Biberbach, Filialkirche St. Michael
Filialkirche, Pfarrei Plankstetten (Benediktinerabtei), Stad Beilngries, Bistum Eichstätt; z.Z. der Ausmalung Hochstif Eichstätt, 1806–1972 Landgericht bzw. Bezirksamt bzw Landkreis Beilngries/OPf.
Patrozinium: St. Michael, Nebenpatrone Maria und hl. Sigis mind
Zum Bauwerk: Spätgotische Chorturmanlage in Wehrumfriedung, im 18. Jh. barock verändert und eingerichtet. Zwei barocke Gemäldezyklen von 1630 erinnern an die Verehrung de sel. Gunthildis, die als eine legendäre Verschmelzung der heili gen Notburga und Radegundis angesehen werden kann, und an den Nebenpatron der Kirche den hl. Sigismund.
Saalbau (12,85 x7,60m) zu drei Jochen mit Belichtung durch zwei Fensterpaare. Tiefe Empore im Westen. Chor kreuzge wölbt mit einem Fenster. Die Deckenbilder befinden sich in Langhaus.
Auftraggeber: Auf dem Schlussstein im Chor die Initialer »M:E: 1780. F.X. M« (Baumeister?) Die Initialen G. H. über einem Rad in der linken Ecke von Fresko B sollen sich der Tradition nach auf den Müller Georg Hausner in Beilngries beziehen, der das Bild malen ließ (KDB). In den Beilngrieser Pfarrmatrikeln war nichts über ihn in Erfahrung zu bringen.

Amtierender Abt in Plankstetten war Dominikus Fleischmann (1757-97), P. Rupert Schmid (* 1747 † 1817) betreute die Filialkirche
Autor und Entstehungszeit: Willibald Wunderer (* 1739 Eichstätt † 1795 Eichstätt) 1781. Signatur in Fresko B Wunderer: Pinxit/1781. Wunderer war Bürgermeister und Maler in Eichstätt.
Befund
Träger der Deckenmalerei: Flachdecke mit einfachem Rahmenstuck
Rahmen: stark profilierte Stuckrahmen
Technik: Fresko; polychrom
Maße: A Höhe 5,65 m; 3,20 × 3,00
B Höhe 5,65 m: 3,20 × 3,00
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Die Deckenbilder von 1781 wurden mehrfach überarbeitet und haben den ursprünglichen barocken Charakter verloren. Sie wurden 1919/20 renoviert, 1958/59 durch Kirchenmaler Ambos aus Berching, 1984 durch Kirchenmaler Hugo Preis aus Parsberg und 1997 durch Kirchenmalerfirma Baier und Orthgiess aus Regensburg. In Fresko A ist nicht viel mehr als der Bildgegenstand ursprünglich, Fresko B ist völlig erneuert.
Bildabfolge
A HL. MICHAEL Darstellung in Wolken, ohne Untersicht und Verkürzungen. Der hl. Michael schwebt auf der linken Seite, er hält ein Flammenschwert. Mit der Linken weist er auf einen leeren Thron in Wolken, bereitet für den kommenden Weltenrichter. Auf der rechten Seite schwingt ein Engel in körperlich ziemlich verdrehter Rückenansicht die Auferstehungsfahne mit rotem Kreuz auf weißem Grund. Mit Hilfe eines Putto, der den Schild QUIS / UT / DEUS hält, werden die Bösen in die Hölle gestürzt, zuoberst eine nackte Frau in Rückenansicht, eine Schlange in der Hand, Sinnbild für Invidia, darunter ein dunkelhäutiger Mann, dessen Flügel und ein gespitztes Schwanzende ihn als Luzifer kennzeichnen.
B KRÖNUNG MARIENS Zwischen schweren Wolkenballen kniet Maria, die von der Hl. Dreifaltigkeit gekrönt wird.
Die Bildthemen beziehen sich auf den Kirchenpatron St. Michael, dessen Figur in der Mittelnische des Hochaltars steht, und auf Maria, Patronin der Klosterkirche Plankstetten und Nebenpatronin in Biberbach.
Quellen und Literatur
DAEI, Pfarrmatrikeln Beilngries; Buchner Eichstätter Bistumsgeistliche.
BLfD, Akt Biberbach, Filialkirche St. Michael
Kunstinventar Diözese Eichstätt, Biberbach, bearbeitet von Emanuel Braun, 1987.
KDB II OP (12), S. 58.
Buchner Bistum Eichstätt 1938, S. 380-90 (Pfarrei Plankstetten).
Dehio OB 1990, S. 137f.; 2006, S. 148f. C. I