Bettbrunn, Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Salvator
Pfarr- und Wallfahrtskirche, Markt Kösching, Bistum Regensburg, z. Z. der Ausmalung von Augustinereremiten aus Ingolstadt versehen, die 1690 in Bettbrunn ein Kloster gründeten; Pfleggericht Riedenburg, das seit 1666 mit dem Gericht Dietfurt vereinigt war und von einem Pflegskommissar bzw. Pflegsverweser verwaltet wurde, Rentamt München, ab 1779 Rentamt Straubing, 1908–72 Landkreis Beilngries/OPf. An der Kirche bestanden drei Bruderschaften: Erzbruderschaft zum heiligsten Altarsakrament (1670), Rosenkranzbruderschaft (1653), Erzbruderschaft des marianischen Gürtels Maria vom Trost (laut Henle 1860 auch Corpus Christi Bruderschaft)
Patrozinium: St. Salvator, Fest Verklärung Christi, 6. August
Zur Geschichte der Wallfahrt: Bettbrunn, ursprünglich Vech- oder Viechbrunn, ist mit dem Gründungsjahr 1125 die älteste Hostienwallfahrt in Bayern. Der Überlieferung nach (s. auch die fünf barocken Schrifttafeln mit der Wallfahrtsgeschichte im Westjoch der Kirche) schloss ein frommer Hirte, der wegen seiner Herde den Gottesdienst nicht regelmäßig besuchen konnte, eine Hostie in seinem Hirtenstab ein, den er aufstellte, um sie jederzeit verehren zu können. Als sein Vieh sich einmal verlief, warf er versehentlich den falschen, nämlich den Stecken mit der Hostie, nach dem Vieh, die Hostie fiel heraus, Kühe und Ochsen hielten sofort inne und fielen vor ihr auf die Knie. Die Hostie ließ sich aber nicht bergen, sie entzog sich den Händen des Hirten, ebenso dem zu Hilfe gerufenen Pfarrer. Sie lag in einem Grüblein auf einem Felsen, über dem später der Altar zu Bettbrunn errichtet wurde. Erst Bischof Hartwich von Regensburg konnte die Hostie bergen, nachdem er gelobt hatte, eine Kirche zum Hl. Salvator zu bauen. Der neu erbauten Gnadenkapelle schenkte er eine geschnitzte Salvatorstatue. Beim Kirchenbrand 1329 ging die Hostie unter, das Salvatorbild blieb jedoch unversehrt. Seitdem wird es als Gnadenbild verehrt und steht in einem Glasschrein über dem Tabernakel. Unter dem Choraltar ist der Stein zu sehen, auf den die Hostie fiel. 300 Schritte von der Kirche entfernt war eine heilkräftige Quelle, der sog. Salvatorbrunnen, an dem die Hostie zuerst gelegen haben soll. Er wurde zusammen mit dem Augustinerhospiz, in dem die Wallfahrtspriester wohnten, nach der Säkularisation niedergerissen.
Zum Bauwerk: Nach dem Brand von 1329 Neubau der Kirche, die bis 1774 bestand (Ansicht bei Wening). In diesem Jahr wurde – nach zweijähriger Vorbereitung – das Langhaus erneuert; nach Ansicht des als Gutachter eingeschalteter Münchner Hofmaurermeisters Leonhard Matthäus Gießl werde der Chor noch Hunderte von Jahren halten. Dem Neubau lagen überarbeitete Pläne des Ingolstädter Maurermeisters Veit Haltmayr zugrunde, der auch die Ausführung 1774–75 unter der Direktion von Gießl leitete. Die Ausstattung der Kirche erfolgte in zwei Phasen: 1777 vollendeten der Stuckator Franz Xaver Feichtmayr und der Maler Thomas Christian Wink das Innere des Langhauses, ab 1781 lieferten die beiden Entwürfe für Chorraum, Altäre und Kanzel, die aber nur teilweise zur Ausführung gelangten. Der von Feichtmayr geplante Hochaltar in der Art des Doppelaltars in der Asamkirche in München wurde nicht genehmigt, ebenso wenig wie vier neue Seitenaltäre und die Kanzel. Die Seitenaltäre gestaltete erst 1794 der Bildhauer Gallus Weber unter Verwendung der Altarbilder aus dem 17. Jh. (Siegfried Hofmann hat die Baugeschichte 1978 ausführlich dargelegt).


Nach außen erscheint das Langhaus als einfacher Rechteckbau zu fünf Jochen, innen erweist sich dann, dass es sich nur um den Mantel für den dreijochigen Kernraum (26,50x18,90 m) mit dem tiefen, außen gerundeten Auftaktjoch (mit Orgelempore) und dem gleichermaßen ausgebildeten Übergangsjoch zum eingezogenen, gotischen Chor (12,30 x 7,00 m) handelt. Zwischen Außenschale und Kernraum verläuft ein offener Umgang, der unten durch die Seitenkapellen führt und oben die Emporen miteinander verbindet. Große Rundbogenfenster sorgen vor allem im Emporenbereich für eine gute Belichtung des Raumes, dessen klare Einteilung – Auftaktjoch, drei Hauptjoche, Abschlussjoch – in den drei Abschnitten der Gewölbezone wiederzufinden ist.
Auftraggeber: Wappenschild in D: Pfleggericht Riedenburg (drei rote Rosetten übereinander auf weißem Band in rotem Feld). Aus dem Schriftwechsel geht hervor, dass das Pfleggericht für den Bau und die Finanzierung die Verantwortung trug. Ein Teil der Gelder kam durch den Verkauf von Wallfahrtsgaben zusammen.
Auch die Planung lag beim Gericht, das vom Kurfürstlichen Geistlichen Rat in München die Ratifikationen einholte. Pflegskommissare waren 1751–74 Franz Xaver Kipfhofer, ab 29. 11. 1774–1803 Joseph Anselm Edler von Gruber, Stiefsohn des vorigen; der kurfürstliche Kirchenrechnungskommissar war Johann Baptist Auerbach. Der Geistliche Rat übertrug ihm und dem Superior die Oberaufsicht und letzterem auch die Rechnungsführung über den Neubau. Amtierender Superior und Pfarrer war der Augustinereremit P. Peregrinus Grundler (1771–78), Rechnungsverwalter der Prediger P. Innocentius Wunderlich (1774/75). Augustinerprioren waren P. Agnellus Merz (1774–78) und Dr. Stephan Wishofer (1782–† 1786). Diese Personen dürften teilweise im großen Deckenbild B unter den Wallfahrern porträtiert sein (siehe Abbildung S. 57).


Autor und Entstehungszeit: Thomas Christian Wink (* 1738 Eichstätt † 1797 München). Der Gemeinderaum wurde 1776/77 ausgemalt, das Chorgewölbe 1784. Signaturen in Fresko B: Christianus / Wink / Aulae Boicae / pictor, invenit / et pinxit 1777, in Fresko D 1784.
Das Hauptfresko B im Hauptraum wurde in 28 Tagwerken fertiggestellt.
Die Ausmalung von Bettbrunn ist die einzige Winks im Umkreis seiner Heimat. Als Münchener Hofmaler wurde er im Hochstift Eichstätt möglicherweise als Konkurrenz zu den ansässigen Malern gesehen.
Nach den Quellen im Bayerischen Hauptstaatsarchiv (erstmals von Heide Werner-Clementschitsch gesichtet) und im Staatsarchiv Amberg (von Siegfried Hofmann publiziert) stellt der über neun Jahre sich erstreckende Hergang der Ausstattung sich folgendermaßen dar:
Wink wurde vermutlich auf Empfehlung Gießls mit der Ausmalung beauftragt. Mit Gießl arbeitete Wink in Starnberg 1765/66, Inning 1767

Dietramszell St. Leonhard 1764/69, Eching 1770, Schwindkirchen 1781/84 zusammen; in Starnberg und Schwindkirchen auch mit dem Stuckator Franz Xaver Feichtmayr d. J.
Der Pflegsverweser von Gruber, der Wink in München schon eine mündliche Zusage gegeben hatte (Feulner, S. 34), bat Wink am 15.11.1775 um einen Vertragsentwurf mit »dero Gedancken«, also dem Programm, und einer Skizze. Wenn Wink das Gotteshaus noch nicht kenne, möge er es in Augenschein nehmen. Die Stuckarbeiten möge er mit dem Stuckator besprechen, auch darin bekam Wink freie Hand. Im Februar 1776 reichte Gruber Überschläge von Maler und Stuckator zusammen mit drei Skizzen Winks und einem Riss des Stuckators Franz Xaver Feichtmayr zur Ratifikation ein:
»Da nunmehro das Lobwürdige Pfarr- und Wallfahrtsgottshaus Pettprunn solchergestalten hergestellet, dass mit einer Maller und Stuckador Arbeith der Anfang tägl. gemacht werden könnte, so habe entzwischer auf verhoffend gd. Ratification drey Sgizzen, welche zu Verziehrung der Gewölber nöthig seind, dann einen ebenmessigen Riss von den Stuckadorer verferttigen lassen, so hiermit Euer chf. Dlt. samt denen hierzu erforderlichen Überschlägen in duplo untertänigst übersende, und weillen zu Ausführung dieses Werks die in dem Zechschrein dermal sich befindente Paarschaft bey weittem nicht hinreichend ist, so wurde doch zu Herstellung gedachter Maller und Stuckador Arbeith folgend mein untertänigst Vorschlag woll getreylich sein...«. Gruber meint, die Kosten würden schnell reinkommen, denn das ausgeschmückte Gotteshaus würde die Wallfahrt beschleunigen, außerdem würden Ausgaben für die kostspieligen Gerüste erspart werden, die zum »faveur« hergestellt werden.
17.1.1776 Überschlag Winks für die Langhausfresken über 800 fl.: Wink wird die Wallfahrtsgeschichte nach einem 1687 in Ingolstadt gedruckten Wallfahrtsbuch malen, auf das er sich sogar mit Angabe vor Seitenzahl bezieht. Er erwähnt hier zum ersten und einzigen Mal einen Gesellen, in dem Heide Clementschitsch seinen Neffen Amandus Wink vermutet, Feichtmayr dagegen führt in seinem Bittschreiben Winks finanziellen Vorteil »als einzelne Person« im Gegensatz zum Stuckator mit seinen 5 Gesellen an. (Wink hat die Eigenart, den Buchstaben s grund sätzlich als ß zu schreiben):

»Erklärung und Überschlag von Christian Wink, Churfrtl. Hofmaler: Erklärung der Jenigen drey Sgizzen, die zu Verzürrung der Gewölber in der Wahlfahrts Kirche St. Salvators zu Bethbrunn bestimt sind, sambt der Anzeige des Preißes, den Endsgesezter Hofmaler für dieße miehßame Arbeit fordert verfasst in München am 17ten Jenner 1776.
Dass Langhauß disser Kirche ist beweiß gemeß des bey ligenden Risses, ir 3 Gewölber abgetheilt, folglich mueß auch die Freßcomalerey in 3 besonderen Feldern vorgestellt werden.
Dass mittere Feld ist das größere, und beträgt in der Länge 56 bairische Schuh, in der Breite 48. Von den zwey kleinen Deckenstücken ist jedes 38 Schuh lang, und 18 hoch oder breit.
In der Mitte des mitfolgenden Haubt Plavondes (= Fresko B, Ostseite) erscheint St. Salvator in der Glory, auf der Hauptanßicht ist ein Tempe vorgestellt, wobey die Catholische Religion ihr Andacht mittelß eines allegorisch: abgeschilderten Opfers verrichtet. Rechts und links sind Wahlfarther, und andere Perßonen vorgestellt die St. Salvator beßucher und umb Hilfe anflehen. Ober den Tempel schweben die 3 theologische Tugenden.
Auf der Rückseite disses Plafondes (= Westseite) ist auß der zu Ingolstat im Jahre 1687 gedruckten Nachricht von St. Salvator der von den Regensburgischen Bischofen Hartwich unternommene Kirchenbau, und die Gegend des ins gemein so genanten heiligen Brunnen angezeigt worden. Auf den zwey übrigen langen Nebenßeiten dißes Plafonds (= Nordund Südseite) ßind allerley Gattungen der Presthaften Personen zu sehen die vermög erwähnter Nachricht die verlangte Geßundheit widerun erlangt haben.
Auf dem Plavond an der Gegend des Chors (= Fresko C) ist die Ste:11 mehr erßagter Nachricht fündige Geschichte von der Erhöbung der heiligen Hostie entworfen worden (= Schnaderbeck, S.11: Erhebung des Himmelsbrod).
Auf den Plavond gegen die Parrkirche (= Empore, Fresko A) zu wird di abgebrante erste Salvators Kirche, worin das noch heut zu Tage vorhan dene Gnadenbild des Heiligen Salvators vom Feuer unversöhrt stehe gebliben ist vorgestelt.
Nebst dißen 3 Haupt Plavonden wird auf vier großen Schilden, wovon jeder 6 Schuhe hoch, und 5 breit ist, die übrige Folge der Geschichte Farb in Farb (= monochrom) gemalt werden.
Wenn nun Endtsgeßetzer diße 3. große und mit einer reichen Compoßition angefülte Deckenstücke sambt den vier großen Schilden fleißig in Freßco malen, ßich hierzu die erforderliche Farben ßelbst beyschaffen. die Hin und Herreiße Kosten ßelbst bestreitten und ßich dan einer Geßellen und Farbenreiber ßelbst underhalten ßolte, ßo fordert er für ßeinen Verdienst Achthundert Gulden, und schmeichelt ßich mit der gegründeten Hoffnung, dass ein unpartheyischer Kunstkenner die Billigkeit des geßetzen Preißes ohne geringsten Anstand einßehen werdt Christian Wink Churftl. Hofmaler«
Überschlag (o.D.) Franz Xaver Feichtmayrs für Stuckierung des Langhauses über 750f.:
»Überschlag über Herstellung der nothwendigen Stuckatorarbeit bey dem würdigen und berühmten Wallfahrts Gottshaus zu St. Salvator
1. mo Alle samentl. Gewölb als 4 Hauptschild, dann die Einfassung der Fresco Malerey, und 6 Widerlegen Schild, wie auch 4. Gewölcke mit Engls Köpf, nebst sehr villen Palmen, Rosen, und Antique Gehängen, dann Cragsteinen
2. do Sind an den Seitten Wänden die nothwendige Capitell, deren auf 30. Stuck gezählt werden, nebst 4. Groppen Kindl Gewölck und Engls Köpf auf dem Gesimps, nicht weniger 6. nothwendige Fenster Schluss, dann die Zierden unter denen Fenstern nebst sehr viellen antique Gehängen, wo der Abriss iedermäniglich sattsam belehren wird, herzustellen. Und weil über all diese Arbeith ein leidentl. Überschlag abbegehret
orden Zu schuldigster Volge verobligiere ich mich Endesgesezter alles obbemelte Stuckator Zierde vermög beyliegenden Risses zu aller hohen Conto auf Verlangen einer bestimmten Zeit auf das Schönste und Dauerhaffteste herzustellen und dieses überschlagenermaßen um 750 fl. Mit Gehorsaml. Anhang, dass ohnmaßgeblich jedoch von Seiten des Wird. Gotteshaus die benöthigte Materialien beyzuschaffen wären. Von den 1775 ratifizierten 1000 fl. erhielt Wink 800 fl., Feichtmayr zunächst nur 200 fl., 1777 aber noch zusätzliche 477 fl. 47×. Zu diesem Zeitpunkt standen vom letzten Jahr und für den Innenausbau: Gewölbe, Stiegen, Pflaster, Gerüste, Schlosser, Glaser bereits 3 940 fl. aus. In den nächsten Jahren wurde die »Paarschaft« aufgefüllt und 1781 erst gab es I lberschläge für die Ausstattung 1 - Cl

4. 3. 1781 Überschlag Winks für das Chorfresko über 200 fl. Die Skizze dazu will er unentgeltlich liefern.
»Uberschlag welcher von den Chf. Wohllöbl. Pfleggericht Riedenburg von mir Endesunderschribnen verlanget worden, dißer bedrift die noch abgehende Malerey, in den Chor des Wohllöbl. Gotteshauß Bettbrunn. Und wird auf Verlangen in dem Plavond vorgestellt die Verklärung Christi auf den Berg Tabor. Wan ich diße obbemeldt Malerey mit gehörigen Fleiß und dauerhaft verfertigen sollte, die mir nötige Farben – Pinßl – Bo anders was ich brauche, Belbst beyschaffe, die nothwendige Kost Trunck dan Hin und Herreiß selbst bezahle, ßo ist es fast unmöglich, dass ich mein Begehren geringer machen kann als zweyhundert gulden und glaube keines weeges solches übersetz zu haben. Die Sgitzen bedrefend werde ich, wan mir die Maßerey geschickt wird, unentgeltlich vorzuzeigen. Den Maurer welcher hierbey nothwendig ist, wie auch Sand und Kalch muß von dem wohllöbl. Gotteshaus bey geschafft werden. Erwarthe indessen die gn. Resolution, verfasst München den 4. Mertz 1781 Christian Wink, Churftl. Hofmahler«

Vorgesehen waren außerdem vier neue Seitenaltäre und eine neue Kanzel. Der Kurfürstl. Geistl. Rat verlangte, die Kosten von 3995 fl. um die Hälfte zu reduzieren. Rechnungskommissar Auerbach verteidigte Winks Forderung, meinte aber dafür diejenige Feichtmayrs reduzieren zu können: »Dieser Bau ist auch bis auf den Chor Plavond, dan Kanzul und erwehnten 4 Altären gänzlich hergestellt. Auch vom Hofmaler Wink alhier das Portall (gemeint ist Plafond) des Kirchen Langhaus um die ratificierte 1000 f. ausgemallen: um aber auch der Chor dieses brächtigen Gotteshaus zur Egalite mit Fresco gezirret zu werden, wird vom obigen Maller für all: und jedes: maßen der Chor in der Größe den 5. Teil der Kirchen austrägt, dem Gerichts Bericht vom 8. März anheuer ein Überschlag ad 200 f. beigelegt, welcher, wenn diese Freskoarbeit gd. beaugenscheinigt würde, nicht zu viel anscheinete. Den weiteren Überschlag ad 2205 f. so der Hofstuccador Feichtmayr um die Verzierung übergab, siehet man um die Helfte zu hoch angesetzter an.« Nach neuerlicher Ablehnung klagte Feichtmayr im Dezember 1781 in einem Schreiben an den Kurf. Geistl. Rat, er erleide durch die Verzögerung großen Schaden, indem der Maler bei der Auszierung des Langhauses um ein namhaftes mehr bezogen, ihm aber vom Pflegsbeamten zu Riedenburg als Ausgleich die heuer vorzunehmende Reparation samt Altäre und Kanzel zugesichert worden sei. In
Ansehung dieser Zusicherung habe er die benötigten Leute in Gewahr behalten und sei für ihren Unterhalt aufgekommen. Das Gotteshaus länger in dem jetzigen unfertigen Zustand stehen zu lassen verstimme die Wallfahrer. Wenn der Grund für die Ablehnung fehlende Mittel seien, sei er mit einer jährlichen Rate von 400 fl. aus den Einkünften der Wallfahrt zufrieden. Beigefügt sind zwei Überschläge, einer für Kanzel und vier Seitenaltäre über 1590 fl., der andere für Stuckierung des Chors: »Einfassung der Fresco Malerey mit Verzierung wie auch übrige Antiqum Gehäng und Rosen, samt dem notwendigen Capitel der Architectur« über 280 fl., und für einen zweistöckigen »Hoch: oder Gnaden Altar, worauf oben und unten Mess gelesen wird, nach dem Beyspiele, wie bei St. Johann von Nepomuk in München, vollkommen von oben bis unten ohne Ausnahme mit den Figuren von Stuccadorer Arbeit zu marmorisieren, zu schleiffen und zu hohen Vergnügen ganz und gar fertig herzustellen« um 2205 fl. Ein Jahr später, im Oktober 1782, war man noch nicht weiter. Pfarrprovisor P. Romanus Arnhart berichtete von Überschlägen Franz Seraph Kirzingers für die »Fassung des nötigen Choraltars« und Winks für den Chor, der nicht wusste, »was in den Nebenschilden dargestellt werden solle« und auch nicht, »ob der Chor stocadoret wird oder nit, an welchen ich doch nit zweifle, ansonst wäre mein Überschlag nit hinlänglich, ich habe nach Hochdero gnädigen... Befelch nachgelebet und H. Feichtmayr, Hofstuckadorer, nit geschriben, erwahrte fehrners hochdero Willensmeinung.« Wink hatte also auf kurfürstliche Veranlassung keinen Kontakt zu Feichtmayr. Am 6. 2. 1783 wurde eine Sparlösung vom Kurfürstl. Geistl. Rat über 915 fl. genehmigt: 200 fl. für die Ausmalung, 435 fl. für Stuckierung, »näherhin Einfassung der Freskomalerei mit Antiquengehäng, Rosen, samt der nötigen Capitel« - die vier Stuckreliefs in den
BETTBRUNN

Lunetten sind nicht erwähnt, für sie fand sich vielleicht ein Stifter – und 280 fl. für Fassung des – alten – Hochaltars (nach Hofmann, S. 373). Am 14. 12. 1784 bat Edler von Gruber für seine »große Mühe, Sorgfalt und viele Reisen von 1775 bis heuer« um den »Kirchenbau Directions Recompens, ... da also gegenwertig dises Gotteshaus vollkommen erbauet, mi all nöthigen Mallers und Stuccadors Arbeith zu jedmänniglicher Freude und Bewunderung versehen und hergestellt ist.«
Befund
Träger der Deckenmalerei: LHs A und C Segmente von Flachkuppeln, B Flachtonne mit Stichkappen; AR (D) Tonnengewölbe mit Stichkappen (ursprünglich gotisches Gewölbe, Rippen abgeschlagen
Rahmen: A-C weißes verkröpftes Stuckprofil in geschweifter Rahmung, jeweils eine schmale Profilleiste vergoldet, D weißes gebündeltes Stuckprofil, von einer vergoldeten Girlande umwunden, alle Fresken sind in den Achsen und Schnittpunkten von Stuckwölkchen mit Puttenköpfchen in Grau und Rosa geschmückt. 1–4 rosa-gelb-farbene Stuckkartuschen, mit Ornamenten und Palmwedeln verziert, teilweise vergoldet
Technik: Fresko; A-D polychrom, 1–4 Secco; monochrom rötlich-ocker
Maße (lichte Maße): A Höhe 14,50 m (Stich 1,50); 4,00 × 9,50 B Höhe 16,35 m; 15,30 × 12,30 C Höhe 14,50 m (Stich 1,50); 4,00 × 9,50 D Höhe 11,95 m; 8,00 × 4,20
Erhaltungszustand und Restaurierungen: 1873–77 Restaurierung im Nazarener Zeitgeschmack. Signatur in der Sockelzone des Chorfreskos Ren 1876 G L P. Die Zwickelbilder 1–4 wurden übertüncht und mit den gleichen Inschriften versehen, die heute als Schriftbänder die neu gemalten Darstellungen benennen. Bei der Befunduntersuchung 2003 wurde unter der Seccomalerei dieser Zwickelbilder eine grünliche Farbschicht der originalen Grisaillemalerei Winks aufgefunden. 1906/15 Rückführung der Fresken A–D in den früheren Zustand durch Bildhauer Hans Loibl, Stadtamhof, unter Aufsicht des BLfD durch Professor Haggenmiller. Dabei wurden in Seccotechnik neu gemalt: die 4 Engelskartuschen nach Luc 7,22 im Langhaus in Grisaillen, das Fresko an der Emporenunterseite und das an der Sakristeidecke. Gesamtsanierung 1969–77, der Gewölbemalereien und Deckenbilder 1972/73 durch Kirchenmaler Hugo Preis, Parsberg, und Restaurator Toni Mayer, Mindelheim. Es ging um das Sichern der losen Bildteile, um Schimmelpilzfelder entfernen, reinigen, Risse und Schadstellen schließen und restaurieren in Seccotechnik mit reinen Pulverfarben. Wegen der auf das Tonnengewölbe drückenden, zu schweren Dachkonstruktion gab es horizontale und vertikale Verschiebungen, die zu Rissbildungen und zur Loslösung von Putzteilen, besonders im Langhaus in der Mittelgruppe um Christus Salvator, geführt hatten. Der an sich feste Putzträger war in Teilbereichen abgesunken. Bis zur letzten Innenrestaurierung 2005/07 war der an sich feste Putzträger in Teilbereichen abgesunken. Reinigung der Raumschle und der Fresken durch Kirchenmaler Johann Geitner, Velberg bei Neumarkt/OPf., und Restaurator Andreas Richter, Regenstauf. Verschmutzungen wurden mit Mikrodampfstrahl behoben,
Risszonen durch Injektionen von Weißkalkhydrat gefestigt und gesichert, Retuschen in Tratteggio-Technik vorgenommen. Unter Akzeptanz der Fassung von 1973 wurde der Dispersionsanstrich abgenommen und die Ausmalung durch Lasuraufträge »beruhigt« (Befunddokumentation Johann Geitner, Dezember 2007).
Der Erhaltungszustand der Fresken Christian Winks wurde immer als hervorragend bewertet. In seinem Restaurierungsbericht von 1973 beschreibt Toni Mayer die Freskotechnik Winks als »technisch perfekt, weshalb auch der allgemeine Zustand der Bilder sehr gut ist. Die Malerei erfolgte auf mittelrauhen Freskoputz, der auf einem ca. 20 mm dicken Unterputz aufgezogen wurde. Die Tagwerksgrenzen sind z. T. schludrig zusammengeführt, teils auch von unten erkennbar. Die gemalten Architekturen und die großen Figuren wurden mit Pauser in den nassen Putz eingedrückt. Sonstige Hilfsmittel wie Raster oder Vorzeichnungen waren nicht festzustellen. Als Pigmente sind nachweisbar: Kalk, heller und dunkler Ocker Sienna natur und gebrannt, Schwarz, Eisenoxyd rot, Capu mortuum, Smalte und Azurit, Malachit und Kupfergrün sowie gebrannter Ocker. Da die gleichen Pigmente auch bei der Stuckfassung nachgewiesen werden konnten, darf Christian Wink auch für die Raumfassung verantwortlich gelten.« Die Fresken sind in ausgezeichnetem Zustand. Tagwerksgrenzen und Ritzungen, teilweise als Quadratur für die Vergrößerung vor Ort, sind deutlich erkennbar.
Beschreibung und Ikonographie
Die Stuck- und Gewölbedekoration in den Farben Weiß, Rosa, Gelb und Gold gibt dem Innenraum ein festlich-heiteres Gepräge. Die Stuckierung ist sparsam angewendet; sie beschränkt sich auf Balkonbrüstungen, Kapitelle, Grate der Stichkappen und Fensterbögen. Girlanden schmücken die Quertonnen, graues Gewölk mit Puttenköpfchen überspielt die Rahmen der Deckenbilder. Die Rahmung der Langhausfresken und die reich mit Blättern, Blüten, Blumenkörben ornamentierten Zwickelkartuschen stehen noch in der Tradition des Rokoko. Die Evangelistensymbole über den Pfeilern der Schmalseiten sind in der Art von Alabastermedaillons auf gelbem, goldgefasstem Grund gestaltet. Wie die sparsame Ornamentierung der Quertonnen um eine Mittelrosette vertreten sie schon den Zopfstil. Der Stilwandel zeichnet sich deutlich vom Gewölbe ausgehend in Richtung Wanddekoration ab. Die Dekoration des Chorraums ist in weitgehend klassizistischem Formengut ausgeführt.
Langhausfreske
Stuckkartusche am Chorbogen: Gehet und berichtet / was ihr hört und seht / Matth 11,4
Die Wallfahrtsgeschichte beginnt mit dem Hostienwunder im Fresko vor dem Chorbogen C, zeigt auf der Westseite des Hauptfreskos B die Kirchengründung und über der Orgel A den Kirchenbrand. Sie schließt auf der Ostseite des Hauptfreskos mit einem großen Wallfahrtszug. Chronologische Abfolge C, B (Westseite), A, B (Ostseite).
C HOSTIENWUNDER IN BETTBRUNN Die breitformatige Szene ist gesäumt von hohen Bäumen und Buschwerk, die dem Schauplatz räumliche Tiefe verleihen und unter denen Wink mit Vorliebe Figuren in mehreren Ebenen ansiedelt. In der Bildmitte breitet sich eine Weidelandschaft aus, auf der eine Prozession heranzieht. Unter einem Tragehimmel nähert sich mit Gefolge der Bischof von Regensburg der Hostie, die in einem Grübchen auf einem Felsen aufgefunden wurde. Mit der Patene in der Hand erhebt er kniend die Hostie. Drei Geistliche hinter ihm sind Zeugen von der »Erhebung des Himmelsbrod« (nach der von Wink zitierten schriftlichen Vorlage in Schnaderbeck, S. 11). Ein Messdiener in Rückansicht schwingt das Weihrauchfass, Knaben in blauen Pagengewändern assistieren als Kerzenträger. Im Anschluss an die Geistlichen erscheint ein glatzköpfiger bärtiger Mann in pelzgesäumtem Umhang mit Halskrause. Mit ihm kann eine historische Person gemeint sein, vermutlich der damalige Grundbesitzer des Ortes, Heinrich, der letzte Graf von Riedenburg, der 1185 starb. Ihm folgt ein Wachsoldat in aufwendiger Ausstaffierung. Zwischen beiden ragen drei Bruderschaftsstangen und die Köpfe ihrer Träger heraus. Ganz rechts am Bildrand eilt ein Mann, Frau und Kind dem Ereignis entgegen.
Auf der linken Seite kniet auf einer Anhöhe die zentrale Figur des Ereignisses, der Hirt, der die Hostie fallen ließ. Ein frommes Paar kniet hinter ihm zwischen den Ästen eines Baumes. Ein betender Engel und Putten in Wolken bestätigen das wunderbare Ereignis.
A KIRCHENBRAND IN BETTBRUNN 1329 Schauplatz des breitformatigen Freskos, dem Pendant zu Fresko C, ist eine Lichtung im Wald, dem Köschinger Forst, in der die Kapelle von Bettbrunn steht. Lisenengliederung und Spitzbogenfenster bezeichnen mit romanisch-gotischen Stilformen den ersten Bau. Die Kapelle brennt lichterloh, Flammen schlagen aus Turm und Dach. Dachbalken fliegen durch die Gegend, auf der rechten Seite ist das Gemäuer schon eingestürzt. Hinter den Mauerbruchstücken erscheint in einer Mandorla, lichtumflossen und als Lichtgestalt, Christus Salvator im Segensgestus, die Weltkugel in der Linken. Zwei Männer schleppen an einer Stange ein großes Wasserschaff zur Brandstelle, der vordere in Hemd, Wams, Kniehose, der hintere in einem gelben gegürteten Kleid. Am rechten Bildrand tauchen eine Frau mit Kopftuch und drei Männerköpfe auf, einer barhäuptig, einer mit Schlapphut, der dritte mit einer weißen Kopfbinde. Ihre Stellung im Bild illusioniert ein abfallendes Gelände in der Art, mit der Wink Tiefenräumlichkeit erzeugt. Im Vordergrund erblicken einige Personen die Erscheinung des Gnadenbildes, eine Frau breitet die Arme aus, sie ist weiß, blau und gelb gekleidet, bei ihr sitzt ein in weiße Laken gehüllter kranker Säugling, eine Lammfellmütze auf dem Köpfchen. Ein Mädchen in blauem Mieder und schwarzem Rock streckt den Arm aus und ein Bub mit roter Weste, kurzer Hose und großem Hut eilt auf die Erscheinung zu. Er trägt eine eckige Kupferflasche mit den Initialen B B. (= BettBrunn?) Von links stürzen auch Landleute hinzu, die einen mit der Gebärde des äußersten Schreckens, andere mit Leiter oder Kübel. In Rückenansicht kauert ein Pilger mit Pilgerstab. Ebenfalls von hinten gesehen, wie in Fresko C, ist eine historische Person mit Hut und pelzgesäumtem Mantel, mit der der damalige Grundbesitzer, Edler von Mendorf, gemeint sein kann, dessen Nachkommen das Dorf Bettbrunn 1447 an die Kirche verkauften. Ganz links im Dickicht ein junges Paar.
Nach der von Wink angegebenen schriftlichen Vorlage verbrannte die wundertätige Hostie bei dem Kirchenbrand von 1329. Eine von Bischof Hartwich geschenkte »2 Spann lange dem Ansehen nach nit gar schätzbare Bildnus des H. Salvators... kundte dannoch in voriger Feuersbrunst mitten unter den Flammen von dem Feuer nit verzehrt werden. Denr obwohl ringsum die ganze Kirche samt allem Kirchengezeug und Altärzierde verbrunnen und auch dieses Bildnis mitten ir den Kohlenhaufen gefallen, wurde es doch unter der Asche unverletzt gefunden, links war ein weniges angebrannt« (Schnaderbeck, S. 38). Es wurde in der Folge anstelle der Hostie als Gnadenbild verehrt; die Brandspuren sind noch sichtbar.
B WALLFAHRT ZUM GNADENBILD ST. SALVATOR Das annähernd quadratische Bildfeld zeigt am Gewölbeansatz ein Landschaftspanorama, das dem Stuckrahmen folgend rhythmisch vor- und zurück schwingt und allein dadurch die Illusion von räumlicher Tiefe und Bewegung bewirkt. Diese umlaufende terrestrische Zone erscheint über dem Stuckrahmen schollenartig aufgetürmt. Meisterhaft gestaltet Wink das Gelände mit vielfältigem Baum- und Buschwerk, Laubbäumen, Tannen und abgestorbenen Baumstrünken, mit moosig weichem Wiesengrund über hügelig aufbrechendem Erdreich, mit Felsgestein und verrottetem Bruchholz. Die Landschaft ist bevölkert von Notleidenden und Bittstellern, die zum Gnadenort ziehen. Ihre ekstatischen Gebärden ragen silhouettenhaft in das weite blaue Gewölbe, als wollten sie auf diese Weise den Himmel stürmen. Der Wallfahrtszug ist auf der Nord- und Westseite zur Hauptansichtsseite im Osten ausgerichtet.
Ostseite - »Allegorisches Opfer der Katholischen Religion« Vor verschiedenen Hintergrundarchitekturen ragt über sieben Stufen eine hohe Säulenhalle auf, von blauen mit goldenen Kapitellen und Girlanden geschmückten ionischen Säulen getragen. Zuoberst steht ein Altar, dessen Frontseite mit dem vergoldeten Relief des Christus Salvator geschmückt ist. Auf dem Altar liegt eine Schale mit flammenden Herzen, die von der Personifikation der Religio dargebracht wird. Religio ist in Weiß gekleidet, sie hat das Haupt verschleiert, den Blick erhoben und hält eine lange weiße Kerze. Von rechts tritt - als weltliche Institution der Religion und als Stellvertreter Christi auf Erden - der Papst hinzu, kenntlich durch die Papstkrone auf dem Haupt und die Schlüssel, die von einem Pagen auf einem Samtkissen präsentiert werden. Er ist flankiert von zwei Begleitern. Das »allegorische Opfer der Katholischen Religion« - so der Bildtitel Christian Winks - ist von einem Triumphbogen überspannt und gleicht in dieser theatralischen Inszenierung einem Thesenbild.
Die Kontaktperson zwischen der allegorischen Handlung und dem wallfahrenden Volk ist der Priester. Als äußerst lebensnahe Gestalt schreitet er die Stufen herab auf die Wallfahrer zu und lädt sie mit ausgebreiteten Armen ein, an dem Opfer teilzunehmen. Die Augustinereremitenkutte und seine individuell geprägten Züge könnten den amtierenden Pfarrer P. Peregrinus Grundler meinen. An den Stufen kniet eine Frau mit zwei Kindern, rückwärts schreiten zwei vornehme Herren im Frack heran, der vordere in Allongeperücke. In diesen Personen dürfen der Pflegsverweser und der Rechnungskommissar von Riedenburg vermutet werden (s. unter Auftraggeber). Hinter ihnen erkennt man zwei weitere amtliche Personen. Die Aufmerksamkeit des Betrachters zieht jedoch ein Paar auf sich, das auf einem mit Laken ausgelegten Felsen lagert: ein kranker Mann mit Krückstock und seine bittflehende Frau. Weitere Pilger knien in tiefer Verneigung an den Altarstufen, links eine Frau und ein Mann, im Vordergrund als typische Repoussoirfigur ein Pilger in Rückenansicht.
Von links erreicht die Spitze der Wallfahrtsprozession die Gnadenstätte: Zwei an den Altarstufen kniende Männer in blauer und roter Kutte erscheinen als die Vertreter der Bruderschaften. Unter den Trägern des Prozessionskreuzes und der Bruderschaftsfahnen – eine rote und eine blaugrüne Fahne mit weißem Kreuz - erkennt man in der bunten Schar der Ministranten, Gläubigen und Kinder auch den Pfarrer.
Zentrum – Christus Salvator und Theologische Tugenden Der Rauch des Gebetes, der von den Herzen aufsteigt, verdichtet sich zu einem großen Wolkenzug, der ins Zentrum des Bildes führt. Er säumt eine riesige Lichtscheibe, deren Strahler das weite Himmelsblau durchdringen. In das Rund der Scheibe ist die zentrale Figur des Christus Salvator auf Wolken mit einer Schar von Engeln komponiert. Er trägt ein rotes Kleid und einen wallenden blauen Mantel. Es ist die gleiche Figur wie die aus dem Brand gerettete in Fresko C (dem primitiv geschnitzten Gnadenbild gleicht sie nicht). Christus als Salvator mundi hält die Weltkugel in der Linken und hat die Rechte im Segensgestus erhoben. Einer der Putten hält zwei Ölzweige. Als vermittelnde Gruppe zwischen dem allegorischen Opfer der Gläubigen (Religio) und Christus Salvator erscheinen auf dem Wolkenzug die Drei theologischen Tugenden: Als Engelsgestalten mit Flügeln (ungewöhnlich!) sind die »göttlichen« Tugenden dem himmlischen Bereich zugeordnet Fides in Weiß und Blau gekleidet präsentiert den Hostienkelch, Caritas in einem leuchtend roten Kleid deutet auf ihre Brust, aus der Flammen der Liebe schlagen, Spes im grünen Kleid der Hoffnung ist im Profil gezeigt, einen Anker im Arm Auf der Rauchwolke - Anspielung auf die Wolke über der Bundeslade (Schnell, S. 11) – schweben Putten auf und nieder. Wink orientiert sich bei der Christus Salvator Darstellung im Hauptfresko am Hochaltarbild von Gottfried Caspar Stuber 1691: Auch hier ist Christus Salvator von den Allegorien Religion und Kirche begleitet, »von denen die eine mit der Schlüsseln in der Hand die Sündenvergebungsgewalt der Kirche, die andere mit Kelch und Hostie die hl. Eucharistie, also Hauptsakramente der Erlösung versinnbildlicht« (Schnell S. 6).
Auf der Nord- und Südseite ist die leidende Menschheit dargestellt, die sich Heilung von Christus erwartet. In der Südostecke ist hinter dem malerisch drapierten Paar an einem kahlen Baum eine Gruppe von einer Frau und zwei Männern dargestellt, einer von ihnen deutet auf sein Ohr zum Zeichen seiner Taubheit. Rechts vom Baum erscheint eine junge Familie, das Kind auf dem Arm der Mutter streckt die Armchen nach dem Vater aus, ihnen folgen zwei Frauen; die vordere mit aufgestecktem Haar und in vornehmer Kleidung ist offensichtlich schwanger.
Als eine in sich geschlossene Komposition, begrenzt von Bäumen, beherrscht eine Figurengruppe die Mitte der Südseite: Auf einem altertümlichen Karren mit Holzrädern liegt ein jammernder kranker Alter. Die Deichsel hält ein Bursche mit blauer Mütze, ihm zur Seite sieht man eine Frau mit Strohhut und mit Kind auf dem Arm. Von hinten schiebt ein zweiter Bursche den Karren, begleitet von einer jungen betenden Frau mit weißem Kopftuch. Auf einem kleinen Wiesenstreifen folgen ein Blinder mit Schlapphut und Blindenstock, den ein Knabe führt, weiter rückwärts, im Schatten des Felsgesteins, eine Frau, die sich an einem Kind festhält; auch sie scheint blind zu sein.
Nordseite: Bittflehende, Lahme und Aussätzige
Auf der gegenüberliegenden Seite setzt der Zug sich mit weitaus dramatischeren Gruppen fort. Während auf der Südseite friedliche Gruppen in fast idyllischem Rahmen über samtig grünen Wiesengrund ziehen, besteht auf der Nordseite die irdische Rampe aus Stein- und Holzbruch. Die Bittflehenden auf dieser Seite geben in herzergreifenden Gebärden ihrer Verzweiflung Ausdruck.
In der Nordwestecke sitzt auf einem Baumstumpf ein Mann mit einem Beinstumpf, im Arm zwei Krücken, zu ihm gehören eine Frau und ein alter, halbnackter Pestkranker, der mit dem Pestglöckchen schellt, um die Gesunden zu warnen. Ihre Kleider sind zerfetzt, ähnlich wie das Gehölz um sie herum.
Die mittlere Gruppe der Nordseite ist wie ihr Gegenüber von dramatischer Ausdruckskraft. Scherenschnittartig gegen den Himmel abgegrenzt hält ein junger Mann im roten Kleid in großer Verzweiflung einen leblosen Säugling hoch über sich der Engelsgruppe entgegen; vor ihm kauert apathisch die Mutter, in einen blauen Mantel gehüllt, einen großen dunkelgrauen Hut auf dem Kopf. Sie lagern auf einer Wiesenscholle, hinter der sich ein palastartiges Gebäude erhebt.
Nicht weniger theatralisch in ihrer Not gibt sich die nächste Gruppe: auf einem Leintuch über Bretter und Steinbrocken hingestreckt liegt ein nackter junger Mann, leblos wie in einem Anfall mit verrenkten Armen und Beinen. Sein linker Arm wird von einem jungen Mann in blauem Wams festgehalten, während seine Frau wehklagend beide Arme gegen den Himmel ausstreckt. Sie trägt einen Kopfschleier, einen gelben Mantel, eine lavendelfarbene gegürtete Jacke und einen blau und weiß gestreiften Rock. Ihre Arme ragen über die Attika des Palastes hinaus in den Himmel hinein. Zwei junge Menschen fliehen entsetzt beim Anblick des totenstarren Menschen.
Die letzte Gruppe auf der Nordseite gegen O wird beherrscht von einem Mann in weißen und gelben Tüchern, der auf einer Anhöhe kniet und die Arme zum Himmel ringt, seine Frau kniet mit gefalteten Händen vor ihm und richtet ihre Aufmerksamkeit auf den Himmel.
- Bettbrunn**
Aufmerksamkeit bereits auf die Gnadenstätte. Rückwärts sieht man Halbfiguren bzw. Köpfe von Menschen auf die Gnadenstätte gerichtet. Sie werden sich der Prozession anschließen.
- Südwestecke**: Wunderbarer Brunnen von Bettbrunn
Aus einem aufgetürmten Felsenbruch schießt eine Quelle. Ein Mann beugt sich über die Quelle und trinkt aus einer Schale; ein zweiter in offener violetter Weste, Kniehosen und grauem Halstuch geht mit zwei gefüllten blauen Krügen davon. Eine Frau streckt dankend die Arme zum Himmel. Im sog. Salvatorbrunnen in der Nähe der Kirche war eine heilkräftige Quelle gefasst; er wurde nach der Säkularisation niedergeissen.
- Westseite**: Grundsteinlegung der Wallfahrtskapelle
Eine der schönsten Landschaftszenerien des Freskos: Männer roden im Köschinger Forst den Grund für den Kapellenbau. Durch Verblauung und Aufhellung führt Wink in die Tiefe des Waldes, in dem sich die Männer mit Handlangerdiensten nützlich machen, während im Kontrast dazu im Vordergrund unter einer breit ausladenden Linde die Rückenfigur eines in orangegekleideten Mannes mit weißem Tuch im Gürtel gesetzt ist. Mit dem Zollstock in der Hand ist er als Maurerpallier zu deuten. An diesem Platz findet die Grundsteinlegung statt und damit auch die Entstehung des Ortes Bettbrunn. Der Pfarrer weist auf den gerodeten Platz in der Mitte. Wir sehen ihn zum dritten Mal, in Fresko C ist er unter dem Traghimmel und in B am Rande der Prozession in gleicher Person zu finden, ein allerdings bei Wink häufig wiederkehrender Männertypus. Zwei Pagen und der Baumeister halten den aufgerollten Plan mit Grundriss und Aufriss der Kirche – es ist der vereinfachte Plan Gießls mit zweiachsigem Langhaus. Der Baumeister, historisierend dargestellt mit Wams, Pluderjacke und Halskrause, hält den Zollstock. Der Kopf ist typisiert, er könnte die Züge Gießls oder Haltmayrs haben. Der Geistliche in blauer Prälatentracht und im weißen Chorrock mit großem Brustkreuz genehmigt den Plan. Es ist Bischof Hartwich von Regensburg; er hat die gleiche Physiognomie wie der Bischof in Fresko A. Über der Gründungsszene schwebt ein Engelpaar, das auf den Salvator weist.
Nordwestecke
Unter einem abgestorbenen Baum sind malerisch historisierende Staffagefiguren versammelt: zwei Soldaten mit Hellebarde und einige vornehme weltliche Herren mit Halskrause. Neben dem Baum trägt eine große Steinplatte die Signatur: *Christianus / Wink / Aulae Boicae / pictor, invenit / et pinxit 1777*. Darüber im Gebüsch zwei Köpfe, einer schaut heraus. Über allen drei Seiten schweben in Wolken jeweils eine Gruppe mit Engeln und Putten, die mit Gebärden auf die Glorie im Zentrum deuten.
Feulner hat auf die Stilmerkmale des Klassizismus in dem Fresko hingewiesen: »Schon äußerlich fällt bei diesem Bilde das Eindringen klassizistischer Tendenzen auf: Die Architektur in der Mitte ist strenger als sonst nach antikem Muster«.
durchgeführt, die Bauten im Hintergrund und an den Seiten sind gradlinig und leer mit Empirevasen auf der Attika. Klar und übersichtlich ist auch der Aufbau des ganzen Bildes. Jede der (oben genannten) Gruppen bildet für sich ein Ganzes. Christus mit den Engeln schwebt ganz allein oben im lichten Raum. Die Gruppe mit den drei göttlichen Tugenden löst sich von der Architektur, selbst die hellen Wolken sind in scharfen Konturen vom Hintergrund geschieden. Die Wallfahrer, die Notleidenden sind alle für sich durchgebildet: die ganze Komposition ist in Einzelgruppen aufgelöst. Sie verliert das Gedrängte, Enge, Überquellende der Rokokozeit, sie wird durchsichtig und klar, im Aufbau sowohl wie in der Raumdarstellung« (S. 35).
In den Gruppen ist Winks Freude am Genrehaften und Naturalistischen sehr ausgeprägt; typisierte Figuren und Gesichter finden sich vielfach wieder. Wink vermeidet es ganz offensichtlich, konkret zu werden. Die Wallfahrer und Bittflehenden beziehen sich nicht auf bestimmte Ereignisse, obwohl sich Wink in seinem Überschlag ausdrücklich auf das Mirakelbuch von 1687 bezogen, jedoch mit »allerley Gattungen der Presthaften Personen, die vermög erwähnter Nachricht die Gesundheit erlangt haben« die Wunderheilungen verallgemeinernd ausgedrückt hat. Mit dem Geist der Aufklärung hatte die Wundergläubigkeit ihre Wirksamkeit verloren; nach dem Kurfürstlichen Mandat von 1770 mit der Forderung nach »edler Simplicität« und »biblischer Treue« konnten dargestellte Mirakel nicht mehr gut geheißen werden. Die in der Inschriftkartusche am Chorbogen zitierte Aufforderung Jesu
Gehet und berichtet / was ihr hört und seht / Matth 11,4 ersetzt im Geiste der Aufklärung die Schilderung konkreter Ereignisse.
1-4 Krankenheilungen nach Luc 7,22, ockerfarbene Darstellungen über den Wandpfeilern im Langhaus (nazarenisch). Nach dem Überschlag hatte Wink in den »vier großen Schilden... die übrige Folge der Geschichte Farb in Farb« vorgesehen. Es ist nicht bekannt, ob sich unter der nazarenischen Malerei Darstellungen gleichen Inhalts befanden, aber anzunehmen, da Wink auch im Hauptfresko nicht bestimmte Wallfahrtsereignisse schildert.
Wink scheint sich hier eher allgemein auf das 6. Kapitel in Schnaderbeck (S.113) zu beziehen, betitelt »Bettbrunnischer Gnadenbrunn für alle 5. Sinn: Der Schwibbogen der Blinden, der Stummen, der Tauben, der Geruchs, der Krummen«:
»Mein lieber Wallfahrter du magst sehr wol dem Paradeis und ganzen Erdenkreis diese seine große Wasserström vergunnen, weit vortrefflichere Gnaden und Gaaben Flüss entspringen dir aus dem hellen Gnaden und Bettbrunnen zum S. Salvator. Als aus dem Brunnen des Lebens und nit nur vier, sonder fünff große Heylstrom wo jederman Hilff suchet, teilen sich allda aus in die ganze Welt. Fünf Quelladern in welche wir jetz die Wunder und Guttaten austeilen wollen, wirst du finden, deren jede zu einem wunder barmherzigen heilsamen Strom und Wasserfluss vor die Bedrängte erwachsen, deren ein jeder das Heil eines menschlichen Sinn mit sich bringt. Es bekommen von dem ersten Gnadenfluß die Blinde ih Gesicht. Die andere Quellader macht beredt die Stumme. Der dritte
Brunnquell theilet mit den Tauben das Gehör, der vierte wendet ab da gefährliche Verblueten und die Beschwerden des Geruchs, endlich de fünfte Brunnquell stellet besser als alle kalte und warme Bäder die Krueme und Lahme auf freien Fuß, nimmt hinweg alle übrige schwere und presthaffte Krankheiten, so noch nit unter den vorigen begriffen«.
Die Textstellen an der Basis der Kartuschen beziehen sich im Nordosten und Südwesten auf die Darstellungen der Aussätzigen und der Blinden im Hauptfresko jeweils darüber. Nicht zusammengehörig sind die Kartuschen 1 und 3 mit den Darstellungen der betreffenden Gebrechen im Hauptbild. Ob die ursprüngliche Zuordnung der jetzigen entsprach, ist nicht bekannt.
Chorgewölbe
Der Chor ist sehr zurückhaltend in weiß, rosa, gelb mit wenig Stuckatur im Zopfstil verziert: die ehemals gotischen Gewölbegrate mit Palmstäben; am Gewölbeansatz und an der Mündung in den Freskorahmen finden sich Puttenköpfchen in Gewölk, in den Stichkappen Rosetten, in den Zwickeln Girlanden. Die Schildwände zeigen vier flache Stuckreliefs in Weiß mit verhaltener Goldsäumung:
Nordwand von W, Südwand von O
1. »vier großen Schilden... die übrige Folge der Geschichte Farb in Farb«: »vier großen Schil¬ dchen ... die übrige Folge der Geschichte Farb in Farb«
2. »Bettbrunnischer Gnadenbrunn für alle 5. Sinn: Der Schwibbogen der Blinden, der Stummen, der Tauben, der Geruchs, der Krummen«: »Bettbrunnischer Gnadenbrunn für alle s. Sinn: Der Schwibbogen der Blinden, der Stummen, der Tauben, des Geruchs, der Krummen«
3. »Mein lieber Wallfahrter du magst sehr wol dem Paradeis und ganzen Erdenkreis diese seine große Wasserström vergunnen, weit vortrefflichere Gnaden und Gaaben Flüss entspringen dir aus dem hellen Gnaden und Bettbrunnen zum S. Salvator. Als aus dem Brunnen des Lebens und nit nur vier, sonder fünff große Heylstrom wo jederman Hilff suchet, teilen sich allda aus in die ganze Welt. Fünf Quelladern in welche wir jetz die Wunder und Guttaten austeilen wollen, wirst du finden, deren jede zu einem wunder barmherzigen heilsamen Strom und Wasserfluss vor die Bedrängte erwachsen, deren ein jeder das Heil eines menschlichen Sinn mit sich bringt. Es bekommen von dem ersten Gnadenfluß die Blinde ih Gesicht. Die andere Quellader macht beredt die Stumme. Der dritte
Brunnquell theilet mit den Tauben das Gehör, der vierte wendet ab da gefährliche Verblueten und die Beschwerden des Geruchs, endlich de fünfte Brunnquell stellet besser als alle kalte und warme Bäder die Krueme und Lahme auf freien Fuß, nimmt hinweg alle übrige schwere und presthaffte Krankheiten, so noch nit unter den vorigen begriffen«: »Mein lieber Wallfahrter du magst sehr wol dem Paradeis und ganzen Erdenkreis diese seine große Wasserström vergunnen, weit vortrefflicher Gnaden und Gaaben Flüss entspringen dir aus dem hellen Gnaden und Bettbrunnen zum S. Salvator. Als aus dem Brunnen des Lebens und nit nur vier, sonder fünff große Heylstrom wo jederman Hilff suchet, teilen sich allda aus in die ganze Welt. Fünf Quelladern in welche wir jetzt die Wunder und Guttaten austeilen wollen, wirst du finden, deren jede zu einem wunder barmherzigen heilsamen Strom und Wasserfluss vor die Bedrängte erwachsen, deren ein jeder das Heil eines menschlichen Sinns mit sich bringt. Es bekommen von dem ersten Gnadenfluß die Blinde ihr Gesicht. Die andere Quellader macht beredt die Stumme. Der dritte Brunnquell theilet mit den Tauben das Gehör, der vierte wendet ab das gefährliche Verblueten und die Beschwerden des Geruchs, endlich der fünfte Brunnquell stellet besser als alle kalte und warme Bäder die Krueme und Lahme auf freien Fuß, nimmt hinweg alle übrige schwere und presthaffte Krankheiten, so noch nit unter den vorigen begriffen«.
spricht das himmlische Dreieck. Dargestellt ist wortgetreu der Text aus dem Evangelium: »Und er ward verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe da erschien ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm... Da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Da sie das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr« (Mt 17,1–6).
Mirakelbücher von Bettbrunn
BZAR, Mirakelbücher: Pfarrakten Bettbrunn 225 (1759–60), 226 (1761–64), 227 (1765–68).
Engerd, Johann, Sanct Salvator zu Bettbrunn in Bayrn,... auch von den vielen Wunderzeichen, Heilthumb, Gelübden, Wallfahrten und anderer Christlichen Andacht desselben Orts. Ingolstadt 1584.
Mörlin, David, Sanct Salvator zu Bettbrunn in Bayrn... Dann auch vonn den vielen Wunderzeichen- Heilthums- Gelübden-Wallfahrten- und anderer christlichen Andacht desselben Orts..., Ingolstadt 1597.
Hornstein, Jacob, S. Salvator: Das ist Wahrhaffter kurzer Bericht von der heiligen berühmbten Wallfahrtskirchen unsers einigen Heylands Jesu Christi zu Bettbrunn..., Ingolstadt 1598.
Schnaderbeck, Ambrosius, SS. Salvator, ein gnadenreicher Bettbrunnen zu Bettbrunn, das ist Herkommen und Aufnemmen der alten Walfahrt zu Bettbrunn bey Ingolstatt, insonders aber große wunderliche Gnaden und Gutthatten so der H. Salvator Jesus Christus als ein wahrer Lebens-Brunnen innerhalb 37 Jahr seinen Walfahrteren... erwisen, beschriben von einem getrewen Diener und Liebhaber deß H. Salvators zu Bettbrunn, Ingolstadt 1687.
Kornmesser, Laurentius, Bett-Brunn oder Groß-Salvator, das ist der allezeit glorreich und gewaltige Heyl- und Lebens- Brunn St. Salvator von 629 Jahren her in dem würdig und hochberühmten Pfarr- und Wallfahrts-Gottes-Hauß zu Bettbrunn..., Ingolstadt (1754).
Quellen und Literatur
BHStA, GL 3440/44-45 (den gleichen Vorgang zitiert Hofmann aus StA Amberg, Pfleggericht Riedenburg Nr. 22); PIS 19899-19901.
BZAR, Pfarrarchiv Bettbrunn (Auswertung Xaver Luderböck).
Kunstinventar Bistum Regensburg, Bettbrunn, bearbeitet von Friedrich Fuchs, 2002.
Wening, Rentamt München, S. 181, Tafel 164, Fig. 22.
St. Salvator zu Bettbrunn, Pfarr- und Wallfahrtskirche, Land gericht Riedenburg in der Oberpfalz, in: Kalender für kathol sche Christen 1858, Sulzbach 1857, S. 66ff.
Matrikel des Bisthums Regensburg, nach der allgemeinen Pfarr- und Kirchenbeschreibung von 1860, Regensburg 1863, 274.
Mehler, Johann Baptist, Wallfahrts-Büchlein zum heil. Salvator in Bettbrunn, 1899.
KDB II OP (13), S. 26-32
Feulner, Adolf, Christian Wink (1738–1797), Der Ausgang der kirchlichen Rokokomalerei in Südbayern, München 1912, S. 33-36.
Henle, Anton von, Matrikel der Diözese Regensburg, Regens burg 1916, S. 389.
Schnell, Hugo, Sankt Salvator zu Bettbrunn/Opf. Pfarr- u Wallfahrtskirche (= KKF Nr. 249), München 21955.
Clementschitsch, Heide, Christian Wink 1738-1797, ungedi Diss. Wien 1968.
Dietheuer, Franz und Hugo Schnell, Sankt Salvator zu Bettbrunn/Opf. Pfarr- u. Wallfahrtskirche (= KKF Nr. 249), München 51969.
Pfarramt Bettbrunn (Hg.), Wallfahrtskirche Bettbrunn St. Salvator. Zur Erinnerung an die 850-Jahr-Feier der Wallfahrt und die Renovierung der Kirche, Ingolstadt 1975.
Hofmann, Siegfried, Die Kirche in Bettbrunn - ein Werk Leonhard Matthäus Gießls oder Veit Haltmayrs?, in: SHVI 87, 1978, S. 362–376.
Döring, Alois, St. Salvator in Bettbrunn. Historisch-volkskundliche Untersuchung zu eucharistischen Wallfahrten, in: BGBR 13, 1979, S. 35-234.
Die Beschreibung des Bistums Regensburg von 1723/24, hg. von Manfred Heim (= BGBR, Beiband 9), Regensburg 1996, S. 282.
Dehio OB 1990, S. 130f.; 2006, S. 141f.
Kath. Pfarramt Bettbrunn, Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Salvator Bettbrunn (= KKF Nr. 249), München-Zürich 81989, Regensburg 92007.