Wolfenbüttel, ehem Voigt Rhetzsches Haus

Laß, Heiko:Wolfenbüttel, ehem. Voigt-Rhetzsches Haus, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2025, URL: www.deckenmalerei.eu/2591c545-b8d5-4bf5-b712-993ac481dc32

Inventarnummer: cbdd20042

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Aus dem 1907 abgerissenen ehem. Voigt-Rhetzschen Haus hat sich das Deckengemälde eines unbekannten Künstlers von ca. 1730 erhalten, das wohl eine Allegorie auf die Dichtkunst darstellt.

Das ehemalige Voigt-Rhetzsche Haus

 
Wolfenbüttel, Große Kirchstraße 23

Kurzbeschreibung und Lage

Das Voigt-Rhetzsche Haus[1] war ein Eckgebäude und stand an zentraler Stelle in der Residenzstadt Wolfenbüttel zwischen Holzmarkt und Stadtkirche an der Großen Kirchstraße 23.

Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das Haus wurde wohl für Levin August von Rhetz um 1730 erbaut oder doch tiefgreifend umgestaltet. 1907 wurde es abgerissen.

Das erhaltene Deckengemälde aus dem Eckzimmer im Erdgeschoss

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Das Deckengemälde wurde in Öl auf Leinwand gemalt. Es misst 1,9 auf 2,05 Meter.[2] Es befand sich ursprünglich in einem Eckzimmer im Erdgeschoss des Hauses an einer Stuckdecke[3] und kam nach 1955 in das Wolfenbütteler Schloss.[4] Da das Haus um 1730 vollendet wurde, wird die Malerei daran angelehnt auf ca. 1730 datiert.

Beschreibung und Ikonographie

Im Mittelpunkt des Gemäldes sitzt ein bärtiger Mann mittleren Alters, der einen dicken Folianten und ein Zepter hält. Er ist antikisch gewandet und mit einem Lorbeerkranz bekrönt. Es handelt sich um einen Dichterkönig. Rechts hinter ihm verkündet Fama seinen Ruhm. Von links naht sich Saturn mit der Schlange Uroboros in der Hand und stützt den Folianten – womit er aufzeigt, dass das Werk des Dichters in Ewigkeit Bestand haben wird. Ein junger Mensch rechts im Vordergrund trägt ebenfalls einen Lorbeerkranz im Haar und schreibt auf eine Schriftrolle. Der Text in Latein und französisch lautet: „Dignum laude virum / Musa vetat mori, / Caelo Musa beat. La docte plume de poète Porte le vertueux au ciel. Et fait qu‘un siècle le plus“. Am „s“ setzt die Feder an, der Text wird prinzipiell noch weitergeschrieben. Der Text bezeichnet den Dichter als lobenswerten Mann, dessen Muse gesegnet ist und den Tod überwindet. Seine gelehrte Feder trage den Tugendhaften in den Himmel und mache sein Jahrhundert zum hervorragendsten. Es handelt sich um eine Allegorie der Dichtkunst als König der Künste.[5]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Hagen, Wolfenbüttel, 1988. – Hagen, Rolf: Schloß Wolfenbüttel (Museum 6). Braunschweig 1988.
  • Meier, Wolfenbüttel, 1904. – Meier, Paul J. (Bearb. mit Beiträgen von K. Steinacker): Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Wolfenbüttel. Wolfenbüttel 1904.
  • Thöne, Wolfenbüttel, 1963. – Thöne, Friedrich: Wolfenbüttel. Geist und Glanz einer Residenz. München 1963.
  • Archivalien:
  • Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Sammlung der Restaurierung: 031-5362-995-03 (3.2).

Einzelnachweise

  1. Meier, Wolfenbüttel, 1904, S. 214; Thöne, Wolfenbüttel, 1963, S. 218.
  2. Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Sammlung der Restaurierung: 031-5362-995-03 (3.2).
  3. Meier, Wolfenbüttel, 1904, S. 214.
  4. Hagen, Wolfenbüttel, 1988, S. 66.
  5. Meier, Wolfenbüttel, 1904. S. 214-215.