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Zuchering, Pfarrkirche St. Blasius

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 14: Landkreis Ingolstadt; Landkreis Pfaffenhofen. Hirmer, München 2010, ISBN 978-3-7774-3001-0, S. 164–174, geschrieben von Böhm, Cordula und Langenstein, Eva. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

ZUCHERING

Pfarrkirche, Stadt Ingolstadt, Diözese Augsburg, Dekanat Pfaffenhofen; z. Z. der Ausmalung gehörte die Kirche zum pfalz-neuburgischen Gericht Reichertshofen und war der Universität Ingolstadt, später München, inkorporiert. Hofkammer und Universität stritten sich um das Präsentationsrecht. Bis 1879 Gericht Neuburg a.d. Donau, Reg.Bez. Schwaben, bis 1972 Bezirksamt bzw. Landkreis Ingolstadt. An der Kirche bestand die Corpus-Christi-Bruderschaft.

Patrozinium: St. Blasius

Zum Bauwerk: Die mittelalterliche Chorturmkirche wurde in der Barockzeit umgebaut: 1698 neue Sakristei, 1717 Barockisierung des Langhauses, wahrscheinlich in Zusammenhang mit einer Verlängerung des Baus. Die starke Dimensionierung der Mauern und die Ausführung in Bruchsteinen sowie vom Dachstuhl aus sichtbare Putzreste an der Innenseite der Mauerkrone über den Stichkappen sprechen für einen älteren, wohl mittelalterlichen Baubestand (BLfD, Gutachten York Langenstein vom 3. 6. 1991). 1723/24 Verlängerung des quadratischen Chors durch Anfügen eines dreiseitigen Schlusses an den mittelalterlichen Chorturm; vor 1729 Anbau der Seelen-Kapelle an den neuen Chorscheitel. Bei den Baumaßnahmen von 1717 wie von 1723/24 hatte der Ingolstädter Stadtmaurermeister Michael Anton Prunnthaler die Oberaufsicht und hat »dann und wann bey angeregten Kürchenpau nachgesehen«. Der in der Kirchenrechnung 1723 nicht namentlich erwähnte Polier war Jakob Mur: »Anthoni Prunnthaller Maurermeistern vor Ingolstatt seint bey Auferbauung des Chors auch einen zu diesem Pau gehabten etwelchen Pallier... 13 Wochen an Taglohr laut Scheins ergangen und behendiget worden 177 fl. 24×.« (ABA). Die Altäre wurden 1741/48 mit Schreinermeister Johann Michael Zängl, Maler Nikolaus Nepauer, Bildhauer Wolfgang Zächenberger und Melchior Puchner abgerechnet (Zur Baugeschichte und den sich daraus ergebenden Streitereien ausführlich Siegfried Hofmann 1977.)

1768 Kirchturmbau (173 fl. 55×). 1914 Verlängerung der Kirche nach Westen durch einen großräumigen oktogonaler Anbau nach Plänen von Joseph Koch aus Regensburg.

Barocker Saalbau zu drei Jochen (16,60 × 8,15 m) mit Pilastergliederung und flacher Stichkappentonne mit Gurtbögen. Belichtung durch je drei Rundbogenfenster auf beiden Seiten. Quadratischer Chor (5,50 × 5,30 m), dreiseitig geschlossen. Pilastergliederung, Fenster in der Südwand und in den Apsisschrägen. Im Langhaus Gliederung und Rahmungen durch gezogenen Profilstuck, im Chor reiche, teilweise flächendeckende Stuckierung, vorwiegend aus Bändern, Blättern und Blüten von 1723.

Auftraggeber: Pfarrer von Zuchering war zur Zeit der Baumaßnahmen und der Freskierung Lizentiat Johannes Huebe (1690–1724 oder 1726). Ohne gesicherte Finanzierung, lediglich in Absprache mit dem Kirchenpropst, hatte er eigenmächtig die Umbaumaßnahmen in Auftrag gegeben. In seiner Kirchenbaurechnung von 1719 verbuchte er ein Drittel der Kosten zu seinen eigenen Lasten, die restlichen zwei Drittel als Aufwendungen der Universität Ingolstadt, die zu zwei Dritteln zehentberechtigt und entsprechend zum Bauunterhalt verpflichtet war. Die Kirchenpröpste Augustin Neumayr (1698/1731) und Georg Schmidl (1719/34) vertraten zwar die Universität und unterzeichneten die Kirchenbaurechnungen. Die Universität fühlte sich aber zumindest über den Umfang des Bauvorhabens nicht informiert und weigerte sich deshalb zu zahlen, was zu einem länger dauernden Streit führte. Auch die Kurfürstliche Hofkammer in München, die zwischen 1676 und 1746 gegen den Willen der Universität deren Vermögensverwaltung übernommen hatte, verweigerte die Zahlung. Kurfürst Carl Philipp von der Pfalz wies schließlich seinen Pflegsverwalter in Reichertshofen an, den Universitätszehent einzubehalten und zur Tilgung der Schulden zu verwenden. Alle drei Fresken im Langhaus tragen Monogramme, die auf Stifter verweisen. Das 1717 datierte Gemälde der Immaculata ist durch das Wappenschild mit Brauerwerkzeug auf rotem Schild und den Initialen D. G. als Stiftung des Bierbrauers Dominicus Graf ausgewiesen, der sich bei der Zwischenfinanzierung des Kirchenbaus engagierte und in den Kirchenrechnungen erwähnt wird (siehe Hofmann). Das Gemälde mit dem hl. Blasius trägt das Monogramm I. B. B. und ein bekröntes schwarzes Schild mit einem Kelch, das auf einen Priester verweist, vielleicht den Vorgänger Huebers. Das dritte Bild mit den Initialen C. M. und dem Bild einer Semmel (ohne Wappenschild) lässt an die Stiftung eines örtlichen Bäckers denken.

Autor und Entstehungszeit: Langhausfresken A–C Zuschreibung an Johann Georg Schredter 1717, der Chorfresken D, D174 an Melchior Puchner 1723

Die drei großen Deckengemälde sind in Fresko B 1717 datiert. Sie können dem aus Reichenhall stammenden Ingolstädter Universitätsmaler Johann Georg Schredter zugewiesen werden, der am 9. November 1701 als »academischer Kosthalter und Maller« in die Matrikel der Universität eingetragen worden war. Die Zuschreibung gründet sich auf stilistische Übereinstimmungen mit dem einzigen archivalisch gesicherten Werk Schredters, der 1719 ausgeführten Ausmalung der Pfarrkirche in Kösching (CBD Bd 13, S. 296–306). Von den zahlreichen Fresken in der dortigen Kirche zeigt heute allein die in neuerer Zeit freigelegte »Mannalese« im Oratorium über der Sakristei noch die Handschrift Schredters. Die Mittelbilder wurden mehrfach neu gemalt. Lediglich die Emblembilder scheinen noch auf Schredter zurückzugehen. Formen und Verteilung der Bildfelder in Zuchering ähneln denen in der allerdings sehr viel reicher ausstuckierten Kirche in Kösching. Die Barockisierung des Chors entstand nach den Kirchenrechnungen (ABA) 1723 und nennt für die Fresken den Ingolstädter Maler, in dem der seit 1721 als Universitätsmaler verpflichtete Melchior Puchner zu sehen ist: »Dem Maller von Inglstatt weegen auf der Höche dess Chors: und anderer gemachter Maller-Arbeith behendiget 8 fl.« Die dem Ingolstädter Stuckator Wolfgang Zächenberger zugeschriebene Stuckierung wird in der gleichen Rechnung erwähnt: »Christophnagt (?) hat den Stockador Mertl geriehrt, und darmit 20 Täg zuegebracht, des Tags 15x. tut in allem 5 fl.« Das in die Nordwand des Chors eingelassene Leinwandgemälde mit dem hl. Blasius in einem Stuckrahmen ist gleichfalls Puchner zuzuschreiben.

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Der Kirchenraum
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B Enthauptung des hl. Blasius (Johann Georg Schredter 1717

Die Chorfresken sind heute jedoch von der neubarocker Überarbeitung Josef Albrechts bestimmt. Die Engelsgruppe um die Monstranz in Fresko D und die beiden seitlichen Kartuschen ›Abraham empfängt die drei Engel‹ und ›Speisung des Elias durch einen Engel‹ zeigen seinen Stil. Die Gruppe der Bittflehenden in D und die zwei Emblemkartuschen seitlich des Altars zeigen dagegen noch barocken Charakter. Puchner ist in Zuchering auch noch 1741 mit den Altarblättern zum Hochaltar nachweisbar: seine Quittung über 150fl. durch Pfarrer Georg Lucas (seit 1738 Pfarrer von Zuchering) wegen »habendter arbeith der Altär-blätern und dreyen Antipendie zu den neu errichteten Altärn« markiert wohl den Abschluss der Inneneinrichtung

Befund

Träger der Deckenmalerei: LHs Flachtonne mit Stichkappen; AR flaches Gewölbe mit Stichkappen, im O abgemuldet

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Rahmen: LHs (A-C) breites weißes Stuckprofil, vielfach verkröpft; AR (D) Stuckprofil, D1-4 Ornamentkartuschen Technik: Fresko; polychrom

Maße: A Höhe 7,10 m; 2,90 × 2,60 (Albrecht 2. 30 × 2. 50) B Höhe 7,10 m; 2,90 × 2,60 C Höhe 7,10 m; 2,90 × 2,60 D Höhe 6,80 m; 1,30 × 0,80

Erhaltungszustand und Restaurierungen: 1914 Innenrestaurierung nach Fertigstellung des modernen Anbaus. Im Gutachten Schmuderer vom 5.5.1914 heißt es: »Am Deckenbild (Gottvater) ist zu vermuten, dass sich unter der jetzigen Malerei evtl. eine ältere befindet. Die übrigen Deckenbilder im Schiff sind schlecht restauriert; Übermalungen abnehmen«. In seinem Kostenvoranschlag vom 21.2.1914 schlug Josef Albrecht, München, eine Neumalung der drei Langhausdeckenbilder vor (ABA): »Von den 3 Deckengemälden, welche sich an der Schiffdecke befinden, könnte man »Maria Immaculata« auf alle Fälle restaurieren. Es ist diese Darstellung nicht schlecht. Das zweite Bild »Hinrichtung des hl. Blasius« ist eine bedeutend mindere Leistung. Für das dritte

Gemälde Gott Vater mit Hl. Geist würde ich ein neues Bild vorschlagen (auch ist das Bild verkehrt an der Decke) und zwar ein Wunder des hl. Blasius »Heilung eines Knaben«. Skizze liegt bei. Diese Gemälde sind außer ihrer Rußschicht auch noch mit Leimfarbe übermalt worden im Jahr 1863 und es ist nicht unmöglich, dass sich unter der Leimfarbe bei der »Hinrichtung« und »Immaculata« bessere Bilder befinden. Auch sind noch links und rechts von den 3 großen Bildern im Schiff je 3 leere Felder mit plastischen Rahmen. In jedes dieser 6 Felder ist ein kleiner Engel mit einem Symbol gedacht, in Ton gemalt. Im Chor befinden sich an der Decke 3 kleine Ovalbilder, wie auch auf der Fotografie ersichtlich. Das Mittelbild von diesen ist das Altarsakrament. Diese drei Bilder sind gute Leistungen und auch nicht schlecht erhalten. Außerdem ist im Chor noch zu restaurieren das Antependiumbild »Zwölf Apostel« sowie noch ein Ölbild an der linken Seitenwand »Hl. Blasius«. Josef Albrecht führte die Restaurierung in Kaseinfarben aus; offenbar entschied man sich für eine Restaurierung der barocken Fresken. Statt der »gedachten« Engel mit Symbolen malte er in die leeren Langhauskartuschen einen

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Blasius-Zyklus in Grisaillemalerei, außerdem die Seitenaltargemälde »Heilige Familie« und »Herz Jesu«. In einem Gutachten von Josef Blatner 1955 wurde erneut angefragt, »ob brauchbare Reste der einstigen Deckenbilder vorhanden sind«. 1982 Innenrenovierung durch Bernd Holderried, die Fresken wurden gereinigt, der Stuck grau und weiß gefasst. 1991/92 Letzte Innen- und Außenrenovierung mit erneuter Reinigung der Bilder. 2007 Renovierung der Seelenkapelle durch Erwin Wiegerling, Augsburg.

Alle Deckenbilder wirken stark überarbeitet

Beschreibung und Ikonographie

Langhausfresken (Johann Baptist Schredter)

Die Langhausfresken sind einansichtige Darstellungen in nahezu quadratischen Bildfeldern, sehr bescheidene Kompositionen ohne Höhen- und Tiefenwirkung, ungewöhnlicherweise sind alle von der Chorseite her zu lesen mit Basis im Westen

A ENTSENDUNG DES HEILIGEN GEISTES Wolkenszenerie. Vor einer Lichtgloriole, die von einem rötlichen Wolkenring umgeben ist, schwebt die Geisttaube. Darüber erscheint in einer Wolke in Halbfigur Gottvater mit blauem Gewand und rötlichem Mantel, mit ausgebreiteten Armen. Seinen Kopf hinterfängt als durchscheinendes Dreieck das Auge Gottes. Geflügelte Puttenköpfe und fliegende Engel, die beten und rote, weiße und rosa Rosen bringen, umrahmen den Wolkenring.

B ENTHAUPTUNG DES HL. BLASIUS In einer weiten, welligen Wiesenlandschaft kniet der hl. Blasius, flankiert von den beiden Kindern, die nach der Legende mit ihm zusammen enthauptet worden sind. Über ihm erscheint in Wolken Christus mit dem Kreuz, umgeben von Engeln und Puttenköpfen, die Lorbeerkränze und einen Palmzweig bereithalten. Er weist auf ein Spruchband: Wer durch dich was begehrt, dessen Bitt wird erhört. Aus dem Hintergrund nähert sich ein römischer Kriegszug, angeführt von dem berittenen Agricolaus, dem Statthalter des Kaisers Diokletian. Er gibt das Zeichen zur Hinrichtung des Heiligen an den Schergen im Vordergrund, der das Schwert aus der Scheide zieht.

Blasius, Bischof von Sebaste in Kappadokien, trägt Pontifikalkleidung: ein goldfarbiges Pluviale mit silbernem Strich, darunter einen roten Mantel. Vor ihm liegen als seine Attribute Mitra und Pedum. Eine eiserne Halsschelle mit Kette erinnert an seine Gefangenschaft. Das Liktorenbündel wurde wohl vor dem Schergen abgelegt und verweist wie die Fahne mit der Aufschrift SPQR auf Ort und Zeit der Handlung.

C MARIA IMMACULATA Rötliche Wolken vor blauem Himmel bilden den Hintergrund für die blumenbekränzte und von zwei Putten geleitete Maria im Typus der Immaculata conceptio, die auf die Weltkugel mit Schlange tritt. Über ihr schwebt die Geisttaube. In den Wolken Puttenköpfchen und eine Lilie.

1–6 BLASIUS-SZENEN (Josef Albrecht 1914; Signatur in einem der Fresken J. A.) Die dreipassförmigen modernen Darstellungen mit Szenen aus dem Leben des hl. Blasius werden durch Spruchbänder erklärt. Der Kirchenpatron ist mit seinen vielfältigen Patronaten, der Ärzte, der Ochsen- und Schweinehirten und als Zähmer wilder Tiere, die zu ihm in die Wüste kamen, dargestellt (LCI Bd 5, Sp. 416–418). Abfolge von NW nach NO und nach SW:

1 St. Blasius speist die Hungrigen 2 St. Blasius hilft den Kranken 3 St. Blasius segnet den Bauernstand 4 St. Blasius predigt den wilden Tieren 5 St. Blasius wandelt auf dem Wasser 6 St. Blasius tröstet die Betrübten

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C Maria Immaculata

Chorfresken

Das relativ enge Chorgewölbe ist von einer äußerst dichten, handfesten Stuckdekoration aus grauem Band- und Rankenwerk und farbigen Blüten überzogen, die den Bildern wenig Raum lässt.

D VEREHRUNG DES ALTARSAKRAMENTS In einer Wolkenszenerie halten drei Engel die Monstranz mit der Hostie empor, die vor hellem Lichtschein erstrahlt. An der Bildbasis knien vier Menschen, die anbetend zur Hostie aufschauen, links eine Frau mit weißen Haaren, rechts sieht man einen Priester (vermutlich der damalige Pfarrer), einen Bauern und einen Bürger oder Adeligen. Unterschrift: Gelobt sey ohne Endt/das H. H. Sacrament.

Die Darstellung bezieht sich auf die Corpus-Christi-Bruderschaft. Sie steht in Zusammenhang mit dem Auszugsgemälde des Hochaltares. Dort ist ebenfalls die Anbetung der Hostie dargestellt, im Typus der Sieben Zufluchten, mit der Heiligsten Dreifaltigkeit, drei Engeln (links: Gabriel, Michael, Raphael) und verschiedenen Heiligen (rechts: Maria, Johannes der Täufer, Joseph, Maria Magdalena, Katharina und Blasius?). Die Armen Seelen, siebte der Zufluchten, sind wohl von der Rahmung verdeckt.

Das Gemälde des Hochaltars zeigt den hl. Blasius inmitten der Vierzehn Nothelfer.

D1–4 Alttestamentliche Szenen und emblematische Bilder (weitgehend modern)

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W Patron St. Blasius

D1 DREI ENGEL BEI ABRAHAM (Gen 18, 1–15) Drei Engel, in der Gestalt dreier müder Wanderer, haben sich an einem Tisch niedergelassen, auf dem Brot und ein Krug stehen; vor dem Essen werden ihnen von einem Diener die Füße gewaschen. Vor seinem Haus steht Abraham vor einem Topf, der auf einem Steinblock steht. Die Fußwaschung ist in dem Zusammenhang mit Abraham in der Bibel nicht erwähnt

D2 SPEISUNG DES ELIAS (1 bzw. 3 Kön 19,5) Elias schläft unter einem Baum, neben ihm liegt der Wanderstab, am Boden steht die von dem Engel gebrachte Verpflegung: Brot und eine Kanne Wasser. Der Engel weckt den Schlafenden und weist in die Ferne.

Die Engelspeisung des Elias ist wie die der Engel in D1 typologisches Vorbild für die Eucharistie.

D3 SONNE SPIEGELT SICH Auf einem mit einem roten Tuch geschmückten Tisch steht ein Spiegel. Er reflektiert die Strahlen der Sonne.

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D4 MANN UNTER APFELBAUM Unter einem Apfelbaum mit kleinen roten Äpfeln sitzt ein Mann und beißt in einen Apfel. Die leibliche Stärkung des Wanderers durch die Frucht des Baumes ist wie die Eucharistie ein Zeichen der Liebe Christi (Hohes Lied 2,3).

W HL. BLASIUS UND KINDER (Wandgemälde an der nördlichen Chorwand) Der hl. Blasius ist im Bischofsornat dargestellt, mit Mitra und Stab. In der Hand hält er die Kerze. Die beiden Kinder, die ihn begleiten, sind nach der Legende mit ihm enthauptet worden.

Seelenkapelle östlich der Kirche Ausmalung 1729?, Autor unbekannt; (keine Abb.)

VEREHRUNG DER EUCHARISTIE Die flachrund schließende Chorwand (3,20×2,00 m) des kleinen Raumes (4,25 × 2,75, Höhe 4,55 m) ist vollständig bemalt. Ein Kelch auf einem Sockel und ein Strahlenkranz in einem Wolkenring sind plastisch gebildet und so vor die Wand gesetzt, dass ein kleines rundes Fenster als Lichtgloriole hinter dem Kelch erscheint. Auf dem Gemälde sieht man zwei Stiftergruppen, betende Männer und Frauen, die rechte Gruppe weiß, die linke dunkel gekleidet, seitlich darüber Engel mit Schilden. In der Höhe über dem Kelch erscheint Christus mit Engeln in Wolken. Vor Christus gehen zickzackförmige Blutstrahlen aus, in die ein Vers des Jeremias, links auf deutsch, rechts auf lateinisch geschrieben ist. Die Inschriften (vermutlich nicht mehr original) ergeben auf beiden Seiten das Chronogramm 1729 (VV = W, im deutschen Text allerdings ein D zu viel):

Dies feVer Ist getzIndt VVorDen In MeInem zorne/Vber eVch soLL... - IgnIs/sVCCensVs est/In fVrore Meo/sVper Vos/arDebIt (= Et adducam inimicos tuos de terra quam nescis, quia ignis succensus est in furore meo: super vos ardebit, Jer 15,14). Die Androhung des Feuers wird in den Folgeversen unter einer Bedingung zurückgenommen: »Wenn du umkehrst, lasse ich dich umkehren, dann darfst du wieder vor mir stehen.... Dann mache ich dich für dieses Volk zur festen, ehernen Mauer; denn ich bin mit dir, um dir zu helfen und dich zu retten...« (Jer 15, 19f). Der Erinnerung an die Erlösung durch Christus bzw. durch sein Blut ist eine Prophezeiung dieser Errettung aus dem Alten Testament beigegeben. Im unteren Bereich des Freskos sind Buchstaben als Reste einer Inschrift ohne Sinnzusammenhang erkennbar DVC VON - VLII LV...

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D, Sonne spiegelt sich, D, Mann unter Apfelbaum

Das Gemälde hängt inhaltlich zusammen mit der an der Kirche bestehenden Corpus-Christi-Bruderschaft.

Quellen und Literatur

ABA, Pfarrakten Zuchering, Kirchenrechnungen 1698/1797 (lückenhaft); Rechnungstagebuch Kirchenerweiterung 1914/15.

StAA, Reichertshofen Nr. 18309, fol. 29r-34r, 80r-93v. StAM, LRA 107587 (Altäre 1748); LRA 107588 (Baumaßnahmen 1908).

Hopp, Pfründe-Statistik Bd 2, S. 85 (Corpus-Christi-Bruderschaft).

Brenninger, Georg, Zur Ausstattung der Kirchen des ehemaligen Landkreises Ingolstadt, in: IH 39, 1976, S. 31f. II.f., C'., f.', I D'. V'. I ' 7 I ' I'I T

kierung, in: 1H 40, 7, 1977, und 8, 1977, S. 25t., 29–32, 34t. -, Die Hochaltäre in Böhmfeld, Kleinmehring, Demling und Zuchering sowie die Altäre in Großmehring, in: SHVI 85, 1976, S. 149–166.

Denkmaltopographie Ingolstadt Bd II, S. 625–628. Dehio OB 2006, S. 1413 f. C.B./E.I

LANDKREIS PFAFFENHOFEN