Niederweis, sog Schloss
Inventarnummer: cbdd10043
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Im Schloss Niederweis, dem ehemaligen Sitz der Freiherren von der Heyden, soll ein sog. Jagdzimmer mit eingelassenen Gemälden dekoriert gewesen sein, die aber nicht erhalten sind.

Schloss Niederweis
Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte
Schloss Niederweis liegt am Südrand des alten Ortskerns der gleichnamigen Gemeinde in der Nähe des Flüsschens Nims. Vorgänger soll eine Burganlage gewesen sein, über die weiteres nicht bekannt ist, aus der aber eine bedeutende Renaissance-Bildtischplatte stammen soll ( Landesmuseum Trier). Das heutige Schloss wurde laut inschriftlicher Datierung 1751 für die Freiherren von der Heyden errichtet, in deren Besitz die Herrschaft Niederweis durch Heirat gekommen war. Der Bauherr, Franz Eduard Anton Freiherr von der Heyden (1693-1755) verfügte nach seiner Ernennung zum Präsidenten des Luxemburger Rittergerichts 1731 über stattliche Einnahmen und übernahm repräsentative Aufgaben wie die Eidesleistung als Vertreter der luxemburgischen Ritterschaft bei der Thronbesteigung Maria Theresias 1740[1], so dass der Bau des Niederweiser Schlosses auch als äußerer Ausdruck dieses Aufstieges zu sehen ist.
Auch in französischer Zeit, als Niederweis zur Mairie Alsdorf gehörte, behielten die Freiherren ihren Besitz wenn auch ohne die ehemaligen Herrschaftsrechte. Der letzte Angehörige der Familie, Clemens Wenzeslaus von der Heyden (gest. 1840), errichtete eine Armenstiftung der er seinen gesamten Besitz, darunter auch das Schloss und die zugehörigen Ländereien, vermachte. Heute befindet sich das Anwesen in Privatbesitz und wird, nach mehrfacher Restaurierung, teilweise gastronomisch genutzt. [2]
Baubeschreibung
Die 1751 datierte Anlage präsentiert sich heute als zweiflügeliges, zweistöckige Gebäude mit Mansarddach,. Ursprünglich war es als Dreiflügelanlage konzipiert, wobei der nördliche Seitenflügel bereits 1819 nicht mehr vorhanden und vermutlich niemals fertiggestellt worden ist, da das Schloss 1765 als unvollendet bezeichnet wurde[3], es sind lediglich Ansätze seiner Außenmauern an der Hoffassade vorhanden. Der Hauptflügel ist auf der Hofseite durch einen dreiachsigen Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel betont, darin die Wappen des Bauherren und seiner Ehefrau Maria Wilhelmine von Eltz-Rübenach, die Gartenfront ist ungegliedert.
Im Inneren liegt mittig ein Treppenhaus, in der nördlichen (linken) Gebäudehälfte drei aufeinanderfolgende Räume, von denen die beiden äußeren die gesamte Tiefe des Gebäudes einnehmen, beim ersten ist zur Gartenseite hin ein kleinerer Raum (nachträglich?) abgetrennt. Es dürfte sich hierbei um die hauptsächlichen Repräsentationsräume handeln, zumal sie mit offenen Kaminen und schlichten Stuckrahmendecken ausgestattet sind. In der südlichen Hälfte liegen zwei durch einen hofseitigen Gang erschlossene, kleinere Räume, von denen der äußere, da mit einer vom Herdfeuer der Küche beheizten Takenanlage ausgestattet, ein alltäglicher Aufenthaltsraum gewesen sein könnte. Im südlichen Seitenflügel befanden sich die Küche mit Backofen, diese Räume sind teilweise gewölbt.[4]
Angebliche Gemälde im „Jagdzimmer“
Laut Angabe Ernst Wackenroders im 1927 veröffentlichten, aber in großen Teilen bereits vor dem Ersten Weltkrieg erarbeiteten Kunstdenkmälerinventar, war „ein „Jagdzimmer“ […] mit eingelassenen Gemälden geschmückt“ die offenbar seinerzeit nicht mehr vorhanden waren, genauere Aussagen konnte man bereits damals nicht mehr treffen.[5] Es könnte sich hierbei um den nördlichsten Raum in der Ecke des Hauptflügels gehandelt haben, wo noch heute ein Kamin vorhanden ist über dessen Sims ein hochrechteckiges, von zwei Lisenen begrenztes und nach oben mit Gebälk abgeschlossenes Feld liegt, das durchaus einmal ein großes Gemälde enthalten haben könnte. Im Obergeschoss sind zudem noch heute leere Supraportenfelder über den mit Rokokoornamenten geschmückten Türen erhalten.[6]
Bibliographie
- Altmann / Caspary, Kulturdenkmäler 1997. - Altmann, Bernd / Caspary, Hans: Kreis Bitburg-Prüm. Stadt Bitburg, Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Irrel (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 9.2.). Worms 1997.
- Endres, Niederweis, 2016. - Endres, Albert: Barockschloss Niederweis. In: Ders.: Geschichten aus der Eifelheimat 3. Sindelfingen 2016, S. 62-66.
- Neu, Franz Eduard Anton von der Heyden, 2010. - Neu, Peter: Freiherr Franz Eduard Anton von der Heyden (1693-1755). Herr zu Niederweis und Stolzenburg, Ritterrichter und Präsident des Luxemburger Provinzialrates. In: Verbandsgemeinde Irrel / Stadt Echternach / Deutsch-Luxemburgischer Nationalpark (Hrsg.): Unter dem Doppeladler. Zeitreisen im deutsch-luxemburgischen Nationalpark, Luxemburg 2010, S. 51-59.
- Wackenroder, Kunstdenkmäler, 1927. - Wackenroder, Ernst: Die Kunstdenkmäler des Kreises Bitburg (=Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz 12, I). Düsseldorf 1927.
Einzelnachweise
- ↑ Neu, Franz Eduard Anton von der Heyden, 2010, S. 56-58.
- ↑ Bau- und Ortsgeschichte nach Wackenroder, Kunstdenkmäler, 1927, S. 222-223; Altmann / Caspary, Kulturdenkmäler 1997, S. 486-488.
- ↑ Neu, Franz Eduard Anton von der Heyden, 2010, S. 58. Grudriss: Wackenroder, Kunstdenkmäler, 1927, S. 222, Fig. 155
- ↑ Abbildungen bei Altmann / Caspary, Kulturdenkmäler 1997, S. 487-489.
- ↑ Wackenroder, Kunstdenkmäler, 1927, S. 224.
- ↑ Altmann / Caspary, Kulturdenkmäler 1997, S. 488.