Unterzarnham, Filialkirche St. Viktor und St. Corona
Filialkirche, Pfarrei Wang (Pfarrverband Gars), Gemeinde Unterreit, Erzdiözese München und Freising; z.Z. der Ausmalung Pfarrei Mittergars, die dem Kloster Au am Inn inkorporiert war, Erzbistum Salzburg. Gericht Kling
Patrozinium: St. Viktor und St. Corona
Zum Bauwerk: Der kleine Bau stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. und wurde 1755 barockisiert durch die Gerichtsmaurermeister von Kling, Matthias Cronast und Johann Bliemelsrieder. Ersetzen der verfaulten Holzdecke im LHs durch ein Lattengewölbe, Abnehmen der Rippen im Chor und Verschleifen des Gewölbes. Einfache Stuckierung durch die Maurer. Sie ist dem im Eingangsraum der Wallfahrtskirche Fißlkling vergleichbar, 1787 wurden »zu Mittergars und Zarnheim ...die Baufälligkeiten abgethan und selbige Gotteshäuser auch ziemlich verschönert durch Aloysium Sedlmayr, Vicarium ibidem« (Chronik des P. Alois Sedlmayr von Au, seit 1787 Pfarrvikar), was sie 1788 vor dem Abbruch bewahrte (Klosterarchiv Gars, Chronik von Au, Az. 6001.01.03).
Saalbau mit Tonnengewölbe, eingezogener Chor zu zwei Jochen, dreiseitig geschlossen. Die Fresken befinden sich im Altarraum.
Auftraggeber: Propst Patritius Zwick von Au (1748–61). In seiner Amtszeit wurden alle zu Au gehörigen Kirchen ausgestattet
Autor und Entstehungszeit: Autor unbekannt, 1755. Chronogramm am Chorbogen: Renoviert 1755.
Befund
Träger der Deckenmalerei: Stichkappentonne Rahmen: Gemalte Rahmung, Rocaillestuck Technik: Fresko; polychrom Maße des ARs: Höhe 3,50 m; 6,40 × 3,50 Erhaltungszustand und Restaurierungen: Die Fresken wurden 1978 freigelegt.
Beschreibung und Ikonographie
Der kleine Altarraum zeigt eine einfache Stuckierung in Rankenornamentik, mit Rosen bemalte Kapitelle, gemalte Apostelkränze. An der nördlichen Chorbogenwand, dem ehemaligen Platz der Kanzel, ist ein gemalter grüner Vorhang mit goldenen Borten um die Gesetzestafeln des Moses.
Zwei emblemähnliche Darstellungen an der Decke flankieren ein stuckiertes Christusmonogramm. Sie beziehen sich auf die Titelheiligen Viktor und Corona, deren Namen den Sieg (1) und die Krone (2) bedeuten.
Quellen und Literatur
StAM, Gericht Kling, Kirchenrechnungen. AEM, Kunsttopographie der Erzdiözese, Dekanat 32/Wald kraiburg (Georg Brenninger). BLfD Akt Unterzarnham, Kirche St. Viktor
BLfD, Akt Unterzarnham, Kirche St. Viktor. Kemp, S. 308.
C. B
