Untereglfing, Filialkirche Mariä Himmelfahrt


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 1: Die Landkreise Landsberg am Lech, Starnberg, Weilheim-Schongau. Hirmer, München 1976, ISBN 978-3-7991-5737-7, S. 548, geschrieben von Bauer-Wild, Anna, Böhm, Cordula, Lüdicke, Lore und Werner-Clementschitsch, Heide. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

UNTEREGLFING

Filialkirche, Gemeinde und Pfarrei Eglfing, Diözese Augsburg; z. Z. der Ausmalung hatte Kloster Bernried das Präsentationsrecht auf die Pfarrei, Gericht Weilheim

Patrozinium: Mariä Himmelfahrt

Zum Bauwerk: Erweiterung der mittelalterlichen Kapelle durch einen rechteckigen Gemeinderaum (8,60 × 5,25 m) im 17./18. Jh.; die alte Kapelle bildet den eingezogenen AR mit dreiseitigem Schluß. Das Fresko befindet sich im Gemeinderaum.

Autor und Entstehungszeit: Signatur am O-Rand des Bildes, links und rechts von der Bildunterschrift: Mart... Failler & Pinxit / Anno . 1766. Martin Failler ist ein unbekannter, unbeholfener bäuerlicher Maler, dem ein Fresko in Obermühlhausen (s. LKr. Landsberg am Lech) mit der Signatur »F.M. Binxit 1768« zugewiesen wird.

Befund

Träger der Deckenmalerei: Flachdecke Rahmen Stuckprofil

Technik: Fresko; polychrom M.O. TI'll FIF

Maße: Höhe 5,15—m; 5,20 × 3,50

Erhaltungszustand: Längsrisse, kleine Fehlstellen; das Fresko, Signatur und Bildunterschrift sind augenscheinlich bei einer Restaurierung übermalt worden.

Beschreibung und Ikonographie

HIMMELFAHRT MARIENS Einansichtige Darstellung mit geringer Untersicht und ungeschickten Verkürzungen; Standpunkt unter der Bildmitte. Inmitten der öden Landschaft mit einer kleinen Stadt im Hintergrund rechts umgeben die Apostel den leeren Sarkophag. Auf Wolken schwebt Maria, von einem Engel begleitet, zum Himmel empor. Am westlichen Bildrand sind – viel zu klein im Verhältnis zu den übrigen Figuren – Gottvater und Christus mit der Taube des Hl. Geistes wiedergegeben.

Das Bild wirkt farblich eintönig; es ist auf Graublau (Hintergrund), Rosa und Ocker (Wolken, Gebirgsformation), Blau und Rostrot (Gewänder) beschränkt. In einem Schriftband steht der Bittruf: INTERCEDE PRO NOBIS AD DOMINVM DEVM NOSTRUM

Quellen und Literatur

Gailler, Franciscus Salesius, Vindeliciae Sacrae Tomi 3.. Capitulum Weilheimense, Augsburg 1756, Cap. 15,5 und 44, 2/11.

Braun-Augsburg, Bd 1, S. 340 f. (Eglfing).

Mauthe, Willi, Der Pfaffenwinkel, Weilheim 1964, S. 34.