Pirna, Markt 14
Inventarnummer: cbdd20057
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Das dreigeschossige barocke Gebäude wurde um 1500 gebaut. Es enthält ein schlichtes Korbbogenportal und einen bemalten Eckraum mit einer Holzdecke aus den Jahren 1650-1680, die marmorierte Unterzugsbalken und verschiedene Motive wie Blumenranken, Fruchtgehänge und Landschaftsdarstellungen zeigt.

Das Bauwerk
Die mit Stabwerk ausgestatteten Fenstergewände des Hauses Markt 14 verweisen auf eine Erbauung um 1500. Das dreigeschossige Gebäude in Ecklage weist zur Schössergasse drei und zum Markt hin sieben Fensterachsen auf. Dort befindet sich in der ansonsten völlig schmucklosen Front im Erdgeschoss auch das schlichte barocke Korbbogenportal mit seitlichen Pilastern und dem Schlussstein mit der „1743“ bezeichneten Hausmarke. Den einzigen weiteren Schmuck bildet der zur Schössergasse hin gelegene dreiachsige und zwei Geschosse hohe Katzenttreppengiebel. Ein sehr hohes Satteldach mit Schleppgaupen in drei Reihen, hinter denen sich einst Vorratsböden befanden, schließt das Gebäude ab.[1]
Die Decke im 1. Obergeschoss
Die im ersten Obergeschoss in einem Eckraum befindliche prachtvoll bemalte Holzdecke aus der Zeit zwischen 1650 und 1680 gehört mit zu den schönsten wiederentdeckten Deckenmalereien in Pirna. Die mächtigen, profilierten Unterzugsbalken sind an den Ecken mit weißen Einfassungen versehen. An den Seiten sind sie kostbar rötlich marmoriert, an den Unterseiten und zur Decke selbst hin sind sie in gleicher Weise wiederum in einem hellen Grünton gefasst. Der Wechsel von weißen Randeinfassungen sowie grünlichen oder rötlichen Marmorierungen durchzieht schließlich auch wie ein gestalterisches Leitmotiv die gesamte Decke: So erscheinen die flachen und schmalen Tragbalken dort einmal mit grün marmorierten Mittelfenstern bei weiß umrandeten roten Seiten sowie in umgekehrter Reihenfolge: innen rot und außen grün. Die breiten dekorativen Hauptfelder der Decke sind mit höchst unterschiedlichen Motiven geschmückt: Zum einen erscheinen Abschnitte mit dicht nebeneinander gesetzten, weißen und lediglich rot umrandeten Blumen und Blattranken. Andere zeigen prachtvolle Fruchtgehänge – grünlich wiedergegebene an rötlichen Tüchern oder Schnüren, sowie in umgekehrter Farbgebung. Die u. a. aus Kürbissen, Weintrauben, Granatäpfeln, Zwiebeln u. a. bestehenden Gebinde werden durch Weißtöne grisailleartig gehöht und erscheinen damit in starker Plastizität. Die eigentlichen Hauptfelder der Decke stellen aber phantasievolle und stark polychrom gehaltene Landschaftsdarstellungen aus dem Umfeld der Sächsischen Schweiz dar. So erscheint eine Flusslandschaft mit der Festung Königstein, eine Seelandschaft mit verschiedenen Dreimastern, eine Landschaft mit einem Wasserschloss mit Anglern und einer bewachten Bastion oder eine weitere Flusslandschaft mit Schiffen, einer Kapelle und einer Hirschjagd. Wohl nicht von ungefähr erinnern die Schlossbauten auf den beiden letzten Darstellungen an das bei Dresden gelegene, im 16. und 17. gestaltete Jagdschloss Moritzburg.[2]
Bibliographie
- Dehio, Handbuch, 1996 – Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen I. Regierungsbezirk Dresden, München/Berlin 1996.
- Ingo, Die Bemalung, 2006 – Ingo, Sandner: Die Bemalung historischer Holzdecken in Pirnaer Bürgerhäusern – Funde seit 1990, in: Pirnaer Hefte. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte, Baugeschichte und Denkmalpflege, 6 (2006), S. 23–45.