Weidachwies, Kapelle Heilige Sieben Zufluchten
Kapelle, Pfarrei und Gemeinde Aschau im Chiemgau, Erzdiözese München und Freising; z.Z. der Ausmalung Erzbistum Salzburg, Archidiakonat und Bistum Chiemsee. Die Pfarrei Aschau war dem Augustiner-Chorherrenstift Herrenchiemsee inkorporiert. Herrschaft Hohenaschau
Patrozinium: Heilige Sieben Zufluchten
Zum Bauwerk: Die Kapelle wurde 1687 durch die Gräfin Maria Anna Adelheid von Preysing-Hohenaschau, geb. Törring-Seefeld, auf dem Prozessionsweg der Niederaschauer Erzbruderschaft erbaut, als offene kleine Feldkapelle. Aus dieser Zeit stammt der östliche Bauteil. Nach 1766 (Bomhard S. 354) Anbau eines etwa gleichgroßen westlichen Vorbaus. Kleiner, längsrechteckiger Bau von zwei Jochen mit Flachbogenportal und Giebeldach. Das Altarbild mit den Heiligen Sieben Zufluchten ist erhalten. Das Deckenbild befindet sich im Anbau des 18. Jh.
Auftraggeber: Die seltene Darstellung der hl. Johanna weist auf eine private Auftraggeberin hin, deren Namenspatronin sie gewesen sein dürfte.
Autor und Entstehungszeit: Autor unbekannt, spätes 18. Jh. Bomhard schlägt als Autor Franz Xaver Tiefenbrunner (*Trautersdorf 1736 † 1777/79 ebd.) vor und datiert um 1766. Die bescheidene Malerei in Weidachwies erreicht aber nicht einmal die Qualität Tiefenbrunners.
Befund
Träger der Deckenmalerei: Tonne mit Stichkappen Rahmen: Gemalter Blattkranz Technik: Fresko; polychrom Maße: Höhe 3,20 m; Ø 0,85 Erhaltungszustand: Das Deckenbild ist schlecht erhalten; Abblätterungen, Feuchtigkeitsschäden
Beschreibung und Ikonographie
KÖNIGIN JOHANNA VON BÖHMEN Das Rundbild zeigt in einem Innenraum eine königlich gekleidete Frau mit Krone und Zepter. Links ist ein Beichtstuhl zu sehen, rechts ein Altar. Inschrift S. JOHANNA (in Gegenansicht). Es gibt mehrere heilige Königinnen mit Namen Johanna (von Flandern, von Kastilien, von Portugal, von Valois). Die Zuordnung der Königin zu einem Beichtstuhl macht es aber wahrscheinlich, daß es sich hier um die Gemahlin König Wenzels handelt, deren Beichtgeheimnis Johann Nepomuk nicht preisgab. Johanna von Böhmen wird allerdings nicht unter die Heiligen gezählt.

Quellen und Literatur
Bomhard, Bd 2, S. 354. John, Maud, Handwerkskunst in der ehemaligen Herrschaft Hohenaschau (= Chronik von Aschau im Chiemgau, Quellenband IX), Aschau im Chiemgau 2000, S. 138 f. Wörndl, Rupert, Kirchengeschichtliches aus dem Priental (= Chronik Aschau im Chiemgau, Quellenband XIV), Aschau 2001. Die Pfarreien Aschau und Sachrang. Weidachwies S. 332–34. A. B./K.