Zum Inhalt springen

Stuttgart, Altes Schloss

Aus Deckenmalerei-Lab
Seeger, Ulrike:Stuttgart, Altes Schloss, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2024, URL: www.deckenmalerei.eu/518e17e6-ca95-4c9f-843e-ce6d907a3a9f

Inventarnummer: cbdd10439

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Der achtteilige Herkuleszyklus von Johann Rudolf Huber von 1698–1700 diente im ehemaligen Rondellzimmer dem jungen Herzog Eberhard Ludwig als moralisierender Fürstenspiegel. An der Stuckdecke von 1712 einst gemalt Jupiter als Herr der Naturgewalten und vermutlich Identifikationsfigur des Kaisers.

Johann Rudolf Huber, Herkules bei Omphale (Stuttgart, Altes Schloss)
Johann Rudolf Huber, Herkules bei Omphale (Stuttgart, Altes Schloss)

Das Alte Schloss

Knappe Entstehungsgeschichte des Renaissanceschlosses

Das Alte Schloss in Stuttgart geht auf eine mittelalterliche Wasserburg zurück, die unter Herzog Christoph von Württemberg (reg. 1550–1568) ab 1553 zum renaissancezeitlichen Residenzschloss ausgebaut wurde. Im Dürnitzbau, wo sich im 18. Jahrhundert im zweiten Obergeschoss das Appartement Herzog Eberhard Ludwigs befand, weisen die unteren Geschossen noch mittelalterliche Bausubstanz auf.

Baumeister des Renaissanceschlosses waren Aberlin Tretsch, der seit 1537 in herzoglichen Diensten stand und die Oberleitung übertragen bekam, sowie Blasius Berwart. [1] Die damals entstandene, bis heute bestehende Vierflügelanlage entstand sukzessive. Zunächst wurde der Dürnitzbau aufgestockt, um die neuen Wohnräume der herzoglichen Familie und einen großen Festsaal aufzunehmen. [2] 1560 wurde die Reitertreppe angebaut. [3]

Ab 1557 folgten die drei Flügel des heutigen Innenhofs, beginnend mit dem Küchenflügel, der sich dem Lustgarten zuwandte und später als Planieflügel bezeichnet wurde. [4] Ihm gegenüber entstand der Kirchenflügel mit dem ersten für den evangelischen Gottesdienst erbauten Kirchenraum in Württemberg. [5] Die den Hof fast durchgehend umziehenden dreigeschossigen Laubengängen dienten der Erschließung der Räume ebenso wie als Zuschauergalerien. [6]

Appartement Herzog Eberhard Ludwigs

Rolle des Alten Schlosses beim Regierungsantritt Herzog Eberhard Ludwigs

Als Herzog Eberhard Ludwig am 10. Januar 1693 im Alter von 16 Jahren vorzeitig mündiggesprochen wurde und nach 15 Jahren der Administratorregierung die Herrschaft im Herzogtum Württemberg übernahm, diente das Alte Schloss in Stuttgart als Residenz. Konkurrenz erhielt es erst 1719 mit dem Beschluss, den Hof von Stuttgart nach Ludwigsburg zu verlegen. In Ludwigsburg wurde das 1704 von Eberhard Ludwig begonnene Jagd- und Landschloss von da an sukzessive zum Residenzschloss ausgebaut.

Zusammensetzung des Appartements gemäß den Inventaren von 1739 und 1750

Im Alten Schloss in Stuttgart belegte die Repräsentationsraumfolge Herzog Eberhard Ludwigs von Württemberg (reg. 1693–1733) das gesamte zweite Obergeschoss des Dürnitzbaus. [7] Erschlossen wurde sie durch die 1560 angebaute Reitertreppe, die in einen geräumigen Gardesaal führte. [8] Vom Gardesaal ging es rechter Hand in den sehr großen Ritter- oder Speisesaal, von dem aus der Ritterturm zugänglich war, in dem unter Herzog Karl Alexander die katholische Kirche eingerichtet wurde. [9]

Vom Gardesaal geradeaus gelangte man entlang der Fassade zum heutigen Karlsplatz in ein geräumiges Tafelzimmer, von dem aus sich entlang der Fassade nach Osten ein etwas kleineres Vorzimmer mit zwei kleinen Kabinetten anschloss. [10] Das Vorzimmer mündete in das Rondellzimmer. Im frühesten erhaltenen Inventar von 1739, das aufgenommen wurde als die Raumfolge von der verwitweten Gemahlin Herzog Karl Alexanders, Herzogin Maria Augusta, bewohnt wurde, hieß es „Ihro Durchlaucht der Herzogin Audienz Zimmer, sonsten das Rondell Zimmer oder Thurm Gemach“. [11]

Der einstige Alkoven des Rondellzimmers, der bereits im Planieflügel lag, war 1739 das Schlafzimmer. Offenbar hatte man einen ehemals offenen Bogen durch eine Tür ersetzt. Der Raum nach dem Schlafzimmer beherbergte unter Maria Augusta ein großes „Porcellan Cabinet hinter Ihro Durchlaucht der Herzogin Schlafzimmer“. Vom Schlafzimmer und dem Porzellanzimmer gingen die Kleider-Garderobe, ein Gang und ein kleines Kabinett am Schlafzimmer ab. [12]

Audienz- und Paradeschlafzimmer mit Alkoven im Ostturm

Die bauzeitliche Funktion des Rondellzimmers als Audienz- und Paradeschlafzimmer

Zur Zeit von Herzog Eberhard Ludwig diente das Rondellzimmer sowohl als Audienz- als auch als Paradeschlafzimmer, indem das spätere Schlafzimmer im Planieflügel als Alkoven zum Rondellzimmer geöffnet war. [13] 1713/14 wurde das Rondellzimmer als „rundes Gemach“ bezeichnet, [14] 1727 als „Audienzzimmer oder Rondel samt dem Alkoven“. [15]

Ausgestaltet war der Raum mit Tapisserien. Der Beleg, sowohl für die Schlaffunktion des Raumes durch den Alkoven als auch für die gewebten Wandbehänge ist die Bereitstellung des Raums im Winter für hohe Gäste. Im „runden Thurm, alß das beste gemach, […], allwo die beste tapeten sich befinden“ übernachtete im November 1711 beispielsweise Prinz Eugen von Savoyen. [16]

1739 und ebenso 1750 hingen im Rondellzimmer 7 Stücke der Falkenjagd, von der sich drei bis heute erhalten haben. [17] Die Fenster- und Türvorhänge waren 1739 aus rotem Damast mit goldenen Borten. [18] Da aus der Zeit Herzog Eberhard Ludwigs kein Mobilieninventar des Alten Schlosses bekannt ist, die erhaltenen Stücke der Falkenjagd jedoch um 1705 datiert werden und im Format gut zu den Fensterpfeilern des Rondellsaals passen, kann man bis auf weiteres davon ausgehen, dass sie den Raum bereits unter Herzog Eberhard Ludwig zierten.

Wandfeste Ausgestaltung in zwei Phasen

Die Decken- und Wandgemälde malte Johann Rudolf Huber im Rechnungsjahr 1699/1700. Er bekam damals als „Johann Rudolph Hubern Mahler zu Basel, für gemachte arbeith in Ihro Durchlaucht des Herzogs: und in dem Neuen Thurm gemach bei hoff, besag decretirten, zusammen gestochenen Zettell“ die stattliche Summe von 4380 Gulden. [19]

Am 10. September 1700 wurde ihm eine Medaille im Wert von 70 Gulden verehrt, was den Abschluss der Arbeiten bedeutet haben dürfte. Im Rechnungsjahr 1703/1704 folgte als Nachzügler noch ein Gemälde für das Schlafzimmer der Herzogin, für das Huber 50 Gulden erhielt, zuzüglich 16 Gulden „als er anhero citirt worden“. [20]

Der auf den historischen Fotografien überlieferte Deckenstuck stammt jedoch zweifelsfrei von den in Ludwigsburg erst seit 1709 tätigen Stuckateuren Tommaso Soldati und Donato Giuseppe Frisoni. Insbesondere die Hand Frisonis ist zu erkennen.

In der Tat kam es im Sommer 1712 zu einer Neuausstattung der Zimmer im Alten Schloss in Stuttgart, die von Oberhofmarschall Georg Friedrich von Forstner betreut wurde. [21] Sie umfasste nachweislich sowohl die herzoglichen Privaträume im Planieflügel, wo auf historischen Fotografien die Kamine und Stuckdecken von Soldati und Frisoni zu sehen sind, [22] als auch das Rondellzimmer mit der angrenzenden Dienertreppe. Die damals weiß stuckierten Decken nahmen Einsatzgemälde vermutlich von Luca Antonio Colomba auf. [23]

Im Rechnungsjahr 1713/14 wurden die Spiegel über dem Kamin montiert: „In das runde Gemach nacher hof [= Altes Schloss Rondellzimmer] auf das Camin vor 2 große Spiegelgläßer mit Spiegel, im November 1712: 77 fl. 30 xr.“ [24] Am 2. November 1713 erhielt „Joachim Schmid et Compag. vor 6 spiegelfenstertafeln und faceten in das runde gemach, [= Altes Schloss Rondellzimmer]“ 45 Gulden. [25]

Moralisierendes Gemäldeprogramm von Johann Rudolf Huber

Verpflichtung und Bezahlung des Malers Johann Rudolf Huber

Herzog Eberhard Ludwig hatte den Maler Johann Rudolf Huber in Basel kennengelernt, wo dieser am Exil-Hof seines Schwiegervaters, Markgraf Friedrich VII. Magnus von Baden-Durlach, als Hofmaler wirkte. [26] Huber hatte sich bis dahin vor allem als Porträtmaler einen Namen gemacht.

Werner Fleischhauer lag zu Hubers Arbeiten in den Appartements des Herzogpaars offenbar ein Akkord, vermutlich als Abschrift in einem Protokoll vor. Diesem Akkord zufolge schuf Huber 28 Gemälde „im Vor- und Audienzgemach des Herzogs, im neuen Turmgemach und im Kabinett des Appartements der Herzogin darüber“. [27] Der Lohn von 4380 Gulden wurde ihm im Rechnungsjahr 1699/1700 ausbezahlt. [28]

Von den 28 Gemälden befanden sich allein 18 im Rondellzimmer des Herzogs. Sie verteilten sich auf die Decke, in der ein großes mittleres Rund von acht kleineren Tondi umgeben wurde. [29] Das neunte Tondo der Decke befand sich in der Ecke zwischen der Tür zum Vorzimmer und dem Alkoven. Außerdem schmückten acht hochovale Gemälde mit den Taten des Herkules die tiefen Laibungen der vier Turmfenster.

Ikonographie und Oberhofmarschall von Staffhorst als möglicher Konzeptionist

Leitfigur der Deckengemälde war Jupiter mit seinem Adler. Er kam außer auf dem Mittelbild mit weit ausgestreckten Armen auf acht der neun umgebenden Tondi direkt oder indirekt vor. Das einzige nicht Jupiter gewidmete Deckengemälde mit Herkules und Atlas bereitete auf den Herkuleszyklus in den Fensterlaibungen vor. [30] Da Herkules der Verbindung Jupiters mit Alkmene entsprungen war, beobachtete der mächtige Vater die tugendhaften Taten seines Sohnes, die er mit dessen Aufnahme in den Olymp zu belohnen gedachte.

Zahlten vertrat die Ansicht, Jupiter sei im Rondellzimmer als Identifikationsfigur des jungen Herzogs zu verstehen. [31] In Anbetracht des Vater-Sohn-Verhältnisses von Jupiter und Herkules sowie des mehrmals explizit ins Bild genommenen schwarzen Adlers von Jupiter hat man den Göttervater nach Ansicht der Autorin eher mit dem Kaiser zu identifizieren. Sein sterblicher Sohn hingegen, der sich tapfer schwierigen Aufgaben stellte, dürfte dem jungen, frisch vermählten Herzog Eberhard Ludwig als Vorbild vor Augen gestellt worden sein. Die Belohnung, die Herkules von Jupiter erhielt, durfte sich Eberhard Ludwig bei guter Führung entsprechend vom Kaiser erhoffen.

Wer am württembergischen Hof das Programm des Rondellzimmers entworfen hatte, ist nicht überliefert. In Frage kommt der aus Hannover stammende Johann Friedrich von Staffhorst (1653–1730), der Eberhard Ludwig seit 1684 bis zur Mündigsprechung als Hofmeister betreute. Nach der Mündigsprechung ernannte ihn der Herzog zum Oberhofmarschall und Geheimen Rat. [32] Ende 1707 wurde er entlassen, nachdem der Geheime Rat Eberhard Ludwigs Heirat zur Linken mit Wilhelmina von Grävenitz missbilligt hatte.

Für Staffhorst als Programmentwerfer spricht zum einen, dass vermutlich er die Reiseroute erarbeitete, auf der Eberhard Ludwig als nachgeholte Kavaliersreise nach Holland fahren sollte. [33] Er studierte damals die einschlägigen Reiseführer und stellte ein Programm für den Prinzen zusammen. Zum anderen spricht für ihn als dem ehemaligen Erzieher des Herzogs der moralische Charakter des Programms, das Züge eines Fürstenspiegels trug. Eine Schlüsselstellung nimmt die Szene Herkules am Scheideweg ein, bei der sich der junge Held für den mühsamen Weg der Tugend entscheidet, obwohl ihn das liederlich dargestellte Laster mit Rosen und körperlichen Reizen umgarnt.

Die weiteren Frauen des Zyklus, nämlich Hesione, die von Herkules vor einem Meerungeheuer gerettet wird, und Omphale, der der Held dienen muss, sind positiv als edle Frauenakte mit jeweils einem goldenen Reif am linken Oberarm geschildert. Eberhard Ludwig hatte im Mai 1697 Johanna Elisabeth von Baden-Durlach geheiratet. Vermutlich sollte der Zyklus den jungen Herzog, zumal im Schlafzimmer, zu einem züchtigen und fürsorglichen Eheleben ermahnen.

Moralischen Charakter trägt auch der Kampf mit den betrunkenen Kentauren. Als Tiermenschen konnten sie die berauschende Wirkung des Weins nicht einschätzen, was Herkules hingegen gelang. Insofern stellte die Szene eine Mahnung vor übermäßigem Alkoholkonsum dar. Der Tod des Herkules und seine Aufnahme in den Olymp sind ausgespart, da Tatkraft und Jugend des Helden im Vordergrund stehen.

Zerstörung 1931

Das Alte Schloss wurde im Dezember 1931 durch einen Brand weitgehend zerstört. Insbesondere der Dürnitzbau, in dem sich bis dahin das Appartement Herzog Eberhard Ludwigs im wandfesten Bereich erhalten hatte, brannte völlig aus. [34] Aus dem Rondellzimmer konnten immerhin die Herkules-Gemälde der Fensterlaibungen geborgen werden. Sie befinden sich heute im Besitz des Landesmuseums Württemberg. [35]

Historische Fotografien und ursprüngliche Reihenfolge der Anbringung

An historischem Bildmaterial stehen mehrere Raumansichten zur Verfügung. [36] Außerdem wurde der Raum als Brandruine fotografiert. [37]

Die ursprüngliche Anordnung der Herkulesszenen ist der Nummerierung auf den Rückseiten der Bilder im Abgleich mit den historischen Fotografien zu entnehmen. [38] Der Zyklus begann zur Linken des Alkoven mit dem Bildpaar Herkules am Scheideweg und Herkules erwürgt den Nemeischen Löwen. Es folgten der Kampf mit den betrunkenen Kentauren und die Befreiung der Hesione. Das nächste Bildpaar vereinte die Gefangennahme des Zerberus mit Herkules bei Omphale. Den Schluss bildeten die Erschlagung des Erymanthischen Ebers und die Äpfel der Hesperiden.

Auffällig bei dieser Anordnung ist die perspektivische Hintereinanderschaltung der beiden Frauenszenen mit Hesione und Omphale. Sie erhielten jeweils eine rechte Fensterlaibung, waren also im Vergleich wahrzunehmen. Setzt man Herkules im Dienst der Königin Omphale mit seiner Ehe mit Johanna Elisabeth von Baden-Durlach in Beziehung, so könnte Hesione mit der aufreizend platzierten Muschel am vorderen Bildrand auf voreheliche Erfahrungen anspielen.

Überlieferung der Themen durch eine anonyme Beschreibung von 1850

Die wichtigste Quelle zum Gegenstand und zur Anordnung der verbrannten Deckengemälde ist eine anonyme Beschreibung von 1850, die sich im Staatsarchiv Ludwigsburg im Bestand des Oberhofmarschallamts befindet. [39] Sie wurde 1983 von Johannes Zahlten entdeckt und publiziert. [40] Die nachfolgende Besprechung der Gemälde zitiert jeweils aus dieser Beschreibung.

Deckengemälde: Jupiter als Herr der Naturgewalten, umgeben von Jupiter-Themen

Die Gemälde der Decke haben Jupiter als Herr über die Naturgewalten zum Thema.

Jupiter mit Juno auf dem Regenbogen und den vier Winden

„Das grösste Bild in der Mitte des Saals soll die Hauptkräfte der Natur vorstellen. Jupiter als König des Olymps mit Krone und Donnerkeil leitet das himmlische Feuer, neben ihm seine Gemahlin die Juno, Beschützerin des Regenbogens.

Aeolus Jupiters Sohn, Gott der Winde, hält dieselben gefesselt und harrt auf Befehl, wohin sie wehen sollen. – Die vier Hauptwinde sind vorgestellt, nämlich der sanfte Westwind (Zephir) durch einen Jüngling mit Taubenfittigen und einem Blumenkranz auf dem Haupte, um den Kinder mit Blumen spielen; der heisse Südwind (Notus) durch einen sonnverbrannten Mann mit glühenden Schwingen und der Nordwind (Boreas) durch einen alten Mann mit beschienenem Haupt und Schultern, Drachenschwänze statt der Füße. Die dazwischen spielende Winde sind durch kleinere Genien angezeigt.“ [41]

Das Thema der vier Winde griff Herzog Eberhard Ludwig im Audienzzimmer seines Jagd- und Landschlosses Ludwigsburg auf. Allerdings stand dort nicht der mit dem Kaiser zu identifizierende Jupiter im Zentrum, sondern Apoll auf dem Sonnenwagen als klassische Regierungsallegorie. Das Ludwigsburger Deckengemälde freskierte Johann Jakob Stevens von Steinfels im Jahr 1709. [13]

Geburt von Jupiters Tochter Minerva

„Das Bild ob dem Ausgang auf den Balkon stellt die Geburt der Minerva vor. Jupiter fühlte nämlich heftige Kopfschmerzen und bat den Vulcan ihm das Haupt zu spalten, woraus Minerva die Göttin der Weisheit entstieg. Die Götter bezeugten ihm Beifall und meinten, dass eine schöne Geistesgeburt schon das Kopfzerbrechen lohne.“ [41]

Jupiter überreicht Württemberg das Füllhorn seiner Amme Amalthea

„Das folgende Bild stellt allegorisch die Erzeugnisse des Landes Württemberg vor. Zeus als olympischer Gott mit Scepter und Krone, übergibt der Württembergerin durch die Nymphe Amalthea das Füllhorn, welches Ceres und Pomonia füllen, Bacchus den Wein bereitet durch Ausdrücken eines Traubens, welchem der Neccar freundlich zu sich wendet, sowie Diana durch Bogen, Pfeil und Hunde die Jagd übergiebt. Das Schild bei der Württembergerin zeigt das herzogliche Wappen aus welcher Zeit die Bilder gemalt sind.“ [41]

Das Gemälde, das thematisch und durch das Wappen besonders hervorgehoben war, befand sich in Sichtachse des Alkovens. [42]

Herkules trägt die Himmelskugel des Atlas

„Das Bild ob dem Spiegel. Hercules den Himmel tragend, mit dem Atlas.“ [41]

Jupiter und Juno im Rat mit Minerva

„Das folgende Bild stellt wahrscheinlich die sogenannten capitolinischen Götter vor Jupiter mit Juno im Rath mit Minerva. Dieses Gemälde wäre als Allegorie auf den Saal selbst anzunehmen.“ [41]

Jupiters Adler entführt Ganymed

„Das nächste Bild. Ganymed wird durch Jupiters Adler in den Olymp abgeholt.“ [41]

Jupiter sendet Merkur und Apoll zur Erde

„Das folgende Bild. Jupiter sendet Mercur für Gewerbe und Handel und Apollo für Kunst und Wissenschaft aus. Die Genien beim Mercur sind [mit] Schreiben und Rechnen beschäftigt, und die beim Apollo zeigen Malerei und Bildhauerei an.“ [41]

Jupiter übergibt Justitia Waage und Schwert

„Das folgende Bild. Jupiter übergibt Nemesis [= griechische Göttin der Gerechtigkeit, entspricht Justitia] Wage und Schwerdt um Verbrechen und Unordnung zu bestrafen. Durch das unten emporsteigende Wesen, halb Mensch, halb Thier, mit aufgehobenem Knittel [= Keule] ist wahrscheinlich der Unsinn und die Rohheit ausgedrückt.“ [41]

Dieses Gemälde ist auf einer der historischen Aufnahmen schemenhaft zu erkennen. Justitia steht in der linken Bildhälfte und reckt ihre Arme Jupiter entgegen, der ihr laut der Beschreibung Waage und Schwert überreicht. Zur Linken von Jupiter lagert möglicherweise Venus. Die Figur am unteren Bildrand hat eine Keule wie Herkules.

Jupiter bestraft König Phineus durch Entsendung der Harpyien

„Das Bild ob dem Ofen, zeigt den König Phineus von Salmidessa in Thracien bei der Mahlzeit; derselbe suchte seine Unterthanen von der Verehrung der Götter abwendig zu machen, erhielt aber dafür von denselben zur Strafe die Harpien, abscheuliche Ungeheuer; Phineus wurde jedoch von 2 Argonauten (geflügelte Söhne des Boreas) von ihnen befreit.“ [43]

Die gefräßigen Harpyen wurden von Jupiter geschickt. [44] Das Gemälde illustrierte somit Jupiters Strafgewalt. [45]

Vor dem Alkoven: Jupiter schützt Minerva als Allegorie des Friedens

„Das Bild im Eck ob den beiden Thüren stellt Krieg und Frieden vor. Jupiter auf dem Throne mit der Linken auf Mars deutend, der mit der Kriegsfurie im Kampf ist, mit der Rechten den Scepter über die gekrönte Siegesgöttin haltet, welche mit dem Arme Minerva umschliesst. Wolf und Schaaf ruhen in Eintracht beisammen. Mit einer Fackel verbrennt die Siegesgöttin die nicht mehr brauchenden Kriegsrüstungen. [43]

Dieses durch seine versöhnliche Ikonographie hervortretende Gemälde befand sich unmittelbar vor dem Alkoven.

Herkuleszyklus in den Fensterlaibungen
Datei:Cb5a2be3-f358-4c7c-b9b0-0232b6b6153a.jpg
Johann Rudolf Huber, Herkules am Scheideweg (Stuttgart, Altes Schloss)

Den Herkuleszyklus hat man in seiner thematischen Auswahl und in seiner künstlerischen Auffassung eines muskulösen, stets tatkräftigen Helden vermutlich auf den jungen Herzog Eberhard Ludwig zu beziehen.

Herkules am Scheideweg
Datei:A2d6839c-1775-4d9c-a038-772b3b1db83e.jpg
Johann Rudolf Huber, Herkules am Scheideweg (Stuttgart, Altes Schloss)

Herkules sitzt als junger Mann nahezu unbekleideter mit seiner Keule auf einem Stein. Seinen Kopf hat er auf seinen linken Handrücken gestützt, während er nachdenklich eine verführerische Dame mit Rosen und tiefem Dekolleté zu seiner Linken betrachtet. Sie verkörpert das Laster. Zu seiner Rechten steht aufrecht am linken Bildrand die gerüstete Figur der Tugend. Sie hat eine Hand auf die Keule des Herkules gelegt und weist ihm gebieterisch den Berg, auf dessen mühsam zu erklimmenden Gipfel ein Tempel steht. Die Tür steht offen, sodass im warmen Licht der Altar und ein Priester zu erkennen sind.

Das Gemälde paraphrasiert im Aufbau das berühmte Vorbild von Annibale Carracci in der Sammlung Farnese. Allerdings trägt bei Huber die Tugend eine Rüstung mit Helm in der Art von Minerva. Das Laster ist bei ihm nicht wie bei Carracci als verführerischer Rückenakt, sondern in schmeichelnd gebückter Haltung von vorne gezeigt. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass Herkules bei Huber durch seine Blickrichtung das Laster zu favorisieren scheint, wohingegen bei Carracci der Held geradeaus blickt und zumindest sein Ohr der Tugend zuwendet.

Herkules erwürgt den Nemeischen Löwen
Datei:E3d2d91f-746b-4535-b8a4-788dcaf55365.jpg
Johann Rudolf Huber, Herkules erwürgt den Nemeischen Löwen (Stuttgart, Altes Schloss)

Herkules hat sich als Rückenfigur über den Löwen geworfen, den er mit bloßen Händen erwürgt. Der Löwe liegt von links nach rechts im Bild mit erhobenem Kopf und erhobener linker Vordertatze. Herkules stützt sich von rechts unten ins Bild kommend mit seinem rechten Knie auf seinen Rücken. Es ergibt sich ein diagonales Übereinander der beiden Körper, das den muskulösen Rückenakt des Herkules besonders gut in Szene setzt.

Den Hintergrund bildet eine dunkle Feldformation, die am rechten Bildrand den Blick auf eine bergige Landschaft freigibt. Als Parallele zur Diagonale des Löwen liegt am vorderen Bildrand die Keule des Herkules. Sie verdeutlicht einmal mehr, dass Herkules mit bloßen Händen kämpfte. Das unverwundbare Fell des Löwen diente ihm von da an als Panzer.

Herkules bekämpft die betrunkenen Kentauren
Datei:Eb50166b-0f76-4d47-a67a-96a4cdceeaed.jpg
Johann Rudolf Huber, Herkules bekämpft die betrunkenen Kentauren (Stuttgart, Altes Schloss)

Auch dieses Gemälde wird von nahsichtigen Figuren in diagonaler Komposition beherrscht. Am vorderen Bildrand liegt als Rückenfigur das Pferd, das den Unterleib eines der Kentauren bildet, während sich sein menschlicher Oberkörper mit erhobenem Arm aufbäumt. Herkules steht in der Bildmitte. Er ist dem Betrachter zugewandt und im Begriff mit der Keule in der Rechten auf den Kentaur am vorderen Bildrand einzuschlagen. Seine Armhaltung entspricht zumindest teilweise der des Laokoon in der antiken Skulpturengruppe im Vatikan im Cortile del Belvedere.

Die Diagonale des erhobenen Arms von Herkules und seiner Keule wird im Hintergrund von einem dunklen Baumstamm nachgezeichnet. Am linken unteren Bildrand liegt der tote Oberkörper eines weiteren Kentaurs. Ein dritter Kentaur flieht im Hintergrund nach links aus dem Bild.

Zum Kampf war es gekommen, weil die Kentauren die Wirkung des Weins nicht kannten. [46] Allerdings hat Huber das berauschende Getränk, mit dem Herkules als kultivierter Mensch im Unterschied zu den Tiermenschen umzugehen wusste, nicht mit ins Bild genommen. Dennoch steht Herkules in dieser Szene für maßvolles Trinken, freilich nur für denjenigen, der die Geschichte kannte.

Herkules befreit Hesione
Datei:70bc6431-51f7-4577-9e6b-72494b15dcb2.jpg
Johann Rudolf Huber, Herkules befreit Hesione (Stuttgart, Altes Schloss)

Hesione war eine trojanische Königstochter, deren Vater den Göttern Neptun und Apoll den Lohn verweigert hatte, nachdem diese ihm geholfen hatten, die Mauern von Troja zu erbauen. Zur Strafe schickte Neptun ein Meerungeheuer, das nur dadurch besänftigt werden konnte, dass Hesione ihm geopfert werden würde.[47]

Hesione wurde an einen Felsen gekettet, doch kam Herkules dem Unglück zuvor, indem er das Ungeheuer tötete. Nachdem jedoch auch Herkules von Hesiones Vater der Lohn verweigert wurde, erstürmte er Troja und erschlug den König mitsamt seiner Sippe. Gerettet wurden nur Hesione und ihr Bruder Priamos.

Auf dem Gemälde von Johann Rudolf Huber drückt sich Hesione nackt mit überschlagenen Beinen am linken Bildrand an den Felsen. Ihr rechter Arm ist angekettet, den Blick hat sie flehentlich zum Himmel gerichtet, während sich von rechts das schnaubende Meerungeheuer nähert. Im Hintergrund steht als Rückenfigur Herkules, der mit seiner Keule auf den Leib des Tieres einschlägt. Sein kleiner Maßstab verdeutlicht die Größe des Ungeheuers.

Künstlerisch steht im Vordergrund des Gemäldes der makellose Frauenakt im Kontrast zu dem wilden Ungeheuer. Am unteren Bildrand liegt eine große Muschel, die ihre Öffnung dem Betrachter zukehrt.

Herkules nimmt Zerberus gefangen
Datei:92396789-a40e-4b02-aff9-13fd81403ba9.jpg
Johann Rudolf Huber, Herkules nimmt Zerberus gefangen (Stuttgart, Altes Schloss)

Herkules steigt aus der Unterwelt empor, wo er den dreiköpfigen Höllenhund Zerberus gebändigt hat. Er führt den Hund mit der Linken an einer Kette, während er mit der Rechten die Keule schwingt. Sein Körper hebt sich hell vor dem dunklen Felsen ab. Anstelle des Löwenfells trägt er einen hellbraunen Umhang.

Herkules bei Omphale
Datei:28541b34-fcd7-465e-a810-db4d1393e59e.jpg
Johann Rudolf Huber, Herkules bei Omphale (Stuttgart, Altes Schloss)

Herkules sitzt mit missmutigem Gesichtsausdruck auf einem Ruhebett und spinnt an einem Faden. Zu seiner Linken steht der Spinnrocken, zu seiner Rechten sitzt auf dem Ruhebett Amor, der mit spitzbübischem Gesichtsausdruck den gesponnenen Faden zum Knäuel wickelt. Der Köcher mit den Liebespfeilen und sein Bogen liegen neben ihm. Hinter Herkules legt Omphale beschwichtigend und verführerisch zugleich den Arm auf seinen Nacken. Sie trägt sein Löwenfell und wirkt durch die gerade Nase, das gelbliche Inkarnat und einen Goldreif am Oberarm etwas orientalisch. Ihre Brüste liegen frei.

Als besondere Bildidee ist hervorzuheben, dass Herkules den gesponnenen Faden durch seinen Mund zieht. Den Spinnrocken hat er zwischen seine überschlagenen Beine geklemmt. Sein Schoß wird von einem gelben Seidentuch bedeckt. Aus Seide scheint auch der rote Bettbehang zu sein. Eine der beiden Spindeln ist am vorderen Bildrand zu Boden geglitten. Den Hintergrund bilden zwei angeschnittene Porphyrsäulen mit goldenen Basen, hinter denen sich eine Parklandschaft auftut.

Herkules macht zwar ein grimmiges Gesicht, doch verliebte er sich in die Königin, wofür Amor steht. Die Spannbreite der Interpretation des in der Frühen Neuzeit häufig dargestellten Themas reichte von Erniedrigung bis zur Zähmung des Helden, der seine Härte für die Frau abgelegt hat.[48] In Stuttgart wurde schon allein wegen Amor eine positive Deutung gewählt. Möglicherweise sollte das Gemälde den Herzog zu einer positiven Haltung gegenüber seiner 1697 aus dynastischen Gründen angetrauten Gemahlin Johanna Elisabeth, einer geborenen Prinzessin von Baden-Durlach, bewegen.

Herkules bekämpft den Erymanthischen Eber
Datei:8b739cc8-2b0b-409f-b818-0320182f0019.jpg
Johann Rudolf Huber, Herkules bekämpft den Erymanthischen Eber (Stuttgart, Altes Schloss)

Herkules mit Löwenfell auf dem Kopf und grimmigem Gesichtsausdruck sitzt rücklings auf dem Eber, den er mit seiner Körperkraft in die Knie gezwungen hat. Mit seiner Linken drückt er dem Tier in den Nacken, mit der Rechten holt er mit der Keule zum Schlag aus. Auch bei diesem Gemälde hebt sich der Körper des Herkules effektvoll vor dem dunklen Hintergrund ab.

Herkules holt die Äpfel der Hesperiden
Datei:18f8dfe7-9936-4a69-8189-d98fb16736ea.jpg
Johann Rudolf Huber, Herkules holt die Äpfel der Hesperiden (Stuttgart, Altes Schloss)

Auf diesem Gemälde ist Herkules als junger Mann dargestellt, der unmittelbar den Betrachter aus dem Bild heraus anzuschauen scheint. Er ist dabei, die goldenen Äpfel der Hesperiden zu brechen und wirkt wie in flagranti überrascht. Das Löwenfell ist ihm vom Kopf gerutscht, sodass das Maul des Löwen dramatisch aufgeklappt zum Himmel weist.

Den Drachen Ladon, der den Garten der Hesperiden bewachen sollte, hat Herkules bereits mit einem Pfeil getötet. Den Bogen hat er noch in der Hand, der Köcher hängt an seiner Schulter. Der Drache liegt auf dem Rücken, hat das Maul aufgesperrt und die Hinterläufe in den Himmel gestreckt. Als Sieger hat Herkules seinen linken Fuß auf das Ungeheuer gesetzt, während er, wie beschrieben, wie ertappt aus dem Bild herausschaut. Im Hintergrund ist ein höfischer Garten mit zahlreichen Statuen zu erkennen.

Die goldenen Äpfel galten als Symbole der Jugend und der Fruchtbarkeit. Sie waren das Geschenk Gaias zur Hochzeit von Jupiter und Juno. [49] Mit diesem Wissen bezog sich das Gemälde auf die Decke, wo neben den zahlreichen Jupiterszenen just die Vorgeschichte, nämlich Herkules, der Atlas das Himmelsgewölbe abnahm, damit dieser ihm die Äpfel holen konnte, als Vorausschau auf den Herkuleszyklus an den Wänden gemalt war.

Programm und Synthese

Im Rondellsaal im Alten Schloss in Stuttgart, der dem jungen Herzog Eberhard Ludwig als Audienz- und Paradeschlafzimmer diente, malte Johann Rudolf Huber 1698–1700 für die Decke und die Fensterlaibungen einen Zyklus von Jupiter- und Herkulesszenen. Die Auswahl der Szenen könnte vom ehemaligen Erzieher und damaligen Oberhofmarschall des Herzogs, Johann Friedrich von Staffhorst vorgenommen worden sein.

Die Szenen an der Decke, bei denen Jupiter mit seinem Adler als Herr über die Naturgewalten gezeigt wird, hat man vermutlich auf den Kaiser zu beziehen. Die Szenen in den Fensterlaibungen mit dem kraftvollen Herkules, der ein Sohn Jupiters war und von diesem mit der Aufnahme in den Olymp belohnt wurde, hingegen auf Herzog Eberhard Ludwig. Auffällig bei der Auswahl der Herkulesszenen ist der moralische Charakter, so beim Kampf gegen die betrunkenen Kentauren und bei Herkules' Aufenthalt am Hof der Omphale.

Bibliographie

  • Fleischhauer, Renaissance, 1971 = Fleischhauer, Renaissance in Württemberg, Stuttgart 1971.
  • Fleischhauer, Barock, 1958 = Werner Fleischhauer, Barock im Herzogtum Württemberg, Stuttgart 1958.
  • Kotzurek, Altes Schloss, 2003 = Annegret Kotzurek, Kleine Geschichte des Alten Schlosses in Stuttgart, Leinfelden-Echterdingen 2003.
  • Kehrli, Huber, 2010 = Manuel Kehrli, „sein Geist ist zu allem fähig“. Der Maler, Sammler und Kunstkenner Johann Rudolf Huber (1668–1748), Basel 2010.
  • Poeschel, Ikonographie, 2005 = Sabine Poeschel, Handbuch der Ikonographie. Sakrale und profane Themen der bildenden Kunst, Darmstadt 2005.
  • Sauer, Eberhard Ludwig, 2008 = Paul Sauer, Musen, Machtspiel und Mätressen. Eberhard Ludwig. Württembergischer Herzog und Gründer Ludwigsburgs, Tübingen 2008.
  • Stephan, Altes und Neues Schloß, 1998 = Regina Stephan, Altes und Neues Schloß in Stuttgart mit ihrer Umgebung, hg. Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Heidelberg 1998.
  • Tapisserien, Baden-Württemberg, 2002 = Tapisserien. Wandteppiche aus den staatlichen Schlössern Baden-Württembergs (Schätze aus unseren Schlössern. Eine Reihe der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, 6), Weinheim 2002.
  • Vann, Württemberg, 1986 = James Alan Vann, Württemberg auf dem Weg zum modernen Staat 1593–1793, Stuttgart 1986 (Originalausgabe London 1984).
  • Zahlten, Hercules Wirtembergicus, 1981 = Johannes Zahlten, Hercules Wirtembergicus. Überlegungen zur barocken Herrscherikonographie, in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, 18 (1981), S. 7–46.
  • Zahlten, Göttersaal, 1983 = Johannes Zahlten, Der „Göttersaal des Capitolium (Stadtschloss) in Studtgardt“ nach einer Beschreibung aus dem Jahre 1850. Mit Bemerkungen zur Neubewertung der Mythologie, in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg, 20 (1983), S. 19–32.

Einzelnachweise

  1. Fleischhauer, Renaissance, 1971, S. 33–38, ebenso Kotzurek, Altes Schloss, 2003, S. 18–19. Einen guten Überblick bringt Stephan, Altes und Neues Schloß, 1998, S. 10–18.
  2. Fleischhauer, Renaissance, 1971, S. 34; Kotzurek, Altes Schloss, 2003, S. 19.
  3. Fleischhauer, Renaissance, 1971, S. 34; Kotzurek, Altes Schloss, 2003, S. 20–21.
  4. Fleischhauer, Renaissance, 1971, S. 35; Kotzurek, Altes Schloss, 2003, S. 23–25.
  5. Fleischhauer, Renaissance, 1971, S. 35–37.
  6. Kotzurek, Altes Schloss, 2003, S. 28; Fleischhauer, Renaissance, 1971, S. 38.
  7. Kotzurek, Altes Schloss, 2003, S. 53, die allerdings das Sockelgeschoss des Dürnitzbaus nicht mitrechnet und deshalb das Appartement als im ersten Obergeschoss gelegen benennt. Als zweites Obergeschoss hingegen bei Zahlten, Göttersaal, 1983, S. 19.
  8. HStAS A 21 Bd. 20 (Inventar von 1750 und 1753), fol. 51.
  9. HStAS A 21 Bd. 19 (Inventar von 1739), fol. 11–12; HStAS A 21 Bd. 20 (Inventar von 1750 und 1753), fol. 53–57.
  10. HStAS A 21 Bd. 19 (Inventar von 1739), fol. 13–15.
  11. HStAS A 21 Bd. 19 (Inventar von 1739), fol. 14.
  12. HStAS A 21 Bd. 19 (Inventar von 1739), fol. 21–26.
  13. 13,0 13,1 Seeger, Ludwigsburg, 2020, S. 116.
  14. HStAS A 256 Bd. 197 (Landschreiberei Rechnungsbuch 1713/14), fol. 300; fol. 399.
  15. HStAS A 21 Bü 497 (Kastellaneien und Hausschneidereien), 11. September 1727.
  16. Seeger, Ludwigsburg, 2020, S. 406 mit Quellennachweis.
  17. HStAS A 21 Bd. 19 (Inventar von 1739), fol. 18; HStAS A 21 Bd. 20 (Inventar von 1750 und 1753), fol. 12. Tapisserien, Baden-Württemberg, 2002, Kat.-Nr. 17.
  18. HStAS A 21 Bd. 19 (Inventar von 1739), fol. 18.
  19. HStAS A 256, Bd. 183 (Landschreiberei Rechnungen 1699/1700), fol. 382, Nr. 1209.
  20. HStAS A 256, Bd. 187 (Landschreiberei Rechnungen 1703/1704), fol. 369v, Nr. 1230.
  21. HStAS A 202 (Geheimer Rat) Bü 3033, Nr. 143. Zu Forstner ausführlich: Seeger, Ludwigsburg, 2020, S. 31–41 sowie passim.
  22. Seeger, Ludwigsburg, 2020, S. 133–134 mit Abb. 102–104.
  23. Vom einstigen Vorzimmer hat sich eine historische Fotografie erhalten, auf der Colomba als Maler des Deckengemäldes zu erkennen ist. Auf das einstige Vorzimmer hat man möglicherweise den Rechnungseintrag vom 13. September 1712 zu beziehen (HStAS A 256 [Landschreiberei-Rechnungsbuch] Bd 196, fol. 382): „Georgio Ferretti vor Stuccador arbeit in Ihro Durchlaucht deß Regierenden Herzogen audienz gemach alhier [= Stuttgart, Altes Schloss?] vom 13. September 1712: 250 fl.“ Der Stuck des Vorzimmers, das in Anbetracht der Doppelfunktion des Rondellzimmers durchaus auch als Audienzzimmer gedient haben kann, stammt mit seinem einfachen groben Bandelwerk sicher nicht von Frisoni, könnte also das Werk des neu berufenen Georgio Ferretti sein. Der Rechnungseintrag auch bei Fleischhauer, Barock, 1958, S. 149–150.
  24. HStAS A 256 (Landschreiberei-Rechnungsbuch) Bd 197, fol. 300.
  25. HStAS A 256 (Landschreiberei-Rechnungsbuch) Bd. 197, fol. 399.
  26. Fleischhauer, Barock, 1958, S. 134.
  27. Fleischhauer, Barock, 1958, S. 134, ohne Quellenangabe.
  28. HStAS A 256 (Landschreiberei-Rechnungsbuch) Bd. 183, fol. 382, Nr. 1209. Fleischhauer, Barock, 1958, S. 134 schreibt von einmal 4380 Gulden und einmal 1500 Gulden, die Huber für seine Arbeit erhalten habe. Bei den 1500 Gulden handelte es sich jedoch nicht um eine Bezahlung, sondern um Geld, das Ernst Friedrich von Lützelburg, von 1686 bis 1722 Obervogt in Lauffen am Neckar, dem Maler geliehen hatte. Lützelburg bat die Rentkammer um Erlaubnis für das Leihgeschäft, das die Genehmigung mit der Auflage erteilte, dass Huber das Geld binnen 3 Monaten zuzüglich Zinsen zurückzahlen sollte (HStAS A 250 (Rentkammer, Protokolle und Diarien) Bü 42, Sitzung vom Freitag, den 21. März 1700, Rubrik Stuttgart). Kotzurek, Altes Schloss, 2003, S. 54 übernahm die Angaben von Fleischhauer ungeprüft, sodass sie für den Auftrag auf vermeintliche auf fast 6000 Gulden kam.
  29. Eine Schemazeichnung bei Zahlten, Göttersaal, 1983, S. 23.
  30. Vgl. Zahlten, Göttersaal, 1983, S. 23, der allerdings das Deckengemälde von Herkules und Atlas als Weiterführung des Herkuleszyklus in den Fensterlaibungen begreift.
  31. Zahlten, Göttersaal, 1983, S. 25.
  32. Zu Staffhorst: Vann, Württemberg, 1986, S. 173–176; Sauer, Eberhard Ludwig, 2008, S. 75–81.
  33. HStAS G 184 Bü 17.
  34. Zahlten, Göttersaal, 1983, S. 19. Kotzurek, Altes Schloss, 2003, S. 75–79.
  35. Landesmuseum Württemberg, Inv.-Nrn. KRGT 11950–KRGT 11957.
  36. Zahlten, Hercules Wirtembergicus, 1981, Abb. 12–13; Zahlten, Göttersaal, 1983, Abb. 1–2.
  37. Kotzurek, Altes Schloss, 2003, S. 79.
  38. Almut Schmidt-Pollmer, Landesmuseum Württemberg, hat ihre Auswertung der Autorin kollegialerweise zur Verfügung gestellt. Die Anordnung auch bei Zahlten, Göttersaal, 1983, S. 22–23.
  39. StAL E 21 Bü 138.
  40. Zahlten, Göttersaal, 1983. Eine Transkription bei Kehrli, Huber, 2010, S. 116, 195–196. Kehrli schreibt, die Quelle wäre erstmals von Zahlten, Hercules Wirtembergicus, 1981 publiziert worden, was jedoch in Zahlten, Göttersaal, 1983 zu korrigieren ist.
  41. 41,0 41,1 41,2 41,3 41,4 41,5 41,6 41,7 Kehrli, Huber, 2010, S. 195.
  42. Vgl. Abb. 3, Nr. 3 bei Zahlten, Göttersaal, 1983.
  43. 43,0 43,1 Kehrli, Huber, 2010, S. 196.
  44. Zahlten, Göttersaal, 1983, S. 24.
  45. Ebd.
  46. Zahlten, Hercules Wirtembergicus, 1981, S. 30.
  47. Ovid, Metamorphosen 11,194–217. Vgl. auch Zahlten, Hercules Wirtembergicus, 1981, S. 30.
  48. Poeschel, Ikonographie, 2005, S. 333–334. Zahlten, Hercules Wirtembergicus, 1981, S. 30–31.
  49. Poeschel, Ikonographie, 2005, S. 332.