Leutstetten, Filialkirche St. Alto


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 1: Die Landkreise Landsberg am Lech, Starnberg, Weilheim-Schongau. Hirmer, München 1976, ISBN 978-3-7991-5737-7, S. 337, geschrieben von Bauer-Wild, Anna, Böhm, Cordula, Lüdicke, Lore und Werner-Clementschitsch, Heide. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Filialkirche, Pfarrei Gauting (zeitweilig Buchendorf genannt), Erzdiözese München-Freising; die Kirche unterstand dem Landgericht Starnberg

Patrozinium: St. Alto

Zum Bauwerk: Spätgotischer Kern, im 17. Jh. verändert, 1789 ausgemalt, vielleicht mit Hilfe der Familie Pembler, die von 1653-1790 die Hofmark Leutstetten besaß. - Einfacher, rechteckiger, ungegliederter Saalbau; LHs 7,10 × 5,50 m; eingezogener AR mit geradem Schluß, <math>2.85 \times 3.35 \,\mathrm{m}</math>

Autor und Entstehungszeit: Das Fresko ist am rechten unteren Rand datiert: 1789 (die Jahreszahl ist sicherlich nachgemalt). Der Autor ist unbekannt.

Befund

Träger der Deckenmalerei: leicht gedrückte Tonne Rahmen: profilierter Stuckrahmen Technik: Fresko; polychrom Maße: Höhe 2,40 m; 4,00 × 4,00 (vierpaßförmiges Feld) Erhaltungszustand und Restaurierungen: Letzte Restaurierung 1964. Farbsubstanz sehr schlecht erhalten, starke Abblätterungen

Beschreibung und Ikonographie

ST. ALTO IN DER GLORIE Einansichtige Szene; kaum Untersicht und Verkürzungen. Auf Wolken kniet der hl. Alto, von Putti umgeben. Alto, Gründer und Abt des Klosters Altomünster, ist in Pontifikalkleidung dargestellt. Einer der Putti trägt seine Mitra, ein Engel neben ihm Buch und Abtstab, seine Attribute. Über dem Heiligen erscheint, von Strahlen umgeben, das Christkind in einem Kelch. Diese Darstellung bezieht sich auf eine Erscheinung, die Alto nach der Legende einst, die Messe lesend, bei der Wandlung hatte. Die wunderbare Kelcherscheinung findet sich noch nicht in der Vita Altos von Othlo, bildliche Darstellungen zeigen sie vom späten 15. Jh. an. – In Altomünster selbst findet sich das Kelchwunder in einem Deckenfresko über dem Hochaltar des Josef Magges (1766 datiert) und in der plastischen Gruppe des Johann Baptist Straub (Huber).

 

Quellen und Literatur

Mayer-Westermayer, Bd 2, S. 536 KDR I OR (1) S 886

Huber, Michael, Der hl. Alto und seine Klosterstiftung Altomünster, in: Wissenschaftliche Festgabe zum 1200 jährigen Jubiläum des Heiligen Korbinian, München 1924. S. 209–44.

Albrecht, Dieter, Das Landgericht Starnberg (Historische Atlas, Teil 1, Heft 3), München 1951, S. 20.