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München, ehem. Jesuitenkolleg von St. Michael

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 3, Teil 1: Stadt und Landkreis München. Sakralbauten. Hirmer, München 1987, ISBN 978-3-7991-6111-4, S. 235, geschrieben von Baur, Eva-Gesine. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

EHEM. JESUITENKOLLEG

Neuhauserstraße 51, 1773 säkularisiert, später Akademie der Wissenschaften und der Bildenden Künste, sog. Alte Akademie; 1944 zerstört, in dem wiedererrichteten Bau ist z. Z. das Bayerische Statistische Landesamt untergebracht

m. Saal der Großen Lateinischen Kongregation S. 235 Ehem. Bibliothek Saal I – ehem. Studentensaal S. 241 Saal II – ehem. Jesuitenbibliothek S. 245 Ehem. Oratorium über der Sakristei S. 247 Quellen und Literatur S. 247

Baugeschichte

1585 10. Januar Grundsteinlegung zu Kirche und Kolleg von St. Michael mit Unterstützung Herzog Wilhelm V., Baukonzeption Friedrich Sustris, Bauausführung vermutlich Wendel Dietrich, Bauleitung Wolfgang Müller

1592 Ausbau des Jesuitenkollegs, 26. Juni 1597 Stiftungsurkunde für Kirche und Kolleg, 6. Juli Konsekration der Kirche

1697 Zur Hundertjahrfeier der Konsekration umfassende Renovierung der Kirche unter Leitung des Kunstschreiners und Ordensmitglieds Fr. Johannes Hörmann S. J.; vermutlich in diesem Zusammenhang Planung des Umbaues von Bibliothekssälen und vom Saal der Lateinischen Kongregation im Kollegiumsgebäude; nach einer perspektivischen Ansicht von Michael Wening ist das Kollegium gegenüber einer Ansicht von Matthäus Merian (1644) um einen niederen Trakt und um zwei Fensterachsen des Risalitflügels erweitert

1720/1752(?) Zweite Ausstattungsperiode

1773 Aufhebung des Jesuitenordens; ein Teil des Kollegs wird Polizeidirektion

1775 In Teilen des Kollegs wird das Kadettenkorps untergebracht (bis 1802)

1782 Der Malteserorden übernimmt die Jesuitengüter

1783 29. Januar Kurfürst Karl Theodor weist der Akademie der Wissenschaften und ihren Sammlungen, sowie der Hofbibliothek das ehem. Jesuitenkolleg zu (das von der Akademie 1778 bezogene Fugger-Palais erhält im Tausch der Malteserorden)

1784 Vollendung des Hofbibliothekssaales (2. Stock in dem 16-achsigen Trakt zur Neuhauser Straße hin); die Maler- und Zeichner-Akademie zieht ins ehem. Jesuitenkolleg ein (daher, nach deren Umzug in das neue Gebäude, später die Bezeichnung »Alte Akademie«)

1809 24. Januar Das ehem. Jesuitenkolleg wird Sitz der Akademie der Bildenden Künste (bis 1885) und des Landesarchivs (später Geheimes Staatsarchiv)

1840-50 Schwurgerichtsgebäude im ehem. Kolleg untergebracht

1841 Friedrich Gärtner wird Akademie-Direktor und erbaut den Antikensaal an der heutigen Kapellenstraße

1842–66 Verschiedene Ministerien werden einquartiert

1843 Umzug der Staatsbibliothek (Hofbibliothek) in die Ludwigstraße abgeschlossen; wenig später Einzug der Zoologisch-Zootomischen Sammlung, die dort bis zur Zerstörung 1944 bleibt

1845 Das Landtagsarchiv zieht für ca. 20 Jahre ins Kolleg; Karl Klump errichtet an der Kapellenstraße ein dreigeschossiges Gebäude als Kanzle und Sitzungsräume der Akademie

1862 Ludwig Lange stockt den Nordtrakt des ehem. Kollegs auf

1866 Lange erweitert den Querflügel des ehem. Kollegs am Chor der Kirche

1886-88 Friedrich Adelung und Hans Grässel bauen den Gärtner Trakt um

1921 Jesuiten kehren in St. Michael und Bürgersaal wieder ein

1944 22. November Bei einem Luftangriff treffen Sprengbomben Kirche und Kolleg schwer. Beim Wiederaufbau des Kollegs wird nur die Fassade zur Neuhauser Straße errichtet; dahinter moderne Gebäude (Statist. Landesamt)