Tegernbach, Filialkirche St. Petrus
TEGERNBACH
Filialkirche, Pfarrei Hofkirchen (Pfarrverband Taufkirchen), Gemeinde Taufkirchen an der Vils, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung Pfarrei Taufkirchen. In Tegernbach bestand eine unbedeutende Wallfahrt zum hl. Sebastian, dem der südliche Seitenaltar geweiht ist. Gericht Erding
Patrozinium: St. Petrus
Zum Bauwerk: Nach einem Gutachten Anton Koglers vom 5.2.1729 war die alte Kirche baufällig. Am 30.4.1729 berichtete Pfarrer Johann Maximilian Stängl nach Freising, er sei »würkhlich begriffen in Abbrechung des alten, und alsdan gesinnt ehbäldistens das neue Gebäu anzufangen«. Neubau durch Anton Kogler, Maurermeister aus Erding, der vor der Fertigstellung starb, Fortsetzung des Baus unter dem Palier Georg Mayr aus München. Zimmermeister war Georg Diemer aus Bergarn.
Am 19.11.1729 berichtete Stängl, daß der Chor »völlig ausgemacht und herabgepuzet« sei und »auch das Langhaus diser Tagen in gleichen Stand kommen werde«. Benedizierung noch im November (AEM).
LHs zu drei Jochen, Pilastergliederung, Empore im W, gleichmäßige Belichtung durch große Rundbogenfenster von N und S in allen Jochen (im westlichen Joch wegen der Empore verkürzt). Eingezogener AR zu einem Joch mit halbrunden Schluß, Gliederung durch Pilaster vor flachen Wandvorlagen Belichtung durch ein Fenster von N und durch zwei in der Schlußschrägen.
Auftraggeber: Johann Maximilian Stängl, Pfarrer von Taufkirchen (1712–36; s.S.238), der die Bauern Tegernbachs zu umfangreichen Spenden von Baumaterialien und zu freiwilligen Fuhren bewegte. Private Spenden für die Ausmalung sind anzunehmen.
Autor und Entstehungszeit: Franz Albert Aiglstorffer (* um 1675 Wartenberg † 1741 Wartenberg; s.S 238) 1729. Inschrift in einer gemalten Kartusche im Scheitel des Chorbogens S. PETRE / ORA PRO NOBIS. / 1729.
Überzeugende Zuweisung durch Brenninger 1979. Franz Albert Aiglstorffer schuf in Tegernbach die dritte Freskierung in der Pfarrei Taufkirchen unter Pfarrer Maximilian Stängl (nach Oberbierbach 1718, S. 238 und Großwimpasing 1724 S. 119).
Befund
Träger der Deckenmalerei: LHs (A–D, 1–4, a–f) Stichkappentonne, AR (E, E1-7) Stichkappentonne, im O abgemuldet Rahmen: Einfache Stuckprofilrahmen
Technik: Fresko mit Secco-Übermalungen; B, C, D, E, 1-4, E1-2, E5-7 polychrom, A, a, c, d, f und E3-4 monochrom ocker, b und e monochrom karmin
Maße: A Höhe 7,70 m: 1,60×1,60
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Innenrestaurierung 1885 durch den Dorfener Maler Joseph Hangl (StAM, LRA 147745 unter Wimpasing): »Wände und Gewölbe wurden aufgefrischt und hiebei die kleinen Deckenbilder /:im Zopfstil gehalten:/ belassen und ausgebessert, die Einfassungen, Zwickel p. neu gezogen. Die Wände und Fenstergewände sind ganz einfach gehalten, mehr nur getüncht« (s. dazu das Gutachten des BLfD vor der Restaurierung 1975: »Die wichtigste Aufgabe der Innenrestaurierung ist die Wiederherstellung der barocken Ausmalung. Der vielbildrige Petrus-Zyklus in stuckierten Rahmen entstammt der Zeit um 1720. Um 1870 wurde er teilweise übermalt, insbesondere die barocken Verse
durch neue Texte ersetzt, einige Felder ganz zugemalt, die dekorative Ausmalung im Zeitgeschmack neu geschaffen«) Restaurierung 1975 durch Ludwig Keilhacker, Taufkirchen an der Vils: Abnahme der Übermalungen, Wiederherstellen der Inschriften, Ausbessern und Ergänzen der Stuckrahmen. Der Zustand der Deckenbilder ist gut.
Beschreibung und Ikonographie
Die Ausmalung von Tegernbach bringt einen ausführlichen Petrus-Zyklus, der ausgehend von der in den Evangelien und in der Apostelgeschichte überlieferten Vita des Kirchenpatrons (A, B, D, 1-4, W und E1-4) dessen Bedeutung für die katholische Kirche behandelt, seine Einsetzung als Christi Statthalter auf Erden (C) und den Triumph der Kirche über die Irrlehren. Der Emblemzyklus a-f beschäftigt sich (mit Ausnahme von b) mit dem Heil, das Petrus den Gläubigen vermittelt. Die Bilder Es-7 und die beiden Embleme CBa-b spielen **auf** die Kirche an.
A **BEFREIUNG AUS DEM KERKER** (Act 12,3-9) Auxilium è caelo. (Hilfe vom Himmel). Ansicht nach W. Nächtliche Szene mit dem Kerker links. Die schwere Gittertür steht offen, und ein Engel führt Petrus heraus. schlösser Rigl alß zerbricht / vo gott im das mitl sicht.
B **BERUFUNG PETRI** (Mc 1,16-18) Venite Post me (Mt 4,19, Mc 1.17; Folgt mir nach). Ansicht nach W. Jesus steht links am Seeufer, begleitet von zwei Männern. Vor ihm kniet Petrus. Hinter Petrus ist ein Fischerkahn mit zwei Fischern zu sehen, von denen einer - wohl Andreas – das Netz auswirft. Venite sagt Jesus kom volge mir nach, / Ja gleich sprach S. Petrus, verließ all sein sach.
C **PETRUS ALS CHRISTI STATTHALTER AUF ERDEN** Data est mibi Potestas in caelo et in terra. Matb. 20. Eine große Weltkugel ragt von unten ins Bild. Darüber thront Petrus auf Wolken, mit der Rechten über sich weisend, wo das Symbol der Dreifaltigkeit erscheint. Zwei Putten halten links den dreifachen Kreuzstab und die Tiara, rechts die Schlüssel. Die schlissl zum Todt, und die schlissl zum leben / hat Jesus dem Petro auß liebe gegeben. beede **weil** er war im glauben so vest was bunden sol bunden, was glöst sol sein glöst.
Die Überschrift ist aus dem Sendungsbefehl Christi, mit dem das Matthäus-Evangelium schließt (Mt 28,18-20): »Mir ist alle
Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet alle Völker zu Jüngern und taufet sie auf der Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie alles halten, was ich euch aufgetragen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.«
D **KREUZIGUNG PETRI** (Petrus-Akten, Hennecke- Schneemelcher, Bd 2, S. 219f.) Moriendo Triumphat Matb. 3. (Durch das Sterben triumphiert er). Im Vordergrund einer weiten Landschaft mit einem Rundtempel links im Hintergrund ist der gekreuzigte Petrus dargestellt, angeheftet an das auf dem Kopf stehende Kreuz. Sein Haupt ist von Strahler umgeben. Glorwirdiger Todt, der kürch / nunmehr / Einschauspill, ein bschitzer, ein / glori und ehr / Heilliger Peter bis worden alzeit, / Jo Triumphe (römischer Siegesruf) volendt is der streit.
E **SIEG DER KIRCHE ÜBER DIE KETZEREI** Tu es PETRVS (Mt 16,18). Auf einem steil aufragenden Felsen sieht man eine Kirche mit zwei seitlichen Türmen und einer großen Kuppel. Darüber schweben Tiara und Schlüssel. Noch höher, in der kreisförmigen westlichen Ausweitung des Bildfeldes, erscheint im Strahlenkranz das Auge Gottes. Blitze gehen von ihm aus und zucken auf acht Ketzer nieder, die am Fuße des Felsens dargestellt sind. In der ersten Figur von links muß man wohl Martin Luther sehen. Sie ist unbezeichnet, die Schrift in ihrem Buch ist nicht lesbar. Der Kopf hinter ihm ist als Minzer bezeichnet (Thomas Müntzer, 1489-1525). Im Vordergrund beugt sich ein Ketzer über ein Buch mit der Inschrift ULRIC / ZWINGEL (Ulrich Zwingli, 1484-1531). Ein Kopf neben ihm ist bezeichnet Jon. Koch (Justus Jonas, der eigentlich Koch hieß, Reformator in Halle und Wittenberg). Ein Mann mit lan...
gem weißen Bart wird wieder durch die Schrift in seinem Buch identifiziert TEOD BEZA (Theodor Beza, 1519-1605), die nach rechts folgenden durch Inschriften über ihnen Io Calvin (Jean Calvin, 1509–64) und Buzer (Martin Butzer, 1491–1551) Über dem letzten rechts im Vordergrund steht Maijor (Georg Major, 1502–74; s. dazu auch Brenninger 1982, S. 108). die Ketzerey und Teufelsgschmeiß / abtreibet und drein Blitzet, / S. PETRUS wie ein ieder weiß, / sein kürch er alzeit bschitzet.
1 PETRUS ÜBERWINDET SIMON MAGUS (Act 8,9–24 und Petrus-Akten, loc. cit. S. 217) Exterminator daemanum (Austreiber der Dämonen). Petrus steht mit erhobenem Arm unter einem torbogenähnlichen Architekturausblick. Vor oben stürzen Simon Magus und zwei kleine, speiende Dracher herab. Des Simon Magi Teufelskunst / fahlt auß der Lufft zergeht wie / dunst.
Die Auseinandersetzung des Petrus mit Simon Magus, in der Apostelgeschichte nur kurz erwähnt, ist in den Petrus-Akten ausführlich beschrieben. Sie endete mit dem Flug des Simor Magus, den dieser dem Volk als Beweis seiner überirdischen Kräfte angekündigt hatte. Auf das Gebet Petri hin stürzte Simon Magus herab; damit war seine Macht über das Voll gebrochen, das nunmehr Petrus sein ganzes Vertrauen schenkte.
2 BEGEGNUNG MIT CHRISTUS VOR ROM DOMINE, QUO VADIS (Petrus-Akten, loc. cit., S. 218f.) Ecce Adsum. (Sieh, hier bin ich). Petrus kniet am Boden, im
Hintergrund eine Architekturkulisse. Aus einem Torbogen rechts tritt Jesus, das Kreuz tragend. Wo gehst du hin mein her und gott / Nach Rom geh ich zum Creutzes / Todt.
Als Petrus in Rom die Gefangennahme drohte, wollte er auf die Bitten seiner Freunde hin die Stadt verlassen. Auf dem Weg begegnete ihm Christus und Petrus fragte: Herr, wohin gehst Du? Dieser antwortete: Nach Rom, um wiederum gekreuzigt zu werden. Auf diese Erscheinung hin kehrte Petrus nach Rom zurück und nahm das Martyrium auf sich.
3 CHRISTUS WANDELT AUF DEM SEE (Mt 14,24–32) Nolite Timere (Mt 14,27; Fürchtet euch nicht). Von rechts kommt Christus über die Wasserfläche und ergreift rettend die Hand Petri, der im Wasser zu versinken droht. hast gott zum fiehrer förcht dir nit, / ganz sicher seindt all deine / Trith. Als die Jünger mit ihrem Schifflein in einen Sturm gerieten, erschien ihnen Jesus, über das Wasser wandelnd. Petrus bat ihn, ihm zu befehlen, ebenso über das Wasser zu gehen. Jesus tat es, und Petrus ging sicher über das Wasser. Als er aber Angst bekam, ging er unter und wurde von Jesus gerettet, der zu ihm sprach: »Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?« Die beiden Szenen 2 und 3, an gegenüberliegenden Gewölbezwickeln angeordnet, bringen Themen, die beide die Schwäche des Petrus einerseits Hilfe und Überwindung der
4 HEILUNG DES LAHMEN (Act 3,1-8) Pertransit bene faciendo (Er fuhr fort, Gutes zu tun). Szene auf einem freier a-f EMBLEME UND EMBLEMÄHNLICHE DAR- STELLUNGEN in den Stichkappen des LHs beziehen sich auf den hl. Petrus; sie haben die Form von Herzen. Nur a, und f sind eigentliche Embleme.
a Omnibus omnia factus (Allen alles geworden). Beckenbrunnen, auf dessen Mittelsäule S. / PETRVS steht. Ich bin worden ales Allen, / Und Erschöpffe mich Niemahlen. Der nicht versiegende Brunnen steht in der Emblematik ganz allgemein für die Gnadenfülle (Picinelli, Lib. II, Nr. 496-98, s. v. tons).
b Hoc Amor fecit (Das tat die Liebe). Landschaft, darüber hält eine Hand aus den Wolken ein Schwert, auf dem das Oh des Malchus zu sehen ist. Auß lauther Liebe nur alein, / Sons het ich nit geschlagen drein. Emblemähnlich gestalteter Hinweis darauf, daß Petrus bei der Gefangennahme Jesu dem Mal chus das Ohr abschlug (Jo 18,10).
c In hoc Vinces (In diesem Zeichen wirst du siegen). Landschaft, in der eine Hand aus den Wolken ein auf dem Kopf stehendes Kreuz aufpflanzt. Richt dich wie du wilst, das leben Thuest du mir nach disem geben. Wie Konstantin (In hoc signe vinces) im Zeichen des Kreuzes den Sieg über die Feinde errang, so errang Petrus im Zeichen des umgekehrten Kreuze den Sieg über den zeitlichen Tod.
d Vnica Spes (Einzige Hoffnung). Landschaft mit Kirche links. Eine Hand aus den Wolken hält einen Anker, dessen Schaft als Schlüssel gebildet ist. Hie kanst alle hoffnung finden, / Und Verzeihung deiner sinden. Der Anker, Symbol der Hoffnung, ist mit dem Schlüsselattribut Petri, dem Symbol der Kirche, verbunden.
e Clavis Paradisis (Schlüssel zum Paradies). Eine Hand aus Wolken hält ein umgekehrtes Kreuz, dessen Schaft, emporgehalten, als Schlüssel gebildet ist. Das Creutz wird mir auf dise weiß / zum schlissl in das Paradeiß. Diese Darstellung erinnert an den Martertod Petri am Kreuz; das Kreuz wurde für ihn Heilsinstrument.
f Ita Securus (So bin ich sicher). Hirte, der in der Mitte auf einem Hügelchen sitzt und seine Schafherde bewacht. Selli seindt die schäfflein znennen / Wans der hürth: Und sie ihn kennen. Das Emblem bezieht sich auf die Gemeinde Tegern bach, die im Schutz ihres Patrons sicher ist; es verweist auf die Worte Jesu an Petrus: Weide meine Lämmer (Io 21, 15–17).
E1 Unkraut auf Herz gesät
E1-7 VERLEUGNUNG, REUE UND GLORIE
Die Bilder in den Stichkappen im AR (E1-2 und E, Herzform, die an den Gewölbezwickeln (E,74) in Dr form. Die Darstellungen sind emblemähnlich gestaltet, eir eigentliches Emblem ist aber nur E E1 Inimicus homo /boc fecit. Math 12 (nach Mt 13,38). schaft mit Gebäuden rechts. Links liegt ein H (mit Teufelsmütze?) wirft Samen auf das Herz, über der einem kleinen Schriftband zu lesen ist Nege Scio (s. E, diss Unkrauth, / der feindt hat bauth. Das Gleichnis von Acker, auf dem der böse Feind Unkraut säte, ist hier auf das Herz Petri bezogen. Das Bildpaar E,–, bezieht sich auf die Ver¬ leugnung Jesu durch Petrus.
E, Et Calefaciens / Luc: 2 (nach Mc 14,67f.: »Et cum esse Petrus in atrio deorsum, venit una ex ancillis summi sacerdotis et cum vidisset Petrum calefacientem se, aspiciens illum ait: E tu cum Jesu Nazareno eras. At ille negavit, dicens: Neque scio neque novi, quid dicas«; ähnlich Le 22,56 f.). Hat sich beim Feuer verbrannt. Das Bild zeigt in symbolischer Form die Verleugnung Petri. Es ist Nacht, in der Mitte ist das Feuer zu sehen, bei dem sich Soldaten und Wachen wärmten. Der Jesus verleugnende Petrus ist durch das Herz symbolisiert, über dem auf einem kleinen Schriftband steht Neque Nescio. Im Vordergrund ist in Halbfigur die fragende Magd dargestellt, vor deren Mund zu lesen ist dein sprach verrath dich. (»loquela tua manifestum te facit«, Mt 26,73).
E2 Verleugnung Petri an eted . (Rest der Inschrift verdorben). auf einem Postament. Hat mich erschrökht Das Bildpaar E,14 bezieht sich auf die Reue .cantavit gallus ... Et recordatus est Petrus verbi Domini, sicut dixerat: Quia priusquam gallus cantet, ter me negabis. Et egressus foras Petrus flevit amare« (Lc 22,62). Flevit Amare. Luc. 2 (Er weint bitterlich). Destillierofen Von Zähern Naß / ohn Untertaß. Der Destillierofen bedeutet hier die Läuterung Petri durch die Tränen der Reue.
E; Gloriam illis Com/Parabo. S(ermo) Christi (Die Glorie werde ich jenen bereiten). Putto mit Tiara. Herrlich scheinbar eß besteth / So lang biß die Welt Vergetb.
E6 In Caelo et in Terra (Im Himmel und auf Erden; Mt 28,18. s. C). Auf dem Bild sind zwei Schlüssel zu sehen, ein goldener der in eine wolkenumgebene gelbe Glorie ragt, und ein daran befestigter silberner, der an der rechten Bildseite in den Schlund eines Höllentieres reicht. Einer zu dem himelreich, der ander zu der höllen Reich. Mit den beiden Schlüsseln ist die Macht Petri – und damit der Kirche - symbolisiert, zu verge¬ ben und zu verdammen.
E1 PETRUS (keine Abb.). Fels, auf den vier Puttenköpfe als Winde blasen. Die Tatb und der namben / finden sich beysam ben. Die Darstellung verweist darauf, daß die Bedeutung des Namens Petrus (= Fels) mit der Funktion des Heiligen als
E6 Zwei Schlüssel zu Himmel und Hölle E1-6 Verleugnung, Reue und Glorie Petri Frng. TEGERNBACH
festes und unerschütterliches Fundament für die Kirche zusammenfällt.
W WANDEL AUF DEM SEE (Mt 14, 22-33) Est Dominus. Jesus wandelt über das Wasser, in einem Segelschifflein links sitzen Jünger und beobachten ihn. diser der da geth daber, / ist wahrlich Unser gott und herr. Das Bild bezieht sich auf das Geschehen am See Genesareth (s. 3). Die Jünger sahen Christus über das Wasser kommen und meinten, er sei ein Gespenst. »Er aber redete sie sogleich an und sprach: Mut! Ich bin es. Fürchtet euch nicht.« Es folgt die Szene mit dem Wandel Petri auf dem Meer, seinem Versinken und seiner Rettung durch Christus. »Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Männer aber im Boot fielen vor ihm niede und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn«.
CBa-b EMBLEME Zwei Bilder befinden sich seitlich von der gemalten Inschriftkartusche am Chorbogen. Sie beziehen sich auf die katholische Kirche, die, auf dem Felsen (= Petrus) fest gegründet, zum Heil der Menschen wird.
CBa (N) Una Salutis (Ein Heil). Steiler hoher Felsen, auf dem von Strahlen umgeben ein Kirchengebäude steht. dise Heilige Kirche allein / leuchtet wie der Sonnenschein.
CBb (S) Lumen Erranti (Licht dem Irrenden). Hoher steiler Felsen im Meer, darauf Leuchtturm. Leuchtet aller Orten und Enden, / allen, wo sie sollen anlanden.
EB1-3 MARTYRIUM UND TOD DES HL. SEBASTIAN Die drei querformatigen Bilder an der Emporenbrüstung beschäftigen sich mit dem Patron des südlichen Seitenaltars, dem hl. Sebastian, zu dem im 18. Jh. eine unbedeutende Wallfahrt bestand. Nach der Legende wurde Sebastian, Offizier der Garde Kaiser Diokletians, wegen seines Glaubens beim Kaiser angeklagt und vor ihn gerufen, wo er sein Christentum bekannte. Diokletian ließ ihn binden und mit Pfeilen beschießen. Der Totgeglaubte wurde von einer frommen Frau gesundgepflegt, und da er vom Christentum nicht abließ, auf Befehl des Kaisers im Jahr 288 mit Keulen erschlagen.
EB, (S) VERHÖR VOR DEM KAISER In einer offener Palasthalle sitzt rechts Kaiser Diokletian, vor ihm steht Sebastian in römischer Kriegertracht. Er hat Schild, Schwert und Helm zu Boden geworfen.
EB2 (N) PFEILMARTER Sebastian steht in der Bildmitte an einen Baum gebunden. Drei Kriegsknechte schießen mit Pfeilen auf ihn.
EB, (Mitte) TOD DES HL. SEBASTIAN Sebastian kniet in der Bildmitte auf einem freien Platz zwischen Bäumen und Architekturen. Zwei Kriegsknechte schlagen mit Keulen auf ihn. Aus dem Himmel fallen Strahlen auf den Martyrer.
Quellen und Literatur
tAM, LRA 147748: Restaurierung 1885. AEM, Pfarrakten Taufkirchen an der Vils: Pfarrbeschreibung Bauten II; Filiale Tegernbach 1716–1782. BLfD, Akt Tegernbach, Filialkirche St. Petrus.
Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 154f. Mayer-Westermayer, Bd 1, S. 234. Landkreis Erding 1963, S. 267. Kemp, S. 47; 68 mit Abb. 57; 141; Kat. S. 302 f. Brenninger, Georg, Die Kirchen der Pfarrei Hofkirchen (Kir chenführer), Hofkirchen 1979 (unpaginiert). Brenninger 1980, S. 133–35. Brenninger 1982, S. 108. Gnadenstätten im Erdinger Land, S. 69. Dehio 1990, S. 1153.