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München, Kapelle im ehem. Kloster am Lilienberg

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 3, Teil 1: Stadt und Landkreis München. Sakralbauten. Hirmer, München 1987, ISBN 978-3-7991-6111-4, S. 267, geschrieben von Bauer-Wild, Anna. Original (Passwortgeschützt)
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ALBERTISCHES HAUS AM LILIENBERG

Kapelle im ehem. Kloster am Lilienberg, das in der Au im Bereich Lilienstraße/Gebsattelberg am Isarhang lag. Der Name bezieht sich auf das Patrozinium der Kapelle, nach dem sich auch die dort ansässigen Laienschwestern von der Unbefleckten Empfängnis nannten. Diese wurden 1715 von Benediktinerinnen abgelöst und ließen sich als Paulanerinnen im neugegründeten Kloster Lilienthal in der Au in der Nähe des Paulanerklosters nieder. Säkularisierung des Klosters 1802/03, danach Abbruch der Kapelle

Patrozinium: Unbefleckte Empfängnis Mariens

Zum Bauwerk: 1673 Bau einer hölzernen Kapelle am sog. Gaisberg durch Sebastian Gaisreiter, in den folgenden Jahren durch einen Hanggarter und ein Wohnhaus erweitert. 1692 erwarb Joh. Max von Alberti den Grund und stiftete ein Kloster. 1700/01 Neubau von Kapelle und Kloster durch Giovanni Antonio Viscardi (Lippert, S. 112, Ansicht auf einem Stich Wenings). Weihe 16. 10. 1705. 1749/50 Erweiterung des Klosters durch Lorenz Sappel, die Kapelle erhielt einen Chor. Die Kapelle lag zwischen zwei Bautrakten; zentrale, dreiseitig hervortretende Fassade. Achteckiger Zentralraum mit acht eingestellten Stuckmarmorsäulen, die eine Kuppe mit durchfenstertem Tambour trugen; drei Altäre.

Auftraggeber: Der Bau war eine Stiftung des Landschaftszahlmeisters und damaligen Bürgermeisters von München, Johann Max von Alberti und seiner Frau

Autor und Entstehungszeit: Altargemälde von Johann Andreas Wolf (Freudenberger); Lippert vermutet in Wolff auch den Autor der gesamten Ausmalung; Entstehungszeit 1700/05

Das ehem. Hochaltarbild, eine Darstellung der Unbefleckten Empfängnis Mariens, könnte mit einem seit 1970 verschollenen Gemälde Wolffs, Öl auf Leinwand, 2,44 × 1,33 m, BSGS, Inv. Nr. 1514/5250 (Waagen, S. 133) identisch sein.

Verbleib: Die Ausmalung ging mit dem Abbruch der Kapelle nach 1803 zugrunde

Darstellungen

In der Kuppel waren sechzehn marianische Embleme um das Mittelbild (Laterne) der Hl. Dreifaltigkeit angeordnet. Crammer spricht von einem »mit schönen Sinnbildern von der Unbefleckten Empfängnis durch den Malerpinsel ausgezierte(n) Kirchlein«, Freudenberger (nach Unterlagen des AEM) beschreibt die Dekoration ausführlicher: »In der Heche der Kapelle sind 16 Emplemata herum gemalet in Fresko. Ober in der Kuppel gemalen in Fresko 8 Blumengehäng. In der Mitten aber desselben ist gemalen die heilige Dreifaltigkeit... Auf Beiden Seiten in der Kappelle ist ein Sakristei, oberhalb der ersten steht gemalet Josef mit dem Kindl und über der andern Joachim mit dem Lamb. Beide von Herrn Maler Wolf gemalt«.

Quellen und Literatur

Wening, S. 47. Schmidtsche Matrikel, Bd 1, S. 247 f. Beschreibung 1750, S. 89. Crammer 1781, S. 149. Forster, S. 934f. Mayer-Westermayer, Bd 3, S. 460 f.

1.12) 01 ((0000111111) 01, 2 4 3, 0 4 9. Hauttmann-Kunstleben, S. 31.

Freudenberger, Joseph, Aus der Geschichte der Au, München 1913, S. 111–18.

Lippert, Karl-Ludwig, Giovanni Antonio Viscardi 1645–1713, München 1969, S. 112–14. A. B.