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Kassel, ehem Residenzschloss

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Kassel, ehem. Residenzschloss, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2025, URL: www.deckenmalerei.eu/56a81d5a-e481-4d85-99a2-4b943bc41d69

Inventarnummer: cbdd10421

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

Aus dem 1811 ausgebrannten Residenzschloss haben sich lediglich drei Deckengemälde von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. erhalten. Inventare und erhaltene Entwurfszeichnungen von Johann Oswald Harms erlauben es jedoch, für 13 Räume die Themen der Decken- und Wandmalerei zu bestimmen.

Altes Landgrafenschloß in Kassel von West 1780
Altes Landgrafenschloß in Kassel von West 1780

Das Stadtschloss (Landgrafenschloss) in Kassel

Kurzbeschreibung und Lage

Das Schloss befand sich in Zitadellenlage im Südwesten der Stadt Kassel am Ufer der Fulda.

Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das so genannte Landgrafenschloss in Kassel war das Residenzschloss der Landgrafschaft Hessen von 1556 bis 1567 und anschließend der Landgrafschaft Hessen Kassel bzw. ab 1803 des Kurfürstentums Hessen-Kassel. 1811 wurde es durch einen Großbrand fast komplett vernichtet, jedoch konnten zahlreiche Ausstattungsstücke gerettet werden. Das Schloss ersetzte eine 1277 begründete Burg. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts entstand eine annähernd rechteckige Vierflügelanlage, die unter Landgraf Philipp I. im 16. Jahrhundert in die Befestigungsanlagen der Stadt integriert wurde. Er ließ auch unter Verwendung der vorhandenen Bausubstanz von 1556-1562 das Schloss weitgehend neu errichten. Sein Sohn Wilhelm IV. renovierte den Flügel des frühen 16. Jahrhunderts und vollendete die erste Ausstattung des Schlosses. Die Ruine des später nur mehr im Inneren modernisierten Schlosses wurde ab 1816 niedergelegt.[1]

Beschreibung

Das Schloss war eine annähernd rechteckige dreigeschossige Vierflügelanlage mit zahlreichen Zwerchhäusern. In den Ecken des Hofes standen polygonale Wendelsteine. Der so genannte Küchenbau im Südwesten nahm die Zufahrt in den Schlosshof auf. Der Backhausbau im Nordwesten nahm im Obergeschoss den Hauptsaal auf. Im Nordostflügel hatte die Landgräfin ihr Appartement, was zum Namen Frauenzimmerbau führte. Im angrenzenden Südostflügel, dem Rotensteinbau, hatte der Landgraf seine Räume, die auf die Fulda hinauswiesen.

Decken- bzw. Wandmalerei vor 1677

Entwürfe

Wenige Inventare und Beschreibungen geben über die frühe Ausstattung des Schlosses spärlich Auskunft. Die Räume schmückten Gobelins an den Wänden und plastisch gestaltete Decken. Deckenmalerei wird keine genannt.[2]

Das sog. Baumgemach und seine Wandmalerei mit einer Traumdarstellung Nebukadnezars

Beschreibung

Im zweiten Stock des Küchenbaus lag zwischen den Wendeltreppen das so genannte Baumgemach. Es handelte sich um eine Kammer und eine Stube mit dem Wandbild eines Baums. Die Kammer lag südöstlich neben der Stube. Eventuell gab es noch ein Vorzimmer.[3]

Die Malerei zeigte eine Szene aus dem vierten Buch Daniel. König Nebukadnezar träumt von einem mit der Erde verwurzelten Baum, der mit vielen Ästen in den Himmel reicht, zahlreiche Früchte trägt und von Tieren und Vögeln bewohnt wird. Dieser Baum wird auf Befehl eines Engels zerstört und gefällt. Nur der Wurzelstock bleibt erhalten. Daniel deutet den Traum so, dass der Baum für die Macht des Königs stehe, die von der Erde bis zum Himmel reiche. Nebukadnezar werde aber von den Menschen ausgestoßen und den Tieren gleichgestellt werden, jedoch zuletzt die Königswürde wieder erlangen, wenn er erkenne, dass die höchste Gewalt bei Gott und nicht bei ihm selbst liege. Tatsächlich verfiel der König vorübergehend dem Wahnsinn.[3]

Programm

Überheblichkeit und Selbstvergötterung wurden in der Wandmalerei angeprangert. Man kann hier einen Bezug zu Landgraf Philipp und der Einführung der Reformation in Hessen sehen. In jedem Fall aber stellte die Wandmalerei eine zeitlose Mahnung dar, dass die weltlichen Herrscher dem göttlichen untergeordnet sind und gegebenenfalls zur Verantwortung gezogen werden.[3]

Unter Landgraf Carl entworfene und ausgeführte Deckenmalerei (1677-1730)

Andreas Möller: Bildnis des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel

Der Auftraggeber

Unter der ausgesprochen langen Regierungszeit von Landgraf Carl von Hessen-Cassel erfolgte eine durchgreifende Modernisierung des Schlosses vor allem im Inneren. Diese Maßnahmen waren Bestandteil der künstlerischen Aktivitäten des Landgrafen mit dem Ziel einer politischen Rangerhöhung. Er schuf seiner Landgrafschaft eine wirtschaftlich und militärisch weitgehend unabhängige Stellung, machte Kassel zu einem der kulturellen Mittelpunkte des Reiches und erlangte für seinen Sohn 1720 eine Königskrone – die schwedische. Bedeutendste Werke auf künstlerischem Gebiet waren die Parkanlagen in der Karlsaue mit Orangerie und Marmorbad, der Karlsberg (heute Wilhelmshöhe) mit Schloss und Wasserspielen sowie seine reichen Kunstsammlungen. Der Landgraf war mit Maria Amalia von Kurland (1653-1711) verheiratet.[4]

Von Landgraf Carl beauftragte Decken- und Wandmalerei im Schloss

Landgraf Carls Gemächer lagen im ersten Stock des südöstlichen Flügels. Bereits 1688 war Johann Oswald Harms an ihrer Neuausstattung beteiligt, ebenso an Räumen im Appartement der Landgräfin, die sich im nordwestlichen Flügel befanden. Zahlreiche Entwürfe, auf denen Harms vermerkt hat, dass sie durch ihn realisiert wurden, erlauben eine Bestimmung der Komposition sowie der Ikonografie der verlorenen Malereien.[5] Die ehemalige Tafelstube wurde spätestens 1718 zum Audienzsaal von Landgraf Carl umgestaltet und mit einem Deckengemälde von Franz Ludwig Raufft geschmückt. Ist dieses nur archivalisch dokumentiert, so hat sich für einen 1784/85 beschriebenen Plafond im so genannten Neuen Gemach des Landgrafen der Modello von Raufft erhalten.[6]

Deckenmalerei von Franz Ludwig Raufft

Der Künstler Franz Ludwig Raufft

Franz Ludwig Raufft (1660-1719) stammte aus Luzern. Nach verschiedenen Stationen, u.a. in Rom und Hamburg, wurde Raufft 1709 Hofmaler in Kassel, wo er 1719 verstorben ist.

Nachgewiesene Decken- und Wandmalerei im Kasseler Residenzschloss von Raufft

Raufft erstellte nachweislich die Deckenmalereien des Audienzzimmers und des Neuen Gemachs von Landgraf Carl.[6]

Audienzsaal des Landgrafen – mythologische Szenen

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Tafelstube, der zweitletzte Raum im südöstlichen Flügel, wurde spätestens 1718 zum Audienzsaal umgestaltet. Der Raum ist wie seine Malerei zerstört.[7]

Beschreibung und Ikonographie

Das Deckengemälde des seit 1709 in Kassel tätigen Franz Ludwig Raufft wird in einem Inventar von 1784-1786 erwähnt. Genannt sind verschiedene mythologische Szenen in Öl.[8]

Neues Gemach des Landgrafen: Modello zur Deckenbemalung

Bau- und Ausstattungsgeschichte

Das Gemach diente Landgraf Carl als Speisesaal. Dieser wurde in seiner Regierungszeit neu ausgestattet. 1811 fiel der Saal der Zerstörung anheim und mit ihm vermutlich auch die Malerei. 1784/86 war sie nachweislich noch vorhanden.[9]

Beschreibung und Ikonographie

Ein Inventar von 1784/86 beschreibt die Decke des Neuen Gemachs. Zu sehen wären mythologische Historien, umgeben von Trophäen und Zierraten. Der erhaltene Modello in Öl auf Leinwand mit dem Bildmaß 39 x 39 Zentimeter[10] erlaubt eine genauere Beschreibung. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Ölskizze genauso umgesetzt wurde.

Gemäß der Skizze war die Decke durch ein goldenes, mit Grotesken geziertes Band in zwei Hälften geteilt. Eventuell handelt es sich bei dem Band um einen Deckenbalken. Jede Deckenhälfte war gleich aufgebaut: Innerhalb eines üppigen Rahmenwerks, das mit malerischen Mitteln fingiert war, befand sich jeweils eine querovale mythologische Szene in goldenem Rahmen. Gemäß Inventar maß jedes der beiden Bilder 3,77 x 7,53 Meter.

Die Ovalbilder zeigten zum einen Jupiter und Danaë, zum anderen Venus in der Schmiede Vulkans. Jupiter dringt als Goldregen zur vermeintlich sicher geschützten Danaë vor und zeugt mit ihr Perseus. Im Gemälde reitet Jupiter auf seinem Adler. Rechts liegt Danaë auf einem Bett und blickt zu Jupiter empor. Sie ist im Begriff, ein ihre Scham bedeckendes Tuch zu entfernen, damit der Goldregen – dargestellt durch Münzen – Einlass finden kann. Eine aufgeregte Dienerin links unternimmt nichts, um den Akt zu verhindern (sie versucht jedoch auch nicht, die vermeintlichen Goldstücke einzusammeln, was auf anderen Darstellungen oft der Fall ist). Auf dem zweiten Bild ist Venus zu Vulkan in ihrem von Tauben gezogenen Wagen gekommen. Nun lagert sie auf einer Wolke und hat ihren linken Arm gebieterisch ausgestreckt. Rechts sitzt Vulkan mit dem Hammer in der Hand. Links räumt Amor, der Sohn der Venus, verschiedene Waffen zusammen, die Vulkan vermutlich für seine Frau angefertigt hat, damit diese sie ihrem Sohn Aeneas vor einer siegbringenden Schlacht übergeben kann. Schwert und Schild sind bereits bei ihr auf der Wolke. Über die fingierten Rahmen hängen Gegenstände aus beiden Bildern illusionistisch heraus.

An den Schmalseiten der Ovalbilder steht jeweils ein Postament mit Monogrammkartusche. Einander gegenüber sind dies jeweils „LC“ für Landgraf Carl und „MA“ für Maria Amalie, seine Frau. Die Monogramme werden unter Fürstenhüten präsentiert und sind von Hermelinmänteln hinterfangen. Zu den Deckenrändern hin steht neben den Postamenten mit dem Monogramm des Landgrafen jeweils ein Herkules und neben dem der Landgräfin jeweils eine Minerva. Auf der anderen Seite steht immer eine Fama. Neben Trophäen sind ferner verschiedene Tiere zu erkennen sowie Putten, die unterschiedliche Gegenstände präsentieren. Es handelt sich jeweils um Bestandteile des Wappens von Hessen-Kassel bzw. des Wappens des Fürstentums Kurland. Auf der Seite des Landgrafen lagern neben Herkules und Fama jeweils Löwen, die für die Landgrafschaft Hessen bzw. die Grafschaft Katzenelnbogen stehen. Der sechsstrahlige Stern verweist auf die Grafschaft Ziegenhain, die zwei Sterne beziehen sich auf die Grafschaft Nidda. Das Patriarchenkreuz, das eine Putte hält, steht für das Fürstentum Hersfeld und der silber-rot geteilte Schild mit dem Nesselblatt für die Grafschaft Schaumburg sowie die schwarz-goldenen Streifen für Isenburg-Büdingen. Auf der Seite der Landgräfin verweisen Löwe und Rentier auf Kurland und Semgallen. Kesselhaken (mit Krone) und das Monogramm „SA“ entstammen dem Herzschild und damit dem Familienwappen der Familie von Kettler.[11]

Deckenmalerei von Johann Oswald Harms

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Johann Oswald Harms: Entwurf für das Vorgemach der Landgräfin 1688
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Der Künstler Johann Oswald Harms

Johann Oswald Harms hatte im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts eine prägende Stellung in Nord- und Mitteldeutschland inne. Nach Aufenthalten in Italien war er zwischen 1675 und 1708 u.a. an den Höfen in Bayreuth, Dresden, Eisenberg, Kassel, Weißenfels und Wolfenbüttel tätig. Zeitgenossen verglichen ihn mit Andrea Pozzo. Leider ist sein Werk fast komplett vernichtet und nur über seine Entwürfe greifbar. Lediglich in Eisenberg haben sich umfangreichere Zyklen von seiner Hand erhalten. Er konzipierte anfänglich aufwendige Quadraturmalerei in Bologneser Tradition, zuletzt aber auch Bandelwerk und Arabesken in Anlehnung an französische Vorbilder. In den 80er und 90er Jahren erstellte er für Weißenfels und Salzdahlum aber auch große illusionistische Wandfresken mit monumentalen Perspektivgemälden. Ferner schuf Harms Deckenfresken mit gewagten Untersichten und Verkürzungen wie etwa in der Schlosskirche der Christiansburg in Eisenberg 1684.[12]

Überlieferung und Befund

Die Deckengemälde aus dem Residenzschloss in Kassel von Harms haben sich nicht erhalten. Sie sind spätestens 1811 zerstört worden. Im Herzog Anton Ulrich Museum in Braunschweig sind jedoch zehn Entwürfe seiner Hand zur Ausgestaltung des Gemachs des Landgrafen sowie zum Vorgemach und Gemach der Landgräfin vorhanden. Es handelt sich um Deckenkonzeptionen und um Entwürfe für einzelne Deckengemälde. Die Blätter gehören zum umfangreichen Nachlass der Handzeichnungen von Harms, der sich zusammen mit seinem zeichnerischen Nachlass im Herzog Anton Ulrich Museum in Braunschweig befindet. Harms vermerkte oft auf der Rückseite eines Blattes, ob und wo er die Arbeit ausgeführt hatte. Teilweise ist auch die Technik angegeben. Vergleiche mit Eisenberg, wo sich die ausgeführte Malerei erhalten hat, lassen den Analogieschluss zu, dass die Angaben von Harms fast immer korrekt sind und er in den Ausführungen nur geringe Änderungen vornahm. Haben sich die Räume auch nicht erhalten, so ist doch bekannt, wo sie sich im Schloss befanden. Die Gemächer des Landgrafen lagen im ersten Stock des südöstlichen Flügels, das Appartement der Landgräfin im angrenzenden nordwestlichen Flügel.[13]

Gemach des Landgrafen: Halbentwurf einer Scheinarchitektur

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Johann Oswald Harms: Halbentwurf einer Scheinarchitektur im Gemach des Landgrafen 1688
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Beschreibung und Ikonographie

Das Blatt ist eines von zwei Entwürfen zur Decke des Gemachs. Der Entwurf zeigt nur die halbe Decke. Zu sehen ist eine Scheinarchitektur, die zum einen durch eine offene Kuppel den freien Himmel offenbart und zum anderen über offenen Loggien den Blick in vermeintliche Anräume freigibt. In den vier Ecken der Decke sind Medaillons konzipiert, die mythologische Szenen aufnehmen sollen. Zu identifizieren ist die Verwandlung der Arachne in eine Spinne durch Minverva.[13] Der Entwurf ist mit Feder in Grau ,grau laviert über Graphit angelegt. Er misst 453 x 247 Millimeter. Quadrierungen in Rot weisen auf eine Übertragung hin. Auch ein Maßstab ist angegeben. Auf der Rückseite steht von Harms geschrieben: A fresco / gemahlet in des H. landgraffen / gemach in Cassel. A. 1688 / JoHarms.“[14]

Gemach des Landgrafen: Halbentwurf einer Scheinarchitektur

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Johann Oswald Harms: Halbentwurf einer Scheinarchitektur im Gemach des Landgrafen 1688
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Beschreibung und Ikonographie

Der Entwurf stellt eine nicht ausgeführte Alternative zum vorigen dar. Gruppen von Säulen und Pfeilern tragen ein offenes Gewölbe. Am Himmel erblickt man den auf Pegasus reitenden Perseus. Er hält das abgeschlagene Haupt der Medusa empor. Durch große Bögen hindurch fällt der Blick scheinbar in Nebenräume.[15] Der Entwurf ist mit Feder in Grau und Braun, gelb, braun und grau laviert, über Graphit angelegt. Links, unten und rechts ist er mit brauner Feder eingefasst, oben, wo die Decke theoretisch weitergeht, fehlt diese Einfassung. Das Blatt misst 229 x 400 Millimeter.[16]

Vorgemach der Landgräfin: Zwei Entwurfsvarianten für das Rahmenwerk einer Deckenmalerei

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Johann Oswald Harms: Vorgemach der Landgräfin: Zwei Entwurfsvarianten für das Rahmenwerk einer Deckenmalerei 1688
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Beschreibung und Ikonographie

Das Blatt gehört zu einer Reihe von Entwürfen für das Vorgemach der Landgräfin. Zwei konzipieren das Rahmenwerk der Decke. Dabei ist nicht klar, ob eine Ausführung in Stuck oder eine Umsetzung mit malerischen Mittel erfolgen sollte. Das Blatt kombiniert zwei Varianten für das die Decke gliedernde Rahmenwerk eines Kreuzgewölbes. Dargestellt sind zwei schmale Joche. Die Rippen sind mit Blattwerk verkleidet wie auch teilweise die Rahmen. Alternativ können sie von Früchten sein. Der Mittelspiegel hat in jeder Variante einen anderen Umriss. Zwischen Rahmen und Gewölbeansatz ist ein variierendes Figurenprogramm vorgesehen: Einmal trägt eine einzelne Figur scheinbar den Rahmen (unterstützt von zwei Putten, die ferner Festons halten), ein anderes Mal ordnen zwei Figuren eine Girlande, die vom Rahmen herabhängt. Auch die Gestaltung der Kappen, der Rahmen etc. variiert, soll hier aber nicht detailliert beschrieben werden.[15] Der Entwurf ist mit Feder in Grau, grau laviert, über Graphit angelegt. Das Blatt misst 425 x 316 Millimeter. Auf der Rückseite des Blattes hat Harms vermerkt: „1688 / Abris zu der fürstin vorgemach / in Caßel.“ Eine Ausführung ist nicht genannt.[17]

Vorgemach der Landgräfin: Teilentwurf für das Rahmenwerk einer Deckenmalerei

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Johann Oswald Harms: Teilentwurf für das Rahmenwerk einer Deckenmalerei im Vorgemach der Landgräfin 1688
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Beschreibung und Ikonographie

Das Blatt stellt eine Variante der Trägerfigur für die Decke vor. Auch hier sind Festons tragende Putten dargestellt. Ferner ist der Eierstab klarer gestaltet. Er spielt eventuell auf das Geschlecht der Landgräfin an.[15] Der Entwurf ist mit Feder in Braun und Grau, grau laviert gestaltet und hat eine braune Federeinfassung. Eine Quadrierung mit Feder in Rot deutet auf eine Realisierung hin. Das Blatt misst 308 x 364 Millimeter. Harms hat auf der Rückseite mit Feder in Braun vermerkt: „in Caßel / in der fürstin vor / gemach gemahlet / a fresco. 1688.“[18]

Vorgemach der Landgräfin: Amor zielt auf ein im Garten weilendes Liebespaar

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Johann Oswald Harms: Entwurf für das Vorgemach der Landgräfin 1688
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Beschreibung und Ikonographie

Das Blatt ist eines von vier Entwürfen zu Rundbildern, die an die Decke des Gemachs der Landgräfin gemalt werden sollten. Eine Realisierung ist nicht gesichert. Gezeigt wird ein verliebtes Paar in einem Garten neben einer Schmuckurne. Am Himmel fliegt Amor und zielt mit seinem Pfeil auf das Paar.[19] Die Zeichnung ist mit Feder in Grau, grau laviert angelegt und hat eine graue Federeinfassung. Das Blatt misst 155 x 155 Millimeter. Eine Quadrierung mit Feder in Rot deutet auf eine Realisierung hin. Auf die Rückseite hat Harms mit Feder in Braun geschrieben: „1688 / in der fürstin vorgemach / in Caßel“. Eine Ausführung nennt er nicht.[20]

Vorgemach der Landgräfin: Mars und Venus (?) mit Putten auf Wolken

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Johann Oswald Harms: Entwurf für das Vorgemach der Landgräfin 1688
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Beschreibung und Ikonographie

Das Blatt ist eines von vier Entwürfen zu Rundbildern, die an die Decke des Gemachs der Landgräfin gemalt werden sollten. Eine Realisierung ist nicht gesichert. Mars und Venus sitzen auf einer Wolke. Ein Putto trägt das Schwert des Mars davon, ein anderer steht im Begriff, Venus zu entkleiden. Offenbar wird hier ins Bild gesetzt, dass die Liebe (Venus) den Krieg (Mars) überwindet.[19] Der Entwurf ist mit Feder in Grau, grau laviert, angelegt und hat eine braune Federeinfassung. Das Blatt misst 160 x 160 Millimeter.[21]

Vorgemach der Landgräfin: Jupiter auf Wolken mit seinem Adler entsendet Merkur

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Johann Oswald Harms: Entwurf für das Vorgemach der Landgräfin 1688
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Lineares Ornament?; Halbentwurf einer hochovalen Kartusche
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Beschreibung und Ikonographie

Das Blatt ist eines von vier Entwürfen zu Rundbildern, die an die Decke des Gemachs der Landgräfin gemalt werden sollten. Eine Realisierung ist nicht gesichert. Man erblickt Jupiter mit seinem Adler auf Wolken thronend. Er hält in seiner rechten Hand ein Zepter. Mit seiner Linken weist er den Götterboten Merkur (kenntlich durch Flügelhelm und Caduceus) an, eine Botschaft zu überbringen.[19]Die Darstellung ist mit Feder in Grau, grau laviert, über Graphit angelegt und hat eine graue Federeinfassung. Das Blatt misst 156 x 156 Millimeter: Eine Quadrierung mit Feder in Rot deutet auf eine Umsetzung hin. Auf der Rückseite hat Harms mit Feder in Braun geschrieben: „1688 / in der fürstin vorgemach / in Caßel“. Eine Ausführung wird nicht genannt. Ferner sind auf der Rückseite ein Ornament, ein Halbentwurf zu einer hochovalen Kartusche sowie unten links ein Teil einer Rechnung zu sehen.[22]

Vorgemach der Landgräfin: Venus auf Wolken mit Amor und einem Putto

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Johann Oswald Harms: Entwurf für das Vorgemach der Landgräfin 1688
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Beschreibung und Ikonographie

Das Blatt ist eines von vier Entwürfen zu Rundbildern, die an die Decke des Gemachs der Landgräfin gemalt werden sollten. Eine Realisierung ist nicht gesichert. Dargestellt sind Venus (rechts) und ihr Sohn Amor (links) auf Wolken. Zu Füßen der Venus erblickt man schnäbelnd ihre Tauben. Eine Amorette weist Venus auf ihren Sohn hin.[19] Harms hat den Entwurf mit Feder in Grau, grau laviert, über Graphit angelegt und mit einer grauen Federeinfassung versehen. Das Blatt misst 155 x 155 Millimeter. Eine Quadrierung mit Feder in Rot deutet auf eine Realisierung hin. Auf der Rückseite des Blattes steht mit Feder in Braun: „1688 / in der fürstin vorgemach / in Caßel.“ Eine Ausführung ist nicht genannt.[23]

Gemach der Landgräfin: Halbentwurf einer Scheinarchitektur für eine rechteckige Decke

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Johann Oswald Harms: Kassel, Gemach der Landgräfin: Halbentwurf einer Scheinarchitektur für eine rech
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Bau- und Ausstattungsgeschichte

Auch das Gemach der Landgräfin wurde unter Landgraf Carl einer Umgestaltung unterzogen. Im Rahmen dieser Maßnahmen sind zwei Entwürfe von Johann Oswald Harms für die Gestaltung der Decke von 1688 erhalten.

Beschreibung und Ikonographie

Der Entwurf gilt zwar für die gesamte Decke, aber nur eine Hälfte wurde ausgearbeitet und koloriert. Die rechteckige Decke soll durch die illusionistische Architekturmalerei einer Balustrade zum Himmel hin geöffnet werden. Auf der Balustrade stehen Blumentöpfe. Unter der Balustrade hängen Festons herab, auf denen sich Putten tummeln. An der ausgearbeiteten Schmalseite halten zwei weibliche Figuren ein Bildnismedaillon im Rahmen. Auf diesem wird in monochromer Malerei gezeigt, wie sich Thisbe aus Schmerz über den Tod ihres Geliebten Pyramus das Leben nimmt.[15] Harms hat den Entwurf mit Feder in Grau über Graphit angelegt und dann mit einem Pinsel in Gelb, Rot, Grün und Grau koloriert. Die Höhungen erfolgen in Gold. Das Blatt misst 367 x 225 Millimeter. Eine Quadrierung mit Feder in Rot deutet auf eine Ausführung hin. Harms hat auf der Rückseite mit Feder in Braun vermerkt: „a fresco gemahlet in / der fürstin gemach zu Cassel / A°. 1688. / Joh. Os. Harms“.[24] Der Entwurf ist also 1688 realisert worden.

Gemach der Landgräfin: Eine Rosengirlande haltende, schwebende und auf der Brüstung reitende Putten

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Johann Oswald Harms: Entwurf für die Decke im Gemach der Landgräfin 1688
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Beschreibung und Ikonographie

Ein zweites Blatt für das Gemach der Landgräfin ergänzt den Entwurf zur Decke. Es zeigt zahlreiche Putten, die eine schwere Rosengirlande tragen. Sie waren für die vierpassförmige Öffnung der Balustrade vorgesehen. Andere Putten sitzen auf dieser Balustrade. Auch einer der Blumentöpfe ist dargestellt.[13] Der Entwurf ist mit Feder in Grau, grau laviert, über Graphit angelegt. Das Blatt misst 239 x 326 Millimeter. Eine Quadrierung mit Feder in Rot deutet auf eine Realisierung hin. Harms hat auf der Rückseite mit Feder in Braun vermerkt: „Anno 1688 in Cassel / in der fürstin gemach gemahlet / a ' fresco“.[25]

Unter Landgraf Friedrich II. ausgeführte Deckenmalerei (1760-1785)

Johann Heinrich Tischbein d. Ä.: Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel

Der Auftraggeber

Landgraf Friedrich II. regierte von 1760 bis 1785 die Landgrafschaft Hessen-Kassel. Nachdem er 1749 heimlich zur katholischen Konfession konvertiert war, trennte sich seine Frau 1755 von ihm – zusammen mit ihren gemeinsamen drei Söhnen, die dem Einfluss Friedrichs II. entzogen werden sollten. Sie erhielt von ihrem Schwiegervater die Grafschaft Hanau. Ferner wurde gesetzlich festgelegt, dass die protestantische Konfession in Hessen-Kassel unangetastet bleiben musste. Als der Landgraf 1760 die Regierung übernahm, gab es am Hof also weder eine Landgräfin, noch einen Erbprinzen. Nach dem Tod seiner Frau 1772 heiratete Friedrich II. 1773 Philippine Brandenburg-Schwedt. Seither gab es wieder eine Landgräfin in Kassel. Seine Kinder sah Friedrich III. erst 1782 wieder. Als Vertreter der Aufklärung förderte er Kunst und Kultur. Er zog zahlreiche Künstler und Gelehrte nach Kassel. 1777 gründete er eine Akademie der Künste in seiner Residenz. Mit dem Museum Fridericianum entstand 1779 das erste frei zugängliche Museum des europäischen Festlands in Kassel.[26]

Von Landgraf Friedrich II. beauftragte Decken- und Wandmalerei im Schloss

Anhand von Inventaren des späten 18. Jahrhunderts (im Abgleich mit älteren Inventaren) weiß man, dass Landgraf Friedrich sein Appartement umgestalten und mit Decken- und Wandmalerei – überwiegend von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. – versehen ließ. Die Arbeiten waren in keinem Fall vor 1770 abgeschlossen. Zu den Räumen gehören sein Vorzimmer, sein Audienzzimmer seine Galerie (zum Hof hin), sein so genanntes Blaues Kabinett, sein Kabinett, sein Schlafzimmer mit Alkoven sowie seine Garderobe (zur Fulda hin). In den Räumen der Landgräfin wurde von Tischbein in ihrem Kabinett ein Deckengemälde angebracht. Die Lage der Appartements blieb unverändert: Der Landgraf hatte seine Räume im ersten Stock des südöstlichen Flügels, die Landgräfin im anschließenden nordwestlichen Flügel.[27]

Deckenmalerei von Johann Heinrich Tischbein d. Ä.

Der Künstler Johann Heinrich Tischbein d. Ä.

Johann Heinrich Tischbein d. Ä. war nach einer Ausbildung u.a. in Paris, Venedig und Rom seit 1753 Hofmaler in Hessen-Kassel. Er gilt als das bedeutendste Mitglied der großen Malerfamilie Tischbein und nahm früh klassizistische Elemente in seiner Malerei auf. 1762 wurde er Professor an der neu gegründeten Akademie Collegium Carolinum in Kassel. Sein Oeuvre umfasst neben Porträts Historiengemälde und Landschaften. Als Hofmaler erstellte er nicht nur Porträts, sondern war auch für die malerische Ausstattung der Schlösser verantwortlich. Neben Supraporten schuf er auch großflächigere Wand- und Deckengemälde, etwa für das Jagdschloss Wabern und das Residenzschloss in Kassel.[28]

Überlieferung und Befund

Die drei einzigen erhaltenen Deckengemälde aus dem Residenzschloss in Kassel sind von Tischbein aus dem Jahr 1771. Sie entstammen der so genannten Galerie im Appartement des Landgrafen. Archivalisch nachweisbar sind 1777 ferner ein Deckengemälde aus dem so genannten Blauen Kabinett des Landgrafen sowie eines aus dem Kabinett der Landgräfin.[29]

Galerie des Landgrafen: Allegorie auf die Regierung Landgraf Friedrichs II.

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Galerie war für Landgraf Friedrich II. neu gestaltet worden. Sie folgte auf das Audienzzimmer. An ihrer Rückseite befand sich das so genannte „Eisfeld“.[30] Die Allegorie auf die Regierung Landgraf Friedrichs II. zierte zusammen mit zwei weiteren Gemälden die Stuckdecke der Galerie. Es war das mittlere Bild und von Goldleisten gerahmt.[31] Es wurde 1771 von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. in Öl auf Leinwand gemalt. Beim Brand des Schlosses 1811 konnte es gerettet werden und gelangte 1816 in die Galerie, 1823 nach Wilhelmshöhe und später eventuell nach Wabern. Nach 1945 kam es als Ersatz an die Decke des Marmorbads in der Karlsaue und wurde dafür oben und unten ergänzt. 1993 wurde es dort abgenommen und 1997 restauriert. Dabei entfernte man die Ergänzungen. Dennoch kam es von 2001 bis 2003 erneut ins Marmorbad. Das ovale Gemälde misst heute 1,79 auf 2,82 Meter. In einem Katalog von 1783 werden aber 282,6 auf 376,8 Zentimeter angegeben. Demnach wäre die Malerei beschädigt und um die Figuren herum ehemals mehr Raum gewesen.[32]

Beschreibung und Ikonographie

Das querovale Gemälde zeigt eine Allegorie auf Landgraf Friedrich II. auf Wolken. Der Landgraf wird als Förderer der Künste und Wissenschaften dargestellt. An einer spitzen Pyramide in der oberen Bildmitte ist das Porträtmedaillon des Landgrafen im Profil angebracht. Vier weibliche Allegorien umgeben die Pyramide. Links steht die Ehre mit einem Speer in der Hand und krönt das Medaillon mit einem Lorbeerkranz. Vor der Pyramide lagern die Klugheit mit Schlange und Spiegel sowie die reichgewandete Fürstentugend (zu der als Attribut die Pyramide gehört). Rechts sitzt die Gerechtigkeit mit Schwert und Waage. Sie hat den Betrachtenden den Rücken zugekehrt und sieht zum Medaillon empor. Ganz rechts enteilt Fama, um den Ruhm des Landgrafen zu verkünden. Links im Vordergrund lagert der Krieg (Mars) in den hessischen Farben Blau, Weiß, Rot. Die Fahne von Landgraf Friedrich II. hinter ihm verdeutlicht den Bezug zu Hessen und zum Landgrafen. Auf dem Band des Schildes hat Tischbein das Gemälde signiert und datiert: „I. H. Tischbein P. 1771“. Der Krieg stützt sich auf den hessischen Löwen und wird gleichsam zu einer Allegorie auf die Landgrafschaft. Er blickt bewundernd zum Porträtmedaillon auf. Im Vordergrund schüttet eine Putte ein Füllhorn aus. Neben Blumen, Ähren und Münzen sind es der Militärverdienstorden „Ordre pour la virtu militaire“ (von Friedrich III. 1769 gestiftet) und der hessische Hausorden vom Goldenen Löwen von 1770.[33]

Programm

Die beiden anderen Deckengemälde rechts und links zeigen Apoll mit den Künsten sowie Minerva mit den Wissenschaften. Die drei Bilder beziehen sich also inhaltlich aufeinander. Sie haben aber keinen gemeinsamen Bildraum.[34] Das Deckenprogramm ergänzten neun in die Wandvertäfelung eingelassene lebensgroße ganzfigurige Porträts von Landgraf Carl I., König Friedrich I. von Schweden, Landgraf Wilhelm VIII. und Georg III. von Großbritannien sowie seiner Frau Charlotte und ferner von Ludwig XV. von Frankreich und dessen Frau Maria Leczinska sowie zuletzt von Friedrich II. von Preußen und dessen Frau Elisabeth Christine.[35]

Galerie des Landgrafen: Minerva und die Wissenschaften

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Galerie war für Landgraf Friedrich II. neu gestaltet worden. Sie folgte auf das Audienzzimmer. An ihrer Rückseite befand sich das so genannte „Eisfeld“.[30] Das Gemälde zierte zusammen mit zwei weiteren die Stuckdecke der Galerie. Es war das rechte Bild und von Goldleisten gerahmt.[36] Es wurde wohl 1771 von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. in Öl auf Leinwand gemalt. Bei der Zerstörung des Schlosses 1811 wurde es gerettet und kam zuerst 1816 in die Galerie und anschließend 1823 nach Wilhelmshohe sowie eventuell später nach Wabern. 1945 gelangte es nach Weilburg und kehrte erst 2020 nach Kassel zurück, wo es anschließend bis 2022 restauriert wurde.[37] Das achteckige Gemälde misst heute ca. 1,90 x 3,00 Meter. In einem Katalog von 1783 wird es jedoch mit 251,2 x 345,4 Zentimeter angegeben. Demnach wäre die Malerei beschädigt und um die Figuren herum ehemals mehr Raum gewesen. Zudem hätte es als seitliches Nebenbild ein kleineres Maß aufgewiesen als das Hauptbild – was sinnvoll erscheint. Heute ist es größer als das Hauptbild.[38]

Beschreibung und Ikonographie

Der Malgrund besteht aus zwei an den Webkanten miteinander vernähten Leinwänden. Die Grundierung erfolgte in zwei Schichten Rotbraun und Grau. Die Ölfarbe ist in mehreren dünnen Farbschichten übereinander aufgetragen. Eine Besonderheit stellt der Festungsgrundriss dar, da hier die Grundrisslinie des gemalten Plans in die noch frische Malfarbe hineingekratzt wurde, sodass die darunterliegende Farbschicht sichtbar wird.[39] Minerva sitzt im linken Profil zentral auf einer Wolke. Sie ist gerüstet, trägt ein rotes Gewand und einen blauen Mantel. Während sie mit ihrer linken Hand Speer und Schild hält, weist sie mit ihrer rechten aus dem Gemälde heraus auf das Hauptbild. In ihrem Rücken lagern auf weiteren Wolken sechs Frauengestalten. Es handelt sich um Personifikationen von Wissenschaften: der Geschichte, der Geographie und der Astronomie sowie der Medizin und zwei bislang nicht identifizierte Allegorien. Links von Minerva erblickt man die Kriegsbaukunst, dargestellt durch einen gerüsteten Knaben der einen Plan der damals als uneinnehmbar geltenden hessischen Festung Ziegenhain präsentiert sowie zwei Putten mit Vermessungsgeräten. Von links kommen Putten mit Lorbeerkränzen und einem Eichenzweig herbei.[40]

Galerie des Landgrafen: Apoll und die Künste

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Die Galerie war für Landgraf Friedrich II. neu gestaltet worden. Sie folgte auf das Audienzzimmer. An ihrer Rückseite befand sich das so genannte „Eisfeld“.[30] Das Gemälde zierte zusammen mit zwei weiteren die Stuckdecke der Galerie. Es war das linke Bild und von Goldleisten gerahmt.[31] Es wurde um 1771 von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. in Öl auf Leinwand gemalt. Beim Brand des Schlosses 1811 konnte es gerettet werden und kam 1816 in die Galerie und anschließend 1823 nach Wilhelmshohe sowie eventuell später nach Wabern. Von 1945 bis 2020 war es in Weilburg, kehrte dann nach Kassel zurück und wurde bis 2022 restauriert.[41] Das achteckige Gemälde misst heute ca. 1,90 x 3,00 Meter. In einem Katalog von 1783 wird es jedoch mit 251,2 x 345,4 Zentimeter angegeben. Demnach wäre die Malerei beschädigt und um die Figuren herum ehemals mehr Raum gewesen. Zudem hätte es als seitliches Nebenbild ein kleineres Maß aufgewiesen als das Hauptbild – was sinnvoll erscheint. Heute ist es größer als das Hauptbild.[38]

Beschreibung und Ikonographie

Der Malgrund besteht aus zwei an den Webkanten miteinander vernähten Leinwänden. Die Grundierung erfolgte in zwei Schichten Rotbraun und Grau. Die Ölfarbe ist in mehreren dünnen Farbschichten übereinander aufgetragen.[39] Apoll mit Lorbeerkranz im Haar sitzt zentral auf einer Wolke. Seine rechte Hand hat er auf seine Lyra gelegt, mit der linken weist er aus dem Gemälde heraus auf das Hauptbild. Er ist von fünf Frauengestalten sowie mehreren Putten umgeben, die ebenfalls auf Wolken lagern. Direkt zu seinen Füßen rechts lagert die Muse Erato zusammen mit einem Putto. Sie ist die Muse der Liebesdichtung und gerade dabei, ein Gedicht zu verfassen. Der Putto hält ihre Leier. Vor ihr liegt eine Flöte, ein Verweis auf Euterpe, die Muse der Lyrik und des Flötenspiels. Es steht zu vermuten, dass hier die Dichtkunst allgemein verbildlicht werden soll. Links unterhalb von Apoll rollt eine Frau einen Plan der Stadt Kassel aus. Ein Putto hilft ihr. Die Gruppe steht für die Architektur. Der Plan ist beschriftet mit: „VRBS AMBITV NOVO ET DECORE DEIECTIS MVNIMENTIS AVCTA FRIDERICO. II. LANDGR. MDCCLXVIII.“ Gut zu erkennen ist nur die Neustadt der Stadt Kassel. Der Plan zeigt die großen Veränderungen in der Residenzstadt nach der Schleifung der Wallanalgen 1768. Einige Bauwerke auf dem Plan sind rot markiert. Auf diese weist die Frau Apoll hin. Es handelt sich um das Palais Bellevue, das ursprünglich als Observatorium errichtet worden war. Ferner sind das Palais Waitz von Eschen, die Hugenottenkirche in der Frankfurter Straße und zuletzt an der Königsstraße das Opernhaus hervorgehoben. Oberhalb der Gruppe, links von Apoll, sind drei weitere Frauen zu sehen, die für die Bildhauerkunst (mit Büste der Minerva), die Malerei (mit einem Gemälde der Ehre) und die Musik (mit Laute) stehen. Am Himmel fliegen mehrere Putten und bringen Lorbeerkränze und Lorbeerzweige herbei.[42]

Blaues Kabinett des Landgrafen: Tugenden vertreiben die Laster

Beschreibung und Ikonographie

Das so genannte blaue Kabinett diente als Bibliothek – und wurde um 1774 auch als solche bezeichnet. In die Stuckdecke war ein Deckengemälde von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. eingelassen. Dieses zeigte verschiedene Fürstentugenden, vor denen die Laster entflohen. Es ist eventuell identisch mit einem 1771 im Kabinett Friedrich II. genannten Deckengemälde, in dem Gerechtigkeit, Treue und Wahrheit durch ihren Glanz Neid, Betrug und Verleumdung verjagen. Dieses maß ca. 157 x 266,8 Zentimeter.[43]

Kabinett der Landgräfin: Flora mit Genien

Beschreibung und Ikonographie

An der Decke des Kabinetts der Landgräfin ist ein Gemälde Johann Heinrich Tischbeins d. Ä. bezeugt, das von 1776 stammt. Es zeigte die Grazien, wie sie den Namen der Landgräfin Philippine Brandenburg-Schwedt mit Blumen wanden.[29] 1785 wird statt dieses Bildes ein Gemälde der Göttin Flora genannt, auf dem sie zusammen mit ihren Attributen und verschiedenen Genien zu sehen war. Es maß ca. 251,2 x 345,4 Zentimeter. Wahrscheinlich handelt es sich um dasselbe Gemälde. Heppe berichtet, dass sich dieses Gemälde im Gemach der Landgräfin befunden habe. Der Verbleib der Malerei ist unbekannt.[44]

Weitere, unter Landgraf Friedrich II. ausgeführte Decken- und Wandmalerei

Beschreibung

Es lassen sich weitere von Landgraf Friedrich II. beauftragte Deckengemälde nachweisen, bei denen der Künstler bislang jedoch unbekannt ist. Diese befanden sich in seinem Vorzimmer, seinem Schlafzimmer, seiner Garderobe, seiner Bibliothek und seinem Spiegelkabinett.

Das Vorzimmer des Landgrafen: spielende Genien

Beschreibung und Ikonographie

An der Stuckdecke des Vorzimmers befanden sich zwei Gemälde Tischbeins mit spielenden Genien. Es ist unbekannt, welcher Tischbein der Maler war.[45]

Eisfeld - Garderobe des Landgrafen: „Collonade mit Landschaften“

Beschreibung und Ikonographie

Im so genannten Eisfeld – am Ende der Galerie des Landgrafen – befand sich seine Garderobe. Die Wand war mit Leinwand bespannt, auf der in Öl eine „Collonade mit Landschaften“ gemalt war.[46]

Schlafzimmer des Landgrafen mit Alkoven: Landschaften und fliegende Engel

Beschreibung und Ikonographie

Die Decke des Schlafzimmers war in verschiedene Kompartimente mit aufgemalten Landschaften gegliedert. Der Sohn von Landgraf Friedrich II. ließ den Raum nach 1785 zum Kabinett umgestalten und eine Stuckdecke anbringen. Auch die Decke des Bettalkovens war untergliedert. Hier blickte der Landgraf auf fliegende Engel.[47]

Spiegelkabinett neben dem Schlafzimmer: architektonische Malerei

Beschreibung und Ikonographie

Für das Spiegelkabinett neben dem Schlafzimmer ist an der Decke eine architektonische Malerei von einem „Homagius“ genannten Maler bezeugt.[48]

Bibliographie

  • Literatur:
  • Both/Vogel, Friedrich, 1873. – Both, Wolf von/Vogel, Hans: Landgraf Friedrich II. Ein Fürst der Zopfzeit. München 1973.
  • Bungarten/Dohe, Carl, 2018. – Bungarten, Gisela/Dohe, Sebastian (Hrsg.): Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa (Kataloge der Museumslandschaft Hessen Kassel, 65). Petersberg 2018.
  • Callebaut, Tischbein, 2022. – Callebaut, Natascha u.a. (Red.): Der Maler als Zeichner – Der Zeichner als Maler: 300 Jahre Johann Heinrich Tischbein d. Ä. (More about. Das Ausstellungsmagazin der Museumslandschaft Hessen-Kassel). Kassel 2022.
  • Dohe, Entwurf, 2018. – Dohe, Sebastian: IX.9. IX.8. Johann Oswald Harms (Hamburg 1643-1708 Braunschweig). Entwurf für eine Deckenmalerei für zwei Joche eines Kreuzgewölbes im Vorgemach der Landgräfin, in: Bungarten, Gisela/Dohe, Sebastian (Hrsg.): Gross gedacht! Gross gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa (Kataloge der Museumslandschaft Hessen Kassel, 65). Petersberg 2018, S. 372-373.
  • Dohe, Jupiter, 2018. – Dohe, Sebastian: VII.76. Franz Ludwig Raufft (Luzern 1669-1719 Kassel). Jupiter und Danae, Venus in der Schmiede des Vulkan, in: Bungarten, Gisela/Dohe, Sebastian (Hrsg.): Gross gedacht! Gross gemacht? Landgraf Carl in Hessen und Europa (Kataloge der Museumslandschaft Hessen Kassel, 65). Petersberg 2018, S. 349.
  • Heppe, Schloß, 1995. – Heppe, Dorothea: Das Schloß der Landgrafen von Hessen in Kassel von 1557 bis 1811 (Materialien zur Kunst- und Kulturgeschichte in Nord- und Westdeutschland, 17). Marburg 1995.
  • Holtmeyer, Cassel, 1923. – Holtmeyer, Alois W.: Kreis Cassel-Stadt (Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel, 6). 2 Teile. Kassel 1923.
  • Gräf/Kampmann/Küster, Carl, 2017. – Gräf, Holger Th./Kampmann, Christoph/Küster, Bernd (Hrsg.): Landgraf Carl (1654-1730). Fürstliches Planen und Handeln zwischen Innovation und Tradition (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, 87). Marburg 2017.
  • Lange/Rotter, Tischbein, 2023. – Lange, Justus/Rotter, Malena: Tischbein im Kontext. Ausstattungsprogramme für die Landgrafen von Hessen-Kassel. Berlin/München 2023.
  • Pegah, Harms, 2017. – Pegah, Rashid-S.: Johann Oswald Harms in Kassel, in: Gräf, Holger Th./Kampmann, Christoph/Küster, Bernd (Hrsg.): Landgraf Carl. (1654-1730). Fürstliches Planen und Handeln zwischen Innovation und Tradition (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, 87). Marburg 2017, S. 329-341.
  • Richter, Harms, 1963. – Richter, Horst: Johann Oswald Harms. Ein deutscher Theaterdekorateur des Barock (Die Schaubühne, 58). Emsdetten 1963.
  • Schnackenberg, Gesamtkatalog, 1996. – Schnackenburg, Bernhard: Gemäldegalerie Alte Meister Gesamtkatalog. Staatliche Museen Kassel. 2 Bde. Mainz 1996.
  • Schrader, Tischbein, 2016. – Schrader, Karin: "Tischbein, Heinrich der Ältere", in: Neue Deutsche Biographie 26 (2016), S. 300-302 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118758349.html#ndbcontent.
  • Tintelnot, Harms, 1941. – Tintelnot, Hans: Johann Oswald Harms. Ein norddeutscher Maler des Barock, in: Zeitschrift des deutschen Vereins für Kunstgeschichte 8 (1941), Nr. III/IV, S. 245-260.

Einzelnachweise

  1. Heppe, Schloß, 1995; Holtmeyer, Cassel, 1923, S. 274-296.
  2. Heppe, Schloß, 1995, S. 74-92, 103-112, 129-138.
  3. 3,0 3,1 3,2 Heppe, Schloß, 1995, S. 110-111.
  4. Bungarten/Dohe, Carl, 2018; Gräf/Kampmann/Küster, Carl, 2017.
  5. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3628 - Z 3637.
  6. 6,0 6,1 Heppe, Schloß, 1995, S. 155.
  7. Heppe, Schloß, 1995, S. 152.
  8. Heppe, Schloß, 1995, S. 152-153.
  9. Dohe, Jupiter, 2018; Heppe, Schloß, 1995, S. 155, 224.
  10. Hessen Kassel Heritage, Inventar Nr.: GK 1111.
  11. Dohe, Jupiter, 2018; Heppe, Schloß, 1995, S. 155; Schnackenberg, Gesamtkatalog, 1996, S. 227.
  12. Richter, Harms, 1963; Tintelnot, Harms, 1941.
  13. 13,0 13,1 13,2 Pegah, Harms, 2017, S. 331.
  14. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3628.
  15. 15,0 15,1 15,2 15,3 Dohe, Entwurf, 2018; Pegah, Harms, 2017, S. 331.
  16. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3629.
  17. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3636.
  18. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3637.
  19. 19,0 19,1 19,2 19,3 Pegah, Harms, 2017, S. 331-332.
  20. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3634.
  21. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3633.
  22. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3632.
  23. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3635.
  24. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3630.
  25. Herzog Anton Ulrich Museum, Kupferstichkabinett, Z 3631.
  26. Both/Vogel, Friedrich, 1873.
  27. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 66; Heppe, Schloß, 1995, S. 217-219.
  28. Callebaut, Tischbein, 2022; Schrader, Tischbein, 2016.
  29. 29,0 29,1 Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 55.
  30. 30,0 30,1 30,2 Heppe, Schloß, 1995, S. 221.
  31. 31,0 31,1 Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 66; Heppe, Schloß, 1995, S. 221.
  32. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 55-57.
  33. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 55, 57, 69; Heppe, Schloß, 1995, S. 221.
  34. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 57; Heppe, Schloß, 1995, S. 221.
  35. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 67.
  36. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 55, 66; Heppe, Schloß, 1995, S. 221.
  37. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 52, 55, 94-99.
  38. 38,0 38,1 Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 57.
  39. 39,0 39,1 Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 94-95.
  40. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 55, 57.
  41. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 55; 94-99.
  42. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 55, 59-61.
  43. Lange/Rotter, Tischbein 2023, S. 55; Heppe, Schloß, 1995, S. 217.
  44. Lange/Rotter, Tischbein, 2023, S. 55-56; Heppe, Schloß, 1995, S. 261.
  45. Heppe, Schloß, 1995, S. 223.
  46. Heppe, Schloß, 1995, S. 217.
  47. Heppe, Schloß, 1995, S. 219; Heppe, Schloß, 1995, S. 257.
  48. Heppe, Schloß, 1995, S. 228.