Grossberghofen, Kuratiekirche St. Georg


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 5: Landkreis Dachau. Hirmer, München 1996, ISBN 978-3-7774-6320-9, S. 64–65, geschrieben von Bauer-Wild, Anna. Original (Passwortgeschützt)
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GROSSBERGHOFEN

Kuratiekirche, Pfarrverband Erdweg, Gemeinde Erdweg, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung Filiale (mit Expositur) der Pfarrei Sittenbach. Gericht Dachau, Amt Schwabhausen

Patrozinium: St. Georg

Zum Bauwerk: Beim feindlichen Einfall im Spanischen Erbfolgekrieg wurde die Kirche abgebrannt: das LHs-Gewölbe wurde völlig zerstört, das Gewölbe im AR war nur »etwas wenigs zerkloben«. Nach einer notdürftigen Reparatur Genehmigung zum Wiederaufbau am 29.8.1709; den Bau führte der Dachauer Maurermeister Gregor Glonner. Der gotische Chor und die Mauerreste des LHs wurden in den Neubau miteinbezogen, der Bau nach W verlängert. Gleichzeitig wurde der oberste Turmabschnitt wiederaufgebaut (Gruber). Weihe am 6. August 1714. - Reparatur der Kirche mit »inund auswendiger Verbesserung« 1740 durch Maurermeister Conrad Mayr aus Lauterbach (StAM, 1740). 1774 Reparatur des Gewölbes. 1858 neogotische Altarausstattung nach Entwürfen von Kaspar von Zumbusch (AEM).

 
Dreifaltigkeit

Einfacher Saal, Empore im W; eingezogener Chorbogen, AR (5,65 × 6,00 m) in gleicher Breite wie das LHs mit dreiseitigem Schluß, Belichtung von O und S durch drei Fenster Das Deckenbild befindet sich im AR.

Auftraggeber: Pfarrer von Sittenbach z. Z. der Ausmalung von Großberghofen war Franz de Paula Gerhardinger (1789–1822), Kanonikus von St. Andreas in Freising; Expositus in Großberghofen war bis 1792 Leonhard Hueber der im gleichen Jahr Pfarrer von Walkertshofen (s. S. 284 wurde und die dortige Kirche 1802 ausmalen ließ.

Autor und Entstehungszeit: Kasimir Pfaffenzeller aus Hollenbach 1791 (Kunst- und Kulturdenkmäler, S. 263). Von Kasimir Pfaffenzeller ist weiter nichts bekannt.

Befund

Träger der Deckenmalerei: AR verschliffenes Gewölbe mit Stichkappen

Rahmen: einfache gemalte Rahmung

Technik: Fresko; polychrom

Maße: Höhe 6,70 m; 3,30 × 3,10

Erhaltungszustand und Restaurierungen: Restaurierung des Innenraums 1921, dabei Aufdeckung von Resten ornamentaler Malerei am Chorbogen und im LHs. Das Fresko im AR wurde von Kunstmaler Georg Kuttruff restauriert, die ornamentalen Malereien wurden von Maler Froschmaier aus Bad Aibling nachgemalt. Bei einer neuerlichen Restaurierung 1954 wurden die ornamentalen Malereien übertüncht, das AR-Fresko restauriert (Fa. Albin Huber, Dachau). Letzte Restaurierung 1976 durch Johann Stachl, München (jetzt Großweil)

Beschreibung und Ikonographie

DREIFALTIGKEIT Das unregelmäßige Rundfeld zeigt eine Himmelsszene. Christus und Gottvater thronen auf Wolken, dazwischen erscheint in einer Strahlenglorie die Taube des Hl. Geistes. In den Wolken sind zahlreiche Engel dargestellt. Der unterste, mit einem Weihrauchfaß, übergreift den Rahmen an der O-Seite. - In der Qualität geht das Bild über Bauernmalerei nicht hinaus, obwohl sich Pfaffenzeller sichtlich an Johann Georg Dieffenbrunner orientiert.

Quellen und Literatur

StAM, Geistlicher Rat, Kirchen- und Stiftungsrechnungen, Kirchenrechnungen Gericht Dachau 1740.

AEM, Pfarrakten Sittenbach: Pfarrbeschreibung; Bauten II; Expositur Großberghofen, Pastoral- und Kultusgegenstände 1595-1866.

Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 340. Mayer-Westermayer, Bd 3, S. 155. Gruber, Max, Die Maurerfamilie Glonner, in: Amperland 2, 1966, S. 11-14.