Zum Inhalt springen

Walkersaich, Kuratiekirche Mriä Himmelfahrt

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 8: Landkreis Mühldorf am Inn. Hirmer, München 2002, ISBN 978-3-7774-9430-2, S. 274–283, geschrieben von Bauer-Wild, Anna. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

WALKERSAICH

Kuratiekirche, Pfarrverband Buchbach, Gemeinde Schwindegg, Erzdiözese München und Freising; z.Z. der Ausmalung Filialkirche der Pfarrei Buchbach, Erzbistum Salzburg, Archidiakonat Gars. In Walkersaich bestand eine Josephsbruderschaft, die aber erst 1766/67 eingeführt wurde. Walkersaich war Hofmark, 1693 bis 1769 im Besitz von Kloster Fürstenfeld (bis 1795 Grafen Törring). Gericht Neumarkt

Patrozinium: Mariä Himmelfahrt, Nebenpatrone die hll Andreas und Sigismund

Zum Bauwerk: Der ursprünglich gotische Bau liegt auf einem Hügel über dem Isental. Barocke Umbauten 1690 noch unter dem Vorbesitzer der Hofmark, Hanns Adam Freiherr von Puech. Erneute Umbauten 1750, bei denen zuerst vermutlich (s. Abb. bei Wening) die nördliche und dann die südliche Kapelle an den AR angebaut wurde: Bauausgaben in diesem Jahr 357 fl.; weitere Bauausgaben 1759 mit 150 fl. und 1772 mit 208 fl. (Pfarrarchiv Buchbach). Inschrift an der Innenseite des Chorbogens ANO. DOM. 1488 / RENOVIRT ANO. 1690 / et ANO. 1750 / et 1858 et 1905.

Der Kirchenraum

Kleiner Saal (9,70×7,00 m) zu drei Jochen mit tiefer Empore im W, AR (7,30×6,80m) zu zwei Jochen von fast gleicher Breite und dreiseitigem Schluß. Das zweite, westliche Joch öffnet sich beidseitig zu Kapellenanbauten. Gliederung in LHs und AR durch Pilaster mit Vorlagen, Belichtung im LHs durch ein Rundbogenfenster von N (mittleres Joch) und zwei von S (im westlichen Joch kleines Fenster im Erdgeschoß), im AR durch je zwei Fenster von N und S. Die nördliche Kapelle ohne Ausstattung (jetzt ist dort eine Martinsfigur, der sog. Hassenhammer Schimmel aufgestellt), die südliche (3,90×3,60 m), mit abgerundetem Schluß (K), hat einen Altar auf dem eine Figur des Gegeißelten Heiland steht. Belichtung durch Spitzbogenfenster von O und W. Sakristeianbau im O. Turm im W

Auftraggeber: Abt Alexander Pelhamer von Fürstenfeld (1745-61); Dreischildwappen am Chorbogen mit dem Ordenswappen der Zisterzienser (silber-rot geschachter Schräg- balken) und dem Wappen des Abtes Pelhamer (geviertet, bellender Hund und Hammer). Da ein eigentliches Stiftswappen fehlte, wählte Pelhamer im dritten Wappen unten als Hinweis auf Fürstenfeld den Richtblock mit einem durch einen bekrönten Ring gesteckten Schwert, eine Anspielung auf Maria von Brabant, die von ihrem Gemahl Herzog Ludwig dem Strengen hingerichtet wurde, was zur Sühnestiftung des Klosters geführt hatte. Hofmarksverwalter war Leonhard Heuppl (bis 1753), nach ihm Johann Vitus Heuppl. Pfarrer in Buchbach z.Z. der Ausmalung war Franz de Paula Giss (1737-63).

Autor und Entstehungszeit: Johann Nikolaus Miller (* um 1708 † 1781 Erding). Signatur in Fresko B J: N: Miller / f. Anno 1750.

Johann Nikolaus Miller heiratete 1731 in zweiter Ehe Rosina Heuppl, Tochter des Hofmarksverwalters von Walkersaich. Wahrscheinlich bekam Miller den Auftrag in Walkersaich über seinen Schwiegervater.

Befund

Träger der Deckenmalerei: LHs und AR Stichkappentonne, K Flachtonne mit verschliffenen Stichkappen, im O abgemuldet Rahmen: Alle Fresken haben einfache Stuckprofilrahmen Technik: Fresko; A–E, 1–8, K polychrom, a-c, f-h, l-n, q-s monochrom karmin, d-e, i-k, o-p monochrom ocker N/I // A TT ·· 1 // 1 TO

Maße: A Höhe 7,40 (von der Empore 4,00) m; 2,20×2,10 B Höhe 7,40 m; 2,90×2,40 C Höhe 7,40 m; 1,00×2,00 D Höhe 7,30 m; 0,80×2,00 E Höhe 7,30 m; 2,50×2,45 1–8 1,20×1,20 a–s 1,00×1,00 K Höhe 5,00 m; 4,00×3,20

D Musizierende Eng
Langhaustresken: A Heimsuchung, B Verkündigung, C Wappen haltende Putten; in der Mitte seitlich 2 Hl. Erasmus, 7 Hl. Wolfgang

Erhaltungszustand und Restaurierungen: Restaurierungsdaten an der Innenseite des Chorbogens 1858 und 1905. Neue Raumfassung anläßlich der Neugestaltung der Kirche in historisierendem Stil 1858/60 (mit Baureparatur, Trockenlegung der Kirche und Inneneinrichtung, s. AEM, StAM). Die Fresken wurden beibehalten, nur das Chorfresko wurde übermalt. Hochaltar 1866. 1903 Voranschlag des Haager Malers Alois Zierer für eine »Tünchung des Innern in stylgerechter Ausführung inclusive Goldlinien«, was aber von der Regierung nicht erlaubt wurde, die eine Annäherung an das Erscheinungsbild des 18. Jh. anstrebte und die vielen Fresken erhalten wollte. Nach einer erneuten Trockenlegung 1905 einfache Raumtönung durch Alois Zierer, Freilegung und Restaurierung des Chorfreskos E durch den Münchner Maler und Restaurator Max Vogt (Signatur in E renov. M. Vogt München 1905), Restaurierung der übrigen Fresken. 1916 wurde der Hochaltar von 1866 durch einen neobarocken Hochaltar ersetzt, in den erhaltene Teile des alten Altars integriert und die erhaltenen alten Figuren eingefügt wurden. 1931 Änderungen an der Durchfensterung des Chors und Bemühungen um eine weitergehende Rebarockisierung (Seitenaltäre). Letzte Restaurierung 1974/75 durch Karl Holzner, Ampfing. 1986 wurde die Sanierung von Gewölbe und Chorbogen als dringend bezeichnet und eine neue Tragwerksplanung in Auftrag gegeben. Übermalungen, vor allem in E.

Beschreibung und Ikonographie

Die Hauptfresken A, B und E zeigen Szenen aus dem Marienleben. Alle Darstellungen sind großfigurig, die gedrungenen Figuren erinnern an die plastische Körperlichkeit der Bildgestalten um 1700. Sie füllen eng die Bildfläche und lassen wenig Raum zur Entwicklung des Bildschauplatzes, der vor allem in E, in der Himmelsdarstellung, so gut wie nicht vorhanden ist. Träger der Buntfarben sind die Gewänder. Die Gewandflächen sind den Figuren entsprechend groß, die Farben Blau, Gelb, Rot, Grün sind klar, daher wirken die Fresken ziemlich starkfarbig.

A HEIMSÜCHUNG Der Bildschauplatz ist angedeutet durch Treppenbalustrade, Tor und gerundete Hofmauer. Auf den Stufen empfängt Elisabeth, schon eine Matrone, die fast noch kindliche Maria, die sich vor der Älteren neigt, ihr die Hand reicht und sie mit einem demutsvollen Augenaufschlag begrüßt. Zacharias erscheint hinter Elisabeth in der Türöffnung, Joseph kommt hinter Maria heran.

B VERKÜNDIGUNG Maria kniet links an einem Betpult, das mit einem grünen Teppich bedeckt ist, über ihr spannt sich eine grüne Draperie. Mit gesenktem Blick und gefalteten Händen hört sie die Botschaft des Engels, der auf Wolken in den Raum eingedrungen ist. Er trägt ein weißes Gewand und einen bauschigen gelben Überwurf; in der Rechten hält er die Lilie, die Linke hat er grüßend erhoben. Oben im Bild erscheint die Taube des Heiligen Geistes und sendet Strahlen auf Maria. Neben ihr sind vier Puttenköpfchen zu sehen. Auf den hohen Stufen, die ins Bild einführen, binden zwei Putten aus bunten Sommerblumen eine Girlande.

C WAPPENHALTENDE PUTTEN Am Chorbogen ist das dreifache Wappen von Fürstenfeld unter Abt Alexander Pelhamer gemalt, in einer Muschel mit Akanthusverzierung. Das Wappen ragt in ein Bildfeld, das vom Chorbogen halbiert ist. Zwei Putten halten die Wappenrahmung.

D MUSIZIERENDE ENGEL An der Rückseite des Chorbogens, schon im AR, befindet sich die zweite Hälfte des Bildfelds C. Hier sieht man in Wolken vier musizierende Putten.

1 Hl. Florian
8 Hl. Georg
6 Hl. Rupert
6 Hl. Benedikt

WALKERSAICH

3 Anna lehr 4 Hl. Bernhard 5 Hl. Benedikt E KRÖNUNG MARIENS In einem vierpaßförmigen Bildfeld thronen oben in Wolken Gottvater neben der Weltkugel und Christus mit dem Kreuz. Beide halten ein Zepter. Putten begleiten sie. Über ihnen erscheint die Taube des Heiligen Geistes. Gottvater und Christus halten eine prächtige goldene Krone über Maria, die von einer Wolke und drei Putten nach oben getragen wird. Die Putten, unter dem Mantel Mariens wie unter einem Schutzmantel, halten die Lilie als Reinheitssymbol und Marienattribut sowie weiße und rote Rosen.

1-8 HEILIGE In gemalten, kartuschenförmigen Bildfeldern an den Gewölbezwickeln des LHs und AR befinden sich Darstellungen von Heiligen und Patronen, die in Walkersaich verehrt wurden oder deren Hilfe man in der Not erflehte.

1 FLORIAN VON LORCH Der Heilige trägt eine Rüstung, einen federgeschmückten Helm und eine Fahne. In der Linken hält er die Martyrerpalme. Rechts oben erscheint ein Putto und gießt Wasser aus einem hölzernen Schaff auf ein brennendes Haus, das vor dem Heiligen dargestellt ist, der Patron in Feuersgefahren ist.

2 ERASMUS VON FORMIO Der heilige Bischof ist mit Mitra und Pileum dargestellt und hat die Rechte weisend erhoben. Ein Putto hält die Winde mit dem Darm. Erasmus ist Viehpatron und einer der Vierzehn Nothelfer (Abb. S. 277).

3 ANNA LEHRT MARIA Anna hält ein Schriftblatt, über das sich das Mädchen Maria beugt und mit der Hand die Buchstaben verfolgt. Hinter Maria ist Joachim zu sehen, der ein geöffnetes Buch in Händen hält. Annas Patronate sind mannigfach, in ihre Zuständigkeit gehören u.a. nicht nur die schwangeren und kinderlosen Frauen, sondern das gesamte Hauswesen.

4 BERNHARD VON CLAIRVAUX Der Heilige, Gründer des Zisterzienserordens, ist in der weißen Zisterziensertracht dargestellt. Bernhard, der große Marienverehrer, blickt zum Namen Mariä auf, der vor ihm in Wolken erscheint. Hinter ihm ist das Kreuz, der Kreuztitulus, die Dornenkrone und ein Teil der Lanze zu sehen, die hier für die Arma Christi stehen.

5 BENEDIKT VON NURSIA Der heilige Abt und Gründer des Benediktinerordens ist im schwarzen Ordenshabit dargestellt, die Kapuze über den Kopf gezogen. Er hält den Abtstab und ein Buckelglas, an dessen oberem Rand ein Schlänglein zu sehen ist; Hinweis auf den vergifteten Trank, mit dem ein Mönch ihn töten wollte, wobei aber wunderbarerweise das Glas zersprang. Da die Zisterzienser zur großen benediktinischen Ordensfamilie gehören, ist Benedikt als Ordensvater auch auf die Zisterzienser zu beziehen. Bernhard und Benedikt weisen beide auf Fürstenfeld hin.

6 RUPERT VON SALZBURG Der hl. Rupert ist Patron der Diözese Salzburg, zu der Walkersaich gehörte. Er ist hier persönlich nicht gekennzeichnet, aber die Taufhandlung weist auf die Bekehrung und Taufe des Herzogs Theodo hin, die Rupert bewirkt haben soll.

7 WOLFGANG VON REGENSBURG Der Heilige ist in Bischofstracht, mit Mitra und Pileum dargestellt. Ein Putto neben ihm hält die Kapelle mit der Hacke im Dach, sein Attribut. Seine Darstellung hier – wie auch im Heiligenhimmel von Buchbach – lässt sich aus der nahegelegenen, im 18. Jh. sehr bedeutenden Wolfgangswallfahrt in St. Wolfgang am Burgholz (LKr. Erding) erklären. Wolfgang ist Patron des Bistums Regensburg (Abb. S. 277).

8 GEORG Auf den Heiligen, der römische Soldatentracht trägt, fallen Strahlen von oben. Er hält eine Lanze in Händen und tötet den Drachen vor ihm, der zurückweichend dargestellt ist, den Rahmen übergreifend. Der Erzmartyrer Georg hat viele Patronate und gehört zu den Vierzehn Nothelfern.

a-S EMBLEME In den Stichkappen und teilweise auch an den Gewölbezwickeln in Langhaus und Chor befinden sich achtzehn Embleme. Die Lemmata sind auf Inschriftbändern oben im Bild. Die Embleme d, e, o und pliegen am Chorbogen und sind von diesem angeschnitten (Abbildungen S. 282). Eine paarweise Anordnung der Motive ist ansatzweise vorhanden.

Es sind zum Teil ungewöhnliche Embleme. Ein übergreifender Sinn in diesem Zyklus ist nicht leicht erkennbar. Mag sein, dass sich die Embleme auf Maria und die Heiligen beziehen, die in den Gewölbefresken dargestellt sind. Einige Embleme legen die Deutung auf mönchische Tugenden nahe: h, 9, s. Dieser Deutung lassen sich auch alle übrigen Embleme zuordnen. Da Walkersaich Hofmark im Besitz der Zisterzienser vor Fürstenfeld war, ist ein Emblemzyklus über das klösterliche Leben wahrscheinlich.

a INFIMA NESCIT (Das Niedrige kennt er nicht). Paradisvogel. Über einer bergigen Landschaft mit einer Burg rechts fliegt ein Vogel mit haarähnlich wallendem Federkleid. Als Paradiesvogel wird in der Emblematik ein sagenhafter Vogel bezeichnet, der fast keinen Körper hat, sondern aus einem langen Federschwanz besteht und von den Winden durch die Lüfte getragen wird. Bei Camerarius hat er das Lemma TERRAE COMMERCIA NESCIT, was dem Lemma in Walkersaich entspricht, und ist auf den Menschen, dessen Seele in die Betrachtung Gottes vertieft ist, bezogen (Picinelli Lib. IV, Nr. 483 und 484, s. v. monocodiata).

b NIHIL SIBI (Nichts für sich). Landschaft mit Baum und Getreidefeld im Regen. Das Getreide, das von schwerem Regen niedergedrückt wird, ist ein Bild des Menschen, dem allzuviel Glück und Ehre keinen Segen bringen (Picinelli Lib. II, Nr. 185, s. v. pluvia: NE QUID NIMIS). Da der Regen in der Emblematik sonst eher positiv gesehen wird, mit der Grundbedeutung Liberalitas, und wegen des Lemmas meint das Emblem wohl die Selbstlosigkeit und das Dasein für andere (des Heiligen bzw. des Mönchs).

Sonne unter Mond
h Sonne im Zodiaku

1 Sonne im Zenit

s Bienenschwärme c GAVDIVM MEVM SPES MEA (Meine Freude ist meine Hoffnung). Geflügeltes brennendes Herz über dem Erdball. Zwei emblematische Motive sind hier vereint: das brennende Herz und das zum Himmel aufschwebende Herz, wobei das erstere die Liebe zu Gott bedeutet, das letztere die Freude in Gott (Picinelli Lib. III, Nr. 556 und 559, s.v. cor). Die Heilsgewißheit (spes) erwächst aus der Liebe zu Gott und ist der Grund zur Freude.

d SORDIDA PELLIT (Das Schmutzige vertreibt er). Springbrunnen. Aus einem runden Becken steigt der Wasserstrahl auf, aus zwei seitlichen Öffnungen fließt Wasser in ein rechteckiges Bodenbecken. Der Brunnen hat vielfältige Deutungsmöglichkeiten, das Lemma präzisiert aber das Bild: die reinigende Kraft des Wassers ist gemeint. Ein verwandtes Emblem, das den Nutzen der mönchischen Klausur bezeichnet, bringt Picinelli: Wasser, das durch die Öffnung eines Gefäßes läuft; NE SORDESCAT (Lib. II, Nr. 352, s.v. aqua). Wenn auch der Gedankengang nicht derselbe ist, so doch die Deutung. Die Seele wird durch die klösterliche Disziplin von jeder weltlichen Unreinheit frei.

9 verschlungene Hände e AUCTO LUMINE SURGET (Mit mehr Licht wird sie aufgehen). Sonne, die über dem Meer aufgeht. Burg auf hohem Uferfelsen, die von ihren Strahlen erleuchtet wird. Die aufgehende Sonne kann als Bild für mehrere positive Begriffe stehen, vor allem für die Gnade Gottes, aber auch für die Gnaden, die Maria vermittelt (Picinelli Lib. I, Nr. 55 f., s.v. sol).

f ALLECTA LUMINE SURGIT (Steigt auf, angelockt vom Licht). Über einer bergigen Landschaft steigt ein Adler zur Sonne auf. Der Adler, dessen Augen fähig sind, dem Sonnenlicht standzuhalten, ist Bild des Geistlichen und des Mönchs »cuius oculi, a rebus terrenis penitus abstracti et in solum Deum defixi sunt« (Picinelli, Lib. VIII, Nr. 102, s.v. aquila).

6 NEC FRANGITUR NEC FLECTITUR (Sie wird nicht gebrochen und nicht gebeugt). Pyramide. Landschaft mit Häusern rechts, von links oben blasen Windgötter und fällt Regen. Das Emblem ist als Hinweis auf die Standhaftigkeit der Heiligen im Martyrium zu deuten, aber auch auf die Standhaftigkeit im asketischen Leben (vgl. Picinelli Lib. XVI, Nr. 218, s.v. turris: NEC IMBRE, NEC AURA, mit der Deutung constantia).

n Vögel unde Bauen m Olym h NON TRANSGREDITVR (Sie überschreitet ihn nicht). Sonne im Zodiakus, am Höhepunkt des Jahres, zwischen Stier und Krebs. Inhalt des Bildes ist, daß die Sonne ihre Jahresbahn nie verläßt. »Animus moderatus, sibique sufficiens, Solem, in Zodiaco progredientem, imitatur; cui inscripsit Tassus: NON TRANSGREDITUR.« Das gleiche Emblem kann auch den gehorsamen Menschen bezeichnen: »hoc symbolum ad veri obedientis indolem describendam deservit« (Picinelli, Lib. I, Nr. 181, s.v. sol in Zodiaco). Damit kann die Bahn der Sonne auch Symbol für die Ordnung des mönchischen Lebens sein.

i NVTRIT AMORE (Ernährt durch die Liebe). Pelikan, der seine Jungen mit seinem Herzblut ernährt. Dieses häufig gebrauchte Emblem ist Bild der aufopfernden Liebe, auch der Liebe eines Abtes für die ihm anvertrauten Mönche (Picinelli Lib. IV, Nr. 544, s.v. pelicanus mit der Deutung auf Praelatus charitativus).

k EX FVNERE VITA (Leben aus der Asche). Phönix. Sonne über Landschaft. Aus den Flammen in seinem Nest erhebt sich der Phönix zu neuem Leben. Wie der Pelikan wird auch der Phönix als Symbol häufig gebraucht, er ist Bild für die Überwindung des Todes und den Gewinn des ewigen Lebens, wobei das Feuer auch die Buße oder Bußübungen bedeuten kann, Prüfungen, die die Seele läutern.

1 Sonne unter Mond

1 NON EXTINGUITUR INDE (Davon wird sie nicht ausgelöscht). Sonne über Mond, der einen Schatten wirft. Das Bild der Sonnenfinsternis ist selten, ebenso wie das Bild der Sonne, die den Zodiakus nicht überschreitet (h). Es kann nach Picinelli (Lib. I, Nr. 199-203, s.v. eclipsis solis) Undankbarkeit bedeuten, auch die von Verleumdung nicht verletzte Tugend oder die verborgene Tugend, oder den Marientod. Im Zusammenhang des Walkersaicher Zyklus bedeutet das Bild wohl den Mönch, dessen Leben wegen seiner harten Bedingungen und seiner Abgeschiedenheit der Welt traurig erscheint, der aber im unverdunkelten Licht der Tugend in Wirklichkeit aller Bewunderung und Verehrung wert ist. »Religiosum hac imagine repraesentaverim, qui, tametsi in vitae suae secessu ac claustri angustiis coram hebescente mundi oculo moestam eclipsin contraxisse videri queat; in virtutis tamen luce, quae occultari aut cancellis constringi nescit, penitus incolumis,« omniumque admiratione ac reverentia plenus persistit« (die Embleme h und l liegen hinter dem Hochaltar).

m FORTVINA TONAT INFRA VERTICEM / SAPIEN TIS (stark restauriert, richtig wohl »tonitrus tonat infra vert cem sapientis« oder »tonitrua tonant ...«: Der Donner dröhr unter dem Haupt des Weisen). Olymp. Hoher, steiler Ber Seine Spitze ist über den Wolken. Unter den Wolken zucke Blitze. Die Bergspitze des Olymp, unter der die Unwette toben, ist Bild für die Martyrer: »Mons Olympus, ad umbil cum horrenda nubium ac fulminum tempestate infestatus, ver ticem supra illa penitus liberum ac immunem attollit ... Super IORA ILLAESA. Sancti Martyres, corpore tenus plurima hostiui tyrannide excruciati, superiorem hominem, animum inquan penitus serenum omnique iniuria liberum servarunt« (Picinelli, Lib. II, Nr. 621, s. v. Olympus). Das Bild kann in diesen Sinn auch auf Mönche angewendet werden.

nelli, Lib. II, Nr. 621, s. v. Olympus). Das Bild kann in diesen Sinn auch auf Mönche angewendet werden.

Perlmuschel, p Schaf

p UNDIQUE INERMIS (In jeder Hinsicht wehrlos). Schaf vor Haus in Landschaft. Das Schaf, dem die Natur nicht die geringste Waffe gegeben hat, sich zu verteidigen, ist Bild der Apostel, die Christus wie Schafe unter die Wölfe geschickt hat (sicut oves in medio luporum).

Picinelli zitiert Cornelius a Lapide: »Christus vetat Apostolis, quos iubet non armis, sed Deo fidere, atque fidem non pugnando, sed patiendo propagare«. Übertragen werden kann diese Bedeutung auf die Kleriker: »arma enim Clericorum sunt preces et lachrymae« (Picinelli, Lib. V, Nr. 578, s.v. ovis, mit gleichem Lemma).

K Südliche Seitenkapelle

K, SCHEINKUPPEL MIT CARITAS Im Gewölbe der Kapelle ist zunächst ein umlaufender Profilrahmen gemalt, auf dem vier Pfeiler ansetzen, deren seitlichen Bogenöffnungen Ausblick in den Himmel geben. Die Pfeiler tragen wiederum einen Kuppelansatz, auf dem eine Kuppelschale mit gemalten Rundbogenfenstern ruht, die sich noch einmal in einem zentralen Durchbruch öffnet. Hier erscheint auf Wolken Caritas, das brennende Herz in der Hand. Sie ist begleitet von einem Putto, der mit einer Fackel einen zweiten Putto stürzt. Dieser ist Amor carnalis, die irdische Liebe, er ist durch den Bogen Amors gekennzeichnet.

Inschrift auf der inneren Kuppelschale CHARITAS, omnia sustinet, est, quae vincit omnia, et sine qua nihil valent omnia / et quae, ubicumque fuerit, trahit ad se omnia. S. August. de Doct. Chrys.

K, GOTTVATER In der kleinen Apsiskalotte ist über dem Altar Gottvater in Wolken gemalt, umgeben von Putten.

Kapelle: K1 Scheinkuppel mit Caritas

Quellen und Literatur

StAM, LRA 51593: Restaurierung 1855/63 und 1931; LRA 51604: Restaurierung 1902/05; LRA 51605: Hochaltarfiguren; LRA 51618: Hochaltar 1916.

AEM, Pfarrakten Buchbach, 150 8432 01: Filiale Walkersaich, Baufälle 1860–1930; 150 8461 01: St.-Josephs-Bruderschaft. Pfarrarchiv Buchbach, Summarischer Extrakt über alle Einnahmen und Ausgaben des Lobwürdigen Unserer Lieben Frau Gottshaus zu Walkersaich, Jahrgänge 1749–74, danach fortlaufend ausführliche Kirchenrechnungsbände.

BLfD, Akt Walkersaich, Kirche Mariä Himmelfahrt

Wening Bd 3, S. 61, Ansicht 129. Mayer-Westermayer, Bd 2, S. 558, 562 f. KDB I OB (3), S. 2291.

Thieme-Becker Bd 25, S. 238 (s. v. Miller, Joh. Nikolaus).

Hofmann, Sigfrid, Die Kirchen der Pfarrei Buchbach, Beiträge zur Bau- und Kunstgeschichte aus den Kirchenrechnungen des 17. und 18. Jh. (= Wissenschaftliche Veröffentlichungen des Heimatpflegers von Oberbayern, Reihe A, Heft 10) Schongau 1956 (Ms.), S. 30–32.

Historischer Atlas Bd 36, Mühldorf (Helmuth Stahleder) München 1976, S. 270.

Krausen, Edgar, Walkersaich, eine Hofmark des Klosters Fürstenfeld im Isengau, in: Amperland 15, 1979, S. 424–27.

Huber, Hans, Die Kuratiekirche Walkersaich, in: 1200 Jahre Buchbach (Hg. Marktgemeinde Buchbach), Buchbach 1988, S. 127–31.

Hübner, Hans, Die Grundherrschaft Walkersaich, in: 1200 Jahre Buchbach, S. 165–67.

Dehio 1990, S. 1239.

A.B