Leutkirch im Allgäu, Schloss Zeil
Inventarnummer: cbdd10382
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Im Zeiler „Salettle“ befindet sich ein translozierter Zyklus von Joseph Esperlin aus dem Forsthaus Dürmentingen von 1751/52. Zwei Familienbilder werden an der Decke von einer pastoralen Landschaft mit einer Lebensallegorie des hochverschuldeten Fürsten J. W. von Waldburg-Friedberg-Scheer überfangen.

Schloss Zeil
Schloss Zeil wurde 1597–1607 als Residenzschloss der Linie Waldburg-Zeil von Reichserbtruchsess Froben (1569–1614) an der Stelle einer alten Burg als regelmäßige Vierflügelanlage errichtet. [1]
„Salettle“ am Südturm
Bau- und Ausstattungsgeschichte des Salettles
Dem Südturm des Schlosses ist an der Ostseite das sogenannte Salettle vorgebaut. Bauzeitlich handelte es sich um einen überdachten Balkon auf Holzsäulen, von dem aus der Blick über das Voralpenland schweifen konnte. [2] Um 1740, nach anderen Angaben nach 1750, erfolgte der Ausbau auf tragenden Pfeilern. [3] In diese Zeit wird auch der Deckenstuck von Johannes Schütz (1704–1752) aus Leutkirch datiert. [4] Der Raum wurde an den Wänden und an der Decke mit Einsatzgemälden versehen.
Abbildungen des Raumes sowie der wichtigsten dort angebrachten Gemälde finden sich in der Publikation von Erich Fürst von Waldburg-Zeil aus dem Jahr 1953 [5] . Ein Detail der Decke in Farbe bringt Spahr 1980, [6] eine Abbildung der gesamten Decke in Farbe findet sich bei Hosch 2006, [7] ein Detail des Verlobungsbildes in Farbe bei Mauerer 2006. [8]
Dürmentinger Provenienz der Bildausstattung
Zur Dürmentinger Provenienz des Bilderschmucks an Wänden und Decke
Die Wände schmücken in stuckierten Rahmenfeldern neben mehreren Landschaftsgemälden und Jagdstücken zwei große Familienbildnisse im Hochformat. [9] Die Familienbilder, die laut Erich Fürst von Waldburg-Zeil die Verlobung in Donaueschingen [10] und die Trauchburger Erbverträge [11] behandeln, kamen nach Aussterben der Trauchburger Linie und Verkauf der Herrschaft Scheer nach Schloss Zeil. [2] Fürst von Waldburg-Zeil ging in seiner Publikation 1953 davon aus, dass die Bilder, deren Urheber er nicht kannte, aus Schloss Scheer stammten. [2]
Hubert Hosch schrieb die Familienbildnisse zusammen mit dem ebenfalls im Salettle angebrachten Deckengemälde 1987 dem Maler Joseph Esperlin (1707–1775) zu. [12] Später gelang ihm der archivalische Nachweis, dass Esperlin sie 1751/52 für 500 Gulden (Deckengemälde) und zwei Mal 160 Gulden (Wandgemälde) für das fürstliche Forsthaus in Dürmentingen der Grafschaft Friedberg-Scheer und Dürmentingen gemalt hat. [13] Esperlin wurde bereits 1749 in Dürmentingen als Kunstmaler erwähnt, wo er einen Kontrakt mit dem Maler Joseph Rabiato abschloss. [14] 1750 signierte er die barocke Ausmalung der gotischen Pfarrkirche St. Nikolaus in Scheer. [15]
Auftraggeber Joseph Wilhelm Eusebius von Waldburg-Friedberg-Scheer, Bussen und Dürmentingen
Auftraggeber der Gemälde war allem Anschein nach Joseph Wilhelm Eusebius von Waldburg-Friedberg-Scheer, Bussen und Dürmentingen (1694–1756). Zu ihm haben Eva Zimmermann und Marion Romberg eine Vita zusammengetragen, aus der im Folgenden referiert wird. [16] Joseph Wilhelm war zunächst für den geistlichen Stand vorgesehen, da er im Alter von 14 Jahren in Bruneck die niederen Weihen empfing und vier Jahre später im Salzburger Domkapitel ein Kanonikat übernahm. Zusammen mit seinem sieben Jahre jüngeren Bruder Franz Karl Eusebius, der spätere Bischof von Chiemsee, studierte er an der Salzburger Universität.
Obwohl Joseph Wilhelm seine geistlichen Ämter im Oktober 1719 resignierte, um nach dem Tod seines Vaters 1717 und zweijähriger Vormundschaft die Herrschaft der angestammten jüngeren und der soeben erloschenen älteren Trauchburger Linie anzutreten, prägte ihn die kurze kirchliche Laufbahn zeitlebens. Er nahm zahlreiche Eremiten in seiner Herrschaft auf und äußerte den Wunsch, selbst als Eremit sein Leben zu beschließen. [17] Diese Haltung birgt wichtige Hinweise zu Identifikation seiner Auftraggeberschaft und zur Deutung des Deckengemäldes. Joseph Wilhelm teilte sich die Herrschaft mit seinem Bruder Johannes Ernst II., wonach er Friedberg-Scheer, Bussen und Dürmentingen behielt, sein Bruder Trauchburg und Kißlegg bekam. [18] Seine Residenz nahm er im Alten Schloss in Scheer.
1723 heiratete er Maria Eleonore von Fürstenberg-Stühlingen (1693–1753), mit der er den ins Erwachsenenalter gelangten Sohn Leopold August (1728–1764) und zwei Töchter hatte. Wegen der hohen Verschuldung unterstellte der Reichshofrat 1749 die Herrschaft seinem Schwager Joseph Wilhelm Ernst von Fürstenberg (1699–1762). Seinem Sohn Leopold August, mit dessen Ableben 1764 die Trauchburger Linie erlosch, hinterließ er eine immense Schuldenlast.
Ensemble des ehemaligen Tafelzimmers im Forsthaus Dürmentingen
Die Gemälde von Joseph Esperlin kamen zwischen 1764 (Aussterben der Trauchburger Linie Friedberg-Scheer Bussen und Dürmentingen) und 1785 (Verkauf der Herrschaften Friedberg-Scheer, Bussen und Dürmentingen an Anselm von Haus Thurn und Taxis) nach Schloss Zeil. [19] Esperlin hatte sie für das Tafelzimmer des Forsthauses „Schütte“ in Dürmentingen gemalt, was aus den von Hubert Hosch eruierten Archivalien hervorgeht. [20] Der Maler forderte seinen Verdienst „vor das Blatt in dem Dürmentingschen Forsthaus an der Deckhe im Zimmer: 500 fl. Item vor 2 Stuckh, welche auch in daselbige Tafelzimmer gehörig: 320 fl. [= 2 x 160 fl.]. Ferners er vor fier S. v. Thuehr: 10 fl.“ [21] Das Decken- und die beiden Wandgemälde wurden in Dürmentingen demnach noch von vier Supraporten bereichert, für die Ersperlin zusammen(!) allerdings nur 10 Gulden berechnete. Möglicherweise haben sich auch diese vier Supraporten im Zeiler Salettle als die dortigen sehr niedrigen Supraporten erhalten.
Bei dem 1818 abgebrochenen Forsthaus „Schütte“ handelte es sich einer alten Ansicht zufolge um einen ausgesprochen schlichten dreigeschossigen Fachwerkbau. [22] Das zugehörige Schloss der Herren von Friedberg-Scheer in Dürmentingen, [23] das vor seiner Erweiterung 1580 unter Einbeziehung des alten Pfarrhofs Sitz eines Vogtes war, diente nach dem Verkauf an Thurn und Taxis als Brauerei. Vor seinem Abbruch 1919 ist es als zweigeschossiger Kastenbau mit bossierten Ecken und schlichtem Portal überliefert. [24]
Wandgemälde: Verlobung mit Blick auf den Bussen
Verlobung in Donaueschingen oder mit Blick auf den Bussen?
Das Gemälde wird seit der Publikation von Erich Fürst von Waldburg-Zeil im Jahr 1953 als Verlobung in Donaueschingen bezeichnet. [25] Gegenstand ist die 1748 geschlossene Verbindung zwischen der jüngeren Tochter des Auftraggebers, Maria Josepha von Waldburg-Friedberg-Scheer (1731–1782) und ihrem Vetter Joseph Wenzel von Fürstenberg (1728–1783). [26] Vermutlich wegen der Lokalisierung in Donaueschingen ging Esteban Mauerer 2006 davon aus, dass es sich bei dem Elternpaar links im Bild um das Elternpaar des Bräutigams handele. [27]
Nach Ansicht der Autorin sitzt in der linken Bildhälfte das Elternpaar der Braut, also der Auftraggeber Joseph Wilhelm Eusebius von Waldburg-Friedberg-Scheer, Bussen und Dürmentingen (1694–1756) und seine Gemahlin Maria Eleonore, geborene Prinzessin von Fürstenberg-Stühlingen (1693–1753). In der rechten Bildhälfte wendet sich die junge Gräfin ihrem zukünftigen Gemahl zu, der merkwürdigerweise nur im Profil im Gegenlicht von hinten zu sehen ist. Die Dominanz der Braut zusammen mit dem noch zu besprechenden Sujet des Deckengemäldes und der Provenienz des Gemäldes aus der Herrschaft Friedberg-Scheer liefert ein wichtiges Argument bei der Identifikation des Elternpaars als das der Braut. Bei dem Mann im Hintergrund zwischen den beiden Paaren dürfte es sich um den Bruder der Braut, Leopold August handeln. [28] Leopold August, mit dessen Tod 1764 die Linie ausstarb, heiratete erst 1753, also nach Entstehung des Gemäldes.
Das Geschehen spielt sich in einem arkadisch-südlich anmutenden Park ab. Seitliche Zypressen und Schirmpinien geben den Blick auf einen markanten Berg frei. Trotz seiner spitzen Silhouette könnte er den kegelförmigen Bussen vergegenwärtigen, der als heiliger Berg Teil der Herrschaft Bussen war. [29] Die Verlobung, die den Fortbestand der Dynastie sicherte, hätte sich dann nicht in Donaueschingen, sondern in Scheer oder Dürmentingen abgespielt. [30]
Wandgemälde: Familienkonferenz im Grünen
Auf dem Gemälde, das Fürst Erich von Waldburg-Zeil 1953 als Trauchburger Erbverträge betitelte[31] ist eine Familienkonferenz im Grünen dargestellt. Der offizielle Erbvergleich mit der Linie Zeil, der die Übergabe der Trauchburger Linie regelte, fand erst 1764, also nach Entstehung des Gemäldes statt. [32]
Eindeutig zu erkennen ist der Fürstbischof von Chiemsee, Franz Karl Eusebius Graf von Waldburg-Friedberg und Trauchburg (1701–1772, amt. seit 1746). [33] Er war der einzige noch lebende Bruder des Auftraggebers, nachdem die beiden anderen Brüder Johann Ernst II. und Friedrich Anton Marquard 1737 und 1744 verstorben waren. Als Geistlicher hatte er den Erbansprüchen entsagt, sodass er erst nach dem Tod seines Neffen Leopold August 1764 als Erbe die Herrschaft auf sich vereinigte. [34]
Neben dem Bischof könnte laut Hosch im Profil seine ältere Schwester Maria Antonia Eusebia, verheiratete Gräfin von Montfort-Tettnang (1700–1767) sitzen. [33] In diesem Fall wären die Protagonisten des zweiten Familienbildes der Bruder und die Schwester des Auftraggebers. Das linke Paar ist schwer zu deuten. Hosch vermutet in dem Mann neben dem Bischof dessen verstorbenen Bruder Friedrich Anton Marquard (1700–1744), der mit der Hand auf seine Tochter Maria Anna (1728–1782) weisen könnte, die seit 1748 mit Franz Anton von Waldburg-Zeil (1714–1790) verheiratet war. [33] Franz Anton von Waldburg-Zeil erbte nach dem Tod des Bischofs die Reichsgrafschaft Trauchburg, was vertraglich aber erst am 13. Oktober 1764 festgelegt wurde, [35] also nach Entstehung des Gemäldes. Dennoch ist das junge Paar ebenfalls als Garant für den Fortbestand der Dynastie zu deuten.
Deckengemälde: Pastorale Landschaft mit einer Lebensallegorie des Fürsten
Das Deckengemälde von Joseph Esperlin erhielt seinen sechspassförmigen Rahmen vermutlich erst anlässlich der Anbringung in Schloss Zeil. Die Bäume wirken in ihren Kronen beschnitten, wohingegen allerdings die Bodenlinie des Gemäldes durchaus dem heutigen Rahmenverlauf folgt. Das Thema des Deckengemäldes ist schwer zu entschlüsseln. [36] Es setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen, die auf den derzeit verfügbaren Abbildungen im Detail nicht gut zu erkennen sind. [37]
In einer pastoralen Landschaft, die im Hintergrund eine Herde Kühe und einen reitenden Hirten zeigt, sitzen am linken Bildrand die Schönen Künste, zu denen Minerva als Beschützerin herabstößt. Minerva ist an der Eule auf ihrem Helm zweifelsfrei zu erkennen. Am linken Bildrand fliehen vermutlich Neid und Zwietracht. Die weiblich personifizierten Künste und Wissenschaften gruppieren sich um die Musik im goldgelben Kleid mit Laute und die Malerei in einem changierenden Gewand mit Palette. Die Malerei ist eindeutig ausgezeichnet, indem Minerva ihre Hand hält, während ein Putto ihr die noch zu bemalende Leinwand entgegenhält.
Links von der Lautenspielerin beugt sich die Astronomie über ihren Himmelsglobus, rechts der Malerei vertreten zwei weitere Putten die Zeichnung und vermutlich die Skulptur. Zu Füßen der Lautenspielerin sitzen ein Flötist und ein Geiger. Über Minerva fliegen im Himmel zwei Putten, die Wasser aus einer Urne auf die Erde gießen. Möglicherweise handelt es sich hier um den Morgentau, sodass die linke Bildhälfte über Kunst und Wissenschaft hinaus auch mit Morgen und Jugend zu assoziieren wäre.
Am linken unteren Bildrand sitzen Menschen in zeitgenössischer Kleidung mit und ohne Kopfbedeckung. [38] Ein Junge betrachtet sein Spiegelbild im Wasser. Nach rechts folgt ein Mann in einem dunklen Mantel, der von einem Jäger begleitet wird. Er wendet sich einem Eremiten zu, der unter einem Zelt hervorschaut. Unter dem Zelt sitzen weitere Männer und eine Frau. Die Eremiten verweisen auf den Auftraggeber Joseph Wilhelm von Waldburg-Friedberg-Scheer, der, wie oben schon angedeutet wurde, das Eremitenwesen sehr förderte. Seine Herzgrablege bestimmte er in der Loretokapelle in Dürmentingen, die von einem Eremiten betreut wurde. [39] Da Joseph Wilhelm den Wunsch geäußert haben soll, sein leben als Eremit beschließen zu dürfen, hat man die rechte Bildhälfte vermutlich außer mit Jagd und höfischer Lebensweise mit dem Lebensabend des bei Auftragsvergabe etwa 57-jährigen Fürsten zu assoziiieren.
Einen weiteren Schlüssel zum Verständnis des Gemäldes liefert vermutlich die markante Abfolge der Laubbäume, die das drohende Abdanken der Linie Friedberg-Scheer wegen Verschuldung zu versinnbildlichen scheint. [40] Am linken Bildrand ragt ein gesunder Baum ins Geschehen, dem in der Bildmitte ein teilweise abgestorbener Baum mit zahlreichen Vögeln auf den Ästen folgt. Am rechten Bildrand steht ein gänzlich abgestorbener Baum, von dessen Ästen Flechten hängen. Der gesunde Baum entspricht den Künsten und Wissenschaften sowie dem Morgentau, der kranke Baum mit den Vögeln entspricht dem höfischen Leben der zeitgenössisch gekleideten Personen am unteren Bildrand, der abgestorbene Baum steht über dem Zelt des Eremiten. Eine versöhnlich hoffnungsvolle Wende nimmt das Geschehen durch Gott Vater, der am oberen Bildrand vor goldgelb strahlenden Wolken schützend seine Arme ausbreitet.
Bemerkenswert ist die gleichzeitige Darstellung von Gottvater und Minerva. Minerva als Schützerin der Künste und Wissenschaften scheint für den Auftraggeber eine besondere Rolle gespielt zu haben. Er veranlasste trotz hoher Schuldenlast die aufwendige Barockisierung der Scheerer Pfarrkirche St. Nikolaus. [41] Auf seinem Herzgrabmal in der Dürmentinger Loretokapelle von Joseph Anton Feuchtmayr erscheint ebenfalls Minerva, die dort vermutlich den Verlust eines großen Kunstmäzens betrauert. Eva Zimmermann interpretiert sie als Sinnbild seiner weltlichen Herrschaft. [42] Überträgt man diese Deutung auf das Deckengemälde, so würde es neben dem Lebensweg des Fürsten und der Bedrohung der Dynastie durch Verschuldung auch das Engagement Grafen als Kunstmäzen und Förderer des Eremitenwesens festhalten.
Programm und Synthese
Die drei Gemälde, die Joseph Esperlin für das Tafelzimmer im Forsthaus „Schütte“ in Dürmentingen zusammen mit vier Supraportengemälde geschaffen hatte, stehen in einem programmatischen, die Hierarchien der Anbringungsorte innerhalb einer Raumes berücksichtigenden Verhältnis zueinander. An den Wänden wird mit einer Verlobung und einer Familienkonferenz, die sich möglicherweise mit der drohenden Überschuldung befasste, aber dennoch hoffnungsvoll ein weiteres junges Paar mit ins Bild nehmen konnte, der Fortbestand der Dynastie erhofft. Die Personen lassen, beziehungsweise ließen sich als zeitgenössische Porträts eindeutig bestimmen. Das Deckengemälde hingegen widmet sich in allegorisch verbrämter Sprache dem Leben des Auftraggebers Joseph Wilhelm Eusebius von Waldburg-Friedberg-Scheer (1694–1756), seiner drohenden Überschuldung und seinem Wirken als Kunstmäzen und Förderer des Eremitenwesens.
Bibliographie
- Beck, Nikolaus, 1997 = Otto Beck, Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Scheer an der oberen Donau, Lindenberg 1997.
- Bleicher, Scheer, 1989 = Walter Bleicher, Chronik der ehemaligen Residenzstadt Scheer/Donau, Horb am Neckar, 1989.
- Dürmentingen, 1975 = Dürmentingen wie es war und ist!, O. O. o. J (1975).
- Hengerer, Waldburg, 2012 = Mark Hengerer, Waldburg, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, Grafen und Herren (Residenzenforschung, Bd. 15, 4, 2), hg. von Werner Paravicini, bearbeitet von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer, Ostfildern 2012, S. 1584–1627.
- Hosch, Streifzüge, 2006 = Hubert Hosch, Adel, Künstler und Kunst zwischen Tradition und Fortschritt. Mentalitätsgeschichtliche Streifzüge im Schwäbischen Kreis am Ende des „Alten Reiches“, in: Ausst.-Kat. Adel im Wandel. Oberschwaben von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, hg. Mark Hengerer und Elmar L. Kuhn, Ostfildern 2006, Bd. 2, S. 715–734.
- KDM, Donaukreis II, 1924 = Die Kunst- und Altertums-Denkmale im Königreich Württemberg, Die Kunst- und Altertums-Denkmale im ehemaligen Donaukreis II: Oberämter Göppingen, Kirchheim, Laupheim, Leutkirch, hg. von Hans Christ, Hans, Hans Klaiber und Eduard Paulus, Esslingen 1924, S. 692– 699.
- Mauerer, Fürstenberg, 2006 = Esteban Mauerer, Das Haus Fürstenberg im späten 17. und 18. Jahrhundert. Karrierewege, Fürstenstand und Staatlichkeit, in: Ausst.-Kat. Adel im Wandel. Oberschwaben von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, hg. Mark Hengerer und Elmar L. Kuhn, Ostfildern 2006, Bd. 1, S. 319–332.
- Richter, Niedergang, 1990 = Jürgen Richter, Der Niedergang der Reichserbtruchsessen von Waldburg-Friedberg-Scheer im Siebzehnten und Achtzehnten Jahrhundert, in: Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte, N. F. 26 (1990), S. 165–232.
- Rudolf, Ravensburg, 2013 = Hans Ulrich Rudolf (Hg.), Stätten der Herrschaft und Macht. Burgen und Schlösser im Landkreis Ravensburg (Oberschwaben. Ansichten und Aussichten, 9), Ostfildern 2013, hier S. 258–260 (Ulrich Kees).
- Schnell/Schedler, Lexikon, 1988 = Hugo Schnell / Uta Schedler, Lexikon der Wessobrunner Künstler und Handwerker, mit Beiträgen von Alexandra Fesseler, Norbert Jocher, Ulrich Knapp und Eva Christina Vollmer, München - Zürich 1988.
- Spahr, Barockstraße III, 1980 = Gebhard Spahr, Oberschwäbische Barockstraße III. Leutkirch, Ottobeuren, Tannheim. Geschichte, Kultur, Kunst, Weingarten 1980.
- Uhl, Biberach, 1986 = Stefan Uhl, Burgen, Schlösser und Adelssitze im Landkreis Biberach, in: Heimatkundliche Blätter für den Kreis Biberach, 9 (1986), Sonderheft 1, hg. von der Gesellschaft für Heimatpflege (Kunst- und Altertumsverein) Biberach e.V.
- Waldburg, Zeil, 1953 = Erich Fürst von Waldburg, Schloß Zeil. Ein Bilderband aus Oberschwaben, München 1953.
- Zimmermann, Feuchtmayer, 1993 = Eva Zimmermann, Ein neuentdecktes Werk Joseph Anton Feuchtmayers, in: Jahrbuch der Berliner Museen, 35 (1993), S. 259–271.
Einzelnachweise
- ↑ Rudolf, Ravensburg, 2013, S. 308–319.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Waldburg, Zeil, 1953, S. 14.
- ↑ Waldburg, Zeil, 1953, S. 14 (um 1740). Im Band der Kunstdenkmäler wird der Ausbau des Salettles unter Graf Franz Anton (1714–1790) und damit nach 1750, dem Todesjahr seines Vaters, datiert: KDM, Donaukreis II, 1924, S. 695: „Im Schloss ließ er [Graf Franz Anton] fast alles herrichten und erneuern, insbesondere das „Salettle“ mit Wand- und Deckenmalereien und Stuckatur schmücken“. Ebenso bei Rudolf, Ravensburg, 2013, S. 312: Unter Graf Franz Anton wurde der kleine Saal im Anbau am Südturm, das sogenannte Salettle, zu einem elegant stuckierten Wintergarten ausgestaltet.
- ↑ Waldburg, Zeil, 1953, S. 14. Vgl. Lexikon Wessobrunner, 1988, S. 273–277 (Alexandra Fesseler), dort S. 274 und 276.
- ↑ Waldburg, Zeil, 1953, Abb. 64, 66–70.
- ↑ Spahr, Barockstraße III, 1980.
- ↑ Hosch, Streifzüge, 2006, S. 719, Abb. 4.
- ↑ Mauerer, Fürstenberg, 2006, S. 326.
- ↑ Waldburg, Zeil, 1953, Abb. 64. Spahr, Barockstraße III, 1980, S. 60 nennt für die Jagdstücke den Maler Hamilton.
- ↑ Waldburg, Zeil, 1953, Abb. 67.
- ↑ Waldburg, Zeil, 1953, Abb. 66.
- ↑ Hosch, Brugger, 1987, S. 19, Anm. 112.
- ↑ Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 13: Die drei Gemälde wurden von dem Maler Esperlin zwischen dem 9. Juni 1751 und dem 28. Oktober 1755 für 500 Gulden und zweimal 160 Gulden für das Forsthaus in Dürmentingen in Rechnung gestellt (Staatsarchiv Sigmaringen, Friedberg-Scheer, Rentamtsrechnungen Nr. 33 (1755/56), f. 199–203) zitiert nach Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 13. Die heutige Signatur lautet Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 30/1 T 2. Der Auftraggeber konnte die Honorarforderungen nicht erfüllen und nötigte den Maler am 20. Oktober 1755 zu einem Vergleich (Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 14).
- ↑ Staatsarchiv Sigmaringen Dep. 30/1 T 3 Nr. 1903 (http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=6-27389). Offenbar handelt es sich um den Maler Joseph Rabiato, der 1766 in Siders (Wallis) für Ignace A. P. de Courten einen 18-teiligen signierten Gemäldezyklus schuf. Hierzu: In alter Frische. Bildzeugen aus dem Zeitalter der Galanterie - Walliser Kantonsmuseen (museen-wallis.ch)
- ↑ Bleicher, Scheer, 1989, S. 202. Die Decke im südlichen Seitenschiff ist 1750 datiert, das Gemälde über der Tür der Westseite des südlichen Seitenschiffs 1752, das Gemälde über der Tür der Westseite des nördlichen Seitenschiffs 1757. Zur Barockisierung der Kirche unter Joseph Wilhelm Eusebius von Waldburg-Friedberg-Scheer in den Jahren 1742–1755: Beck, Nikolaus, 1997, S. 5–6 und 22.
- ↑ Zimmermann, Feuchtmayer, 1993, S. 264–266 und Marion Romberg, Joseph Wilhelm Eusebius von Waldburg-Friedberg-Scheer, in: Wolfgang Schmale (Projektleitung): Erdteilallegorien im Barockzeitalter, Wien, besucht 05.10.2023. Die wichtigsten Daten im Zusammenhang mit der Residenzstadt Scheer auch bei Bleicher, Scheer, 1989, S. 40–41.
- ↑ Zimmermann, Feuchtmayer, 1993, S. 264 unter Berufung auf den Archivar des Fürstlich Waldburg Zeilschen Gesamtarchivs auf Schloss Zeil, Herrn Rudolf Beck.
- ↑ Richter, Niedergang, 1990, S. 174.
- ↑ Hosch, Streifzüge, 2006, S. 719. Die historischen Zusammenhänge bei Richter, Niedergang, 1990, S. 175 und Hengerer, Waldburg, 2012, S. 1595-1596. Da die Autorin den Raum bislang noch nicht in Augenschein nehmen durfte, konnte sie noch nicht überprüfen, ob die Stuckrahmen der Familienbilder und des Deckengemäldes deren nachträgliche Anbringung erkennen lassen.
- ↑ Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 13.
- ↑ Staatsarchiv Sigmaringen, Dep. 30/1 T 2, fol. 200.
- ↑ Uhl, Biberach, 1986, S. 41 (Nr. 55). Die alte Ansicht: https://www.bildindex.de/document/obj20492612?medium=mi05148a14. In der heimatgeschichtlichen Publikation Dürmentingen, 1976 heißt es S. 4–5: „Eine halbe Stunde südlich von Dürmentingen stand in dem dortigen Tannenwalde ein Truchsessisches Jagdschloß, später ein Vergnügungsplatz für die Umgegend, das 1818 abgebrochen wurde.
- ↑ Zu Dürmentingen und Bussen als Residenzorte: Hengerer, Waldburg, 2012, S. 1618–1619.
- ↑ Uhl, Biberach, 1986, S. 41 (Nr. 54). Zeichnungen des Ortes mit ehemaligem Schloss: Dürmentingen, 1976, S. 5 und 24.
- ↑ So die Bildunterschrift bei Waldburg, Zeil, 1953, Abb. 67.
- ↑ Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 15.
- ↑ Mauerer, Fürstenberg, 2006, 326. Die Zuweisung in der Bildunterschrift, nämlich Joseph Wilhelm Ernst Fürst zu Fürstenberg (1699–1762) und Maria Anna geborene Gräfin von Waldstein (1707–1756) fand Eingang in einen Wikipedia-Artikel und damit weite Verbreitung. Hingegen schreibt Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 15 lediglich vom „fürstlichen Elternpaar“.
- ↑ Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 15, der zudem den Bruder des Bräutigams, Karl Borromäus Egon, vorschlägt.
- ↑ Zum Bussen, auf dem einst eine Burg der Truchsesse stand: Uhl, Biberach, 1986, S. 39 (Nr. 45) und Hengerer, Waldburg, 2012, S. 1618–1619.
- ↑ Vgl. Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 15, der das Geschehen in Dürmentingen oder Donaueschingen verortete.
- ↑ So die Bildunterschrift bei Waldburg, Zeil, 1953, Abb. 66.
- ↑ So auch Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 16, der den Titel Faminienkonferenz vorschlägt.
- ↑ 33,0 33,1 33,2 Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 16.
- ↑ Die Erbaufteilung bei Richter, Niedergang, 1990, S. 174–175.
- ↑ Richter Niedergang, 1990, S. 175, siehe auch Hosch, Streifzüge, 2006, Anm. 16.
- ↑ Hosch, Streifzüge, 2006, Abb. 4 betitelte das Gemälde als „Jagdgesellschaft / ländliches Konzert“.
- ↑ Leider war es dem CbDD nicht möglich, das Gemälde zu dokumentieren. Der vorliegende Text fußt lediglich auf den in der Literatur verfügbaren Abbildungen.
- ↑ Hosch, Steifzüge, 2006, Anm. 14 vermutet hier Graf Joseph Wilhelm mit Schriftstück, links den Sohn mit Gewehr und die Schwiegertochter (?) mit einem dunkelhäutigen Pagen.
- ↑ Zimmermann, Feuchtmayer, 1993, S. 264–265.
- ↑ Zum finanziellen Niedergang der Waldburg-Trauchburger Linie Friedberg-Scheer im 17. und 18. Jahrhundert: Richter, Niedergang, 1990.
- ↑ Beck, St. Nikolaus, 1997, S. ##.
- ↑ Zimmermann, Feuchtmayer, 1993, S. 268.