München, ehem. Kloster der Elisabethinerinnen
Spital- und Klosterkirche der Elisabethinerinnen, Mathildenstraße 10 Stadtpfarrei St. Peter, Erzdiözese München und Freising; 1809 säkularisiert, ab 1823 Kapelle des Hl.-Geist-Spitals, 1823 von den barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul übernommen, nach 1900 Krankenhauskirche der Poliklinik. Am 2./3. 10. 1943 bis auf die Außenmauern zerstört, 1963/65 Wiederaufbau
Patrozinium: Fünf Wunden Christi (auf Wunsch der Kurfürstin Maria Amalia), Fest am 19. 11. der Ordenspatronin St. Elisabeth
Zum Bauwerk: 1754 Niederlassung der Elisabethinerinnen aufgrund einer Stiftung der Kaiserin und Kurfürstin Maria Amalia (1701–56), die für die Pflege weiblicher Kranker gedacht war, parallel zur 1750 erfolgten Gründung des Spitals der Barmherzigen Brüder zu St. Maximilian zur Pflege männlicher Kranker (S. 263). Maria Amalia, die Witwe Kaiser Karls VII., hatte erwirkt, daß der in Prag niedergelassene Orden die Bewilligung zur Errichtung eines Konvents und Spitals zunächst 1748 für Bayern in Azlburg bei Straubing und 1754 auch in München erhielt, unter der Bedingung, die Nonnen des Paulanerinnenklosters in der Au in ihren Orden aufzunehmen. Grundsteinlegung zum Klosterbau am 23. 4. 1755 durch Kurfürst Max Joseph III., zur Kirche am 9. 11. 1758. Benediktion 9. 11. 1760, Weihe am 25. 8. 1777 durch den Freisinger Fürstbischof Ludwig Joseph von Welden.
Pläne von Johann Michael Fischer, Bauausführung Franz Anton Kirchgrabner, Fassade um 1790. Altäre Ignaz Günther bzw. seine Werkstatt. Die Kirche war ein Zentralbau in Loreto-Kapellenform, ein zentraler Kuppelraum mit vier angrenzenden quergerichteten Kuppelräumen. Gewestet.
Auftraggeber: Johanna Nepomucena, amtierende Oberin der Elisabethinerinnen von 1756-68, Anton Ignaz Härtel (1759-68), amtierender Pfarrer von St. Peter
Autor und Entstehungszeit: In Fresko A befand sich die Signatur Matthae: Gündter/pinxit 1765, in dem Fresko unter der Empore MG pinxit 1768 (nach Gundersheimer)
Zum ehem. Kuppelfresko existiert eine Entwurfszeichnung, Feder und Pinsel in Tusche, quadriert, mit eigenhändiger Beschriftung »Elysawetin/ in München«, spätere Beschriftung links unten »Dominik Günther« und rechts unten »in München / bei den Elisabet/dinern«, 52 × 33,6 cm, Wien, Graph. Sammlung der Albertina, Inv. Nr. 30572. D. 1179b (Barbara Hamacher, Katalog der Entwurfszeichnungen und Ölskizzen von Matthäus Günther, ungedr. Magisterarbeit, München 1984, S. 90 f.).
Die gesamte »Stuckdekoration« der Kirche war von Matthäus Günther gemalt, im AR auch die Pilastergliederung. Die Fresken entstanden im Anschluß an den Kongregationssaal in Augsburg 1765 (Gundersheimer S. 58).

Befund
Träger der Deckenmalerei: A und C querelliptische Hängekuppeln, Pendentifkuppel, EU Flachdecke
Rahmung: gemalte Rocaillerahmung
Technik: Fresko; polychrom (B1-4 monochrom?)
Maße: A Höhe 12,70 (Stich 0,90) m; 4,90 × 6,10
B Höhe 14,40 (Stich 2,60) m; Ø 10,00
C Höhe 12,70 (Stich 0,90) m; 4,90 × 6,10
Verbleib: Die Deckenbilder wurden mit der Kirche am 2./3. Oktober 1943 durch Bomben zerstört. Beim Wiederaufbau der Kirche 1963/65 wurden sie nicht rekonstruiert. Erhaltenen photographischen Aufnahmen nach zu urteilen, waren die Fresken vor der Zerstörung nachgedunkelt und wiesen zahlreiche Risse auf (vgl. Gundersheimer, Anm. 131).

Rekonstruierende Beschreibung und Ikonographie
(nach Vorkriegsphotographien und einer Entwurfszeichnung)
A ST. PETRUS UND STIGMATISATION DES HL. FRANZ VON ASSISI Ansicht nach O In Wolken erscheint der Gekreuzigte, begleitet von einem musizierenden Engel und Puttoköpfchen. Von seinen fünf Wunden gehen Strahlen aus, die Brust, Hände und Füße des rechts im Bild dargestellten Franz von Assisi treffen. Der Heilige trägt den Habit der Franziskaner, ein Engel mit weitgebreiteten Schwingen stützt ihn, der hingegeben, die Augen zu Christus gerichtet, an einem kleinen Hügel lehnt und die Wundmale empfängt (Bonaventura, Legenda maior S. Francisci XIII, 1–10). Der am unteren Bildrand vom Geschehen unberührte lesende Mitbruder gehört als der sog. »stille Zeuge« zur Bildtradition der Stigmatisation (LCI, Bd 6, Sp. 296). Zwei Putti am unteren Bildrand blicken zu Franz auf; sie haben seine Attribute, Kreuz und Totenkopf, bei sich.
Während die rechte Bildhälfte eine öde und felsige Landschaft zeigt, erheben sich über dem linken unteren Bildrand Stufen, dahinter über einer Substruktion ein Rundtempel, im Hintergrund ein mehrstöckiger Bau. Auf den Stufen steht der hl. Petrus und blickt zum Gekreuzigten auf. In der Darstellung sind der Pfarrpatron St. Petrus und Franziskus, der Gründer des Franziskanerordens, dem die Elisabethinerinnen angehörten, zusammen wiedergegeben; das Thema der Stigmatisation wurde wegen des Kirchenpatroziniums Fünf Wunden Christi gewählt.
B DAS WIRKEN DES ELISABETHINERINNEN-ORDENS
Das Deckenbild füllte die Wölbungsfläche der zentralen Flachkuppel und war tief bis in die Pendentifs herabgezogen. In diese sphärisch-quadratische Bildform setzte Günther eine kreisrunde irdische Szenerie ein, die um fast Dreiviertel des Randes als Stufen- und Podestaufbau geführt ist, an der NO-Seite als Wolkenring. In der Hauptansicht ragt hinter den Stufen eine prachtvolle Architektur mit pilasterbesetzten Pfeilern und offenen Bögen auf. Davor, rings auf den Stufen und auf dem Wolkenring, spielen die Szenen, die das Wirken der Elisabethinerinnen zeigen. In der Kuppelmitte bilden Wolken, von Engeln getragen, den himmlischen Schauplatz. Hier erscheint oben, im hellen Licht, die Dreifaltigkeit; links unter der Weltkugel Maria über der Mondsichel. Zu dieser Gruppe wird von Engeln die hl. Elisabeth auf Wolken emporgetragen. Als Attribute hat sie den Krug bei sich, mit dem sie die Durstigen tränkte, vor ihr liegen drei Kronen, Anspielung auf die dreifache Krone der Heiligkeit im Jungfrauen-, Ehe- und Witwenstand. Sie ist vornehm gekleidet. Die Krone auf ihrem Haupt weist auf ihren Stand als Tochter König Andreas II. von Ungarn und als Landgräfin von Thüringen hin.



✓ Matthäus Günther, Das Wirken des Elisabethinerinnen-Ordens Entwurfszeichnung für das Kuppelfresko B, Wien, Albertina
Aus den Fünf Wunden Christi fallen fünf Strahlen auf die Heilige, die zu ihm aufblickte. Von ihr selbst gehen ebenfalls Strahlen aus; auf den Photographien sind vier erkennbar (ursprünglich fünf?): der oberste Strahl fällt auf Kranke und Krüppel an der S-Seite. Hier sieht man einen armen Mann, der auf einer Schubkarre eine kranke Frau heranbringt, dahinter einen jungen Mann, der einen kranken Alten schleppt, Pilger und zuletzt einen am Boden liegenden Kranken, von einer jungen Frau betreut. Dazwischen und dahinter weitere Kranke und Hilfesuchende. Der Zug naht sich der Szene in der Hauptansicht der W-Seite, zu der auch zwei Männer von unten (in der Pendentif-Verlängerung des Bildes) einen Kranken auf einer Bahre bringen.
Der zweite Strahl, der von der hl. Elisabeth ausgeht, trifft die Hauptpersonen der linken Szene in der Hauptansicht: Es ist eine Elisabethinerin, die aufgerichtet steht, zu Elisabeth emporblickt und den Plan von Kirche und Kloster der Elisabethinerinnen in München in Händen hält. Es handelt sich um M. Franziska Philippina von Wettstein, emeritierte Oberin von Prag, Oberin des Elisabethinerinnenklosters von Azlburg bei Straubing, die die Gründung des Münchner Klosters gegen viele Schwierigkeiten durchsetzte und den Kauf der Baugründe durchführte. Links von ihr weist ein älterer Mann mit einem Stab auf einen Grundriß. Man kann in ihm den Baumeister von Kirche und Kloster, Johann Michael Fischer, vermuten. Links vom großen Grundriß-Plan steht ein Mann in zeitgenössischer Tracht, der auf Baumeister und Oberin mit den Bauplänen weist. Da es sich nicht um den Kurfürsten handelt und ein anderer profane Wohltäter nicht im Spiel war, könnte es vielleicht der kurfürstliche Kämmerer Baron von Ingenheim sein, der den Grundstein zur Kirche in Vertretung des Kurfürsten Clemens August von Köln legte. Vielleicht aber auch, dem Baumeister so nahe, der Maler der Fresken, Matthäus Günther. Zwischen der Oberin und Johann Michael Fischer stehen zwei Elisabethinerinnen, wohl M. Johanna Nepomucena Treschl, die zur Priorin der Neugründung bestimmt wurde, und M. Elisabetha a corde Jesu, die mit ihr am 4. 12. 1754 nach München gekommen war, um die gekauften Grundstücke in Besitz zu nehmen und den Aufbau von Kloster und Spital in Angriff zu nehmen.
Rechts neben dieser Gründungszene fällt ein weiterer Strahl von der hl. Elisabeth auf einen liegenden Kranken, der von einer Elisabethinerin gepflegt wird. Der vierte, unterste Strahl fällt auf die Gruppe über dem Chorbogen: Zwei Elisabethinerinnen neigen sich hilfreich über eine liegende alte Frau. Rechts weitere Nonnen und eine Krankenpflegeszene. Mit den Strahlen wird nicht nur die eigentliche Gründung unter den Schutz der hl. Elisabeth gestellt, sondern auch die Kranken und Hilfsbedürftigen, sowie die Arbeit der Elisabethinerinnen in der Nachfolge der hl. Elisabeth. Neben der Oberin als Gründerin ist der anonyme Kranke ausgezeichnet, in dem die Nonnen nach den Worten Jesu: »Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan« (Matth 25,40) Christus selbst sahen.

Im Vorentwurf war zunächst die Gründungsszene nicht vorgesehen, sondern nur die Sorge der Elisabethinerinnen um die Kranken. Nicht vorgesehen war auch die mächtige Engelsgestalt, die im ausgeführten Fresko in der Hauptansicht rechts an einem kleinen Podest steht und einem knienden Alten einen nicht mehr zu erkennenden Gegenstand reicht. Als Attribut hat er einen langen Stab und eine Büchse. Es handelt sich um Raphael, den Erzengel, der mit der Galle eines Fisches den alten blinden Tobias heilte (Attribut: Büchse mit der Galle).
Raphael, dessen Name »Gott hat geheilt« oder »Heil von Gott« bedeutet, lt. medicina Dei (LCI, Bd 3, Sp. 496), erscheint hier an ausgezeichneter Stelle im Bild in seiner Eigenschaft als Heilender und als Patron der Apotheken und Ärzte.
Am nördlichen Bildrand schwebt auf Wolken eine große Schar weiblicher Heiliger, meist Nonnen, von denen nur wenige durch ein Attribut bezeichnet sind. Auf den Schwarz-Weiß-Vorkriegsaufnahmen können Unterschiede in den Ordenstrachten kaum ausgemacht werden.
Unter den ersten vier Nonnen im Hintergrund ist nur eine durch eine Lilie ausgezeichnet; das Symbol der Jungfräulichkeit kommt allen jungfräulichen Heiligen zu und reicht nicht aus zur Identifizierung einer bestimmten Heiligen. Es könnte sich aber bei der Trägerin um die hl. Klara von Assisi handeln, Gründerin des zweiten Ordens des hl. Franziskus, dessen drittem Orden, den Tertiaren, die Elisabethinerinnen angehörten. Die Nonne mit der Dornenkrone auf dem Schleier ist Katharina von Siena (1347-78), Dominikanerin, die sich während der Pest voller Selbstverleugnung der Krankenpflege widmete. Sie trug an ihrem Körper die Wundmale Christi. Die Dame in höfischer Kleidung, mit Krone und Lilie, sitzt an so ausgezeichneter Stelle, daß ihre Person für den Bildzusammenhang sehr wichtig sein muß. Es dürfte sich um Angelina de Corbara handeln (1377-1435), Gründerin der regulierten Tertiarinnen des hl. Franziskus; sie trägt die Lilie als Zeichen ihrer jungfräulichen Ehe mit dem Grafen von Civitella; sie stammte auch selbst aus gräflichem Haus (Kleidung, Krone). Das Attribut der folgenden Nonne ist nicht mehr erkennbar. Im Hintergrund ist Margareta von Ungarn zu sehen (1242?-1270), Nichte der hl. Elisabeth von Thüringen, die das Kreuz mit zwei Querbalken als Erinnerung an ihr Wappenbild trägt. Sie war Dominikanerin, stigmatisiert, lebte in glühender Verehrung des Leidens Christi und tat sich vor allem in Werken der Nächstenliebe (Krankenpflege) hervor. Das Buch als Attribut der nächsten Nonne ist zu allgemein, als daß es Bestimmungshilfe sein könnte. Der Totenkopf in der Hand der folgenden Heiligen bezeichnet sie als die Franziskanertertiarin Margareta von Cortona (1247–97), die ein Spital in Cortona gründete. Daneben thront, ein großes Kreuz über der Schulter, Katharina von Racconigi (1486–1547), Dominikaner-Tertiarin, die ebenso wie Katharina von Siena und Margareta von Ungarn die Wundmale Christi trug. Weitere Attribute waren ein gevierteiltes Herz als Zeichen vierfacher Herzensläuterung oder drei Ringe als Zeichen ihrer dreifachen mystischen Vermählung mit Christus: eins von beiden war vielleicht in dem schwer erkennbaren Gegenstand in ihrer Hand dargestellt. Im Hintergrund sitzt auf einer Wolke Maria Magdalena von Pazzi (1566–1607). Sie hält als Zeichen ihrer besonderen Verehrung des Leidens Christi Leidenswerkzeuge – Schilfrohr, Geiß und Dornenkrone – in Händen. Sie war Karmelitin und ebenfalls stigmatisiert.

Die Heiligen dieser Gruppe zeichnen sich durch zwei gemeinsame Eigenschaften aus: ihre Verehrung des Leidens Christi – damit oft zusammenhängend die Stigmatisierung – und ihre Taten der Nächstenliebe, besonders in der Krankenpflege. Die erstere ist eng bezogen auf das Patrozinium der Kirche und auf die Gestalt Christi im Zentrum des Bildes, von dessen fünf Wunden Strahlen ausgehen; die zweite steht in engem Zusammenhang mit dem Zweck der Neugründung und der Aufgabe der Elisabethinerinnen. Die vier Nonnen im O der Kuppelansicht scheinen wieder Elisabethinerinnen zu sein. Zeigt die Hauptansicht die Gründung der Niederlassung in München, so die gegenüberliegende das Mutterhaus in Prag im Hintergrund, von dem aus die Elisabethinerinnen nach Bayern kamen: zwei von ihnen sieht man links davon mit einem Wanderstab. Davor thronen zwei Nonnen auf einer Wolke; in der linken, die ein Buch in Händen hält, ist wohl Apollonia Radermacher (1571–1626) zu sehen, die in Aachen den Orden der Elisabethinerinnen begründete und dort Leben und Vermögen der Pflege unheilbar Kranker opferte. Ihre Begleiterin und zwei Elisabethinerinnen im Hintergrund bezeichnen wohl keine historisch faßbaren Persönlichkeiten, sondern sind stellvertretend für die Schar der Ordensmitglieder dargestellt.
B1-4 KARDINALTUGENDEN Nach der Überlieferung (Franciscana Antiqua, Bd. 3, S. 360) waren in den Kartuschen der Pendentifs Tugenddarstellungen angebracht. Auf der Photographie ist in der SW-Ecke (B1) Sapientia mit Spiegel, Buch und Schlange zu erkennen, in der NW-Ecke (B2) Iustitia mit der Waage und in der SO-Ecke (B4) Fortitudo mit Säulenstumpf und Schwert. Zu ergänzen wäre Temperantia als vierte Tugend in B3.

C MOSES UND DIE EHERNE SCHLANGE (Num 21, 6-9) Einfachsichtige Darstellung, Ansicht nach W. Das Fresko über dem Altar zeigte in einer öden Felsenlandschaft im Bildmittelpunkt die Eherne Schlange, davor Moses, der mit Hand und Stab auf sie weist. Links vor einem Zelt und im Vordergrund in einer Schlucht liegen Kranke und Tote. Ein Kranker rechts übergreift mit beiden Beinen und einer Draperie den Bildrahmen. Hinter Moses stehen Israeliten und blicken zur Eherne Schlange auf. Vom Himmel fallen lebende Schlangen: Als sich das Volk der Israeliten auf dem Weg durch die Wüste gegen Moses empörte, schickte Gott zur Strafe eine Schlangenplage. Auf Bitten des Moses befahl er, eine eherne Schlange zu errichten. Wer gebissen war und auf sie blickte, sollte gesunden. Die Eherne Schlange ist ein geläufiges typologisches Vorbild für das Kreuz Christi; im Zusammenhang mit dem betreffenden Programm steht sie als Antetypus für Erlösung und Heilung durch den Tod Christi am Kreuz. Wie Gott die Krankheit schickt, so kann sie durch gläubiges Vertrauen auch wieder geheilt werden. Der Zusammenhang mit dem Kirchenpatrozinium der Fünf Wundmale Christi ist damit stringent. Die Beziehung Eherne Schlange – Christus am Kreuz war durch die Darstellung des Gekreuzigten zwischen Maria und Johannes auf dem Hochaltar auch realiter vorhanden.
EU HEILUNG AM TEICH BETHESDA (Joh 5, 1-8) Das Photo zeigt in einem als rund zu ergänzenden Bildfeld eine umlaufende architektonische Szenerie mit pilasterbesetzten Pfeilern und offenen Bögen. Der Vordergrund, wo sich der Teich Bethesda befinden müßte, ist vom Rahmenrund überschnitten, die Kranken links sind nur teilweise zu sehen. In der Hauptansicht erhebt sich eine kleine Erdrampe, auf der Christus steht, von seinen Jüngern begleitet. Vor ihm der Lahme, mit Kissen beladen, der auf Geheiß Jesu seine Krücken weggeworfen hat. Darüber schwebt der Engel, der das heilkräftige Wasser des Teichs in Wallung brachte.
Daß gerade diese Heilungsszene als Darstellung gewählt wurde, mit der Christus sich vor den Juden dafür rechtfertigte, daß er auch am Sabbat heilte, kann vielleicht als Allusion auf die Tätigkeit der Elisabethinerinnen verstanden werden, die auch am Sonntag die Kranken versorgen müssen.


Quellen und Literatur
Crammer 1776, S. 160 f. Westenrieder 1783, S. 211 Geiß, Ernest, Geschichte der Stadtpfarrei St. Peter in München, München 1868, S. 351-54. Destouches, Ernst von, Das ehem. Spital und die Kirche der Elisabethinerinnen zu den hl. fünf Wunden vor dem Sendlingerthore, in: OAVG 29 1869/70, S. 293-322. Mayer-Westermayer, Bd 2, S. 346–353 KDB I OB (2), S. 9681 St. Elisabeth-Kapelle an der Mathildenstraße (o. V.), in: Kalender für Katholische Christen auf das Jahr 1900, 60. Jg., S. 42–47. Gundersheimer, Hermann, Matthäus Günther, Augsburg 1930, S. 58–60 80, Abb. S. 102 f. Hufnagl, Max Joseph, Franziskanerinnenkloster der Elisabethinerinnen in München, in: Bavaria Franciscana Antiqua, hg. von der bayerischen Franziskanerprovinz, Bd 3, München 1957, S. 352–81. Lieb/Sauermost, S. 29f., Abb. 31–33, S. 291 Nr. 103, S. 308 A.B./C.B.