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Kottingwörth, Pfarrkirche St. Vitus

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 13: Landkreis Eichstätt. Hirmer, München 2008, ISBN 978-3-7774-4475-8, S. 317–326, geschrieben von Grimminger, Christina. Original (Passwortgeschützt)
davordanach

Nach Franz Xaver Buchner war Kottingwörth »einst vielbe suchte Wallfahrtskirche«. So überliefert eine Urkunde von 1517, dass am Fest des hl. Vitus Hühner – die für Vitus typische volkstümliche Opfergabe – in großer Anzahl geopfert wurden, und die Priefer’sche Visitation von 1601 berichtet, dass die Kirchweihe »noch mit großem Jahrmarkt und Predig im Freien abgehalten« wurde.

Patrozinium: St. Vitus

Zum Bauwerk: Kottingwörth ist eine der interessantesten Dorfkirchen des ehem. Hochstiftsgebiets. Ihre Besonderheit dokumentiert sich in der erhaltenen Zweiturmanlage, die in der ursprünglichen Funktion des Baues als Wehrkirche beruht. Die Kirche bestand bis zur Barockzeit aus einem um 1310 neu errichteten Langhaus. Dieses war an einem älteren Turm, dem heutigen Westturm, angebaut und verfügte über einen Chorturm, dem heute noch erhaltenen östlichen Turm, in dessen Chor die bauzeitliche Ausmalung mit einer Gerichtsszene und einem Vitus-Zyklus überkommen ist. 1749 hinterließ Jonas Willibald Schreiner, fürstbischöflicher Verwalter des Brauhauses in Hirschberg, 900 Gulden zum Neubau der Kirche. Dieser konnte allerdings erst 1760/61 in Form eines neuen barocken Langhauses samt Chor und unter Beibehaltung des Westturms und des östlichen Chorturms verwirklicht werden. Die Baudirektion hatte Giovanni Domenico Barbieri, Architekt des Eichstätter Domkapitels, inne, dem Domenico Salle ab 1756 als Maurerpalier in Eichstätt tätig, assistierte. Maurermeister war Johann Pauer aus Beilngries. Konsekration der Kirche am 15.5.1763.

LHs (17×11m) als großzügiger Saal, an den Übergängen von den Wänden zur Chorbogenwand abgerundet, eingezogener und mittels einem segmentbogenförmigen Chorbogen ausgeschiedener AR (7,30 x 8 m) mit nahezu halbrundem Abschluss. Die Belichtung erfolgt über segmentbogenförmige, hohe und schmale Fenster, die das LHs jenseits der Zone, die die eingebaute Orgelempore einnimmt, dreiachsig gliedern, im AR drei ebenso geformte Fenster. Über der Fensterzone verläuft an den seitlichen Wänden des LHs und den Rundungen zum Chorbogen ein profiliertes Stuckgesims, das vor dem Chorbogen endet, in gleicher Höhe den AR umrundet. Ansonsten keine architektonische Gliederung und keine Stuckdekoration, für die Zeit und die Gegend ungewöhnlich.

Auftraggeber: Pfarrer Franz Xaver Frey (1744-79). Der gebürtige Eichstätter, der in Dillingen studiert hatte, wirkte danach in Spalt und Großweingarten; er starb 1779 in Kottingwörth im Alter von 73 Jahren infolge eines Sturzes vom Pferd. Frey hat die Fresken aus eigenen Mitteln finanziert, wie er selbst in einem Schreiben vom 5.3.1761, in den Pfarrakten Kottingwörths überliefert, berichtet: »Demnach als mit Aufbauung des löbl: Gotts=haus Sti. Viti zu Kottingwörth bereits so weit gekommen, daß bis auf zu künftiges Patrinii Fest nicht nur allein die weiße Decke und die auf meine eigene Cösten dem Patrono Ecclesiae verheissene Mahler Arbeith würdt verfertiget, sondern auch die Divina anwiederumb hier neu gehalten werden könnte, und mir samt übrigen Pfarrkindern die tröstl. Hoffnung anscheinen will, dass Euer hochfürstl: Gnaden dieses Haus Gottes mit der Heyl: Einweihung zu begnädig gnädig geruhen werden, als solle vorläufig höchst denen selben unterthänigst vorstellig machen, daß es zur Andacht Gottes Ehre und Zierde der Kirchen villes beytragen würden, wann bis dahin die Canzel, Beichtstühl, Communicanten Gätter, die 12 Apostelleuchter, ... und benöthigte Cerzen in die Sacristey könnten hergestellt werden.« Dass Frey mit der Freskierung einen Augsburger Maler beauftragt hatte, erklärt sich aus der verwandtschaftlichen Beziehung beider. Der Augsburger Christian Dominikus Erhardt, Neffe und Schüler von Johann Georg Bergmüller, war 1756 als Meister zugelassen worden und hatte im gleichen Jahr die Tochter des seit 1728 in Augsburg ansässigen Malers Joseph Willibald Frey (* 1705 Eichstätt) geheiratet. Frey war der Sohn des Eichstätter Malers Johann Georg Frey d. Ä. (er freskierte unter Melchior Steidl in Eichstätt, vgl. S. 113) und damit der ältere Bruder des Kottingwörther Pfarrers Franz Xaver Frey. Erhardt war also mit der Nichte des Kottingwörther Pfarrers verheiratet.

A Christus erscheint dem hl. Vitus im Kerker

Als Zeichen der Zugehörigkeit Kottingwörths zum Hochstift Eichstätt findet sich am Chorbogen (Fresko CB) das Wappen des z.Z. der Ausmalung amtierenden Fürstbischofs von Eichstätt, Raymund Anton Graf von Strasoldo, den Auftraggeber der Fresken in der Eichstätter Stadtresidenz und in Schloss Hirschberg (s. S. 187 und 263). Strasoldo konsekrierte die Kirche am 15.5.1763 und stiftete nachweislich der Quellen 1764 den Hochaltar, in dessen Auszugszone sein Wappen angebracht wurde.

Autor und Entstehungszeit: Christian Dominikus Erhardt (* 1731 Augsburg † 1805 Augsburg) 1761. Signatur in Fresko B Christian: Erhardt/Pinx: aug: 1766, in der Erhardt neben Namen und Datierung auch seinen Status als Augsburger Maler angab.

Der Zeitraum der Freskierung kann durch ein in den Pfarrakten überliefertes Schriftstück vom 29. 3. 1761 des mit der Baudirektion beauftragten Barbieri eingegrenzt werden: »Es hat verstrichener Tagen H: Pfarrer zu Kottingwörth Franz Xaver

Frey mir mittels eines Schreibens die Anzeich gethan, was massen ein von Augspurg beschriebener Mahler, welcher die in der neuen Kirchen daselbst zu machende Mahler-arbeit übernommen, solche anzufangen in Bälde sich einstellen werde.« Erhardt wurde also Ende März in Kottingwörth erwartet und es war geplant, dass die Deckengemälde bis zum Fest des Kirchenpatrons am 15.6. fertiggestellt waren.

Die Fresken in Kottingwörth sind das Hauptwerk Erhardts dieser Gattung. (Weitere Deckengemälde finden sich im Privathaus Augsburg-Maximilianstrasse 58 von 1769 und, allerdings nur teilweise erhalten, in St. Peter in Perlach, ebenso Augsburg, von 1773. Erhardt schuf in Augsburg nachweislich auch Fassadenmalereien, von denen allerdings nur eines in Rekonstruktion erhalten ist.) Als Maler zeigt er sich vom Werk seines Onkels und Lehrers Johann Georg Bergmüller abhängig und repräsentiert als einer seiner letzten Schüler - bei Erhardts Meisterzulassung 1756 war Bergmüller bereits 68 Jahre alt – die weniger bedeutende Freskomalerei Augsburgs der zweiten Hälfte des 18. Jhs. Erhardts Kottingwörther

Fresken sind konventionell strukturiert. Schauplatz der Szenerien sind zumeist in extremer Verkürzung sich aufbauende Architekturprospekte, deren Substruktionen dem Betrachter vorgeführt werden. Ein beliebtes Stilmittel ist eine über drei Seiten umlaufende, einleitende Zone in Form eines Podestes oder einer Brüstung. Als illusionistisch könnte man auch die Art und Weise der Anbringung der Rocaillekartuschen an den gemalten Stuckprofilrahmen der Bildfelder bezeichnen, die bei Fresko C über in das Bildfeld ragende Palmwedel verfügen. Als ein für Erhardt charakteristisches Stilmittel ist die Betonung der Figurenmodellierung anzuführen, die bisweilen ins Affektierte geht. Die Divergenz zwischen räumlich und proportional in sich stimmigen Figuren und im Zusammenfügen von Gliedmaßen »verunglückten« Figuren dürfte in der Verwendung von Vorlagen und der mangelnden Souveränität im eigenen Entwurf zu suchen sein. Generell zeigt sich in der perspektivischen Darstellung wie auch in der Disposition der Figuren im Raum die Zweitklassigkeit Erhardts. In manchen stilistischen Details wie der teilweisen Verwendung changie-

render Gewänder, dem Lächeln der Figuren und dem Zerfließen der Wolken geht er über den Stil seines Lehrers hinaus und erweist sich als ein dem Rokokostil verpflichteter Maler (vgl. hierzu Georg Paula, Erhard (Erhardt), Christian Dominikus, in: Saur Bd 34, 2002, S. 322).

Erhardt schuf für Kottingwörth auch das Hochaltarblatt mit dem Martyrium des hl. Vitus, es ist signiert und datiert Christian Erhardt pinx. anno 1766, im Auszug ist die Krönung Mariens dargestellt, wohl ebenso von Erhardt. Auch der sehr qualitätsvolle Kreuzweg aus 14 Stationen und ein Ölgemälde des hl. Florian können Erhardt zugeschrieben werden.

Befund

Träger der Deckenmalerei: LHs gedrücktes Tonnengewölbe zum Chorbogen abgerundet, AR gedrückte Rundtonne, zum Chorbogen abgeschnitten

Rahmen: A, B, C gemaltes, goldfarbenes Stuckprofil, bei A Rocaillekartuschen in den Achsen, bei B, C in den Diagonalen. Technik: Fresko; polychrom

Maße: A Höhe 10 m; 3,50 × 4,70 B Höhe 10 m; 9,30 × 6,70 C Höhe 10 m; 6,10 × 5,50

Erhaltungszustand und Restaurierungen: Nachweislich der Inschrift in B Fratres Wirsching/restaur: ao. 1889 wurden die Deckengemälde 1889 restauriert und zwar von den Brüdern Johann Jakob und Sebastian Wirsching. Die in Akten des ehem. Pfarrarchivs (heute DAEI) überlieferten Kostenvoranschläge vom 5.10.1887 sprechen allgemein von »Ausbesserung der Plafondmalereien«. Eine weitere Kirchenrestaurierung ist für die Jahre 1947/48 belegt, allerdings können auch hierzu keine genaueren Angaben über die Maßnahmen an den Gemälden gemacht werden. Georg Lill stellte in seinem Gutachten des BLfD am 19. Mai 1947 fest: »Die barocken Deckenbilder sind gut erhalten.«. Im Rahmen der letzten umfassenden Innen- und Außenrenovierung der Kirche wurden 1980-82 die Deckenbilder durch die Parsberger Fa. Preis eingehend untersucht. Laut Kostenschätzung vom 11.12.1979 wurde deren Zustand »durch starke Rissebildungen und zahlreiche Wasserschäden« als »sehr schlecht und bedenklich« eingestuft. Uber die tatsächlich durchgeführten Maßnahmen konnte keine Dokumentation eingesehen werden. Es dürfte von einer äußerst sachgemäßen und konservierenden Behandlung auszugehen sein. 2006 waren in B und C Risse, Flecken, Verschmutzungen und teilweise Retuschen auszumachen, A zeigte am besten den originalen Zustand. Sehr gut erkennbar die Quadrierung und die von Erhardt in Secco durchgeführten Verfeinerungen in den Gesichtern, Grübchen und Haaren.

Beschreibung und Ikonographie

A CHRISTUS ERSCHEINT DEM HL. VITUS IM KERKER Das Gemälde illustriert in nahezu einansichtiger Bildkomposition ein Geschehen der Vitus-Heiligenlegende, das zeitlich nach der Darstellung in Fresko B einzuordnen ist. Nachdem Vitus den Sohn Kaiser Diokletians von dessen Besessenheit geheilt, jedoch nicht den Göttern geopfert hatte, ließ Diokletian den Jüngling ins Gefängnis werfen. In dem Fresko wird der Kerker als Schauplatz der Szene von wenigen architektonischen Versatzstücken charakterisiert, eine einleitende Stufenanlage mit für Kerkerdarstellungen typischer Bogenkonstruktion sowie eine den rechten Bildrand einnehmende Pfeiler- und Bogenarchitektur. Vor dieser kniet Vitus, gewandet als römischer Soldat mit aufwändig drapiertem Umhang, die Hände mit Ketten gefesselt. Vitus' Haupt ist mit einem Strahlenring ausgezeichnet, sein Blick richtet sich in die Höhe, wo Christus im Typus des Erlösers, also mit Kreuz und Wundmalen, und das Haupt mit einer Strahlengloriole ausgezeichnet vor einer hellen Himmelsöffnung auf Wolken liegend und begleitet von Putten erscheint. Christus' Blick selbst gilt dem Licht über ihm, die Geste seiner linken ausgestreckten Hand begleitet die Gnadenstrahlen, die von ihm zu Vitus gehen. Es ist der Moment dargestellt, in dem der Legenda Aurea zufolge über Nacht die schwere Last Eisen von Vitus fällt, mit der man ihn und Modestus gepeinigt hatte, und der Kerker von einem hellen Licht erleuchtet wird. Dass in diesem Licht Christus erscheint, verdeutlicht dessen Rolle am Wirken des Heiligen, denn die Heilung von Diokletians Sohn vermochte nach Vitus' Worten nicht er selbst, sondern »mein Herr«. Weitere Augenzeugen der Vision sind ein auf dem Boden liegender, halbnackter Mann, eventuell als Modestus, Vitus' Lehrer und Begleiter, zu bestimmen, und vor der himmlischen Erscheinung fliehende, bewaffnete Soldaten.

B TEUFELSAUSTREIBUNG DURCH DEN HL. VITUS Schauplatz der Szene ist eine palastähnliche Architektur unter freiem Himmel. Als einleitendes Baudetail fungiert eine verkröpfte, mit rocailleförmigen Kartuschen und Vasen verzierte Brüstung, die das hochrechteckige Bildfeld an drei Seiten umläuft. In der Hauptansicht nach Osten ist diese von einem balustradenähnlichen Vorbau mit einer Volute an der Unterseite unterbrochen. Hier erhebt sich eine Treppenanlage in streng einansichtiger Konzeption. Diese bildet die Basis einer aus Stufen und Brüstungen bestehenden Konstruktion, die die Bühne des Geschehens darstellt. Obenauf steht ein halbrunder Podest mit einem Thron, der von einem Baldachin überhöht und einem dahinter steil aufragenden Turm begleitet wird. Der Blick wird durch die starke Verkürzung der Architektur sofort in den Himmel gezogen, der von Engeln und Putten bevölkert ist. Vom oberen Bildrand fällt ein mächtiger, roter Vorhang mit grünseidenem Futter herab. Inmitten der Szenerie steht der hl. Vitus, der als einziger der zahlreich abgebildeten römischen Soldaten unbewaffnet ist und dessen behelmtes Haupt mit einem Strahlenring ausgezeichnet ist. Er hat die Hände erhoben, sein Blick gilt dem Himmel. Vor Vitus sinkt, von einem Soldaten gehalten, der Sohn Kaiser Diokletians in die Knie, aus seinem Mund entweichen Feuerzungen samt Teufelchen. Der Kaiser, auf seinem Thron sitzend, verfolgt die Teufelsaustreibung, er ist im Austausch mit einem stehenden Mann, wohl seinem Berater, zu sehen. Neben Vitus steht im Hintergrund ein älterer Mann mit über dem Kopf gezogenem Umhang (vielleicht Modestus), der mit seinen erhobenen Händen zum Himmel weist.

Die Legende berichtet, dass Vitus zusammen mit seinem Lehrer Modestus seiner nicht bekehrten Familie aus Sizilien entflohen war und schon Wunder gewirkt hatte. Kaiser Diokletian, dessen Sohn besessen war von einem Teufel, der sagte, dass er nur weichen würde, wenn Vitus von Lucana zu ihm

B Teufelsaustreibung durch den hl. Vitus (Christian Dominikus Erhardt 1761)

KOTTINGWÖRTH

Kaiser Diokletian und sein besessener Sohn, Ausschnitt aus Fresko B
Engel präsentieren die Kirche von Kottingwörth und die Würdezeichen des Eichstätter Fürstbischofs, Ausschnitt aus Fresko (

KOTTINGWORTH

käme, forschte nach dem Heiligen und fand ihn. Als Vitus vor den Kaiser geführt wurde, soll dieser ihn gefragt haben, ob er seinen Sohn gesund mache, worauf Vitus entgegnete: »Ich nicht, aber mein Herr vermag es«.

C HL. VITUS ALS BESCHÜTZER DER PFARRKIRCHE VON KOTTINGWÖRTH Die einansichtige Bildkomposition zeigt eine auf einem Architekturpodest angesiedelte Szenerie unter freiem Himmel samt Himmelsvision. Während sich über dem perspektivisch verunglückten, vorkragenden Podestteil rechts ein Architekturprospekt in Form einer Ädikula erhebt (Westfassade des Eichstätter Domes?), liegt auf der linken Seite des Podestes ein Felsen, um den sich drei Engel gruppieren. Der obenauf stehende Engel hält in der linken Hand eine Skizze mit der Doppelturmfassade der Kottingwörther Pfarrkirche, auf die er mit der anderen Hand deutet. Die beiden anderen Engel präsentieren links mit Mitra, Fürstenhut und Hermelinumhang sowie Rationale – dem u-förmigen Schulterschmuck, auf dem die Kardinaltugenden FIDES, SPES und CARITAS zu lesen sind – und rechts mit Bischofsstab die Würdezeichen des Eichstätter Fürstbischofs, verweisen somit auf das Hochstift Eichstätt, zu dem die Pfarrei Kottingwörth gehörte (zum Rationale vgl. die Beschreibung beim Fresko in der Vorderen Kapitelstube zu Eichstätt S. 237). Nahezu in fallendem Zustand ist das erzbischöfliche Vortragekreuz zu sehen, das den Eichstätter Bischöfen seit 1745 zustand. In der Mitte der am Himmel erscheinenden Lichtvision erscheint der Kirchenpatron, der hl. Vitus, begleitet von Himmelspersonal. Er ist wie in den beiden Fresken im Langhaus als römischer Soldat gekleidet. Palmwedel, den er in seiner linken Hand hält, und Lorbeerkranz, der ihm von einem Engel über seinem Kopf gehalten wird, zeichnen ihn als siegreichen Märtyrer aus. Weitere abgebildete Attribute sind zu seinen Füßen der Kessel, sein individuelles Attribut, das Vitus' Marter beschreibt, und der Fürstenhut, der ihm von einem Engel auf einem Kissen präsentiert wird und der auf Vitus' Patronat über das sächsische Kaiserhaus und die böhmischen Könige verweist.

CB WAPPEN VON FÜRSTBISCHOF RAYMUND ANTON GRAF VON STRASOLDO In Voluten endende Brüstung, vor der Engel eine rote Draperie halten. In der Mitte das Wappen von Fürstbischof Raymund Anton Graf von Strasoldo (zur Biographie s. S. 187), darüber der Wahlspruch INTIMA CANDENT, an den Seiten links mit Mitra, Pedum und Vortragekreuz die geistlichen und rechts mit Schwert und Fürstenhut die weltlichen Würdezeichen des Fürstbischofs.

Quellen und Literatur

DAEI, Pfarrakten Kottingwörth I,1: Baulichkeit an der Pfarrkirche; Pfarrarchiv Kottingwörth, Akten zu den Restaurierungen 1887, 1947/48, 1974-1987; Buchner Eichstätter Bistumsgeistliche.

BLfD, Akt Kottingwörth, Pfarrkirche St. Vitus.

Kunstinventar Diözese Eichstätt, Kottingwörth, bearbeitet von Emanuel Braun, 1988.

KDB II OP (12), S. 100-03.

Buchner, Franz Xaver, Bistum Eichstätt, in: Christian Schreiber (Hg.), Wallfahrten durchs deutsche Land. Eine Pilgerfahrt zu Deutschlands heiligen Stätten, Berlin 1928, S.72-101, hier S. 89f.

Buchner Bistum Eichstätt 1938, S. 62–67

Neuhofer, Theodor, Beiträge zur Kunstgeschichte des Hochstifts Eichstätt, in: SHVE 61, 1965/66, S. 9-92, hier: S. 57-60. Braun, Emanuel, Wehrkirche St. Vitus Kottingwörth (= KKF Nr. 1531), München-Zürich 1985, vor allem S. 4, 6.

Margadant, Silvio und Emanuel Braun (Hg.), Giovanni Domenico Barbieri (1704–1764). Ein Graubündner als Hofmaurermeister des Fürstbischofs von Eichstätt. Autobiographie und Ausgabenjournal, Regensburg 2004, S. 137. Dehio OB 1990, S. 560; 2006, S. 609f

C.G.

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