Montabaur, Schloss
Inventarnummer: cbdd10069
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In Schloss Montabaur, einem Schloss der Trierer Kurfürsten, haben sich im sogenannten Rittersaal mehrere Deckengemälde von Lazarus Maria Sanguinetti vom Ende des 17. Jahrhunderts erhalten, sie zeigen neben Allegorien antike Götter und auch ein christliches Motiv.

Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte
Schloss Montabaur präsentiert sich heute als gewachsener Baukomplex, gelegen auf der Höhe oberhalb des gleichnamigen Ortes. Die Anlage geht im Kern zurück auf eine im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts durch den Trierer Erzbischof Dieter von Wied an der Stelle einer älteren (angeblich aus dem 10. Jahrhundert stammenden) Befestigung angelegte Burg, die der Grenzsicherung zum Territorium der Grafen von Nassau diente. Der Name Montabaur (der sich in den folgenden Jahrhunderten gegen die ältere Bezeichnung Humbach auch für den unterhalb der Burg gelegenen Ort durchsetzte) soll dabei in Anlehnung an den Berg Tabor gewählt worden sein.[1] 1291 erhielt der unterhalb der Burg gelegene Ort das Stadtrecht und besaß zu diesem Zeitpunkt große wirtschaftliche Bedeutung.[2]
Dabei stieg die Bedeutung der Burg seit dem Bau der Ortsbefestigung vom Ende des 14. bis in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Gesamtanlage bestand schon zu dieser Zeit aus der eigentlichen Burganlage mit dem bis heute dominierenden runden Bergfried, hinzu kam der von einer Ringmauer umschlossene Bereich in dessen nordwestlicher Ecke die Burganlage liegt.
Unter Erzbischof Johann von Baden (AZ 1456-1503) wurde wahrscheinlich der als Badischer Bau, Küchenbau oder Zwinger bezeichnete, im Grundriss rechteckige Baukörper in der Nordostecke des heutigen Schlosskomplexes angelegt, der aus dem Geviert nach Osten hervorspringt. Zwar befindet sich an der Südecke des Gebäudes das Wappen seines Nachfolgers Richard von Greiffenklau mit der Jahreszahl 1519, nach Fritz Michel dürfte der Bau jedoch bereits unter dem Vorgänger im Wesentlichen fertig geworden sein, weshalb er auch als der „Badische Bau“ bezeichnet wird.
Durch die zunehmenden Aufenthalte der Trierer Kurfürsten in Ehrenbreitstein wuchs auch die Bedeutung Montabaurs, so dass auch unter den folgenden Kurfürsten Ausbauarbeiten stattfanden, die teilweise durch Wappensteine dokumentiert sind.[3] Zudem war das Schloss Dienstsitz des kurfürstlichen Kellners, dessen Räume sich im südlichen Teil des Ostflügels befanden.[4]
Ende des 17.Jahrhunderts, in der Amtszeit des Kurfürsten Johann Hugo von Orsbeck (1675-1711) erhielt das Gebäude nach Plänen des Hofbaumeisters Johann Christoph Sebastiani seine bis heute erhaltene Form. Durch die schwierigen Zeitumstände zogen sich die Arbeiten 13 Jahre hin, beginnend 1686 und vor allem wohl wegen der kriegerischen Ereignisse in den folgenden Jahren (Zerstörung von Koblenz 1688) zwischenzeitlich sehr verlangsamt, wurden sie 1699 beendet. In diese Spätphase der Erneuerung gehört auch die Ausstattung des im ersten Stockwerk des Badischen Baus oder Küchenflügels gelegenen Rittersaals mit Deckenmalereien von Lazarus Maria Sanguinetti.
Die Maßnahme gehört zu den seinerzeit und bis in die 1720er Jahre im Kurfürstentum Trier nachweisbaren, konservativen Bauprojekten die zwar eine Modernisierung in den Einzelformen anstrebten, gleichzeitig aber die gewachsene Baugestalt grundsätzlich respektierten oder sogar durch stilistisch angepasste Elemente ergänzten. Dabei stehen das Montabaurer Schloss und die etwa gleichzeitige Wiederherstellung der kurfürstlichen Burg in Koblenz chronologisch am Anfang dieser vielfach als Zeichen der Rückständigkeit angesehenen, tatsächlich aber wohl auch durch bewusste Bewahrung der Tradition in unruhigen Zeiten geprägten Wiederauf- und Neubauprojekte.[5] Diese Intention ist auch daran erkennbar, dass in Montabaur zwar der Grundriss und auch Teile des aufgehenden Mauerwerks beibehalten wurden[6], andererseits aber etwa der erhaltene Südflügel größtenteils abgebrochen und an alter Stelle in passender Form neu aufgeführt wurde - auch sonst zeigen die hohen Ausgaben für Maurerarbeit, wie sehr die Bausubstanz erneuert wurde.[7] Etwas später, 1708-09 folgte nach Plänen des Hofbaumeisters Ravensteyn noch eine Erneuerung des Torhauses die sich an der Architektur des Schlosses orientierte.[8]
Nach der Fertigstellung des Schlosses diente es für gelegentliche Jagdaufenthalte des Kurfürsten, überwiegend jedoch als Dienstwohnung des kurfürstlichen Kellners, ein 1739 aufgestelltes Inventar belegt nur verhältnismäßig wenig dauerhaft dort vorhandenes Mobiliar, das zudem oftmals Altersschäden aufwies.[9]
Erst gegen Ende der Amtszeit des Kurfürsten Franz Georg von Schönborn (AZ 1729-1756) wurden, vermutlich auf Wunsch seines jagdliebenden Koadjutors und späteren Nachfolgers Johann Philipp von Walderdorff (AZ 1756-1768), dessen Familienstammsitz Molsberg zudem nicht weit entfernt lag, Modernisierungen einiger Innenräume vorgenommen: 1754, im Jahr der Ernennung Johann Philipps zum Koadjutor, wurden unter der Leitung des Hofbaumeisters Johannes Seiz die Fußböden in den kurfürstlichen Räumen im oberen Stockwerk des Westflügels neu mit Parkett ausgelegt und im Erdgeschoss dieses Bauteils einige Räume durch Zwischenwände unterteilt bzw. ein Flur abgetrennt, eine Veränderung die bis heute an zerteilten Stuckdecken ablesbar ist. Aus dieser Zeit dürften auch die Stuckdecken und stuckierten Ofennischen in den kurfürstlichen Räumen im ersten Stock des Westflügels stammen, die sicher vom späteren Hofstuckateur Michael Eytel zuzuschreiben sind, der seit 1753 in Kurtrier tätig war. Zudem ist die Anschaffung von Mobiliar, Leuchtern und Textilien für die Ausstattung belegt.[10]
Der letzte Trierer Kurfürst, Clemens Wenzeslaus von Sachsen (AZ 1768-1794/1801), hatte im Gegensatz zu seinem Vorgänger kein besonderes Interesse an der Jagd und suchte das Montabaurer Schloss daher seltener auf - abgesehen von einem zweitägigen Aufenthalt 1794, bei seiner Flucht vor den französischen Truppen.
Nach dem Ende des Kurfürstentums wurde dessen rechtsrheinischer Teil dem Fürsten Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg übertragen, der Schloss Montabaur intensiver als Jagdschloss nutzte. 1851 verlegte man ein Lehrerseminar in das Gebäude, nach dem Übergang an Preußen 1866 diente es zusätzlich als Landratsamt. Von 1946 bis 1969 war darin die Bezirksregierung Montabaur untergebracht.
Nachdem das Land Rheinland-Pfalz das Schloss an die Deutsche Genossenschaftskasse veräußert hatte, wurde das Gebäude von dieser saniert und ab 1970 als Bildungsinstitut genutzt, heute unter dem Namen Akademie Deutscher Genossenschaften mit angeschlossenem Hotel. Für diesen Zweck entstanden innerhalb des Schlossgeländes und unterhalb mehrere Neubauten.
Auftraggeber
Kurfürst Johann Hugo von Orsbeck (AZ 1675-1711) regierte in einer durch wiederholte Kriegshandlungen geprägten Zeit, insbesondere die eigentliche Hauptstadt des Erzstifts, Trier, wurde mehrfach besetzt und erlebte einen starken Niedergang. Dies bedeutete einerseits eine nur eingeschränkte politische Handlungsmöglichkeit, andererseits auch eine weitere Verfestigung der Rolle von Ehrenbreitstein und Koblenz als Residenz. Neben einer Umgestaltung der Repräsentationsräume im Ehrenbreitsteiner Residenzschloss Philippsburg (siehe dort) gab er den Bau der Ehrenbreitsteiner Pfarrkirche Hl. Kreuz in Auftrag (im Zweiten Weltkrieg zerstört). Bedeutender ist allerdings, trotz der starken Konzentration auf Koblenz / Ehrenbreitstein, der monumentale Marmoraufbau des Frankfurter Bildhauers Johann Wolfgang Frölicher (1652-1700) im Ostchor des Trierer Doms, der als Schaufassade der (allerdings erst nach Johann Hugos Tod ausgeführten) Heilig-Rock-Kapelle dienen sollte und von Johann Hugo gestiftet wurde.
Architekten, Künstler und Handwerker
Die von Fritz Michel akribisch ausgewerteten Quellen zeigen, dass bei der Baumaßnahme sowohl Handwerker beschäftigt wurden, die häufiger Aufträge für die Hofkammer übernahmen (oder sogar als Hofhandwerker gelten können) wie auch Handwerker aus der nahegelegenen Stadt Montabaur. Dabei ist festzustellen, dass man für die qualifizierteren Arbeiten offenbar Hofhandwerker auswählte bzw. solche heranzog, die in der Residenz ansässig waren. Hierbei meint Residenz sowohl den Ort Thal-Ehrenbreitstein, als auch Koblenz und die Festung Ehrenbreitstein. Grund dürfte wohl der Wunsch gewesen sein, einerseits bewährte Kräfte heranzuziehen, andererseits aber auch die „einheimischen“ Handwerker aus Montabaur zu berücksichtigen, was etwa so weit ging, dass man die Maurerarbeit am Westflügel dem Montabaurer Christian Weinbach und den Koblenzer Anton Lombardin vergab, wobei Lombardin während der Ausführung starb und durch Hofmaurer Christian Dorisch[11] aus dem Thal (-Ehrenbreitstein) ersetzt wurde.[12]
Planender und die Ausführung organisierender Architekt war Hofbaumeister Johann Christoph Sebastiani (gest. 1701), bei einer herrschaftlichen Bauaufgabe nicht verwunderlich.
Der Maler der hier interessierenden Deckengemälde im sog. Rittersaal, Lazarus Maria Sanguinetti (um 1660- um 1740), arbeitete etwa gleichzeitig zu Montabaur auch im Ehrenbreitsteiner Residenzschloss, er war spätestens 1699 in Koblenz ansässig.[13]Wenig bekannt ist über den Stuckateur der Saaldecke, Peter Baumann, der gleichfalls aus Thal-Ehrenbreitstein stammte und ab 1688 in Montabaur tätig war, sofern er nicht identisch ist mit dem von Fritz Michel an anderer Stelle für die Jahre 1663-1695 erwähnten „Peter Bauwermann“[14]. Die dabei verwendete Berufsbezeichnung „Weisbinder“ bzw. „Kliehner“[15] deutet darauf hin, dass er ein handwerklich geprägter Anstreicher und Verputzer war, kein hochqualifizierter Stuckateur, wie sie etwa als Wanderhandwerker in der Ehrenbreitsteiner Philippsburg tätig waren. Er übernahm dementsprechend in Montabaur auch eindeutige Anstreicheraufträge, etwa das Streichen von Fensterrahmen oder Türen.
Baubeschreibung
Schloss Montabaur präsentiert sich heute als nicht ganz rechtwinklige Vierflügelanlage in deren südöstlichen Innenecke sich der mittelalterliche, beim barocken Umbau aufgestockte und mit einer geschweiften Haube versehene Bergfried erhebt. Die Flügel sind zweistöckig und besitzen identische und regelmäßig angeordnete, jeweils zu zweien gekuppelte Fenster. Die Walmdächer des Ost- und Westflügels besitzen jeweils eine größere Firsthöhe als die des Nord- und Südflügels. An der Südwest-, Südost- und Nordwestecke befindet sich jeweils ein Rundturm, der den Kernbau um ein Stockwerk überragt. Bemerkenswerterweise wurde der südwestliche Turm, in dem die Kapelle zum Hl. Michael lag, beim barocken Umbau hinzugefügt[16], ebenso der Turmanbau an den sog. Badischen Bau im Nordosten, auf den noch einzugehen sein wird.
Dieser auch als Zwinger bezeichnete Bauteil springt an der Nordostecke aus dem Baukörper heraus, und auch sein hohes Walmdach betont ihn zusätzlich. An der Nordfront springen aus dem Baukörper zudem noch zwei kleinere Treppentürme hervor, mittelalterlich sind, beim barocken Neubau aber geschweifte Dächer erhielten.
Innerhalb der das Schlossplateau auf drei Seiten umschließenden Ringmauer befindet sich noch die sog. Zehntscheune, an der Nordostecke der Mauer steht der sog. Märkerturm, ein weiterer Turm an der Südostecke wurde nach einem Brand um 1770 abgetragen. Das im Süden gelegene Torhaus sichert den Zugangsweg, seit der Nutzung des Schlosses als Hotel und Bildungszentrum entstanden verschiedene Neubauten innerhalb des Areals.[17]
Im Inneren des Schlosses haben sich in vielen Räumen Stuckdecken des späten 17. Jahrhunderts, aus der Zeit des barocken Wiederauf- und Neubaus erhalten, die nach der weitgehenden Zerstörung fast aller ähnlicher Arbeiten in Koblenz und Umgebung heute besonderen Wert besitzen. Gleiches gilt für die Stuckarbeiten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts von Michael Eytel in den Obergeschossräumen des Westflügels.
Schrift- und Bildquellen
Die beim Wiederauf- und Neubau des Montabaurer Schlosses beschäftigten Handwerker lassen sich aufgrund der erhaltenen Rechnungen der Landrentmeisterei[18] und des Montabaurer Kellners[19] benennen, ebenso geht daraus der Bauverlauf hervor. Hinzu kommen Angaben in den Hofkammerprotokollen[20], die Details zu Verträgen und ähnliche Baunachrichten enthalten.
Planmaterial aus der Zeit des barocken Wiederaufbaus oder überhaupt der kurfürstlichen Zeit scheint nicht erhalten zu sein, es existieren lediglich zwei Außenansichten des späteren 18. Jahrhunderts.[21]
Forschungsstand
Während Ferdinand Luthmer in seinem 1914 erschienenen Kunstdenkmälerinventar nur ganz summarisch auf Schloss Montabaur einging[22], wertete Fritz Michel für einen 1950 erschienenen Aufsatz die oben genannten Unterlagen zur barocken Baugeschichte sehr sorgfältig aus.[23] In seiner gleichzeitig verfassten, unveröffentlichten Dissertation über Johann Christoph Sebastiani machte Kurt Eitelbach weitgehend identische Angaben, da er sich auf die gleichen Quellen gestützt hatte.[24] Spätere Veröffentlichungen beruhen weitgehend auf dem Beitrag Michels und gehen nur in einzelnen Aspekten darüber hinaus.[25]
Bau-, Ausstattungs- und Funktionsgeschichte des Badischen Baus
Am 24. April 1491 kam es in Montabaur zu einem verheerenden Stadtbrand, dem neben der Bebauung des Ortes auch die Burg zum Opfer fiel.[2] Demnach dürfte unter Kurfürst Johann von Baden ein Wiederaufbau erfolgt sein. Wahrscheinlich in dieser Phase[26] entstand der Bauteil an der Nordostecke des Schlosses der nach außen ungefähr um die Hälfte seiner Breite vor den Ostflügel vorspringt.
Allerdings befindet sich an seiner Südostecke ein Wappenstein mit dem Wappen des nächsten Kurfürsten, Richard von Greiffenklau und der Jahreszahl 1519.[27] Inwieweit dies auf eine Erneuerung oder eine Fertigstellung in diesem Jahr hindeutet, muss offen bleiben.
Die Zuweisung der Baumaßnahme an Johann von Baden stützt sich jedenfalls auf die überlieferte Nachricht, er habe die Burg mit einem sehr ansehnlichen und sehr nützlichen Gebäude ausgestattet („aedificio admodum splendido summeque necessario decoravit“[28]) was auf den betreffenden Bauteil bezogen werden kann da er nicht nur das Aussehen der Burg stark verändert haben dürfte sondern auch weil in seinem Erdgeschoss die Küche lag.
Vermutlich entstand auch der Nordflügel des Schlosses, an den außen zwei (Treppen-) Türme angebaut sind, in diesem Zusammenhang.[29] Der östliche, Katzenturm genannt, könnte ursprünglich den Zugang zum oberen Stockwerk des Badischen Baus ermöglichst haben.
Der an der Nordseite des Badischen Baus stehende Rundturm wurde allerdings erst beim barocken Wiederaufbau angefügt, wie aus den Rechnungen über eine Zahlung für Fenstergewände am „neuen Turm am großen Saal“ hervorgeht.[4]
Die Wiederherstellung des Badischen Baus und auch die (Neuerrichtung des südlich anschließenden Flügels erfolgte als letzter Schritt des barocken Wiederaufbaus ab 1691, zog sich aber bis 1696 hin.[30]
Baubeschreibung des Badischen Baus
Der im Grundriss annähernd quadratische, ungefähr 13x13m messende und zweistöckige Baukörper in der Nordostecke des Schlosses[31] besitzt heute die gleichen regelmäßig angeordneten, jeweils zu zweien gekuppelten Fenster, die Hofbaumeister Sebastiani bevorzugte und mit denen das Montabaurer Schloss unter seiner Leitung ausgestattet wurde. Der Badische Bau springt in östlicher Richtung ungefähr um die Hälfte seiner Tiefe vor die Fassade des barocken Nordflügels vor. Sein hohes Walmdach, obwohl barock erneuert, betont ihn auch heute noch. Gleiches gilt für den auf der Nordseite beim barocken Neubau angefügten Rundturm, der offenbar vor allem aus Symmetriegründen entstand um das Motiv der an den Ecken des Gebäudes stehenden, den Kernbau um ein Geschoss überragenden Türme weiterzuführen.
In der Ostwand führt eine gewändelose und damit (zumindest in heutiger Form) wohl neuere Tür in den Schlossgarten, da sich im Erdgeschoss des Badischen Baus die Küche befand könnte sie jedoch durchaus ältere Vorgänger gehabt haben. Die starke Außenwand des Badischen Baus ist auf der Südseite in der Breite des anschließenden, südlichen Teils des Ostflügels unterbrochen, da sich hier das barocke Treppenhaus anschließt, könnten beim barocken Neubau in diesem Bereich größere Änderungen vorgenommen worden sein, allerdings ist nichts über das Aussehen eines mittelalterlichen Vorgängerbaus an dieser Stelle bekannt.
Unter dem Badischen Bau liegt, ebenfalls für die Küche nicht unwesentlich, ein gewölbter Keller der vom Hof aus zugänglich ist.[32]
Bau- und Nutzungsgeschichte des Rittersaals
Bei der barocken Erneuerung des Schlosses zog sich die Arbeit am Badischen Bau über einen längeren Zeitraum hin: 1694 wurde vor allem an der Einrichtung der Hofküche gearbeitet und es wurden steinerne Bodenplatten verlegt. Da diese, unterhalb des Rittersaals gelegene Küche für eine Nutzung der bereits fertiggestellten Teile des Schlosses notwendig gewesen sein dürfte, erfolgte sie offenbar vor der Neuausstattung des Rittersaales selbst. Ebenfalls nachweisbar ist, dass 1693 dem Bildhauer Paul Pfister ein Kamin für den großen Saal bezahlt wurde[4]der aber heute nicht mehr vorhanden ist. Möglicherweise wurde dieser Kamin wegen der Erneuerung des Schornsteins für die Küche bereits vorab eingebaut.
1696 arbeitete der Hofzimmermann Johann Georg Judas „am großen Saal“[33] dessen Deckenbalken offenbar erneuert werden mussten. Außerdem zierte der Kliehnermeister Peter Baumann den Saal aus, worunter man den Stuck zu verstehen hat und wobei ihm „Musketiere des Majors Lettig“ zur Hand gingen. Da Lazarus Maria Sanguinetti im gleichen Jahr 1696 125 Pistolen für „Fresco-Gemälde“ in Montabaur und Ehrenbreitstein, in der Philippsburg (siehe dort) erhielt, müsste die Malerei auch in diesem Jahr ausgeführt worden sein, es sei denn, dass es sich um eine Vorschusszahlung handelte. Ferdinand Luthmer erwähnte die „reichen Stuckverzierungen eines Saales im ersten Geschoss, der die Jahreszahl 1702 trägt.“[34] Weder im Rittersaal noch in einem der anderen Räume ist diese Jahreszahl heute zu finden, so dass diese Angabe fraglich bleiben muss.
Über die Nutzung des Raumes in kurfürstlicher Zeit liegen verschiedene Nachrichten vor. Als am 6. Juli 1600 der ein Jahr zuvor in sein Amt eingesetzte Kurfürst Lothar von Metternich (AZ 1599-1623) Montabaur besuchte um dort die Huldigung der Bürgerschaft entgegenzunehmen, empfing er die Vertreter der Stadt in der „Ritterstub“ zu einem Gastmahl.[35] Es ist anzunehmen, dass es sich hierbei tatsächlich um den heute als Rittersaal bekannten Raum handelte, da dieser nicht nur der größte Raum des Schlosses gewesen sein dürfte, sondern durch seine Lage oberhalb der Küche für diesen Zweck auch praktisch geeignet war.
Grundsätzlich fand die Huldigung der Montabaurer Bürgerschaft beim Amtsantritt eines neuen Kurfürsten zwar auf dem Montabaurer Marktplatz statt[36], doch lud der Kurfürst offenbar die Vertreter der Bürgerschaft auch im nächsten Jahrhundert stets zu einem anschließenden Essen auf das Schloss.[37] Somit dürfte der Raum wohl auch bei diesen Gelegenheiten entsprechend genutzt worden sein, auch wenn es im Erdgeschoss des Westflügels und des Nordflügels ebenfalls größere Räume gab die für eine solche Bewirtung geeignet gewesen sein dürften.[38]
Baubeschreibung des Rittersaals
Der 12,15 x 10,90 m messende und 5,52 hohe Raum liegt im ersten Stockwerk des Badischen Baus. Der Grundriss ist quadratisch, an der Nordseite wurde, wie bereits erwähnt, beim barocken Umbau ein Rundturm angefügt dessen Innenraum ursprünglich wohl erkerartig zum Saal gehörte, heute aber durch eine zweiflügelige Tür abgetrennt ist deren Flügel in Formen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gehalten sind.
Der Saal ist vom Innenhof des Schlosses aus durch ein Portal mit dem Wappen Johann Hugo von Orsbecks erreichbar, über eine geradläufige, zweiarmige und überwölbte Treppe mit Stufen aus Lahnmarmor.[32] Im ersten Stockwerk mündet diese Treppe auf einen kleinen Vorraum von dem aus ein bereits innerhalb des Badischen Baus liegender, größerer Vorraum betreten wird. Dieser Raum wurde beim barocken Umbau wohl bewusst geschaffen, da er einen im Winkel des Innenhofes über dem Kellerzugang errichteten Vorbau einbezieht. Von diesem Vorraum aus führt eine zweiflügelige Tür in den Saal die als Hauptzugang anzusehen ist.
Zwischen dem Treppenhaus und dem Saal ist noch ein kleiner, keilförmiger Raum eingeschoben der den Winkel zwischen Saal und Ostflügel so ausgleicht dass der Saal einen quadratischen Grundriss erhalten konnte. Auch dieser kleine Raum ist heute durch eine zweiflügelige Tür an den Saal angeschlossen, dürfte aber ursprünglich lediglich zu untergeordneten Zwecken, vielleicht als Anrichte, gedient haben. In diesem Bereich verläuft auch ein Schornstein[39], so dass der erwähnte, nicht mehr vorhandene Kamin im Saal wohl an der Südwand, zwischen der Tür und dem ersten Fenster zu vermuten ist.
Über die bewegliche Ausstattung des Saales in kurfürstlicher Zeit ist fast nichts bekannt: Das Inventar von 1739 erwähnt „in der Ritterstuben eine große Schilderey“[40] ohne weitere Angaben dazu zu machen. Nicht im Inventar erwähnt werden mehrere Messingwandleuchter aus der Zeit um 1730, die heute im Vorraum angebracht sind. Im Rittersaal hängen heute mehrere Ölportraits des 18. Jahrhunderts unbekannter Herkunft, u. A. der Kurfürsten Carl Caspar von der Leyen, Franz Georg von Schönborn und, qualitativ herausragend, eines des letzten Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen, das Georg Desmarées zugeschrieben wird.[41]
Decke des Rittersaals
Die Decke des Rittersaals ist zunächst durch den Stuck Peter Baumanns gegliedert. Er rahmt insgesamt 9 Bildfelder, die jeweils in Reihen zu dreien regelmäßig angeordnet sind. Die vier zu den jeweiligen Raumecken orientierten Felder sowie das Mittelfeld sind oval, die jeweils mittleren der äußeren Reihe dagegen vierpassförmig. Die Bildfelder selbst werden durch Stuckleisten gerahmt, exakt gleiche Leisten rahmen die zwischen den Bildfeldern liegenden Deckenbereiche. Diese Zwischenfelder sind mit plastischem Dekor versehen: Um das mittlere Bildfeld Festons, zu den Eckfeldern hin Bänder mit Fruchtstücken. In den äußeren Zwischenfeldern liegen teilweise geflügelte Puttenköpfe, teilweise Rollwerkornamente bzw. Blütenzweige. Die nach Befund wiederhergestellte Farbigkeit[42] betont die Gliederung zusätzlich: Die schmalen Streifen zwischen den Rahmenleisten sind in einem Blau-Grünton gehalten, ebenso der äußere Streifen bis zur Wand. Die inneren Felder besitzen eine Rosafassung, sämtliche plastischen Elemente heben sich in Weiß ab.
Die hier rekonstruierte Fassung zeigt deutlich, wie differenziert die Wirkung dieser Decken ursprünglich war, verglichen mit dem meist einheitlich weißen Erscheinungsbild in dem sie sich heute präsentieren bzw. durch Fotografien überliefert sind. Vergleichbare Decken fanden sich bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bzw. vor allem in Koblenz, entstanden beim Wiederaufbau der Stadt nach der fast völligen Zerstörung 1688. Zu nennen sind hier etwa zwei Decken in der kurfürstlichen Burg am Moselufer, ebenfalls beim Umbau unter Johann Christoph Sebastiani entstanden.[43] Die Gliederung der glatten Decken durch Stuckleisten hatte sich dabei in Koblenz bereits Anfang des 17. Jahrhunderts neben der bis ins frühe 18. Jahrhunderts üblich gebliebenen Ausbildung verputzter Balkendecken etabliert, wobei die Felder zunehmend größer und durch aufgelegten, plastischen Schmuck betont wurden.[44] Da die Koblenzer Beispiele fast alle verloren sind, kommt den in Schloss Montabaur erhaltenen eine besondere Bedeutung zu. Dabei weist die Decke des Rittersaals die zierlichsten Profile und Reliefs auf, während die übrigen Decken, insbesondere im Erdgeschoss des Westflügels, wesentlich kräftiger ausgebildet sind, was auf ihre frühere Entstehungszeit zurückzuführen sein dürfte. Zudem sind die dort von kräftigeren Profilen gebildeten Felder mit Reliefs belegt, während im Rittersaal Malerei angebracht wurde.[45] Inwieweit hier ein Entwurf des Architekten zugrunde lag, ist nicht feststellbar, bei anderen Bauten Sebastianis sind solche Entwürfe erhalten.[46]
Die Bildfelder der Montabaurer Decke weisen verschiedene Reparaturen und Retuschen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine größere Restaurierung, nachdem die Decke durch einen Zimmerbrand stark verrußt worden war. Hierbei stellte man verschiedene frühere Restaurierungen fest: Die Deckenmalerei hatte später einen Ölüberzug erhalten, der durch den Restaurator Paul Geßner (Wasenbach) abgenommen wurde. Dies „lichtete die Deckengemälde durch Entfernung der Ölschmiere locker auf. Nachdem Ölkruste, Ölfarbe und Öllack in drei Schichten abgenommen worden waren, nachdem eine Isoliermasse zur Verhinderung des nochmaligen Durchschlagens der Rauchwirkung aufgetragen wurde, erhielt die gesamte Decke eine vorsichtige Abwaschung namentlich des die Ölschichten entfernenden Mittels. Dabei stellte sich als dekorative Grundhaltung der gesamten Raumbehandlung eine Feldereinteilung in grünlichen Tönen heraus. Dies gab die Grundstimmung für die Wiederherstellung in kalten hellgrünen Kalktönen mit weißen z. T. aufgemalten, z. T. stuckierten weißen Leisten.“[42]
Darstellungen der vier Elemente
Die insgesamt neun Bildfelder der Decke lassen sich in zwei Gruppen teilen, wobei die vier Ovalfelder in den Ecken Darstellungen der vier Elemente enthalten. In der nordwestlichen Ecke eine weibliche Gestalt, sitzend auf mit einem Löwen und einer Erdkugel, wobei diese die Beschriftung „EVROPA“ trägt. In ihrer Rechten hält sie Ähren, die Linke ist erhoben und hält Blumen. In der nordöstlichen Ecke folgt die Luft, eine auf Wolken sitzende, weibliche Gestalt, die einen Papagei auf ihrer Rechten hält, die Linke ist ausgestreckt als wolle sie den Luftzug fühlen. Im Südosten folgt das Feuer als bärtiger Mann mit Turban, sitzend neben einer Flammenvase. Zuletzt das Wasser, eine weibliche Gestalt mit Delphin, aus Wellen aufragend und mit einer Angelrute (?) in der Hand.
Teilweise ließen sich die Elemente auch als Jahreszeiten deuten: Die Erde könnte für den Sommer stehen, das Feuer für den Winter. Auch wäre teilweise an die Erdteile zu denken, die Gestalt mit Papagei könnte für Amerika stehen, das Feuer durch den Turban auch für Asien. Inkonsequent wäre allerdings, dass ausgerechnet Europa (durch die beschriftete Weltkugel eindeutig zugewiesen) den für Afrika stehenden Löwen bei sich führt. Da jedoch keiner dieser möglichen Deutungsansätze auf alle vier Bildfelder angewandt werden kann, ist wohl ausschließlich die Darstellung der vier Elemente beabsichtigt gewesen.
Apoll und Aurora
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Die Deutung der übrigen Felder ist weniger offensichtlich und wurde erstmals vom seinerzeitigen Landeskonservator Werner Bornheim gen. Schilling vorgenommen.[47]Das ovale Mittelfeld zeigt jedenfalls Apollo und Aurora (bzw. „Helios mit seiner Schwester Eos“[42] wobei die Bornheim gen. Schilling nicht bekannte Stichvorlage Apoll und Aurora nennt), auf einer Wolke liegend und sich anschauend. Während Aurora nach oben deutet, weist Apoll nach unten. In der Stichvorlage ist zudem deutlich zu erkennen, dass Apoll in einen dunkleren, verschatteten Bereich unterhalb der Wolke hineinzeigt, wobei dies in der Umsetzung durch Sanguinetti weniger deutlich ist - allerdings scheint das Deckengemälde gerade in diesem Bereich stark übermalt bzw. retuschiert zu sein.
Gottvater und "Zustände des Lichts"
Die übrigen vier Bildfelder, d. h. das jeweils mittlere in der äußeren Reihe, vierpassförmig angelegt, nehmen nach Bornheim gen. Schilling ebenfalls Bezug auf das Thema Licht: Im westlichen Feld ist Gottvater dargestellt, der bei der Schöpfung Licht und Dunkelheit trennt. Die übrigen drei sollen „Zustände des Lichts“[42] zeigen, nämlich Sternenlicht. Mondlicht und astrologisches Licht.
Diese Deutung muss allerdings dahingehend präzisiert werden, dass das Gottvater-Bild dem Eingang zum Saal am nächsten liegt, folglich also dem Eintretenden neben dem Mittelbild als erstes ins Auge fällt. Vor der bewegten Person Gottvaters ist zugleich ein Hügel erkennbar, aus dem im Vordergrund eine Quelle entspringt. Auf dem Hügel wächst bereits Gras, somit zeigt sich Gottvater hier auch als der Schöpfer der an den Ecken der Decke angeordneten Elemente und der daraus hervorgehenden Pflanzen.
Das nördliche Feld zeigt eine sitzende weibliche Gestalt vor einem dunklen Wolkenhintergrund, über ihrem Kopf zwei Sterne. Während sie ihre Linke hinter dem Rücken hält, deutet sie mit der Rechten zur Seite.
Im östlichen Feld zeigt sich eine weitere weibliche Gestalt, kniend und auf eine Mondsichel deutend, im Hintergrund wieder Wolken.
Das südliche Feld zeigt zwei einander gegenübersitzende und sich berührende Knaben, wohl als das Sternzeichen der Zwillinge zu verstehen, im Hintergrund ist ein Zodiacus mit den weiteren Sternzeichen Waage, Schütze und Krebs (oder Skorpion) erkennbar. Dass hier ausgerechnet das Sternzeichen Zwillinge hervorgehoben wurde, mag eine Referenz an den Auftraggeber gewesen sein, da seine Inthronisation als Trierer Kurfürst und Erzbischof im Juni 1674 stattfand, also unter diesem Sternzeichen.
Nach Bornheim. gen. Schilling sind also das Sternenlicht (nördliches Feld), das Mondlicht (östliches Feld) und das astrologische Licht (Süden) dargestellt, was Bezug auf das Mittelbild mit Apoll und Aurora nehmen würde.
Letztlich nehmen diese Bilder jedoch wiederum Bezug auf den Weltenschöpfer, der außer dem Licht die Sterne und den Mond erschaffen und die Planeten in ihren Lauf (Tierkreis) eingesetzt hat; zudem ist er der Schöpfer der vier Elemente, der Pflanzen sowie der ihnen als Attribute beigegebenen Tiere (Gen. 1,1-25).
Vorlage
Für das Mittelbild mit Apoll und Aurora lässt sich eine Vorlage identifizieren[48]: Ein Kupferstich von Nicolas Dorigny nach einer Vorlage von Simon Vouet, Paris 1646, wobei Sanguinetti auch einen 1683 in Augsburg erschienenen Nachstich von Melchior Küsel[49]benutzt haben könnte. Sanguinetti hat diese Vorlage in einigen Punkten abgewandelt: Ein unter der Wolke schwebender Genius ist in Montabaur weggelassen, die nach hinten gestreckten Beine der Aurora sind ebenfalls weggelassen und durch den weiter nach unten verschobenen Gewandzipfel ersetzt. Zumindest teilweise (Verzicht auf den Genius) sind diese Änderungen der notwendigen Anpassung im Format geschuldet: Während die Stichvorlage ein rundes Bildfeld präsentiert, bot das Oval in Montabaur schlichtweg weniger Platz. Der Verzicht auf die Beine der Aurora mag auch dadurch motiviert gewesen sein, dass Sanguinetti mit der Umsetzung der Vorlage etwas überfordert war, wie beim Vergleich deutlich sichtbar wird.
Die dem Bild im Kupferstich beigegebene Inschrift nimmt Bezug auf Hell und Dunkel bzw. Licht und Schatten: Quid me phoebe rapis? iam circumfusa tenebris / Instar funestae lux mihi noctis erit.
Für die übrigen Bilder dürfte Sanguinetti ebenfalls Vorlagen verwendet haben. Insbesondere die Sternen- und Mondlichtallegorien machen den Eindruck, als seien sie einzeln aus einer größeren, mehrfigurigen Vorlage übernommen worden die aber bislang nicht identifiziert ist.
Programm und Synthese
Durch das Mittelbild mit Apoll und Aurora ist einerseits das Licht als Thema der Decke vorgegeben, jedoch auch (unter Berücksichtigung der verwendeten Vorlage) ebenso Schatten bzw. Dunkelheit. Die Gottvater-Darstellung liegt allerdings am nächsten zur Eingangstür vom Vorraum, so dass sie dem Eintretenden zuerst ins Auge fällt. Daher nimmt die Decke ebenso deutlich Bezug auf Gott als Schöpfer der vier Elemente und des Lichts, zugleich aber auch als derjenige, der die das Licht gebenden Planeten in Umlauf gesetzt hat. Diese Verbindung von christlicher wie mythologischer und allegorischer Darstellung mag als angemessen für die Nebenresidenz eines geistlichen Kurfürsten und damit auch Erzbischofs empfunden worden sein.
Bibliographie
- Akademie Deutscher Genossenschaften (Hrsg.): Campus-Booklet, Montabaur o. J. [Online-Version: https://www.hotelschlossmontabaur.de/adg_schloss_montabaur/de/Über%20uns/historie/Campus_Booklet_V1.pdf]
- Bornheim gen. Schilling, Montabaur, 1951. - Bornheim gen. Schilling, Werner: Montabaur, Kreis Montabaur, Burg, in: Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz IV-V, 1949/50-1950/51, S. 224-226.
- Bornheim gen. Schilling, Geschichte und Kultur, 1972. - Bornheim gen. Schilling, Werner: Zur Geschichte und Kultur von Burg und Schloß Montabaur, in: Aschoff, Günther (Red.): Schloß Montabaur. Akademie der Volksbanken und Raiffeisenbanken, Neuwied / Wiesbaden, 1972, S. 29-53.
- Döry, Stuckaturen, 1954. - Döry, Ludwig Baron: Die Stuckaturen der Bandlwerkzeit in Nassau und Hessen (=Schriften des Historischen Museums VII), Frankfurt 1954.
- Lohmeyer, Ehrenbreitstein, 1919. - Eitelbach, Kurt: Johann Christophorus Sebastiani, ein kurtrierischer Hofbaumeister des 17. Jahrhunderts. Beitrag zur kurtrierischen Baugeschichte des 17. Jahrhunderts, Mainz 1950.
- Fachbach, Johann Georg Judas, 2010. - Fachbach, Jens: Hofkünstler und Hofhandwerker am kurtrierischen Hof in Koblenz / Ehrenbreitstein 1629-1794. Studie, Handbuch, Quellen (=Artifex. Quellen und Studien zur Künstlersozialgeschichte). Petersberg 2017.
- Heinz, Richard von Greiffenklau. - Heinz, Stefan: Erzbischof Richard von Greiffenklau und sein Grabmal. Zur Memoria eines geistlichen Kurfürsten am Beginn der Reformationszeit (= Studien zur internationalen Bau- und Kunstgeschichte 153), Petersberg 2017.
- Lohmeyer, Ehrenbreitstein, 1919. - Lohmeyer, Karl: Barocke Kunst und Künstler in Ehrenbreitstein. Das Wirken einer rheinischen Künstlerkolonie (= Zeitschrift des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Heimatschutz 13.1919/20, H. 1/2). Düsseldorf 1919.
- Luthmer, Bau- und Kunstdenkmäler, 1914. - Luthmer, Ferdinand: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Unter-Westerwald, St. Goarshausen, Untertaunus und Wiesbaden Stadt und Land (= Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Wiesbaden 5), Frankfurt 1914.
- Michel, Montabaur, 1950. - Michel, Fritz: Die Geschichte der ehemaligen Grundherrschaft Humbach, des Bannforstes Spurkenberg und der Burg Humbach bzw. Montabaur, in: Jahrbuch für Geschichte und Kunst des Mittelrheins und seiner Nachbargebiete 1, 1949 [erschienen 1950], S. 29-63.
- Possel-Dölken, Montabaur, 2014. - Possel-Dölken, Paul: Geschichte der Stadt Montabaur. 2. Teil, Band 1: Montabaur in der kurfürstlichen Zeit von 1500 bis 1815, Montabaur 2014.
- Wild, Schloß Montabaur, 1995.. - Wild, Markus: Schloß Montabaur. Einblicke in die historische und kunsthistorische Entwicklung eines bedeutenden Baudenkmals. Herausgegeben von der Akademie Deutscher Genossenschaften, Montabaur 1995.
- Wyttenbach, Gesta Trevirorum. - Wyttenbach, Johann Hugo; Müller, Michael Franz Joseph: Gesta Trevirorum. 3 Bände, Trier 1836-1839.
Einzelnachweise
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 33.
- ↑ 2,0 2,1 Heinz, Richard von Greiffenklau, 2017, S. 513.
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 38-
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Michel, Montabaur, 1950, S. 44.
- ↑ Fachbach, Johann Georg Judas, 2010, S. 154-157.
- ↑ Bornheim gen. Schilling, Geschichte und Kultur, 1972, S.36. 1958 beim Neuverputz 1958 aufgenommene Fotos (GDKE Rheinland-Pfalz) zeigen in der Außenwand älteres Mauerwerk mit Veränderungen.
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 42-44.
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 56.
- ↑ Im Wortlaut abgedruckt: Michel, Montabaur, 1950, S. 50 (Hauptstaatsarchiv Wiesbaden).
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 51-52.
- ↑ Fachbach, Hofkünstler, 2017, Band 2, S. 94-95.
- ↑ Michel 1950, S. 42.
- ↑ Lohmeyer, Ehrenbreitstein, 1919, S. 12, Anm. 12.
- ↑ Michel, Kunstdenkmäler, 1954, S. 32.
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 42-43.
- ↑ Eitelbach, Johann Christophorus Sebastiani, 1950, S. 21.
- ↑ Isometrie des Areals in heutigen Zustand in Akademie Deutscher Genossenschaften, Campus-Booklet, o. J. S. 27; Ein Grundriss der historischen Teile bei Michel, Montabaur, 1950, S. 38, Abb. 2. Eine Luftaufnahme von Norden bei Heinz, Richard von Greiffenklau, 2017, S. 513, Abb. 371.
- ↑ Landrentmeistereirechnungen 1686 bis 1699: Landeshauptarchiv Koblenz, Best. 1C, Nr. 5084- 5097.
- ↑ Die Kellereirechnungen der Kellerei Montabaur gelangten, anders als der überwiegende Teil des kurtrierischen Archivguts, nicht ins Koblenzer Archiv, sondern ins Hessische Hauptstaatsarchiv Wiesbaden: Rechnungen der Kellerei Montabaur 1680- 1701: Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, 116, Nr. 1008-1010.
- ↑ Hofkammerprotokolle 1685-1699: Landeshauptarchiv Koblenz, 1C, Nr. 10507-10513.
- ↑ Ölgemälde von Gottfried Bernhard Manskirsch (1636-1817), 1768 (Schloss Bürresheim) und Aquarell von Franz Graf von Kesselstatt (1753-1841), 1795 (Stadtbibliothek Trier), beide abgebildet bei Possel-Dölken, Montabaur, 2014, Anhang Nr. 05 u. 06.
- ↑ Luthmer, Bau- und Kunstdenkmäler, 1914, S. 10-11.
- ↑ Michel, Montabaur, 1950.
- ↑ Eitelbach, Johann Christoph Sebastiani, 1950, S. 19-24, Michel hatte Eitelbach das Manuskript seines Aufsatzes vorab zur Verfügung gestellt: Ebd., S. 169.
- ↑ Bornheim gen. Schilling, Geschichte und Kultur, 1972; Wild, Schloß Montabaur, 1995.
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S.
- ↑ Abgebildet: Heinz, Richard von Greiffenklau, 2017, S. 513, Abb. 372. Michel, Montabaur, 1950, S. 37 gibt (irrtümlich?) an, der Stein sei über einer Tür angebracht.
- ↑ Wyttenbach, Gesta Trevirorum, Band 2, S. 344.
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 37.
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 44-45.
- ↑ Abmessungen nach dem Grundriss des Erdgeschosses in Aschhoff, Montabaur, 1972, S. 47.
- ↑ 32,0 32,1 Vgl. den Schnitt durch den Badischen Bau bei Luthmer, Bau-und Kunstdenkmäler, 1914, S. 9, Fig. 11.
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 45.
- ↑ Luthmer, Bau- und Kunstdenkmäler, 1914, S. 10.
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 40.
- ↑ Possel-Dölken, Montabaur, 2014, S. 16-17.
- ↑ Possel-Dölken, Montabaur, 2014, S. 341.
- ↑ Eitelbach, Johann Christoph Sebastiani, 1950, S. 24 gibt an, dass der später unterteilte Saal im Erdgeschoss des Westflügels „wohl“ als Empfangsraum gedient haben könnte.
- ↑ Vgl. den Erdgeschossgrundriss bei Michel, Montabaur, 1950, S. 39, Abb. 4 (nach Luthmer, Bau- und Kunstdenkmäler, 1914). Auf dem Foto bei Michel, Montabaur, 1950, S. 43, Abb. 6 ist der hohe Schornstein noch sichtbar, heute abgebrochen.
- ↑ Zit. nach Michel, Montabaur, 1950, S. 50.
- ↑ Abgebildet bei Possel-Dölken, Montabaur, 2014, Abb. Nr. 24, 25, 27, 29.
- ↑ 42,0 42,1 42,2 42,3 Bornheim gen. Schilling, Montabaur, 1951, S. 225.
- ↑ Michel, Kunstdenkmäler, 1954, S. 88-89, Abb. 54 u. 55. Beide Decken wurden in den 1960er Jahren beim Umbau der Burg zur Stadtbibliothek zerstört.
- ↑ Michel, Kunstdenkmäler, 1954, S. 32-33 (mit Nennung von Beispielen).
- ↑ Michel, Montabaur, 1950, S. 46, Abb. 8; S. 47, Abb. 9-10.
- ↑ Eitelbach, Johann Christoph Sebastiani, 1950, S. 60; Döry, Stuckaturen, 1954, S. 99, Anm. 7.
- ↑ Bornheim gen. Schilling, Montabaur, 1951, S. 225. Die gleiche Deutung findet sich auch bei Michel. Montabaur, 1950, S. 49, doch da Bornheim gen. Schilling die kurz zuvor durchgeführte Restaurierung der Decke betreut hatte, dürfte dies auf seiner Mitteilung beruhen.
- ↑ Freundlicher Hinweis Ulrike Seeger.
- ↑ Ein Exemplar im Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, Inv Nr. MKüsel AB 3.81. https://www.graphikportal.org/document/gpo00041060