Nördlingen, Herrengasse 15
Inventarnummer: cbdd20385
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Das Wohnhaus in der Herrengasse 15 ist ein für Nördlingen typisches Beispiel, dessen architektonisch wenig repräsentativer Außenbau im Inneren dennoch eine qualitätvolle Stuckausstattung aus der Wessobrunner Schule um 1685 und eine zeitgleiche Deckenmalerei aufweist.
Lage, Bau- und Ausstattungsgeschichte, Auftraggeber
Lage
„Die Herrengasse, die den Verlauf der ersten staufischen Befestigungslinie markiert, erhielt ihren, zunächst volkstümlichen, seit dem mittleren 19. Jh. offiziellen Namen von den hier ansässigen Bewohnern der Nördlinger Oberschicht.“[1]
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das Wohnhaus in der Herrengasse 15 ist im Kern eine spätmittelalterliche Gründung.
„Die einhüftige hofseitige Erweiterung ist im späten 17. Jh. entstanden. Dabei wurde im ersten Obergeschoss ein kleiner langgestreckter Festsaal mit bemerkenswerter Deckenstuckdekoration [und drei Deckenbildern] eingerichtet.“[2]
Auftraggeber
„Auftraggeber in der Herrengasse 15 in Nördlingen war um 1685 entweder ein Stadtleutnant oder ein Bildhauer, die als spätere Eigentümer der Hausstelle erwähnt werden [...].“[3]
Das Bauwerk
Das dreigeschossige Wohnhaus ist mit seiner Traufseite zur Herrengasse ausgerichtet. Diese Ansichtsseite zeigt baukünstlerisch eher einen bescheidenen Anspruch, vermittelt aber eine typische Gestaltungsart, die an Häusern dieses Straßenzuges öfters zu beobachten sind.
Kennzeichnend sind hierbei der gänzliche Verzicht auf jegliche klassischen Gliederungselemente wie Pilaster oder Säulen und sogar das Fehlen von geschosstrennenden Gesimsen ist zu konstatieren. Alleiniges Ordnungskriterium sind die vier mit Läden versehenen Fensteröffnungen, die über die drei Stockwerke hinweg eine sie verbindende Vertikalstruktur ausbilden und der gesamten Wandfläche ein ansehnliches Gesicht verleihen.
Der sog. Festsaal im 1. OG
Der sogenannte Festsaal ist ein langgestreckter Raum, der „bemerkenswerte Deckenstuckdekoration [...][aufweist]. Der nach Wessobrunner Art gefertigte Akanthusstuck mit reliefierten Puttenallegorien der vier Jahreszeiten [stammt] aus der Zeit um 1685.“[3]
Zeitgleich dürften die drei in den Mittelfeldern gemalten Deckenbilder entstanden sein.
Die Maltechnik der drei Deckenmalereien
Die drei Deckenbilder sind in Secco-Technik ausgeführt.[3]
Die Königin von Saba zu Besuch bei König Salomon
Die Themenbestimmung folgt der Angabe bei Sponsel 2024.[4] Aufgrund der verwehrten Möglichkeit einer Inaugenscheinnahme können hierzu keine näheren Angaben gemacht werden.
Der junge König David auf seinem Thron, von Löwen eskortiert, unter einem Baldachin
Die Themenbestimmung folgt der Angabe bei Sponsel 2024.[4] Aufgrund der verwehrten Möglichkeit einer Inaugenscheinnahme können hierzu keine näheren Angaben gemacht werden.
Eine vornehme Gesellschaft berät in einem Raum mit Mittelmeer-Flair
Die Themenbestimmung folgt der Angabe bei Sponsel 2024.[4] Aufgrund der verwehrten Möglichkeit einer Inaugenscheinnahme können hierzu keine näheren Angaben gemacht werden.
Sanierung / Renovierung
„Um das Jahr 2000 gaben die Eigentümer [...] unter Einbeziehung des Landesamts für Denkmalpflege den Auftrag zur Instandsetzung der verschmutzten Stuckdecke und der beschädigten Gemälde. Franz Kugelmann restaurierte die Bilder nach strengen Gesichtspunkten und ließ sie glanzvoll erstrahlen.“[4]
Bibliographie
- Sponsel, Nördlingen, 2024 — Sponsel, Wilfried: Nördlinger Hausgeschichte(n). Ansichten und Einsichten von Bauwerken und Bewohnern, Nördlingen 2024
- Vollmer/Paula/Kociumaka, Nördlingen, 1998 — Vollmar, Bernd/Paula, Georg/Kociumaka, Catharina: Stadt Nördlingen. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Denkmäler (= Petzet, Michael (Hg.): Denkmäler in Bayern [...], Band 90: 7, Schwaben, Landkreise. Donau-Ries 2. Stadt Nördlingen), München 1998