Ellenbrunn, Filialkirche St. Martin


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 10: Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Hirmer, München 2005, ISBN 978-3-7774-2365-4, S. 98, geschrieben von Volk-Knüttel, Brigitte. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Filialkirche der Pfarrei Mauern (seit 1933), (Pfarrverband Rennertshofen), Markt Rennertshofen, Diözese Augsburg. Die Kirche war ursprünglich eine Filiale der Pfarrei Wellheim. Gericht Neuburg

Patrozinium: St. Martin

Zum Bauwerk: Die Kirche ist eine mittelalterliche Chorturmanlage, die 1711 barockisiert wurde (Inschrift am Chorbogen) Flachgedeckte Saalkirche zu drei Achsen, etwas eingezogener Chor mit glattem Schluß und Kreuzgratgewölbe, im N die Sakristei, im W ein Vorzeichen, über dem Chor ein Dachreiter Belichtung im Chor durch zwei, im LHs durch je drei korbbogige Fenster. Im W Empore. Im AR sowie unter dem Chorscheidbogen kräftiger Akanthusstuck. Das Deckenbild befindet sich im AR

Auftraggeber: Pfarrer von Wellheim z. Z. der Ausmalung war Johann Martin Perckmann (1692–1738).

Autor und Entstehungszeit: Autor unbekannt, 1711.

Am Chorbogen gegen den Chor findet sich die Inschrift: AE D. / 1711. / REN. 1909. Das stark überarbeitete Deckenbild dürfte um 1711 beim Umbau der Kirche entstanden sein. Eine künstlerische Zuordnung ist wegen des schlechten Erhaltungszustandes nicht möglich. Die Flachdecke des LHs trägt eine Bemalung, wohl von 1909, in camaieu blau und braun, in der Mitte das Lamm, in den Ecken die Evangelistensymbole und ein am Akanthusstuck des Chors orientiertes gemaltes Rankenwerk.

A1-4, B1-4 Engelsszenen

Befund

Träger der Deckenmalerei: Rundes Mittelfeld des Kreuzgratgewölbes

Rahmen: Kranz von Akanthusblättern aus Stuck, begleitet von schmaler Profilleiste

Technik: Fresko, polychrom

Maße: Höhe 4,75 m; Ø 1,40

Erhaltungszustand und Restaurierungen: 1788 wurde die Kirche durch Blitzschlag beschädigt. Aufgrund der Voranschläge sollte die Reparatur 266 fl. 44 kr. betragen (BHStA). Nach der Inschrift am Chorbogen fand 1909 eine Renovierung der Kirche statt (das Datum 1919 bei Horn/Meyer wohl irrtümlich). Das Fresko ist stark überarbeitet und übermalt. Die Initialen W. B. neben dem Gewandzipfel Gottvaters weisen wohl auf einen Restaurator hin. 1965 fand eine Außenrestaurierung statt mit Erneuerung des Dachs.

Beschreibung und Ikonographie

KRONUNG MARIENS Die auf Wolken kniende, aus der Achse nach rechts gerückte Gestalt der Gottesmutter in rosa Kleid, blauem Mantel und langem weißen Kopfschleier wird von der Dreifaltigkeit gekrönt. Links sitzt Christus, von seinem rotbraunem Mantel teilweise verhüllt und zeigt seine Wundmale; ein großes Kreuz schwebt hinter ihm in den Wolken. Gemeinsam mit Gottvater, der einen gelbbraunen Mantel trägt und rechts etwas erhöht über Maria thront, hält er die Krone, die auch von der nahe herbeigeflogenen Taube des Hl. Geistes mit dem Schnabel berührt wird. Neben Gottvater sieht man die blaue Weltkugel und unterhalb zwei geflügelte Engelsköpfchen.

Quellen und Literatur

ABA, Pf 86 (Pfarrarchiv Mauern), Karton 3, Nr. 2: Restaurierung; ebd., Wiedenmann, Moritz, Generalschematismus der Diözese Augsburg,, Bd I, S. 162.

BHStA, Pfalz-Neuburg Literalien Nr. 1077, fol. 190: Reparatur 1788.

BLfD, Registratur, Akten Ellenbrunn, Filialkirche St. Martin

Böhaimb, Carl August, Ellenbrunn, in: NK 16, 1850, S. 106f. Steichele, Bd 2, S. 756f.

Hopp, Bd 1, S. 134 (Wellheim

Horn/Meyer 1958, S. 452f.

Denkmäler in Bayern, Bd I. 2 Oberbayern, bearb. von Wilhelm Neu und Volker Liedke, München 1986, S. 487.

B. V.-K.