Wurmannsau, Kapelle St. Joseph
WURMANNSAU
Kapelle, Gemeinde Saulgrub, Kuratie Altenau, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung mit der Pfarrei Oberammergau dem Augustinerchorherrenstift Rottenbuch inkorporiert, Kloster-Ettalisches-Gericht Murnau
Patrozinium: St. Joseph
Zum Bauwerk: Neubau der Weilerkapelle 1779. – Kleiner Raum (7,50 × 5,00 m) mit gleichbreitem dreiseitigem AR.
Autor und Entstehungszeit: Signatur auf der untersten Tempelstufe: Frantz Zwink / pinxit 1780. (= Franz Seraph Zwinck aus Oberammergau, * 1748 † 1792, s. Kappel, S. 350)
Befund
Träger der Deckenmalerei: Flachtonne Rahmen: Stuckprofil am sonst schmucklosen Gewölbe Technik: Fresko; polychrom Maße: Höhe 5,00 m; 3,20 × 2,20
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Restaurierungen 1863 und 1965. Scheitelriß, geringfügige Übermalungen
Beschreibung und Ikonographie
VERMÄHLUNG MARIENS Das Fresko in modifizierte Vierpaßform gerahmt, ist in geringer Untersicht durchgeführt (zentraler Aufnahmestandpunkt). Einige wenige architektonische Details - Arkadenbogen, Säulen, Treppedeuten einen Tempelraum an, in den ein zurückgeraffter Vorhang repoussoirartig einführt. Auf den Altarstufen knien Maria und Joseph. Dieser hält das Zeichen seiner wunderbaren Erwählung, den blühenden Stab, in der Linken und steckt mit der Rechten Maria den Vermählungsring an; der Hohepriester darüber segnet den Bund (Protevangelium des Jakobus, 8–9; Hennecke-Schneemelcher, Bd 1, S. 283 f.)
Im Kontrast zu Himmelblau (Mantel Mariens) und hellem Grau (Architektur, Hoherpriester) ist Violett die bestimmende Farbe im Fresko (Vorhang, Säulen, Gewänder Mariens und Josephs); als einzige der zu dichtem Zustand neigenden Farben ist es offen für Licht und Dunkel. Als Farbe und auch als Lichtwert nimmt Violett daher eine Mittelposition ein.

Quellen und Literatur
Heislainger, Georg und Jakob Ambos, Chronik der Pfarrei Unterammergau, Garmisch 1903, S. 36 f. Bührlen, J. Richard, Lüftelmaler Franz Seraph Zwink von Oberammergau, Oberammergau 1921, S. 13 f.
LANDKREIS MIESBACH