Pfrombach, Pfarrkirche St. Margareta
PFROMBACH
Pfarrkirche, Stadt Moosburg, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung hatte Kloster Tegernsee das Präsentationsrecht auf die Pfarrei Pfrombach mit den zwei Filialen Aich und Thann. Gericht Erding
Patrozinium: St. Margareta
Zum Bauwerk: Spätgotischer Bau des 15. Jh. Altarausstattung um oder kurz nach 1700 unter Verwendung älterer Teile, Weihe der Altäre am 30. 6. 1708. Neue Kanzel 1716. 1725 wurde ein Neubau des Kirchturms beantragt, da der alte so baufällig war, daß er demnächst das »ganzes Langhaus samt dem Tabulat (Deckenvertäfelung) einschlagen werde« (damals hatte das LHs also noch eine hölzerne Flachdecke). Konsens von Freising am 26. 11. 1725. Der Turmbau wurde von dem Erdinger Maurermeister Anton Kogler und dem Zimmermeister Georg Diemer von Berglern ausgeführt. 1729 wurde der Chor gewölbt, dazu wurden von den Kirchen der Umgebung 340 fl. geliehen (Schmidt 1739: »Eccle sia parochialis melioris et reparatae structurae«). Das Datum der LHs-Wölbung ist nicht bekannt, hängt aber wohl mit einer größeren Dachstuhlreparatur 1750 (225 fl.) zusammen. Ausmalung 1763. 1845 gründliche Baureparatur: Dachstuhl, Kirchturm, neues Pflaster, neue Empore und Orgel, Verlegung des Eingangs von der S- auf die W-Seite mit neuem Portal. Sakristeianbau im N mit Obergeschoß aus dem 19. Jh. Bei einem Brand 1866 wurden der Turm und der Dachstuhl »bis auf das Kirchengewölbe herab« vernichtet; das Gewölbe hielt dem Feuer aber stand und das Innere der Kirche blieb unversehrt. Wiederaufbau 1867/69. 1914 Erweiterung des LHs nach W um ca. 4,00 m, dabei Versetzung und Veränderung des westlichen Vorbaus von 1845.
Einfacher Saalbau zu ehemals drei, jetzt vier Jochen, Empore im W, gleichmäßige Belichtung von N und S durch Fenster in allen drei Jochen des ehem. LHs. Eingezogener AR zu zwei Jochen mit dreiseitigem Schluß, Belichtung durch ein Fenster von N, zwei Fenster von S und zwei in den Schlußschrägen.
Auftraggeber: Bartholomäus Mayr, Pfarrer in Pfrombach (1760–88). Inschrift in Fresko C: Bartholomäus Maijr Pfarre hat dises Gotts hauß aus mahlen lassen ano 1763. Inschrift auf dem Epitaph neben der Sakristeitür: Hier ruhet im Frieden der Hochwürdig: und Hochgelehrte Herr / Bartholomeus Mayr, 27 Jahre lang / gewester Pfarrer in Pfrombach / Die rühmlichste Verzierung seiner Gottshäuser / die freygebigste Aussteuerung seiner Anverwandten / die heilsamste Stiftungen für die leidende Seelen / machen sein Andenken unvergeßlich / Im Weinberg des Herrn hat er 46 Jahr lang / gearbeitet und seine Kräften erschöpfet: / endlich starb er im 73. Jahr seines Alters / den 19. Februari Anno 1788.
Autor und Entstehungszeit: Joseph Unterleutner (* 1708 Kiefersfelden? † 10. 8. 1772 Freising) 1763. Signatur in A: Joseph Unterleudtner, Mahler in Freijsing. Das Datum 1763 geben die Inschrift in C (s.o.) und das Chronogramm am Chorbogen an: heILLIge Margaretha seI: VnD bLeIbe, eIn forbItterIn In pfronpaCh (= 1763).
Joseph Unterleutner war ein Sohn des Kiefersfeldener Wirtes Martin Unterleutner. Die Malergerechtigkeit in Freising erwarb er sich durch Heirat (13. 11. 1736) mit Maria Barbara Lederer, der Tochter des 1733 verstorbenen Freisinger Hofmalers Franz Joseph Lederer. Nach deren Tod heiratete er am 29. 7. 1755 Maria Monika Aiglstorffer, Tochter des Wartenberger Malers Franz Albert Aiglstorffer (* 1675 † 25. 11. 1741).
Die Ausmalung in Pfrombach ist die einzige signierte Ausmalung, die von Joseph Unterleutner erhalten ist. Die Fresken in Niederding (LKr. Erding, 1760) und Lengdorf (LKr. Erding, 1761) können ihm zugeschrieben werden.


Befund
Träger der Deckenmalerei: LHs (A, B, C) Tonne mit Stichkappen; AR (D) nach O abgemuldete steilere Stichkappentonne; W Sakristeiwand
Rahmen: sämtlich gemaltes Stuckprofil in sonst schmucklosem Gewölbe, Brokat-Ornamentfelder in den Stichkappen des AR
Technik: Fresko; A-D, 1-4, D1-4 und W polychrom, a-d monochrom ocker
Maße: A Höhe 6,50 m; 3,40 x 3,40 B Höhe 6,50 m; 4,70 x 3,50 C Höhe 6,50 m; 1,50 x 1,50 D Höhe 6,70 m; 5,10 x 3,30
Erhaltungszustand und Restaurierungen: 1845 wurde das Innere renoviert. Nach dem Bericht vom Brand 1866 (AEM Bauten II) wurden das Gewölbe und damit die Deckenbilder durch das Feuer bzw. Löschwasser nicht beschädigt («das Innere der Kirche selbst blieb vollkommen unverletzt und unbeschädigt»), doch war während des Feuers das gesamte bewegliche Inventar aus der Kirche entfernt worden. Im Anschluß an den Brand wurde deshalb das Kircheninnere gereinigt. Damals oder schon 1845 wurden die Nebenbilder übermalt, und die Raumschale wurde dunkel gefaßt. Diesen Zustand fand man 1913 vor, als man mit der Kirchenerweiterung auch eine Restaurierung des Innenraums plante. Im Anschluß an die Langhauserweiterung 1914 wurden Wände und Deckenflächen kalkweiß gestrichen, die großen Deckenbilder gereinigt und ausgebessert. Die kleinen Nebenbilder an Zwickeln und Stichkappen waren unter der Tünche noch sichtbar und wurden aufgedeckt; sechs Stichkappenbilder im LHs wurden neu gemalt (als Restaurator war vom BLfD Bonifaz Locher, München, empfohlen worden). Bei der Entfeuchtung des Baus und der Innenrestaurierung 1957 reinigte Ludwig Keilhacker, Taufkirchen an der Vils, die Deckengemälde. Letzte Restaurierung 1976/81 durch Ludwig Keilhacker: Die Fresken wurden gereinigt, vom Schimmel befreit, Risse geschlossen, die Übermalungen der Restaurierung von 1914 abgenommen und kleinere Fehlstellen ergänzt. An den Nebenbildern wurden die lockeren Putzschichten gefestigt, die Ausbrüche geschlossen, die Bilder gereinigt und fixiert und die vielen Fehlstellen retuschiert. Zwei der nachbarocken Fresken in den Zwickeln zwischen erstem und zweiten LHs-Joch, im Bereich des Anbaus von 1914, Jakob segnet Esau (nördlich) sowie David und Goliath (südlich) wurden wieder entfernt; vier Nebenbilder von 1914 blieben in situ.

Beschreibung und Ikonographie
Im LHs sind die beiden Hauptbilder von vier Nebenbildern an den Gewölbezwickeln (1-4) sowie von vier Nebenbildern in den Stichkappen (a–d) begleitet. Die beiden Hauptbilder A und B beziehen sich auf die dreifache Bildpräsenz Marias in den Pfrombacher Altären. Auf dem Hochaltar, der der hl. Margareta geweiht ist, Statuen, thronende Maria umgeben von den Nothelfern; die Altarpatronin Margareta erscheint als Seitenfigur, ebenso der hl. Sebastian. Auf dem linken nördlichen Seitenaltar steht eine Statue der Schmerzhaften Muttergottes, die seitlichen Statuen stellen den hl. Johann Nepomuk (seit 1739) und Maria Magdalena dar. Der rechte südliche Seitenaltar zeigt als Hauptbild eine Replik des Altöttinger Mariengnadenbildes, als Seitenfiguren Joseph und Joachim (Schmidt 1739 nennt diesen Altar noch als Marienaltar, die Pfarrbeschreibung 1817 als Josephsaltar). Die Nebenbilder 1–4 und a–d sind den Nebenpatronen der Seitenaltäre gewidmet.
A VISION DES HL. JOHANNES EVANGELISTA AUF PATMOS (Apoc 12) Das einansichtige Fresko ist nach W ausgerichtet und zeigt kaum Untersichten oder Verkürzungen. Bildschauplatz ist eine spärlich bewachsene wüstenähnliche Landschaft; im Hintergrund dehnt sich das Meer. Links am Bildrand steigt steil ein Felsen an. Hier sitzt unter einem Baum der Evangelist Johannes, gekennzeichnet durch seine Attribute Adler und Kelch, aus dem die Schlange züngelt. Neben dem Kelch steht ein Tintenfaß mit Feder. Johannes hält in der Rechten eine Schreibfeder und auf den Knien ein aufgeschlagenes Buch mit der Inschrift {ZITAT|NNN} (»Ich sah ein str git(?) an dem bimmel ein weib mit der sonen bekleidet apoc 6«). An der rechten Seite der Uferlandschaft flammt ein Feuer.
Auf Wolken erscheint Maria, das Kind auf den Armen, mit den Abzeichen des Apokalyptischen Weibes. Sie ist von Sonnenstrahlen hinterfangen, hat um das Haupt einen Sternenkranz und den Mond unter ihren Füßen. Sie tritt auf die Schlange, die einen Apfel im Maul hält.


Neben ihr stürzt der siebenköpfige Drache nach unten in das Feuer am Ufer; mit einigen seiner Köpfe bedroht er zähnefletschend Maria. Am Bildrand sind unter dem Schwanz des Drachens zahlreiche Sterne zu sehen.
Das Bild illustriert die Hauptmotive aus dem zwölften Kapitel der Apokalypse des Johannes: »Und es erschien am Him mel ein großes Zeichen: eine Frau, umkleidet mit der Sonne der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen; und sie ist schwanger und schreit in Wehen und Geburtsqualen. Und ein anderes Zeichen erschien am Himmel und siehe: ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und auf seinen Köpfen sieben Kronen; und sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache steht vor der Frau, die gebären soll, um gleich nach der Geburt ihr Kind zu verschlingen ... Und gestürzt wurde der große Drache, die alte Schlange, ... gestürzt wurde er auf die Erde ... Und als der Drache sah, daß er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Da wurden der Frau die zwei Flügel des großen Adlers gegeben ...«
»Und es erschien am Himmel ein großes Zeichen: eine Frau, umkleidet mit der Sonne, der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen; und sie ist schwanger und schreit in Wehen und Geburtsqualen. Und ein anderes Zeichen erschien am Himmel und siehe: ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und auf seinen Köpfen sieben Kronen; und sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache steht vor der Frau, die gebären soll, um gleich nach der Geburt ihr Kind zu verschlingen ... Und gestürzt wurde der große Drache, die alte Schlange, ... gestürzt wurde er auf die Erde ... Und als der Drache sah, daß er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Da wurden der Frau die zwei Flügel des großen Adlers gegeben.«
Das Apokalyptische Weib ist in der traditionellen ikonographischen Ausformung gegeben, mit dem bereits geborenen Kind und den Flügeln des großen Adlers, auf die Schlange tretend, die in der Bildtradition den Drachen vertritt. Beim Drachen bemühte sich Unterleutner, der schriftlichen Quelle gerecht zu werden: er malte ihn rötlich, zwei Köpfe haben Kronen auf, ein Kopf zeigt ein Hörnchen; doch ist er mitsamt seinem die Sterne vom Himmel fegenden Schweif eher drollig als schreckenerregend. Das Feuer kommt in der Apokalypse in diesem Zusammenhang nicht vor. Es soll wohl das Höllenfeuer darstellen, das dem Drachen (Satan) zugeordnet wird. Die Farbigkeit wird bestimmt durch den ocker-braun-gelben Gesamtton, in dem die Gewandfarben nur Akzente setzen (Rot und Grün bei Johannes, Blau am Mantel Marias).
B JOACHIM UND ANNA MIT IHRER TOCHTER MARIA Fast einansichtige Darstellung, Ansicht nach O. Die isoliert dargestellten Szenen und Figuren werden durch den ocker-gelb-braunen Gesamtton zusammengebunden, ergänzt durch sparsame Farbakzente wie das zarte Rosa der Wolken, das Graugrün der Bäume und Pflanzen und das Rot, Gelb und Lindgrün der Gewänder.
Das Bild faßt in einem Schauplatz, einem ländlichen Wiesengrund, drei Szenen zusammen. Links sehen wir Joachim vor seiner Hütte, wegen der Schande der Kinderlosigkeit sich bei den Schafen verbergend; hier wurde ihm ein Kind geweissagt. Die rechte Szene zeigt die Begegnung Joachims mit Anna an der Goldenen Pforte und damit symbolisch die Empfängnis Mariens durch Anna (Immaculata Conceptio). In der Bildmitte ist eine Figurengruppe in größerem Maßstab dargestellt: Joachim und Anna knien zu beiden Seiten und halten ihr Kind Maria in einer Geste der Hingabe oder Aufopferung nach oben. Das Kind ist gewickelt und mit einem Nimbus ausgezeichnet, der aus Strahlen besteht, an deren Ende jeweils ein Stern zu sehen ist. Es hat die Händchen gefaltet und blickt zum Himmel. Dort erscheint in einer runden Wolkenöffnung die Taube des Heiligen Geistes mit einem Ring im Schnabel. Putten halten einen Kranz weißer Rosen über das Kind; der Name MARIA (ligiert) ist unter dem Kranz zu sehen. Die Taube mit dem Ring und der weiße Kranz weisen auf die Gottesbrautschaft Mariens und ihre jungfräuliche Mutterschaft hin.
Auch und vor allem das Apokalyptische Weib in der Vision des Johannes (A) bedeutet die Immaculata. Dieses Thema verbindet die beiden Hauptfresken: Ist in B sozusagen der historische Beweis für die jungfräuliche Empfängnis mit der Geschichte von Joachim und Anna, der Vision und der Begegnung an der Goldenen Pforte erbracht, so zeigt A ihre Vorherbestimmung von Anfang an und ihren Triumph am Ende der Tage (zu Maria als Immaculata s. Schiller, Bd 4/2, S. 154–78).




4 TOD JOSEPHS In einem Innenraum liegt Joseph stehend in einem einfachen hölzernen Bett. Schreinerwerkzeug ist im Vordergrund zu sehen, an der Wand hängt eine Säge. Maria und Jesus stehen bei dem Sterbenden. Jesus hat seine rechte Hand ergriffen und hält ein kleines Kreuz hoch. Über dem Bett erscheint von Wolken umgeben das verschlossene Tor des Paradieses (die Erlösungstat Christi ist zum [legendären] Zeitpunkt des Josephs-Todes noch nicht vollendet).

a-d EMBLEMÄHNLICHE DARSTELLUNGEN, BEZOGEN AUF DIE ALTARPATRONE In den Stichkappen der vier LHs-Joche befinden sich emblemähnliche Darstellungen ohne Lemmata. Die vier Bilder der beiden östlichen Joche stimmen in der Rahmenform und in Bilddetails überein, die vier Bilder der beiden westlichen Joche dagegen zeigen deutliche Unterschiede zu dieser Gruppe. Da sich die beiden im ersten LHs-Joch im Anbaubereich von 1914 befinden, sind sie mit Sicherheit eine Hinzufügung der an die LHs-Erweiterung anschließenden Innenrestaurierung, bei der die barocken Nebenbilder aufgedeckt wurden. Das Bildpaar im zweiten LHs-Joch ist von der gleichen Hand und damit ebenfalls nach 1914 entstanden, sei es, daß sich an dieser Stelle keine alten Bilder befanden, sei es, daß die alten Bilder nicht mehr rekonstruierbar waren. Diese neu gemalten Bilder stellen dar, im N von W nach O: Phönix, im Feuer auffliegend; Arche Noah. Im S von W nach O: Pelikan im Nest, der seine


Jungen vor einer Schlange schützt; Lamm auf einem Opferaltar. Zählung der Embleme im folgenden ohne diese neuen Bilder.
Die Stichkappenbilder a-d von 1763 beziehen sich mit den jeweils danebenliegenden Zwickelbilder 1–4 auf die Nebenpatrone der Altäre.



Damit ergibt sich auch ein Bezug zum Hauptbild B mit der Darstellung der Marienempfängnis und auf Joachim als Nebenpatron des rechten Seitenaltars.


D, D1-4 MARGARETA-SZENEN
Die fünf Bilder im Chor (die Nebenbilder D1-4 befinden sich in gemalten Kartuschenrahmen an den Gewölbezwickeln) beschäftigen sich mit der Kirchenpatronin Margareta von Antiochia. Deren legendäre Vita berichtet, daß Margareta eine vornehme Jungfrau aus Antiochia, wegen ihrer Schönheit vom römischen Präfekten Olibrius umworben wurde. Sie weigerte sich, da sie Christin war und sich als Braut Christi betrachtete (D1). Daraufhin wurde sie mit Ruten geschlagen und mit Haken zerrissen (D2 und D4). Im Gefängnis erschien ihr der Teufel in Gestalt eines Drachens. Mit dem Kreuz schlug sie ihn in die Flucht (D3). Schließlich wurde sie unter Diokletian Anfang des 4. Jh. enthauptet (D4).

ENTHAUPTUNG DER HL. MARGARETHA Einanichtige Darstellung, Ansicht nach O. - Das Bild zeigt als bunten, detailreich geschilderten Schauplatz das Gelände vor den Toren einer antiken Stadt. Eine säulenbesetzte Architektur links, Mauern, mit Friesen gezierte Gebäude und ein Obelisk schließen einen nach rechts hügelig ansteigenden Grasplatz nach hinten ab. Hier, im Mittelgrund, spielt die Enthaupungsszene, in die durch ein dunkleres Repoussoir eingeführt wird - eine Quadermauer und eine Säulentrommel auf seichtem Grasstreifen. In der Darstellung der Architekturen werden durch Verkürzungen, Untersichten und einen gemeinsamen Fluchtpunkt der Höhenlinien illusionistische Effekte gesucht, die in der Darstellung der Figuren fehlen. Im Mittelgrund ist die figurenreiche Szene leicht diagonal von links nach rechts ansteigend komponiert. In der Bildmitte kniet die gefesselte Heilige und erwartet den Schwertnieb des hinter ihr ausholenden Henkers; zur Rechten hoch zu Roß der römische Stadtpräfekt Olibrius und ein ihn begleitender Soldat, zu Linken der Heiligen eine Gruppe von Zuschauern: ein altes Paar in würdiger Kleidung, ein Soldat und ein vornehmer Turbanträger im Hintergrund, ein einfacher gekleidetes Paar im Bereich der Repoussoirzone. Dem Präfekten zu Pferde ist eine Jupiterstatue auf einem altarähnlichen Sockel sowie ein Obelisk am rechten Bildrand räumlich und bedeutungsmäßig zugeordnet. Über der Heiligen brechen Strahlen aus dem Himmel. Hier fliegen Putten mit Lorbeerkranz und Martyrer-Palmzweig hernieder.
Die Szene ist mit Freude am Detail gemalt, Trachten, Gewänder und Schmuck werden eingehend geschildert. Wie in den anderen Szenen wirkt ein ockergelb-brauner Gesamtton ver einheitlichend, hier allerdings mit verstärkt graublauen, roten und gelben Farbakzenten der Gewänder; hinzu tritt das Graugrün der Bäume, die an beiden Seiten die Hintergrundarchitektur abschließen.
D1 WERBUNG DES OLIBRIUS Margareta, reich gekleidet, steht vor einem Haus und hebt abwehrend die Hand gegen den Präfekten Olibrius, der ihr einen Ring als Zeichen seiner Werbung präsentiert. Dabei weist sie auf den am Himmel erschienenden Namen Iesu IHS.
D2 MARTER MIT FACKELN UND ZANGEN Margareta steht an einen Pfahl gebunden. Ihr Oberkörper ist halb entblößt. Ein Henkersknecht brennt sie mit einer Fackel (rechts ist der Feuerkorb zu sehen), ein zweiter reißt sie mit einem Haken, ein dritter martert sie mit einer Zange.
D3 ERSCHEINUNG IM GEFÄNGNIS Margareta steht hoch aufgerichtet, das Haupt von Strahlen umgeben, in einem engen Kerkerraum. Zu ihren Füßen windet sich ein Drache. Margareta hält in der Rechten ein Kreuz, von dem ein Strahl auf den Drachen niederzuckt.
D4 MARTER MIT RUTEN Margareta liegt entkleidet am Boden, von einem weißen Tuch kaum bedeckt; ihre Arme und Beine sind an Pflöcke gefesselt. Zwei Henkersknechte schlagen sie mit Ruten.

W PFLEGE DES GEMARTERTEN SEBASTIAN Dem hl. Sebastian, der wie die Kirchenpatronin Margareta als Seitenfigur am Hochaltar auftritt, wurde bei der Ausmalung ein Wandbild über der Sakristeitüre gewidmet. Der Heilige sitzt am Fuße eines Baumes, an den er mit den Händen noch gebunden ist, neben sich am Boden Schild, Helm und Mantel, während ihm ein Putto die Pfeile aus dem Leib zieht.
Quellen und Literatur
StA Landshut, Kirchenrechnungen Erding 1725, 1729, 1750 passim.
AEM, Pfarrakten Pfrombach: Pfarrbeschreibung; Pfarrkirchenbauten 1681–1856; Bauten II (Brand 1866 und Wiederherstellung).
AEM, Kunsttopographie, Dekanat Moosburg, Pfarrei Pfrombach (Georg Brenninger, mit Auswertung des Pfarrarchivs Pfrombach).
Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 130 f. Mayer-Westermayer, Bd 1, S. 383–85. KDB I OB (2), S. 1284.
Dehio-Gall OB, S. 86.
Brenninger, Georg, Die Pfarrkirche in Pfrombach, in: Amperland 14, 1978, S. 321–23.
-, Joseph Unterleutner, ein Freisinger Maler der Rokokozeit, in: Amperland 17, 1981, S. 151–55.
Dehio 1990, S. 969 f.