Uetersen, Haus Mühlenstraße 5

Laß, Heiko:Uetersen, Haus Mühlenstraße 5, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2025, URL: www.deckenmalerei.eu/d7fb9d73-4b3b-4044-93cc-62c14e026528

Inventarnummer: cbdd20201

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Im Haus Mühlenstraße 5 hat sich in der Diele ein Fresko mit weiblichen Allegorien aus der Mitte des 18. Jahrhunderts erhalten. Es wird Giovanni Battista Innocenzo Colombo zugeschrieben.

Uetersen, Haus Mühlenstr. 5
Uetersen, Haus Mühlenstr. 5

Das Haus Mühlenstraße 5 in Uetersen

 
Uetersen, Haus Mühlenstr. 5

Kurzbeschreibung und Lage

Das Haus Mühlenstraße 5 steht an der Westseite der Mühlenstraße, außerhalb des historischen Ortskerns im Norden des Klosters Uetersen.

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das Bürgerhaus wurde Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut. Damals war es im Besitz der Konventualin Eleonore von Thienen. Nach Umbauten zu einem Ladengeschäft im 19. Jahrhundert wurde die Fassade jüngst rückgebaut.[1]

Beschreibung

Das eingeschossige breite Giebelhaus hat beiderseits des zentralen Hauseingangs zwei seitliche Standerker.

Der Mittelraum

Bau- und Ausstattungsgeschichte

Der Raum wurde zusammen mit dem Haus Mitte des 18. Jahrhunderts geschaffen. Hier befand sich im 19./20. Jahrhundert ein Ladengeschäft.[2]

Beschreibung

Der Mittelraum dient als Verteiler. Er hat eine stuckierte Segmentbogentonne. In der Mitte befinden sich im profilierten rechteckigen Rahmen Deckengemälde. Ehemals soll es auch Wandgemälde gegeben haben, die aber übertüncht und übertapeziert wurden.[3]

Das Deckengemälde des Mittelraums

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Das Deckenfresko mit Seccoergänzungen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wird Giovanni Battista Innocenzo Colombo zugeschrieben. Auftraggeberin dürfte Eleonore von Thienen gewesen sein. Die Zuschreibung an Colombo erfolgt aufgrund seiner zeitgleichen Tätigkeit in der Klosterkirche von Uetersen.[3] Plath-Heinrich hat 2018 darauf hingewiesen, dass die Malerei eventuell auch von dem damals in Uetersen ansässigen Maler Johann Herbst stammen könnte.[4]

Beschreibung und Ikonographie

Das Gemälde misst 2,75 auf 1,97 Meter. Vor einem Wolkenhimmel sind zwei weibliche allegorische Figuren gemalt, von denen eine aufgrund einer Waage, die ein Putto herbeibringt, als Justitia identifiziert werden kann. Der Putto steht im Begriff, Justitia zu krönen. Diese hält in ihrer Linken ein Zepter. Ihre Rechte hat sie auf die Schulter einer geflügelten Frau gelegt. Eventuell handelt es sich um Victoria und die Darstellung soll den Sieg des Rechts allegorisieren. Zu ihren Füßen befindet sich ein Putto mit Weltkugel.[5]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Beseler, Kunst-Topographie, 1969. — Beseler, Hartwig (Hrsg.): Kunst-Topographie Schleswig-Holstein. Die Kunstdenkmäler des Landes Schleswig-Holstein. Neumünster 1969.
  • Brauer/Scheffler/Weber, Pinneberg, 1939. – Brauer, Heinrich/Scheffler, Wolfgang/Weber, Hans (Bearb.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Pinneberg (Die Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein). Berlin 1939.
  • Dehio, Schleswig-Holstein, 2009. – Dehio, Georg: Hamburg. Schleswig-Holstein (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Johannes Habich, Christoph Timm, Lutz Wilde. München/Berlin 2009.
  • Plath-Heinrich, Uetersen, 2018. – Plath-Langheinrich, Elsa: Kunstmaler Giovanni Battista Innocenzo Colombo und sein Deckengemälde in der Klosterkirche zu Uetersen, in: Heimatkundliches Jahrbuch für den Kreis Pinneberg 2018, S. 141-150.

Einzelnachweise

  1. Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 945; Brauer/Scheffler/Weber, Pinneberg, 1939, S. 151.
  2. Brauer/Scheffler/Weber, Pinneberg, 1939, S. 151.
  3. 3,0 3,1 Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 945; Beseler, Kunst-Topographie, 1969, S. 561; Brauer/Scheffler/Weber, Pinneberg, 1939, S. 151.
  4. Plath-Heinrich, Uetersen, 2018, S. 148.
  5. Beseler, Kunst-Topographie, 1969, S. 561; Brauer/Scheffler/Weber, Pinneberg, 1939, S. 151.