Raitenhaslach, ehem. Zisterzienserabtei, Raum in der Abtswohnung
Kleiner Raum in der ehemaligen Abtswohnung
Zum Bauwerk: An der S-Seite der Kapelle ist ein vergittertes Fenster und zwei Türen (heute geschlossen) zum angrenzenden Raum. Dieser Nebenraum (heute Gastzimmer) ist ohne Deckenbild; ein zweiter, nach S angrenzender kleiner Raum hat ein Deckenbild. Aller Wahrscheinlichkeit nach war der erste Raum das Schlafzimmer des Abtes (wie häufig neben der Kapelle gelegen und durch ein Fenster mit ihr verbunden). Der zweite Raum dürfte der Alkoven gewesen sein, in dem das Bett des Abtes stand. In den Annalen ist der Raum nicht erwähnt.
RAITENHASLACH
Kleiner einachsiger Raum (3,60×4,50m), direkt über dem Torbogen zum Konventbau gelegen. Fenster nach Westen.
Auftraggeber: Abt Robert Pendtner von Raitenhaslach (1734–56).
Autor und Entstehungszeit: Zuweisung an einen Schüler Johann Baptist Zimmermanns, um 1752/54
Naheliegend wäre eine Ausstattung im Zusammenhang mit der benachbart liegenden Abtskapelle und damit eine Zuweisung an Martin Heigl, doch zeigt das Fresko nichts vom persönlichen Stil Martin Heigls, wie er in der Prälatenkapelle ausgeprägt ist. Möglich wäre auch, daß das Fresko im Schlafzimmer später angebracht wurde (Kupferschmied schreibt es Heigl zu und datiert es um 1769/70). Überzeugender ist jedoch eine Datierung in die erste Bauzeit des Prälatenstocks 1752, bevor dieser wegen der Krankheit von Abt Robert Pendtner ins Stocken kam. Die Stuckdekoration ist der in Margarethenberg (1753 durch den Zimmermann-Mitarbeiter Johann Georg Funk) sehr verwandt. Die Dreifaltigkeitsdarstellung zeigt große Ähnlichkeit mit der im Chorfresko C in Margarethenberg (Johann Baptist Zimmermann 1754, s.S. 122); noch größer ist die Ähnlichkeit mit der Dreifaltigkeit in der Prälatenkapelle in Andechs (Zimmermann 1755, CBD Bd 1, S. 307).
Befund
Träger der Deckenmalerei: Flachdecke mit Hohlkehle Rahmen: Rocaillestuck
Technik: B Fresko; polychrom; Ba-d vergoldete Stuckreliefs Maße: B Höhe 4,00 m; Durchmesser ca. 2,50
Erhaltungszustand und Restaurierungen: Keine Restaurierungen bekannt. Übermalungen z.B. bei den Putten. Sonst guter Zustand.
Beschreibung und Ikonographie
B HEILIGSTE DREIFALTIGKEIT Das Deckenbild ist in ungewöhnlicher Weise verbunden mit terrakottafarbener Stuckkartuschen, die über den ovalen Stuckrahmen greifen und deren Ranken und Rocaillen das Fresko überspielen. Gottvater mit Zepter und Christus mit Kreuz und Weltkugel erwarten mit der sternenbekränzten Krone Maria, um sie als Himmelskönigin zu krönen. Maria ist im Fresko nicht dargestellt, die Darstellung ihrer Himmelfahrt befand sich vermutlich unter dem Deckenbild auf einem kleinen Privataltar o. Ä. Die Kleidung Gottvaters ist nicht, wie ikonographisch üblich Violett und Gelb, sondern Rot und Blau.
Ba-d EMBLEMAHNLICHE DARSTELLUNGEN, vergoldete Stuckreliefs (die Darstellungen und die dazugehörige Inschriften sind auf dem Foto nur lückenhaft zu entziffern)
Quellen und Literatur zu A
Raum B ist in den Quellen nicht erwähnt und in der Literatur kaum bekannt.
BSB, Clm 12536, fol. 20–23, 60: Hauntinger, 1800. KDB I OB (8), S. 2620. Krausen 1977, S. 25. Kreilinger, S. 16. Kupferschmied, S. 52f. und 89f.