Meuselwitz, ehem Rittergut, sog Schloss
Inventarnummer: cbdd10112
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Das Gebäude wurde 1677 errichtet, 1724–1727 umgebaut, 1945 leicht beschädigt und anschließend abgerissen. Der Hauptsaal von ca. 1725 war mit Decken- und Wandmalerei geschmückt, die sich auf den Kriegsruhm und die vier Weltreiche bezog.
Das ehemalige Gut Meuselwitz
Geschichte
Das Hauptgebäude des Gutes[1] war im 16. Jahrhundert eine Wasserburg. Es gelangte 1676 in den Besitz des Veit Ludwigs von Seckendorff, der 1677 einen dreiflügeligen Neubau als wehrhaftes Schloss errichten ließ. Friedrich Heinrich von Seckendorff veranlasste einen Umbau in den Jahren 1724–1727, in deren Folge ein Hauptsaal sowie ein vierter Flügel an der Nordseite gegen den Garten entstanden. Die Entwürfe stammten von David Schatz, die Ausführung vor Ort übernahm wohl Johann Georg Hellbrunn.
Bei einem Luftangriff auf Meuselwitz 1945 wurden die Wirtschaftsgebäude schwer und das Hauptgebäude leicht beschädigt. Dennoch wurde es im Zuge der Bodenreform niedergelegt.
Beschreibung
Die Vierflügelanlage war von einem Wassergraben umgeben. Auf den im Grundriss bastionär gestalteten vier Ecken ragten Eckpavillons auf. Der geböschte Sockel war mit Scharten versehen. Die Anlage machte einen kriegerisch-wehrhaften Eindruck. Im Norden und Süden war sie über Brücken mit dem Garten bzw. dem Wirtschaftshof verbunden. Am Ende des Gartens erhebt sich eine bis heute erhaltene Orangerie.
Der Hauptsaal und seine Decken- und Wandmalerei
Die kriegerische Thematik des Außenbaus setzte sich im Hauptsaal fort. Dieser befand sich im Nordflügel und stammte von 1724/27. Paul Lehfeldt scheibt 1895: „Im Innern ist der im 1. Obergeschoss nach dem Garten zu liegende Festsaal im gleichen Stil, wie der Saal des Seckendorff’schen Hauses in Altemburg [von 1724] decorirt. Die Wand theilen an den Ecken einfache, sonst gepaarte ionische Pilaster; über einem Consolfries mit Reliefs vom Waffen in den Wölbflächen (Vouten) Schilde mit verloschenen, Künste, Kinder u. dergl. darstellenden Gemälden, welche von Netzwerken mit Adlern und Löwen um Trophäen eingefasst sind, in der Mitten der Langseiten-Vouten auch Relief-Büsten Alexanders des Grossen und Cäsars; die Decke selbst ist mit einem (verloschenen, Kriegsruhm darstellenden) Gemälde geschmückt. 2 Kamine an den Schmalseiten des Saales enthalten in dem gemischten Aufsatz Baldachine mit Helmen und Trophäen, im Mittelfeld ein gemaltes Brustbild wiederum zweier Helden.“[2] Vermutlich handelte es sich bei den beiden Helden um einen Babylonier und einen Perser und im Saal wurden an den Wänden die vier Weltreiche dargestellt.
Bibliographie
- Literatur:
- Lehfeldt, KDM Altenburg, 1895. – Lehfeldt, Paul: Bau- und Kunst-Denkmäler Thüringens. Herzogtum Sachsen-Altenburg, I. Band, Verwaltungsbezirk Altenburg (Ostkreis). Jena 1895.
- Nienhold, Rittergüter, 2007. – Nienhold, Christiane/Wolf, Gustav: ...und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln! Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten. Posterstein 2007.