Margarethenberg, Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 9: Landkreis Altötting. Hirmer, München 2003, ISBN 978-3-7774-9690-0, S. 119–124, geschrieben von Böhm, Cordula. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Pfarr- und Wallfahrtskirche (Pfarrkirche seit 1912) Gemeinde Burgkirchen an der Alz, Bistum Passau; z. Z. der Ausmalung Filialkirche der Pfarrei Halsbach, Erzdiözese Salzburg, Archidiakonat Baumburg. Die Pfarrei Halsbach war dem Kloster Raitenhaslach inkorporiert. An der Kirche bestand die Vierzehn-Nothelfer-Bruderschaft, gegründet 1621. Zu den Vierzehn Nothelfern von Margarethenberg (bis zum 17. Jh. »Zeitlarn auf dem Berg«) bestand eine Wallfahrt. Gericht Wald

Patrozinium: Mariä Himmelfahrt (17.–19. Jh. St. Margareta)

Zum Bauwerk: Der gotische Kirchenbau von 1403 wurde 1752/54 barockisiert: die dreischiffige Halle des LHs wurde in eine Wandpfeilerkirche umgebaut, der Chor breiter und größer neu errichtet. 1752 Umbau, 1753 Stuck und Fresken, 1754 Altäre und Bänke. Vier Chronogramme, am Chorbogen, seitlich des LHs-Freskos und an der Emporenbrüstung ergeben jeweils das Datum 1753. 1756/59 barocke Turmkuppel. Baumeister war Franz Alois Mayr. Die Stuckdekoration ist aus der Zimmermann-Werkstatt. Der Stuckator hat in einer Stuckrocaille in der Stichkappe über dem nordöstlichen Langhausfenster das Monogramm H hinterlassen (bei der letzten Restaurierung wurde H: F: gelesen). Dabei dürfte es sich um Hans Georg Funk handeln, einen Schüler Zimmermanns, der 1738 die Kirche in Aufhofen bei Regensburg, 1744 in Fürstenzell und 1752 unter Zimmermann die Schloßkapelle im Münchner Törringpalais (nicht erhalten) stuckiert hat. Die Altar- und plastische Ausstattung kann als ein frühes Werk Johann Georg Kapfers eingestuft werden. Als Faßmaler hat wohl Johann Baptist Rabensteiner gearbeitet, der auch in Raitenhaslach mit Kapfer zusammenarbeitete und der als Bruderschaftsmitglied in Margarethenberg eingeschrieben war

Langhaus (20×11 m) zu fünf Jochen, im westlichen Joch die Empore; Gliederung durch Wandpfeiler mit jonisierenden Pilastervorlagen; Belichtung durch fast die Jochbreite füllende, oben leicht gerundete Fenster, im N durch fünf, im S durch drei (hier sind in den östlichen Jochen Oratorium bzw. Kanzel). Niedrigerer, eingezogener querrechteckiger Chor (4,80×8,30 m); Belichtung durch je ein Fenster im N und S.

Auftraggeber: Abt Robert Pendtner von Raitenhaslach (1734–56), dessen Wappen sich in Fresko A befindet. Die Kosten für den Bau wurden von der Vierzehn-Nothelfer-Bruderschaft und den umliegenden Kirchen notdürftig bestritten; 400 fl. Schulden erließ das Pfleggericht Wald dem Abt von Raitenhaslach zur Unterstützung des Baus.

(* 1680 Haid bei Wessobrunn † 1758 München) 1753 Das Datum ist durch die vier Chronogramme gegeben (s. u.) Die Chronik des Abtes Robert Pendtner (BSB, Clm 1429) S. 185) nennt Zimmermann als Autor: »Idem ao 1752 arte pictoria et gypsata exornare coepit, annoque sequente perfeci multum versus chorum ampliatam Ecclesiam SS. 14 Auxiliatorum in monte S. Margaretae, Pictore celeberrimo D. Zimmermano Monacense, cuius e penicillo tam picturae, quas in fresco, quam Imago B.V. M. in caelos assumptae, quam in ara principe admiraris, profluxere.« (Im Jahr 1752 begann man die stark gegen den Chor erweiterte Kirche der Vierzehn Nothelfer auf dem Margarethenberg mit Malerei und Stuck zu zieren, und im folgenden Jahr wurde sie vom berühmten Maler Zimmermann aus München vollendet, dessen Pinsel sowohl die Fresken als auch das Gemälde Mariä Himmelfahrt

Im Schriftwechsel zwischen Abt Robert Pendtner, der Herrschaft Wald und der Regierung Burghausen 1752/53 werden die Gesamtkosten für den Ausbau von Margarethenberg auf 2959 fl. beziffert, darunter 234 fl. »denen Maleren wegen Ausmalung der Kürchen« und akkordierte 230 fl. für »Machung zwayen Altar Plötln« (Kreilinger S. 30, Anm. 76). Im Unterschied zur Chronik ist in diesem Schreiben von mehreren Malern die Rede, was nicht verwundert, da Zimmermann in der Regel mit Gesellen freskierte, und noch verstärkt in dieser Spätzeit seines Schaffens. Als Mitarbeiter Zimmermanns kommt vor allem Franz Michael Zimmermann in Frage, während Martin Heigl, der bedeutendste Mitarbeiter Zimmermanns, der später im Auftrag des Klosters Raitenhaslach vielfach tätig wurde, stilistisch in Margarethenberg nicht faßbar ist. Als weitere Mitarbeiter dieser Jahre kommen Johann Wolfgang Gartenschmid und Philipp Helterhof vor.

Johann Baptist Zimmermann war in den Jahren 1752/54 mit Aufträgen überhäuft (Andechs, St. Peter in München, Schäftlarn, Wemding). Trotzdem sind große Partien dieser Ausmalungen noch eigenhändige Arbeiten des über Siebzigjährigen. In Margarethenberg sind im Hauptfresko B wohl ein Großteil der Figuren von seiner Hand, im Chorfresko und im Fresko über der Orgel nichts. In der Regel arbeiteten die Mitarbeiter nach Farbskizzen Zimmermanns (s. Heigl in Nymphenburg). Die wenig aufregende Komposition von Fresko B hängt wohl mit den eingeschränkten Möglichkeiten zu dem Thema Vierzehn Nothelfer zusammen.

Hermann und Anna Bauer (1985) schließen einen eigenhändigen Anteil Zimmermanns aus. Christina Thon ordnet den Stuck unter die nicht eigenhändigen Arbeiten Zimmermanns ein. Kreilinger verweist auf die Ähnlichkeit der Ausgestaltung des Chors mit dem von Raitenhaslach und vermutet einen Gesamtentwurf von Johann Baptist Zimmermann und dessen eigenhändige Ausführung von Stuck und Fresko im Chorraum, hingegen Werkstattausführung im Langhaus (Kreilinger 1976, S. 33). Auf die große Ähnlichkeit des Chors mit dem fast gleichzeitig entstandenen kleinen Raum in der Prälatenwohnung in Raitenhaslach (S. 181) ist aufmerksam zu machen.

Befund

Träger der Deckenmalerei: LHs Tonnengewölbe mit flachen Stichkappen, das westliche Joch (A) durch Gurtbogen abgetrennt, die vier östlichen zusammengezogen; AR Tonne; die Stichkappen sind in die Tonne verschliffen und nähern so das Gewölbe einer böhmischen Kappe an

Rahmen: A-C Stuckprofil; A und B weiß, C golden gefaßt Technik: Fresko: polychrom

Maße: A Höhe 9,65 m; 2,00×3,50

B Höhe 9,65 m; 13,50×7,50 C Höhe 9,25 m; 2,80×4,60

Erhaltungszustand und Restaurierungen: 1873 und 1916/17 fanden Innenrestaurierungen statt, letztere durch Maler Joseph Aspermaier, Straubing. Letzte Innenrestaurierung 1972 durch Fa. Schlee, Altötting. Dabei wurden die Fresken gereinigt und von Pilzbefall befreit aufgrund eines Gutachtens der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. In diesem Zusammenhang wurden auch die Freskofarben untersucht: Das Weiß besteht aus Kalk, Gelb aus gelbem Ocker, Rotbraun aus künstlichem Eisenoxid, Braun aus braunem Ockeroxid, Grün und Olivgrün aus grüner Erde und Malachit, braunem Ocker und Pflanzenschwarz, Schwarz aus Pflanzenschwarz und Blau aus Smalte. 1991 Entstaubung.

Allgemeine Verschmutzung. Mehrere kleine Längsrisse. In Fresko B zeigt ein Engel im Scheitel deutliche Überarbeitung. Im übrigen sind die Fresken in ausgezeichnetem Zustand.

Beschreibung und Ikonographie

A WAPPEN Das Fresko ist auf die Ansicht nach W und auf den 1753 errichteten Orgelprospekt angelegt und zeigt hauptsächlich blauen Himmel mit Wolken. In der Mitte hält ein Engel eine Rocaillekartusche mit einem Doppelwappen: links (heraldisch rechts) das Wappen des Klosters Raitenhaslach, die thronende Madonna mit Lilie, rechts (heraldisch links) das persönliche Wappen Abt Robert Pendtners, eine dreiblütige Lilie auf zwei Schwingen. Ein Putto hält eine Stola und die Abtsinsignien Mitra und Stab. Durch die Erweiterung des Orgelprospekts 1970 ist die Darstellung halb verdeckt, ebenso wie die gemalte Uhr an der Rückwand (altes Foto in den Akten im BLfD).

Chronogramm in einer Kartusche an der Emporenbrüstung GLORIA DEO / IN / TIMPANO / AC / CHORO (= 1753; Ruhm sei Gott durch Paukenschall und Chorgesang, Ps 157,4)

B DIE HLL. VIERZEHN NOTHELFER Das Fresko erstreckt sich über drei Joche; Blickrichtung nach Osten. Dem

 
Der Kirchenraum

Stuckrahmen ist ein imitierter vergoldeter Brokatrahmen eingepaßt, der an der Ostseite zu einer Balustrade erweitert wird. Reine Himmelsszenerie, gestaltet durch gegeneinander versetzte und in der Tiefe gestaffelte Wolken, rosig und gelblich bis grau vor graublauem Himmel. Im westlichen Bilddrittel bilden die Wolken eine gelbliche Lichtglorie aus. Im Rund sind sie von Putten und zahllosen Engelsköpfchen besetzt. In der Mitte thront auf einer Wolke Maria mit dem Jesuskind, von einem Kranz breiter Lichtstrahlen umgeben. Drei große Engel agieren auf sie zu: einer mit Lilie, einer mit Weihrauchfaß und einer mit gefalteten Händen.

Die Vierzehn Nothelfer erscheinen in lockerer Komposition verteilt in der Wolkenlandschaft (Beschreibung gegen den Uhrzeigersinn). Zuoberst links unter der Mariengruppe sitzt Margareta von Antiochien; sie hält das Kreuz und hat den Drachen bei sich. Sie war zur Zeit der Ausmalung die Kirchenpatronin und hat deshalb diesen bevorzugten Platz. Schräg darunter sitzen beieinander und aufeinander zu agierend Katharina von Alexandrien mit Schwert und Rad, ein Krönchen im Haar, und Barbara mit Hostienkelch und Turm. Fast am Bildrand ist Eustachius zu sehen, ein bärtiger Herr in altertümlicher Jagdkleidung, mit Bogen, Köcher und Pfeilen. Neben ihm erscheint der Hirsch, dessen Geweih mit dem Kruzifixus ausgezeichnet ist. Vor Eustachius ist der hl. Georg dargestellt, als miles christianus in Rüstung und Helm, in der Linken die große Fahne mit dem roten Kreuz auf weißem Grund und in der Rechten den Schild mit dem Kreuz, dazu die Martyrerpalme.

Rechts neben Georg folgt nun Erasmus im Bischofsgewand mit der Winde in der Hand, an der sein Gedärm aufgewickelt ist. Neben ihm, verschattet im Hintergrund, ist ein Engel zu sehen – Erasmus wurde mehrfach durch einen Engel aus Gefahren gerettet; dieser Engel scheint stark überarbeitet. Auf Erasmus folgt nach rechts Cyriacus in Diakonstracht, an eine Wolke gelehnt, in der Linken den Kruzifixus, dem er sich zuwendet, in der Rechten eine große Keule. Schräg rechts vor ihm sitzen zwei Bischöfe im Gespräch, Dionysius von Paris, der sein Haupt auf dem Schoß hält, und Blasius von Sebaste mit der brennenden Kerze. Am Bildrand ist die große Gestalt des Christophorus dargestellt, der mit der Rechten das Jesuskind auf seiner Schulter hält. Das Kind lächelt, weist mit einem Händchen zum Himmel und hält sich mit dem anderen am Kopf des Heiligen fest. Darüber ist Agidius zu sehen, im Benediktinerhabit, mit dem Pedum als Abt von Saint Gilles; die Linke hat er um die Hirschkuh gelegt. Es folgen die letzten Heiligen an der rechten Seite, schon in der Nähe der Glorie: der jugendliche Pantaleon von Nikomedien, dem die Hände auf den Kopf genagelt sind, Vitus mit Fürstenhut und Palme neben sich den Ölkessel, und ganz außen Achatius mit Dornenkrone und Kreuz.

 

Über der Balustrade schwebt ein Engel, der den Heiligen Palme und Lorbeerkranz entgegenträgt.

Zwei Kartuschen mit Chronogrammen flankieren das Hauptbild. Die Inschriften wenden sich an die Wallfahrer. Beide ergeben die Jahreszahl 1753.

(N) MIRACLA / SI / POSCIS, / ADESTO

(S) LARGE PRAESTABVNT / QVATVORDECIM / AVXI- LIATORES / IN / VNIVERSIS / ANGVSTIIS (Wenn du Wunder wünschest, so komme / Reichlich schenken dir die Vierzehn Nothelfer Hilfe in allen Nöten.)

Traglaternen, zwei Ewiglicht-Ampeln und eine Kartusche mit der Inschrift FRAT. / SS XIV / AVXIL. (Vierzehn-Nothelfer-Bruderschaft). Die Anliegen der Bruderschaft betrafen gleichermaßen die Lebenden wie die Toten. Das Aufnahmeblatt eines Mitglieds mußte nach dessen Tod an das Pfarramt Margarethenberg zurückgegeben werden, damit eine Seelenmesse gelesen werden konnte. Zu den Satzungen gehörten bestimmte jährliche Messen und das tägliche Gebet für die verstorbenen Bruderschaftsmitglieder.

4 BISCHOFS- bzw. ABTSINSIGNIEN Mitra und Pedum, dazu Kelch und Patene, Kännchen, Fahne und Ähren.

Chronogramm in der Kartusche am Chorbogen DEO / GLORIOSAE VIRGINI / MARIAE / SANCTISQVE / XIIII / AVXILIATORI-/BVS (= 1753; Gott, der glorreichen Jungfrau Maria und den Vierzehn Nothelfern).

C HL. DREIFALTIGKEIT Das querformatige Fresko über dem Altar zeigt die Hl. Dreifaltigkeit in Begleitung von Engeln; einer hält das Kreuz Christi, ein zweiter bei der Weltkugel, an der Gottvater thront, hält eine Rose hoch. Wie in Fresko B säumen Puttenköpfchen die angedeutete Gloriole. Christus hält die goldene, mit Sternen besetzte Krone für Maria bereit, deren Himmelfahrt im Hochaltargemälde dargestellt ist (im Auszug Engel mit dem Spruchband REGINA CAELI). Die Komposition ist dem Deckenbild im kleinen Raum in der Abtwohnung von Raitenhaslach (s. S. 181) sehr ähnlich.

 
B Die heiligen Vierzehn Nothelfer (Johann Baptist Zimmermann 1753), 1-4 Stuckkartuschen mit geistlichen Insignien
 
Johann Baptist Zimmermann 1754, Himmelfahrt Mariens, Hochaltarbild

Im Vergleich zu der zehn Jahre später ausgestatteten Wallfahrtskirche Marienberg mit ihrer verschlüsselten marianischen Ikonographie (S. 125 ff.) ist das Bildprogramm von Margarethenberg einfach und jedermann verständlich.

Maria als der Patronin des Zisterzienserordens ist der Hochaltar und das Chorfresko gewidmet. Den Vierzehn Nothelfern ist der linke Seitenaltar geweiht, wo sie mit vierzehn kleinen Büsten plastisch dargestellt sind (als Pendant am rechten Seitenaltar die Büsten der zwölf Apostel). Im Deckenfresko erscheinen sie ein zweites Mal. Margareta als Kirchenpatronin im 17./19. Jahrhundert kommt im Bildprogramm nur im Zusammenhang mit den Vierzehn Nothelfern vor.

Die Wallfahrt zu den Vierzehn Nothelfern in Margarethenberg geht vermutlich bis ins 15. Jahrhundert zurück; in der mittelalterlichen Kirche waren bereits drei Seitenaltäre drei Nothelfern geweiht, den hll. Margareta, Katharina und Blasius. 1621 wurde eine Nothelfer-Bruderschaft eingerichtet. An sie erinnert die südwestliche Stuckkartusche (3). In der Not des Dreißigjährigen Krieges hatte die Bruderschaft großen, im 18. Jh. jedoch den größten Zulauf.

Die Verehrung der Vierzehn Nothelfer stammt vermutlich aus dem Orient, weil alle Namen dem hellenischen Kulturkreis entstammen. Der Legende nach haben alle um 300 gelebt und den Martertod erlitten, mit Ausnahme des hl. Ägidius, der 725 als Abt in der Provence starb. Der Kult war besonders an die Zisterzienser gebunden. Vierzehnheiligen, die bekannteste Wallfahrt zu den Vierzehn Nothelfern, entstand in Franken unter den Zisterziensern in Langheim. Die Zusammenstellung der Heiligen ist nicht einheitlich. In der Regel besteht sie aus drei Bischöfen: Dionysius, Erasmus, Blasius; drei Jungfrauen: Margareta, Katharina, Barbara; drei ritterlichen Heiligen: Georg, Achatius, Eustachius; sowie dem Arzt Pantaleon, dem Mönch Ägidius, dem Diakon Cyriacus, dem Knaben Vitus und dem Riesen Christophorus. Die Heiligen erscheinen unter der Führung der Gottesmutter.

Die Beliebtheit der Vierzehn Nothelfer erklärt sich aus der vielfältigen Nöten, in denen sie angerufen werden können. Margareta ist Patronin der Gebärenden, Katharina wird bei Leiden der Zunge und gestörter Sprechfähigkeit angerufen, Barbara in der Sterbestunde. Dionysius ist Patron gegen Kopfschmerzen, Erasmus gegen Leibschmerzen, Blasius gegen Halsleiden, Georg gegen Pest, Schlangen und Hexen. Eustachius wird in verzweifelten Situationen angerufen, Achatius als Helfer in Zweifeln und Todesangst. Pantaleon war Patron gegen Kopfweh. Ägidius, der als Eremit in der Wildnis lebte, von der Hirschkuh ernährt, ist Patron in geistiger Verlassenheit und für eine gute Beichte. St. Cyriacus wird angerufen gegen Anfechtungen durch böse Geister und in der Todesstunde, St. Veit gegen Veitstanz und Fallsucht, St. Christophorus gegen unvorhergesehenen Tod. In St. Erasmus (Lkr. Mühldorf) ist der Kirchenpatron Anlaß für ein Deckenbild der Vierzehn Nothelfer (CBD Bd 8, S. 263).

Quellen und Literatur

BHStA, GL Fasz. 4346, fol. 599–644: Ausstattung 1752. BSB, Clm 1429, fol. 185: Chronik des Abtes Robert Pendtner. BlfD, Akt Margarethenberg, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Wening 1721, S. 27/4

(A. W.), Die Filial- und Wallfahrtskirche Margarethenberg an der Alz, in: Kalender für Katholische Christen 1871, S. 98–105. KDB I OB (3), S. 2543–45.

Stadler, Klemens, Margarethenberg (= KKF Nr. 188), München 11936.

Krausen, Edgar, Der Kult der Vierzehn Nothelfer zu Margarethenberg a.d. Alz, in: Münchner Jahrbuch für Volkskunde 1963, S. 27–32.

Kreilinger 1976, S. 29–33

-, Margarethenberg (= KKF Nr. 188), München 21977.

Thon, Christina, Johann Baptist Zimmermann, Berlin-Zürich-München 1977, S. 240, Kat. 86: Anm. 668

Handbuch des Bistums Passau 1981, S. 162 f.

Stockner, Alois, 800 Jahre Margarethenberg, in: Oettinger Land 2, 1982, S. 129.

Bauer, Hermann und Anna, Johann Baptist und Dominikus Zimmermann, Regensburg 1985, S. 78 und 323 f.

Kupferschmied, Thomas Johannes, Der Freskant J. Martin Heigl (= Schriften aus dem Institut für Kunstgeschichte der Universität München Bd 41), München 1989, S. 38 f.

Demmel, Fritz und Wolfgang Hopfgartner, Die Kirchen der Raitenhaslacher Klosterannalen des 18. Jahrhunderts, in: Oettinger Land 10, 1990, S. 223.

Perreiter, Maria und Maria Pfefferseder, Die 14-Nothelfer-Bruderschaft von Margarethenberg, in: Oettinger Land 17, 1997, S. 150–174.