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München, Schlosanlage Nymphenburg

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 3, Teil 2: Stadt und Landkreis München. Profanbauten. Hirmer, München 1989, ISBN 978-3-7991-6358-3, S. 354, geschrieben von Bauer-Wild, Anna und Lüdicke, Lore. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

CROSSER ODER STEINERNER SAAI

Baugeschichtlicher Überblick Hauptschloß

Kurfürst Ferdinand Maria kauft die Schwaige 1702-04 Bau der zwei nördlichen und zwei südlichen Pavillons, von denen die inneren durch Galerien mit dem Mittelpavillon verbunden sind
Kemathen, die Hofmark Menzing und den Hof Pavillons, von denen die inneren durch Ga
Hartmannshofen und schenkt sie seiner Ge-

rien mit dem Mittelpavillon verbunden sit

mahlin Henriette Adelaide aus Anlaß der Ge-

Nach der Schlacht von Höchstädt 1704 Einst

burt des Kurprinzen Max Emanuel (11. Juli lung der Bauarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt si
Hauptschloß und erster südlicher Pavillon
Baubeginn in Kemathen, das bereits Nymphen- wohnbar, der erste nördliche befindet sich
burg genannt wird: Schwaighaus, Stallungen Ausbau, der zweite nördliche steht im Rohb
und Grundaushub zum Schloß und der zweite südliche ist erst begonnen
1668–72 Rohbau des Mittelpavillons 1715–19 Nach der Rückkehr Max Emanuels aus de
Fertigstellung des Rohbaus und Aufsetzen des Exil und der Ernennung Joseph Effners zu
Dachstuhls. Im Herbst Beginn des Innenaus-

Hofbaumeister werden Ausbau und Deko

baus tion vor allem in den beiden nördlichen Pav
1673 Ubertragung der Bauaufsicht an Enrico Zuc- lons fortgesetzt
calli 1726 Nach dem Tod Max Emanuels Umbau- u
1673-79 Innenausbau und Rohbau zweier mit dem Mit- Neudekorationsarbeiten im ersten südlich
telpavillon durch Galerien verbundener Seiten-

Pavillon für den neuen Kurfürsten Karl

pavillons brecht und seine Gemahlin Maria Amalia
Nach dem Tod Ferdinand Marias Einstellung 1755–57 Neuausstattung des Großen Saals (Steinern Saal) unter François Cuvilliés d. Ä.
Abbruch der Pavillons und Verwendung des 1754–66 Umbauten in den Appartements im ersten südlichen Pavillon
Materials beim Schloßbau in Lustheim lichen
Wiederaufnahme der Bauarbeiten nach Plänen

Zuccallis und Giovanni Antonio Viscardis. Um- bau des Mittelpavillons

Neuausstattung der Schloßkapelle Neuausstattung der beiden Kabinette in d Appartements des Hauptbaus

Parkburger

Effner
1718–21 Errichtung der Badenburg durch Joseph Effner
1725-28 Errichtung der Magdalenenklause durch
Joseph Effner
1734-39 Errichtung der Amalienburg durch François
Cuvilliés d. Ä.
ab 1730 Bau von Kloster und Kirche für die aus Luxem-
burg berufenen Chorfrauen im Ostflügel des
nördlichen Hofgevierts
Ausstattung eines Kaffeezimmers im ersten
Stock über der Orangerie im Südtrakt des nörd-

Die Anlage von Nymphenburg nahm ihren Ausgang von dem Mitteltrakt des heutigen Schlosses. Er wurde 1664-75 für Kurfürstin Henriette Adelaide als freistehendes Landhaus errichtet, dem auf der N- und S-Seite je ein mit dem Hauptbau durch Galerien verbundener Pavillon angefügt war. Die noch nicht vollendeten Pavillons wurden 1684/85 wieder abgebrochen und das Baumaterial für Schloß Lustheim verwendet.

1701, nach der Rückkehr Max Emanuels aus Brüssel, projektierte man, gleichzeitig mit Schleißheim, für Nymphenburg den Ausbau zur Sommerresidenz, die den gesamten Hof aufnehmen sollte. Dem vorhandenen Hauptbau wurden, in Anlehnung an die ursprüngliche Bauidee, auf jeder Seite zwei übereck gestaffelte Pavillons angefügt und durch je eine Galerie mit dem Hauptbau verbunden. Gegen die Stadt hin entstand dadurch ein Ehrenhof, der schli durch die in symmetrischer Staffelung angeordneten Wirtschafts- und Stallgebäude zu einem riesigen Vorplatz ausgeweitet und durch die im Halbkreis stehenden Kavaliersbauten abgeschlossen wurde. Auf der Rückseite des Schlosses schuf man eine große Gartenanlage mit einem Kanal als Mittelachse, der auch gegen die Stadtseite weiter geführt wurde, hier begleitet von zwei Auffahrtsalleen. Innerhalb des ursprünglich ganz symmetrisch gestalteten Gartens waren die Parkburgen Pagodenburg und Badenburg auf der Querachse symmetrisch angeordnet. Auch die Magdalenenklause und die Amalienburg sind in ihrer Lage aufeinander bezogen.