Schleswig, Heespenhof
Inventarnummer: cbdd20186
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Im Treppenhaus des Heespenhofs wird die Decke durch eine illusionistische Malerei von 1754 zum Himmel geöffnet. Über eine Balustrade blicken Menschen herab, am Himmel fliegen verschiedene Vögel.

Der Heespenhof in Schleswig
Kurzbeschreibung und Lage
Der so genannte Heespenhof steht an der Nordseite der Straße Lollfuß. Diese Straße verband die Stadt Schleswig im Osten mit Schloss Gottorf im Westen.[1]
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das Palais wurde 1754 im Auftrag des Geheimen Konferenzrats am Gottorfer Obergericht Christian Friedrich von Heespen auf Deutsch Nienhof erbaut. Architekt war vermutlich der königlich dänische Landbaumeister Johann Gottfried Rosenberg. Nach seinem Tod 1776 hatte das Gebäude verschiedene Besitzer. 1869 wurde es an den preußischen Justizfiskus vermietet. Seit 1879 diente das Palais als Amtsgericht und gelangte 1887 in Staatsbesitz. Es wurde seither mehrfach umgestaltet und erweitert. Vor allem die Arbeiten von 1957 und 1976-1984 waren tiefgreifend. Lediglich der Kernteil des Hauses mit dem Treppenhaus blieb annähernd unverändert erhalten.[2]
Beschreibung
Das L-förmige ursprüngliche Palais im Süden ist durch zahlreiche Anbauten im Norden erweitert worden. Der aus gelben Ziegeln errichtete Hauptbau mit Walmdach steht weit zurückgesetzt von der Straße, zu der er sich über hohem Sockelgeschoss zweigeschossig mit 13 Achsen präsentiert. Die mittleren fünf Achsen unter einem Segmentgiebel bilden einen schwachen Risalit aus, der mit Eckrustizierungen betont wird. Die Gebäudeecken sind ebenfalls rustiziert. Diese waren wie die Fensterfaschen ehemals geweißt. Die mittlere Achse wird durch einen Eingang im Erdgeschoss unter einem Balkon betont. Durch das Sandsteinportal gelangt man in das Vestibül, das sich links zum Treppenhaus hin öffnet. Von der Treppenhalle gehen im Erd- und im Obergeschoss in den Haupt- und in den Nordflügel mittige Flure ab. An den Außenseiten lagen die Räume und Säle in Enfilade.[3]
Das Treppenhaus
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das Treppenhaus wurde 1754 im Auftrag von Christian Friedrich von Heespen auf Deutsch Nienhof nach Plänen von Johann Gottfried Rosenberg errichtet. Es war ursprünglich nur zum Vestibül hin geöffnet. 1889 wurde im Erdgeschoss die Trennwand zum Flur entfernt. Im Obergeschoss wurde damals die Wand zurückgenommen. Die Treppe selbst ist unverändert und nach Befund farbig gefasst.[4]
Beschreibung
Das Treppenhaus erschließt das Palais vertikal mit einer repräsentativen Holztreppe mit je zwei Läufen an der Süd- und Westseite sowie einem Zwischenpodest. An der Nord- und Ostseite gibt es Galerien. In der Mitte befindet sich ein offenes Treppenauge bis zur Deckenhöhe des ersten Obergeschosses. Die Treppe selbst führt weiter in das Dachgeschoss.[5]
Das Deckenbild im Treppenhaus
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Das Deckengemälde in Öl auf Leinwand (auf einen Rahmen gespannt) wurde zusammen mit dem Treppenhaus 1754 von einem unbekannten Künstler geschaffen. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen um 1980 herum wurde es restauriert.[6]
Beschreibung und Ikonographie
Das Deckengemälde öffnet das Treppenhaus illusionistisch nach oben. Durch eine fingierte Balustrade hindurch blickt man in ein zusätzliches Geschoss, das mit einer weiteren Balustrade abschließt und den Blick in einen heiteren Himmel freigibt. In der Mitte fliegt ein schwarzer Adler. Bei genauerem Hinsehen sind weitere weiße Greifvögel auszumachen, von denen einer auf der oberen Balustrade sitzt. Hinzu kommen zwei Tauben auf der Balustrade gegenüber. In den Ecken der Balustrade stehen urnenartige Prunkvasen. Über die untere Balustrade blicken vier Männer und zwei Frauen herab. Hinter ihnen weitet sich der Raum und gewährt durch Rundbögen zwischen Pilastern den Blick an den Himmel.[7]
Bibliographie
- Literatur:
- Beseler, Bericht, 1982. – Beseler, Hartwig: Bericht des Landesamtes für Denkmalpflege Schleswig-Holstein über die Jahre 1980 und 1981, in: Nordelbingen 51 (1982), S. 165-210.
- Beseler, Bericht, 1984. – Beseler, Hartwig: Bericht des Landesamtes für Denkmalpflege Schleswig-Holstein über die Jahre 1982 und 1983, in: Nordelbingen 53 (1984), S. 197-256.
- Dehio, Schleswig-Holstein, 2009. – Dehio, Georg: Hamburg. Schleswig-Holstein (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Johannes Habich, Christoph Timm, Lutz Wilde. München/Berlin 2009.
- Habich, Heespenhof, 1985. – Habich, Johannes: Schleswig, ehern. Heespenhof, in: Nordelbingen 54 (1985), S. 285-290.
- Schlüter, Amtsgericht, 1983. – Schlüter, Karlheinz: Um- und Erweiterungsbau des Amtsgerichts in Schleswig – Restaurierung des Heespen-Hofes, in: Beiträge zur Schleswiger Stadtgeschichte 28 (1983), S. 120-131.
Einzelnachweise
- ↑ Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 881-882; Habich, Heespenhof, 1985, S. 285-290.
- ↑ Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 881; Habich, Heespenhof, 1985, S. 285-286; Schlüter, Amtsgericht, 1983, S. 120, 122; Beseler, Bericht, 1984, S. 232; Beseler, Bericht, 1982, S. 192.
- ↑ Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 881; Habich, Heespenhof, 1985, S. 285-288.
- ↑ Habich, Heespenhof, 1985, S. 288; Schlüter, Amtsgericht, 1983, S. 124.
- ↑ Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 882; Habich, Heespenhof, 1985, S. 288; Schlüter, Amtsgericht, 1983, S. 124.
- ↑ Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 882; Habich, Heespenhof, 1985, S. 288; Schlüter, Amtsgericht, 1983, S. 125.
- ↑ Dehio, Schleswig-Holstein, 2009, S. 881-882; Habich, Heespenhof, 1985, S. 288; Schlüter, Amtsgericht, 1983, S. 125.