Wolfenbüttel Linden, ehem Gutshaus

Laß, Heiko:Wolfenbüttel-Linden, ehem. Gutshaus, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2024, URL: www.deckenmalerei.eu/0a2ad3a0-c646-11e9-b733-65672f97cce2

Inventarnummer: cbdd10019

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Das Herrenhaus von 1710/14 wurde 1885 abgerissen. Ein Deckengemälde von Tobias Querfurt d. Ä. wurde gerettet und befindet sich heute in Schloss Wolfenbüttel.

Das ehemalige Gutshaus in Wolfenbüttel-Linden

Das Gutsgebäude

Das ehemalige Herrenhaus in Linden – heute Stadtteil von Wolfenbüttel – wurde vor 1714 1714 für Geheimrat Hieronymus von Münchhausen erbaut, nachdem er das Gut 1710 erworben hatte.[1] 1885 wurde das Gebäude abgerissen. Das Gebäude wird dem Architekten Hermann Korb zugeschrieben. Es handelte sich um ein eingeschossiges Fachwerkgebäude unter Walmdach von elf Fenstersachsen Breite mit, dreiachsigen Zwerchaus über dem Eingang. Seitlich wurde es von je einem dreiachsigen leicht vortretenden Seitenrisalit mit Dreiecksgiebel gegliedert. 1885 wurde das Gebäude niedergelegt und ein Neubau errichtet.

Das erhaltene Gemälde von Tobias Querfurt

 

Die Anbetung der Könige

Ein Deckengemälde, das Thobias Querfurt zugeschrieben wird, hat sich aus dem Gebäude erhalten. Es befindet sich heute im Schloss Wolfenbüttel an der Decke des Vorraums zwischen Treppenhaus und Hofgalerie.[2] „Rundes Deckenbild in Anlehnung an Mantegnas Art mit Brüstung und freiem Raum, in dem die Anbetung der Könige dargestellt ist; über die Brüstung sehen zahlreiche Mitglieder des Gefolges hinweg, im freien Himmel drei Engelsknaben. Von ganz guter dekorativer Wirkung; vielleicht von Tobias Querfurt?“[3] Das Kreisrunde Gemälde gibt den Blick in einen leicht bewölkten Himmel frei. Der Ausblick ist zu vier Fünfteln von einer Balustrade umschlossen. Im freien Fünftel erblickt man links Maria, die das Kind präsentiert und rechts zwei der Könige mit drei Dienern. Joseph befindet sich links hinter der Balustrade. Rechts hinter der Balustrade ist der dritte König mit weiteren Diener dargestellt und einem Kamel dargestellt. Des zieht sich um die ganze Balustrade herum. Der Stern von Bethlehem über dem Jesuskind befindet sich in der Mitte des Gemäldes. Drei Putten umfliegen ihn. Das Deckengemälde geht auf Vorlagen von Simon Vouet zurück.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Grote, Wolfenbüttel, 2005. – Grote, Hans-Henning: Schloss Wolfenbüttel. Residenz der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg. Braunschweig 2005.
  • Hagen, Wolfenbüttel, 1988. – Hagen, Rolf: Schloß Wolfenbüttel (Museum 6). Braunschweig 1988.
  • Meier, Wolfenbüttel, 1906. – Meier, Paul J. (Bearb.): Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Wolfenbüttel. Mit Ausschluss der Stadt Wolfenbüttel. Wolfenbüttel 1906.
  • Paulus, Land-Wohnungen, 2006. – Paulus, Simon: Von Land-Wohnungen und Meyereien, sonderlich vor die von Adel … In: Ders. (Red.): Hermann Korb und seine Zeit: 1656 - 1735 . Barockes Bauen im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Braunschweig 2006, S. 125-144.
  • Schwarz, Rittersitze, 2008. – Schwarz, Gesine: Die Rittersitze des alten Landes Braunschweig. Göttingen 2008.

Einzelnachweise

  1. Paulus, Land-Wohnungen, 2006, S. 139. Vgl. zur Geschichte auch Schwarz, Rittersitze, 2008, S. 118-120.
  2. Hagen, Wolfenbüttel, 1988, S. 58; Grote, Wolfenbüttel, 2005, S. 94.
  3. Meier, Wolfenbüttel, 1906, S. 67.