Vorwort Dank (Band 7)
Der heutige Landkreis Erding deckt sich weitgehend mit dem früheren Gericht Erding und dem kleinen Gericht Dorfen im ehemaligen Rentamt Landshut in Niederbayern. Die ehemals reichsfreie Grafschaft Haag im Süden mit St. Wolfgang und Schwindkirchen war im 18. Jh. unter kurfürstlicher Verwaltung. Die Hochfürstlich Freisingische Herrschaft Burgrain mit dem Kollegiatstift Isen bildete eine Enklave, die um 1700 eine gewisse Bedeutung für das Erdinger Land als Kunstlandschaft hatte. Das Gebiet, das in diesem Band behandelt wird, besaß weder bedeutende Schlösser noch Klöster – neben Isen ist nur das erst 1737 gegründete kleine Kollegiatstift St. Wolfgang zu nennen. Das Erdinger Land war in erster Linie Bauernland. Zwar gab es im Gericht siebzig Adelshofmarken und Sitze auch bedeutender bayrischer Adelsfamilien, aber die Hofmarkskirchen des 18. Jh. unterscheiden sich hier nicht von den Pfarr- und Filialkirchen. Von diesen Kirchen, erbaut von den Gerichtsmaurermeistern Hans und Anton Kogler sowie ihrem Nachfolger Johann Lethner, ist das Land geprägt. Sie gleichen sich alle in ihren hohen lichten Räumen, ihren weiten fragilen Gewölben und den geschwungenen Turmhauben. Bei ihrer Ausstattung richtete sich das Interesse der Auftraggeber oft mehr auf die Altäre, die im Durchschnitt erstaunlich gut sind, erst in zweiter Linie auf Stuck und Fresken.
Drei Maler, die auch freskierten, waren im 18. Jh. in Erding ansässig, Michael Rieder, Franz Xaver Zellner und Nikolaus Miller. Sie hinterließen zusammen nur sechs Ausmalungen. Arbeiten auswärtiger Maler sind die frühen Freskierungen von Johann Kendlbacher in Isen, von Johann Degler in Heilig Blut und Itzling sowie von Johann Jakob Pletzger in Riding zu nennen. Der einzige Maler, der hier länger anhaltenden Erfolg hatte, war der Zimmermann-Schüler Martin Heigl. Er malte drei große Pfarrkirchen und zwei Wallfahrtskirchen aus. Zusammen mit den späten Freskierungen von Johann Joseph Anton Hueber in Dorfen und Thomas Christian Wink in Schwindkirchen gehören sie zu den besten Arbeiten im Landkreis. Ein schöner Fund am Rande waren die Belege für die Tätigkeit des jungen Stuckators Johann Baptist Zimmermann in Isen, dem auch der Stuck in St. Wolfgang und in Riding zugeordnet werden konnte.
Bemerkenswert in diesem Bereich ist die eigenwillige Ikongraphie der Freskenzyklen. Sie ist geprägt von dem Bestreben, den Menschen die Heilswahrheiten eindringlich vor Augen zu führen. Das Bemühen um eine gute Seelsorge, wohl zusammenhängend mit dem Wirken der Bartholomäer, hatte eine Reihe didaktisch sorgfältig ausgearbeiteter Programme zur Folge, die von den beiden Wartenberger Malern Franz Albert und Franz Joseph Aiglstorffer ausgeführt wurden.
Erding war ein Land der Wallfahrten und Wallfahrtskirchen, die – oft aufgrund darniederliegender ursprünglich mittelalterlicher Wallfahrten – im späten 17. und im frühen 18. Jh. rasch und triumphal aufblühten, meist nicht nur gefördert, sondern initiiert von engagierten Pfarrern. Zu nennen sind Heilig Blut, St. Wolfgang, Maria Dorfen, Maria Thalheim und Tading.
Bei unserer Arbeit haben wir von vielen Seiten Hilfe und Unterstützung erfahren. Am meisten Mühe und Arbeit machten wir – wie auch bei den vorhergehenden Bänden – dem Archiv der Erzdiözese München und Freising. Für alle Geduld und Freundlichkeit danken wir Dr. Peter Pfister und den Mitarbeitern im Archiv und in der Bibliothek von Herzen. Auch dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege haben wir zu danken, ebenso dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, dem Staatsarchiv München, dem Staatsarchiv Landshut, der Handschriftenabteilung der Bayerischen Staatsbibliothek, dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte und der Staatlichen Graphischen Sammlung. Dr. Klaus Kratzsch vom Landesamt, Referent für den Landkreis Erding, war uns eine große Hilfe, er ließ uns jede erbetene Information zukommen. Auch allen Restauratoren haben wir zu danken, die uns gern freundlich und geduldig Auskunft gegeben haben. Dr. Hans Ramisch vom Kunstreferat der Erzdiözese hat uns Photos aus der Kunsttopographie zur Verfügung gestellt, ebenso wie die Firma Wiegerling. Allen Pfarrherrn, die uns Zutritt zum Pfarrarchiv gewährten oder uns über Restaurierungen Auskunft gegeben haben, sind wir zu Dank verpflichtet.
Gerhard Koschade, Erding, neben Georg Brenninger der intime Kenner der Kirchen im Erdinger Land, hat das Manuskript durchgesehen und manche Ergänzungen gemacht, sowie uns noch unbekannte Quellen zur Verfügung gestellt. Besonders verbunden sind wir Prälat Dr. Sigmund Benker, der sich freundlicherweise die Mühe machte, historische Fakten und theologische Belange sowie lateinische Zitate und ihre Übersetzungen im Manuskript zu überprüfen.
Unser Unternehmen wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft getragen. Wir möchten den Damen und Herren, die mit unserer Sache befaßt sind, von ganzem Herzen danken für ihre Geduld und ihr Verständnis, für manche Anregung und auch für Kritik.
Dem Hirmer Verlag und Herrn Albert Hirmer selbst sind wir zu großem Dank für die verlegerische Betreuung verpflichtet. Frau Dorothea Walch hat mit großer Sachkenntnis und sicherem Gespür die Herstellung des Bandes durchgeführt. Die Zusammenarbeit mit ihr war eine reine Freude.
Das Zustandekommen dieses Bandes war nur möglich durch das großzügige Entgegenkommen von Herrn Xaver Bauer, dem Landrat des Landkreises Erding, und Herrn Dieter Bartke, dem Vorstandsvorsitzenden der Kreis- und Stadtsparkasse Erding.
Frank Büttner und Bernhard Rupprecht