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Lanzenhaar, Filialkirche St. Ulrich

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 3, Teil 1: Stadt und Landkreis München. Sakralbauten. Hirmer, München 1987, ISBN 978-3-7991-6111-4, S. 142–143, geschrieben von Böhm, Cordula. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

LANZENHAAR

Filialkirche, Gemeinde und Pfarrei Sauerlach, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung Pfarrei Oberhaching, Landgericht Wolfratshausen

Patrozinium: St. Ulrich und Nebenpatrone St. Johannes und Paulus

Zum Bauwerk: Die Kirche ist 1315 genannt; jetziger Bau aus dem 15./16. Jh. – Saalbau mit zwei Fensterachsen; eingezogener einjochiger AR, dreiseitig geschlossen, im W hölzerne Empore

D C-1-1- C1 I 1 C11 N

Autor und Entstehungszeit: Die Einfachheit der Bilder weist auf einen lokalen Maler im ehem. Gerichtskreis. Entstehungszeit wohl mittleres 18. Jh. Archivalisch bekannte, aber nicht identifizierte Maler in Wolfratshausen waren im fraglichen Zeitraum Joseph Heigl und Philipp Guglhör (vgl. Sigfrid Hofmann, Maler und Bildhauer des 18. Jh. im LKr. Starnberg, in: Lech-Isar-Land 1966, S 102 f., 109, 114, 123).

Die Ausmalung im AR und an den Wänden stammt aus dem 19. Jh. (s. Erhaltungszustand und Restaurierungen)

Das Wandfresko über der AR-Tür, die hll. Martin und Ulrich, ist in die Spätgotik zu datieren.

Befund

Träger der Deckenmalerei: LHs Flachdecke

Rahmen: A, B, a-c Stuckprofil

Technik: Fresko; polychrom

Erhaltungszustand und Restaurierungen: Restaurierung 1982 durch Norbert Fischer, Egling, und Fa. Wiegerling Bad Tölz. In a und c wurden größere Fehlstellen einge stimmt, in A-B und a-c der zum Teil kaum mehr lesbar Bildinhalt und die betreffenden Bildinschriften kenntlich gemacht.

Bei der Restaurierung 1982 wurden auch Fresken im AR und an den Wänden freigelegt. Nach dem Restaurierungs befund (frdl. Mitt. Wiegerling) wurde die Kapelle im 19. Jh. in bäuerlich-barocker Manier ausgemalt: Freigelegt sind an den LHs- und AR-Wänden Jesus, Maria und die 12 Apostel, an der AR-Decke drei Kirchenväter (das vierte Feld ist leer), Ornamentfelder in der Chorbogen- und den Fensterlaibungen, ausgemalte Nischen für plastische Heiligenfiguren, ein Baldachinvorhang an der N-Wand und Freilegungsproben einer gemalten Quadermauer an der O-Wand des LHs (keine Abbildungen)

Beschreibung und Ikonographie

Die Deckenbilder sind ohne räumlichen und inhaltlichen Zusammenhang wie einzelne Votivbilder über die Decke verstreut. Tafelbildmäßige Anlage, geringfügig Untersichten.

c Hl. Georg

A JOHANNES UND PAULUS Die beiden Wetterheiligen in Soldatenkleidung als Fürbitter vor dem Trinitätsdreieck mit Auge Gottes. Links die Pfarrkirche von Oberhaching (?), rechts die Kapelle von Lanzenhaar, ein Hof und Wiesen, im Hintergrund die Alpenkette.

Inschriftband am östlichen Bildrand S: IOANNES, et. PAULE / wider Krieg, Donner. Blitz und Ungewitter, bittet für uns.

B SCHLACHT AUF DEM LECHFELD Vor der Silhouette der Stadt Augsburg ein Schlachtengetümmel zwischen Christen und Ungarn. Darüber, in Wolken, der hl. Ulrich; Engel tragen seine Bischofsinsignien. Im Glorienrund reicht eine Hand aus Wolken das sog. Ulrichskreuz, das Siegeszeichen, an einer Kette herab, gegenüber eine segnende Hand (Inschriftband am O-Rand zerstört).

Zur Ikonographie vgl. AASS Julii, Tom. 2, 4, 7., S. 88 f. und Grafing, LKr. Bad-Tölz – Wolfratshausen, CBD, Bd 2, S. 182-84.

Quellen und Literatur

Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 458. Hobmair, Karl, Hachinger Heimatbuch, Oberhaching 1979, S. 318.

C.B.