Obersöchering, Pfarrkirche St. Maria
Pfarrkirche St. Maria, sog. Frauenkirche, Diözese Augsburg; z. Z. der Ausmalung hatte Kloster Benediktbeuern das Präsentationsrecht, Gericht Weilheim
Patrozinium: Mariä Himmelfahrt
Zum Bauwerk: Im 17. Jh. Umgestaltung des mittelalterlichen Baus. Einfacher Saal mit stark eingezogenem, kleinem, fast quadratischem AR, gerader Schluß
Autor und Entstehungszeit: Signatur am O-Rand von A Joh: Seb: Troger/inv: et Pinx: 1789. (Johann Sebastian Troger * um 1735 †1792, vgl. Weilheim St. Pölten).
Befund
Träger der Deckenmalerei: A Korbbogentonne mit Stichkappen; B Stichkappentonne
Rahmen: A imitierter Stuckrahmen; das Fresko B bezieht sich auf die Altarbekrönung; kein Rahmen
Technik: Fresko; polychrom
Maße: A Höhe 6,70 m; 6,80 × 4,90; B Höhe 5,40 m; 2,90 × 1,90
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Bei einer Restaurierung 1903 wurden besonders in B einzelne Teile neu gemalt. In A geringfügige Feuchtigkeitsschäden im östlichen Bilddrittel; die Malerei in A ist gut erhalten.
Beschreibung und Ikonographie
A HIMMELFAHRT MARIENS Einansichtige Bildanlage mit mäßigen Verkürzungen und Untersichten. Der irdische Schauplatz wird von einer seichten, spärlich bewachsenen Erderhebung gebildet, die links von einem Obelisken, rechts von einer Palme und Buschwerk flankiert ist. In der Mitte steht der Sarkophag, übereck ins Bild gesetzt.
Eine Wolke steigt aus der Sargöffnung empor, auf der von Engeln getragen, Maria zum Himmel emporschwebt. Gottvater und Christus halten eine Krone über Mariens Haupt. Darüber schwebt in einem Strahlenkranz der Hl. Geist.
Unten auf der Erde drängen sich die zwölf Apostel um den leeren Sarkophag; breite, untersetzte Gestalten mit üppigen Haar- und Barttrachten und wallenden Gewändern. Die Szene bricht abrupt nach hinten ab.
In der symmetrischen Komposition ist die Mittelachse – mit der Figur Mariens – sehr betont. Die Farbigkeit mit der allgemeinen Tonigkeit in Braun und Gelb, den blas sen Karmintönen und dem kalten Blau ist für Troger typisch.
B ENGEL VEREHREN DIE EUCHARISTIE An die Wölbung über dem Hochaltar ist – ungerahmt – ein Wolkenkranz gemalt, der eine Monstranz umgibt, von der Strahlen ausgehen. Den Fuß der Monstranz tragen kleine Engelsköpfchen. Rechts und links, auf je einem Wolkenkissen, sind verehrende Putti dargestellt.
Quellen und Literatur
Gailler, Franciscus Salesius, Vindeliciae Sacrae Tomi 3... Capitulum Weilheimense, Augsburg 1756, Cap. 36. Braun-Augsburg, Bd 1, S. 351 f. (Sechering).
KDB IOB (1), S. 709.
Grässel, H. von, Die Frauenkirche in Obersöchering, in: Volkskunst und Volkskunde 3, 1905, S. 29.
Gernhardt, Ludwig, Söchering, in: Weilheimer Sonntagsblatt 7, 1930, S. 39 f.
Gebhard, Hansjakob, Staffelsee-Chronik. Ein Heimatbuch bearbeitet nach Quellen von..., Murnau (1931), S. 123.
Damrich, Johann, Johann Sebastian Troger und seine Sippe, in: Weilheimer Sonntagsblatt 12, 1935, S. 35.
Rückert, Georg, Kirchliche Kunst im alten Landgericht Weilheim, in: Lechisarland 11, 1935, S. 117.
Mauthe, Willi, Pfaffenwinkel, Weilheim 1964, S. 41