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Zellhof, Kapelle St. Vitus

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 4: Landkreis Fürstenfeldbruck. Hirmer, München 1995, ISBN 978-3-7774-6310-0, S. 280–281, geschrieben von Bauer-Wild, Anna. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

ZELLHOF

Kapelle des Gutes Zellhof, Pfarrei und Gemeinde Schöngeising, Erzdiözese München und Freising; z. Z. der Ausmalung Filiale von St. Stephan in Pfaffing, das dem Zisterzienserstift Fürstenfeld inkorporiert war. Das Gut Zellhof gehörte zu Fürstenfeld. Gericht Dachau

Patrozinium: St. Vitus

Zum Bauwerk: AR Mitte 13. Jh., LHs spätgotisch; Erneuerung der Holzdecke im LHs im späteren 17. Jh.

Ungegliederter Saalraum (7,00 × 6,00 m), Belichtung durch je zwei Fenster im N und S. Eingezogener AR mit geradem Schluß. Die Deckenbilder befinden sich im LHs.

Auftraggeber: Abt Balduin Helm von Fürstenfeld (1690–1705)

Autor und Entstehungszeit: Der Maler der fast bäuerlich naiven Darstellungen ist unbekannt. Er dürfte im lokalen Bereich zu suchen sein. Die stilistische Übereinstimmung mit dem Deckenbild der ehemaligen kurfürstlichen Kapelle in

-5 Putten mit den Arma Chris

Fürstenfeld (1696 ausgestattet; s. S. 117, 128) ist so groß, daß der gleiche unbekannte Autor anzunehmen ist (Melchior Seidl aus Bruck? tätig 1687-1703, † 1703; Klaus Kralt in: Heimatbuch 1992, S. 443. Als Entstehungszeit ist das späte 17. Jh. anzusetzen.

Befund

Träger der Deckenmalerei: Flache Holzdecke, in die die bemalten Tafeln eingelassen sind

Rahmen: Profilierte und grau marmorierte Holzrahmen, innen mit einer vergoldeten Leiste besetzt

Technik: Öl auf Holz, polychrom

Maße: I–5 Höhe 4,80 m; 1,40 × 1,20

Erhaltungszustand und Restaurierungen: 1835 und 1870 wurden die Tafeln übertüncht; 1970 wurden die Darstellungen von Hans Hausch, Fürstenfeldbruck, freigelegt. – Die oberste Farbschicht ist zerstört. Bei der Restaurierung wurden Fehlstellen eingestimmt; die Puttenköpfe in 2 und 5 wurden erneuert.

Beschreibung und Ikonographie

I–5 ARMA CHRISTI In Wolken schweben Putten, die die Leidenswerkzeuge Christi vorweisen. Die fünf Bildtafeln sind in Kreuzform in die Kassettendecke eingelassen.

I Putten mit dem Kreuz Hauptdarstellung in der Mitte der Kassettendecke; drei fliegende Putten tragen das große Kreuz mit dem Kreuztitulus. In Wolken drei Puttenköpfchen

2 (O) Putto mit dem Schweißtuch

3 (S) Putto mit Lanze, Schwamm und Leiter

4 (W) Putto mit Geißelsäule und Strick

5 (N) Putto mit Geißel, Rute, Schilfkolben, Hammer, Beißzange und Nägeln

Quellen und Literatur

Schmidtsche Matrikel, Bd 2, S. 302

Mayer-Westermayer, Bd 1, S. 264.

Landkreis Fürstenfeldbruck (o.V.), Heimatbuch, Pörsdorf 1963, S. 203.

Böhne, Clemens, Der Zellhof bei Schöngeising, in: Ampelland 8, 1972, S. 245-50, S. 294.

Kunst- und Kulturdenkmäler, S. 382

Kraft, Klaus und Florian Hufnagel, Landkreis Fürstenfeldbruck (= Baudenkmäler in Bayern, Bd 12), München 1978, S. 98.

Machilek, Franz, Der Niederkirchenbesitz des Zisterzienser- klosters Fürstenfeld, in: Kat. Fürstenfeld 1988, Bd 2, S. 377 f., 404.

Dehio 1990, S. 1303.

Heimatbuch Fürstenfeldbruck 1992, S. 443.

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