Waabs, ehem Gut Kohöved
Inventarnummer: cbdd10504
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Aus dem ehemaligen Gut Kohöved haben sich die Embleme einer so genannten "Bunten Kammer" von 1673 in Gut Ludwigsburg erhalten.

Das ehem. Gut Kohöved
Kurzbeschreibung und Lage
Das Herrenhaus von Gut Kohöved stand an der Stelle des heutigen Herrenhauses Ludwigsburg. Es wurde 1729 abgerissen. Das Gut heißt seit 1768 Ludwigsburg.[1]
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Herrenhaus ging auf eine mittelalterliche Burg der von Sehested zurück. Über eine Heirat 1564 gelangte es an die Familie von Rantzau. Die Rantzaus ließen um 1590 ein neues Herrenhaus erbauen. 1670 gelangte das Gut an die von Ahlefeldt und 1672 an Graf Friedrich Christian von Kielmannseck. Dieser ließ das über 80 Jahre alte Haus modernisieren und die so genannte „Bunte Kammer“ – ein Kabinett mit emblematischen Darstellungen – einrichten. Er musste Kohöved aber bald wieder veräußern. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb es 1729 Friedrich Ludwig von Dehn, der das alte Gebäude abtragen und 1730 auf dessen Grundmauern den heute noch erhaltene Bau errichten ließ. Zusammen mit der Erhebung Dehns in den dänischen Lehnsgrafenstand 1768 erhielt das Gut den Namen Ludwigsburg.[2]
Beschreibung
Wenig ist über das alte Herrenhaus bekannt. Lage und Grundfläche entsprechen dem gegenwärtigen Gebäude. Ferner gibt es drei Ansichten aus der „Bunten Kammer“, die das Haus von außen zeigen. Es handelte sich um ein zweigeschossiges Zweifachhaus über einem hohen Sockelgeschoss auf einer künstlichen Insel. An der Eingangsseite war dem Haus ein Turm mit Uhr und Welscher Haube vorgestellt.[3]Zum Garten hin gab es zwei Abtrittpfeiler. An der südlichen Schmalseite stand ein Lustturm mit umlaufenden Galerien.[4]Das Innere dürfte im vorderen Haus einen quergelegten Saal und im hinteren Haus Wohnräume aufgenommen haben – das war zumindest die übliche Aufteilung. Die Bunte Kammer hätte sich dann an der Westseite des Schlosses befunden, eventuell als Kabinett am Ende einer Raumfolge. Angaben zur Lage gibt es keine.[5]
Die ehem. "Bunte Kammer" in Gut Kohöved
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Die Bunte Kammer wurde 1673 im Auftrag von Friedrich Christian von Kielmannseck eingerichtet. Der oder die Künstler sind unbekannt. Sie ist auf dem Emblem, dass die Eingangsseite des alten Guthauses zeigt, datiert. 1729 wurde die Wandverkleidung der Bunten Kammer ausgebaut und anschließend in den Neubau wieder eingebaut.[6]
Beschreibung
Zu den Darstellungen in der „Bunten Kammer“ gehören nicht nur drei Außenansichten des Guthauses von Kohöved, sondern auch eine Innenansicht der „Bunten Kammer“.[7] Aus dieser wird ersichtlich, dass der gegenwärtige Raumeindruck dem des ursprünglichen weitgehend entspricht. Die Wände waren vom Fußboden bis zur Decke vertäfelt und in fünf Reihen übereinander dicht mit bildlichen Darstellungen bedeckt. Die Formate in der oberen Reihe waren queroval, die übrigen hochrechteckig.[8] Die heute erhaltenen Bildfelder sind in Gut Ludwigsburg neu zusammengesetzt worden und werden daher bei Gut Ludwigsburg beschrieben:
Bibliographie
- Literatur:
- Dehio, Schleswig-Holstein, 2009. – Dehio, Georg: Hamburg. Schleswig-Holstein (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Johannes Habich, Christoph Timm, Lutz Wilde. München/Berlin 2009.
- Hirschfeld, Herrenhäuser, 1980. – Hirschfeld, Peter: Herrenhäuser und Schlösser in Schleswig-Holstein. München/Berlin 1980.
- Kammer, 2001. – Die bunte Kammer in Ludwigsburg und ihre Embleme. Schlüssel zur Welt und höfisches Gesprächsspiel, in: Freytag, Hartmut/Harms, Wolfgang/Schilling, Michael (Hrsg.): Gesprächskultur des Barock. Die Embleme der Bunten Kammer im Herrenhaus Ludwigsburg bei Eckernförde. Kiel 2001, S. 8-29.
- La Corte, Emblematik, 2019. – La Corte, Michael: Emblematik als Teil der profanen Innenraumgestaltung deutscher Schlösser und Herrenhäuser. Vorkommen – Form – Funktion. Göttingen 2019.
- Lafrenz, Herrenhäuser, 2015. – Lafrenz, Deert: Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein. Petersberg 2015.
- Lafrenz, Geschichte, 2001. – Lafrenz, Deert: Zur Geschichte der Bunten Kammer im Herrenhaus Ludwigsburg, in: Freytag, Hartmut/Harms, Wolfgang/Schilling, Michael (Hrsg.): Gesprächskultur des Barock. Die Embleme der Bunten Kammer im Herrenhaus Ludwigsburg bei Eckernförde. Kiel 2001, S. 30-41.
- Löffler-Dreyer/Schulze, Bunte Kammer, 1995. – Löffler-Dreyer, Birgid/Schulze, Heiko K. L.: Die Restaurierung der „Bunten Kammer“ in Ludwigsburg, in: DenkMal! Zeitschrift für Denkmalpflege in Schleswig-Holstein 2 (1995), S. 45-48.
- Oberdieck/Rohling/Seeger/Perseke/Holm, Eckernförde, 1950. – Oberdieck, Gustav/Rohling, Ludwig/Seeger, Joachim/Perseke, Helmut/Holm, Theodor (bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Eckernförde. München/Berlin 1950.
- Rumohr, Schleswig, 1987. – Rumohr, Henning von: Schlösser und Herrenhäuser im Herzogtum Schleswig. Würzburg 1987.
- Schulze, Bericht, 1991. – Schulze, Heiko K. L.: Bericht über neue Ergebnisse der Bauforschung des Landesamtes für Denkmalpflege 1985-1988, in: Nordelbingen 60 (1991), S. 189-254.
- Stilling, Herregårde, 2021. – Stilling, Niels Peter: Danmarks Herregårde. Slesvig og Holsten. Kopenhagen 2021.
Einzelnachweise
- ↑ Lafrenz, Herrenhäuser, 2015, S. 387-388; Rumohr, Schleswig, 1987, S. 268-273.
- ↑ Stilling, Herregårde, 2021, S. 121-122; La Corte, Emblematik, 2019, S. 127; Lafrenz, Herrenhäuser, 2015, S. 387-388; Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 949; Kammer, 2001, S. 12; Lafrenz, Geschichte, 2001, S. 30; Löffler-Dreyer/Schulze, Bunte Kammer, 1995, S. 45; Rumohr, Schleswig, 1987, S. 268-273; Hirschfeld, Herrenhäuser, 1980, S. 57, 74-75.
- ↑ Emblem L 130.
- ↑ Emblem L 135.
- ↑ La Corte, Emblematik, 2019, S. 132; Lafrenz, Geschichte, 2001, S. 30-31; Schulze, Bericht, 1991, S. 238; Hirschfeld, Herrenhäuser, 1980, S. 74-75; Oberdieck/Rohling/Seeger/Perseke/Holm, Eckernförde, 1950, S. 250.
- ↑ La Corte, Emblematik, 2019, S. 132; Lafrenz, Herrenhäuser, 2015, S. 390; Lafrenz, Geschichte, 2001, S. 31; Kammer, 2001, S. 12.
- ↑ Emblem LB 6.
- ↑ Lafrenz, Geschichte, 2001, S. 33-41; Rumohr, Schleswig, 1987, S. 276.