidere schiessen lassen, kombt mir scheinbar vor, als sehe ich zwey Damen und Frauen-Zimmer vor mir ... beede führen einen Namen. Aber neben disem allem entsetze ich mich nit wenig, daß beede so adeliche, so fromme, so schöne, so vollkommene Dames, und hohe Frauenzimmer mit blutigen Köpfen erscheinen ... Mein! wer seynd dise Dames? und was will dises alles bedeuten? ... jedwedere heist Judith. Die erste halt in rechter Hand ein blutiges Schwerd, mit welchem sie Holoferni ... das Haupt heldenmässig und hertzhafftigist herunter geschlagen, welches sie in der lincken Hand bey den Haaren halt. Die andere zwar auch in der rechten Hand ein blutiges Haupt in einer Schüssel tragt, welches nit sie, sonderen durchs Henckers Schwerd ... Joanni Baptistae ist abgeschlagen worden. Diese Judith hat dessentwegen kein Schwerdt ... Was hats für ein Geheimnuß? Kein anderes, als das dise unsere Christliche Judith allhiesiges ... Gottshauß und Closter Beyharting ... gestüfftet habe« (S. 3 f.).
P. Froschauer meint damit Judith von Beyharting (Pihartingen), die Witwe des Tageno von Beyharting, die nach der Überlieferung zusammen mit ihrem Bruder Megingoz im Jahr 1130 das Kloster Beyharting gegründet haben soll. Das Johanneshaupt in der Schüssel, das sie in Händen hält, bezieht sich auf den Patron des Klosters; gleichzeitig ist es das Wappenbild des Stiftes.

Die Parallele zwischen Johanneshaupt und Haupt des Holofernes sowie die Namensgleichheit ist das Instrument einer fast typologischen Gleichsetzung der Gründerin als zweiter Iudith.
Aber nicht nur Judith von Beyharting wird als neue Judith gesehen, sondern P. Froschauer geht daran, »... Beyharting und Bethulia in einem sittlichen Verstand dann und wann (zu) vergleichen«: »O glückseelig, und über glückseelige Stüfftung dises Closters Beyharting! welches mir Bethuliae in sittlichem Verstand gleich zu seyn vorkommet. Bethulia ware ein veste Stadt in Judenland; dann als Holofernes mit seiner entsetzlichen Kriegs Macht sie belagerte, war es Anfangs gar nit gesinnet sich zu ergeben, sondern stellte sich zur Gegenwöhr... Betracht ich das Closter Beyharting, so sage ich, es seye eine Vestung.« Es folgt eine lange Interpretation, inwiefern Beyharting als Festung zu bezeichnen sei.
In den acht Festpredigten wird Kirche und Kloster Beyharting als mächtige Stadt, als Arche Gottes, als apokalyptischer neuer Himmel und neue Erden, als neues Jerusalem und als fette Wüste bezeichnet und gedeutet. Die Gleichsetzung Beyharting = Neues Bethulia aber erhält ihre Affirmation durch die beiden Bilder A und C. Viele Gleichsetzungen waren in der barocken Rhetorik möglich, für das Bildprogramm aber war nur diese von Bedeutung. Übrigens wurde am 9.10.1730 in Beyharting anlässlich der Säkularfeier »die edle Matron und mildseelige Stüffterin Juditha unter der Figur der Bethuliensischen Judith in einer trefflichen Music auf dem Theatro vorgestellet«.
Die Thematik der Altäre von 1670 hat mit dem Bildprogramm von 1730 nichts zu tun. Das Hochaltarblatt zeigt eine Hauptszene aus dem Leben Johannes des Täufers, die Taufe Jesu. Sie wurde deshalb in das Deckenbildprogramm nicht mehr aufgenommen, wenn auch Fresko E vor dem Altar zwar auf den Bildtypus Bezug nimmt, aber Johannes als Vorläufer Christi zeigt. Die beiden Seitenfiguren stellen Petrus und Paulus dar. Das Altarblatt des linken Seitenaltars zeigt den hl. Sebastian am Marterbaum; Seitenfiguren sind links Sigismund und rechts Florian, im Auszug ist Johann Nepomuk dargestellt. Das Seitenaltarblatt rechts stellt die Immaculata dar, das Auszugsblatt Gottvater. Die Seitenfiguren sind links Joseph mit dem Jesuskind, rechts Joachim mit dem Kind Maria.
Zwei Seitenaltäre stehen an den Langhauswänden: Der südliche zeigt im Altarblatt die Geburt Christi und als Seitenfiguren, die frühchristlichen Ärzte Kosmas und Damian; der nördliche zeigt im Altarblatt die Auferstehung Christi und als Seitenfiguren den Ordensgründer Augustinus (links) und den Patron des Bistums Freising Korbinian (rechts).
BEYHARTING
Quellen und Literatur
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StAM, LRA 118942: Restaurierung 1945/48. BSB, Cgm 1765: Albert Socher, Beyhartingische Kronik. Vor dem Jahr 1130. Zusammengeschrieben, und erneuert im Jahr 1785. 9. Kapitel »Von der Kloster Kirche selbst, ihrem vorigen, und iezigen Aussehen und Form«: Klosterkirche vor und nach der Ausstattung 1730, Versetzung des Grabs der
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Achttägiges Lob- und Danck-Fest, angestellet von denen Regulirten Chor-Herren deß Heiligen Augustini in der Closter-Kirchen zu Beyharting den 8ten October deß 1730sten Jahrs, München 1731 (Exemplar BSB, 4° Bavar 1214; die einzelnen Predigten sind in sich paginiert). Erste Predigt am 8. 10. 1730 von P. Gotthard Wagner von Tegernsee: »Das Canonische Stifft Beyharting ein sehr mächtige und prächtige Stadt«. Fünfte Predigt am 12. 10. 1730 von P. Benedikt Froschauer von Rott am Inn: »Parallel zwischen Judith der heldenmüthigen Amazonin von Bethulien und Judith der glorwürdigen Stüffterin deß Closters Beyharting«. Monumenta Boica Tom. V, 1765, S. 455-508, mit Abb. Judiths von Beyharting auf der Grabplatte. Schmidtsche Matrikel, Bd 1, S. 178 f.
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