Pirna, Abtshaus Stadtbibliothek

Pirna, Abtshaus / Stadtbibliothek, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2023, URL: www.deckenmalerei.eu/8c1b5a5a-49dc-4feb-9704-4a9b6de21b92

Inventarnummer: cbdd20061

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Das gotische Pirnaer Abtshaus ist ein dreigeschossiges Gebäude mit schmuckloser Fassade. Im 1. OG befindet sich eine bemalte Holzbalkendecke aus dem 17. Jahrhundert mit grünlich-braunen Motiven wie Fruchtgebinde und Akanthusblattranken.

Pirna, Abtshaus, Stadtbibliothek
Pirna, Abtshaus, Stadtbibliothek

Das Bauwerk

 
Pirna, Abtshaus, Stadtbibliothek

Das Pirnaer Abtshaus ist ein gotisches Gebäude, welches rückseitig an die Stadtmauer des 13. Jahrhunderts angebaut ist und einen spätgotischen Keller aufweist, der wohl ursprünglich das Erdgeschoss des Hauses war. In der Renaissance und im Barock war es später mehrfach umgebaut worden. Das dreigeschossige, elfachsige Haus mit schmuckloser Fassade wird von seitlichen Rustizierungen eingefasst und weist unregelmäßig angeordnete Fenster mit Renaissancegewänden auf. Das um 1620 geschaffene Rundbogenportal im Erdgeschoss ist mit einer Diamantquaderung mit Löwenkopf sowie einem bekrönenden Aufsatz mit Voluten und drei Obelisken oberhalb des Abschlussgesimses ausgestattet. Ein Satteldach mit neun, in drei Gruppen angeordneten Schleppgaupen bildet den Abschluss.[1]

Die Deckenmalerei im 1. Obergeschoss

Im ersten Obergeschoss des Hauses befindet sich eine bemalte Holzbalkendecke vom Ende des 17. Jahrhunderts, die bei Restaurierungen im Jahre 1995 wiederentdeckt worden ist. Die Malereien entfalten sich in einem grünlich-brauen Farbton auf weißem Grund. Die mächtigen, profilierten Unterzugsbalken sind an der den Seiten mit einer in zwei Leisten verlaufenden Marmorierung geschmückt. An der Unterseite ist es eine ornamentale Malerei aus breit sich entfaltenden Voluten und Ranken. An der Decke selbst werden durch bemalte Profilleisten unterschiedlich breite längsrechteckige Felder voneinander abgetrennt. Die schmaleren enthalten erneut eine Marmorierung, die breiteren aber im Wechsel unterschiedliche Motive: An Bändern herabhängende Fruchtgebinde, breite Akanthusblattranken, sowie breite Blüten mit feinem, lorbeerartigem Astwerk.

Bibliographie

  • Dehio, Handbuch, 1996 – Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen I. Regierungsbezirk Dresden, München/Berlin 1996.

Einzelnachweise

  1. Dehio, Handbuch, 1996, S. 706.