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Wurmannsau, Kapelle St. Joseph

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 2: Die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach. Hirmer, München 1981, ISBN 978-3-7991-5834-3, S. 444, geschrieben von Bachter, Falk, Bauer-Wild, Anna, Böhm, Cordula, Lüdicke, Lore und Sinkel, Kristin. Original (Passwortgeschützt)
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WURMANNSAU

Kapelle, Gemeinde Saulgrub, Kuratie Altenau, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung mit der Pfarrei Oberammergau dem Augustinerchorherrenstift Rottenbuch inkorporiert, Kloster-Ettalisches-Gericht Murnau

Patrozinium: St. Joseph

Zum Bauwerk: Neubau der Weilerkapelle 1779. – Kleiner Raum (7,50 × 5,00 m) mit gleichbreitem dreiseitigem AR.

Autor und Entstehungszeit: Signatur auf der untersten Tempelstufe: Frantz Zwink / pinxit 1780. (= Franz Seraph Zwinck aus Oberammergau, * 1748 † 1792, s. Kappel, S. 350)

Befund

Träger der Deckenmalerei: Flachtonne Rahmen: Stuckprofil am sonst schmucklosen Gewölbe Technik: Fresko; polychrom Maße: Höhe 5,00 m; 3,20 × 2,20

Erhaltungszustand und Restaurierungen: Restaurierungen 1863 und 1965. Scheitelriß, geringfügige Übermalungen

Beschreibung und Ikonographie

VERMÄHLUNG MARIENS Das Fresko in modifizierte Vierpaßform gerahmt, ist in geringer Untersicht durchgeführt (zentraler Aufnahmestandpunkt). Einige wenige architektonische Details - Arkadenbogen, Säulen, Treppedeuten einen Tempelraum an, in den ein zurückgeraffter Vorhang repoussoirartig einführt. Auf den Altarstufen knien Maria und Joseph. Dieser hält das Zeichen seiner wunderbaren Erwählung, den blühenden Stab, in der Linken und steckt mit der Rechten Maria den Vermählungsring an; der Hohepriester darüber segnet den Bund (Protevangelium des Jakobus, 8–9; Hennecke-Schneemelcher, Bd 1, S. 283 f.)

Im Kontrast zu Himmelblau (Mantel Mariens) und hellem Grau (Architektur, Hoherpriester) ist Violett die bestimmende Farbe im Fresko (Vorhang, Säulen, Gewänder Mariens und Josephs); als einzige der zu dichtem Zustand neigenden Farben ist es offen für Licht und Dunkel. Als Farbe und auch als Lichtwert nimmt Violett daher eine Mittelposition ein.

Vermählung Mariens

Quellen und Literatur

Heislainger, Georg und Jakob Ambos, Chronik der Pfarrei Unterammergau, Garmisch 1903, S. 36 f. Bührlen, J. Richard, Lüftelmaler Franz Seraph Zwink von Oberammergau, Oberammergau 1921, S. 13 f.

LANDKREIS MIESBACH