Köln, ehem Haus Peters gen Vaitalmershof von Grootsches Haus
Inventarnummer: cbdd20196
Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen
Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.
Das so genannte Bilderzimmer aus dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts ist als komplett ausgemalter Raum ohne Vergleich im Bürgerhaus Kölns gewesen. Es ist hier stellvertretend für die wenigen anderen Deckenmalereien Kölns aufgenommen, die alle nicht den Zweiten Weltkrieg überlebt haben.

Das ehem. Haus Peters (von Grootsches Haus) in Köln
Kurzbeschreibung und Lage
Der Marienplatz ist zentral in Köln gelegen, südlich der Kirche St. Maria im Kapitol.
Bau-, Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte
Das so genannte Grootsche Haus bzw. später Haus Peters stammte von 1653 und war der restliche Bauteil des ehemaligen aus dem Mittelalter stammenden Vaitalmershofs. 1653 gelangte dieser an Nikolaus de Groote. Im 19. Jahrhundert wurde dem Gebäude eine klassizistische Fassade vorgeblendet. Am 31. Mai 1942 ist es zerstört worden.[1]
Das Bilderzimmer im Obergeschoss
Bau- und Ausstattungsgeschichte
Das so genannte Bilderzimmer ist im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts neu ausgestattet worden, vermutlich für Nikolaus de Groote. Um 1750 wurden die Arbeiten abgeschlossen, eventuell erst unter Maria Franz Jacob Gabriel de Groote.[2]
Beschreibung
Der kleine annähernd rechteckige Raum hatte an einer Seite Fenster. An der Eingangsseite befand sich ein Kamin zwischen zwei Türen.[3]
Die Wandmalerei
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Wandmalerei wurde um 1750 geschaffen, eventuell für Maria Franz Jacob Gabriel de Groote.[4]
Beschreibung und Ikonographie
Die Holzwände waren mit Landschaften bemalt, die antike Ruinen präsentierten. An der Eingangsseite befand sich eine Darstellung über dem Kamin. An zwei weiteren Wänden gab es jeweils zwei Landschaften oberhalb des Paneels. An den Seiten sowie zwischen den Landschaften war die Wand mit Prunkvasen bemalt, die Blumen schmückten. Ähnliche Darstellungen zierten auch die Supraporten. An der Fensterseite gab es keine Malerei.[5]
Die Deckenmalerei
Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte
Die Deckenmalerei ist vermutlich um 1730 geschaffen worden, eventuell für Nicolaus de Groote.[6]
Beschreibung und Ikonographie
Vogts schreibt 1914: „[Nach 1730] mag die reizvolle Ausstattung eines Kabinetts in dem damals von Grooteschen Hause Marienplatz 26 entstammen, dessen Decke eine sehr leichte und duftige Malerei und eine geschickte perspektivische, den Raum im Bilde erweiternde Behandlung etwa in der Art des in Bensberg tätigen Pellegrinie aufweist.“ [7]
Stellung der Malerei in Köln
Die Malerei im Grootschen Haus
Vogts bewertet das Bilderzimmer 1914 folgendermaßen: Der Raum sei „ein kleines harmonisches Kunstwerk, eine Raumschöpfung intimen Reizes, ein echter Ausdruck dieser in der Lebenskunst so hochstehenden Zeit“.[8] Bereits damals gab es wenig vergleichbare Malerei.
Weitere ehemals in Köln vorhandene Deckenmalerei
Bemalte Decken waren im 18. Jahrhundert zwar verbreitet, aber nicht häufig. Gebräuchlicher waren Stuckdecken.[9] Im Hause Altermarkt 67 gab es 1914 in einem Eckzimmer von ca. 1710/20 eine Stuckdecke, die in einem achteckigen Mittelfeld eine auf Leinwand gemalte Hl. Dreifaltigkeit sowie in vier ovale Eckbilder die Köpfe der vier Evangelisten präsentierte.[10] Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.[11] Aus der Zeit um 1730 stammte eine Deckenmalerei im Haus Am Bollwerk 25. Eine weitere gab es im Haus Straßburger Straße 15.[12] Auch diese Malereien haben sich nicht erhalten.[13]
Bibliographie
- Literatur:
- Beseler/Gutschow, Kriegsschicksale, 1988. – Beseler, Hartwig/Gutschow, Niels: Kriegsschicksale deutscher Architektur: Verluste – Schäden – Wiederaufbau. Eine Dokumentation für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. 2 Bde. Neumünster 1988.
- Signon/Schmidt, Straßen, 2006. – Signon, Helmut/Schmidt, Klaus: Alle Straßen führen durch Köln. 3. überarb. und erg. Ausg. Köln 2006.
- Vogts, Wohnhaus, 1914. – Vogts, Hans: Das Kölner Wohnhaus bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Köln 1914.
Einzelnachweise
- ↑ Signon/Schmidt, Straßen, 2006, S. 251; Beseler/Gutschow, Kriegsschicksale, 1988, Bd. 1, S. 588.
- ↑ Signon/Schmidt, Straßen, 2006, S. 251; Vogts, Wohnhaus, 1914, S. 172, 182.
- ↑ Vogts, Wohnhaus, 1914, S. 181.
- ↑ Signon/Schmidt, Straßen, 2006, S. 251; Vogts, Wohnhaus, 1914, S. 182.
- ↑ Vogts, Wohnhaus, 1914, S. 181-182.
- ↑ Signon/Schmidt, Straßen, 2006, S. 251; Vogts, Wohnhaus, 1914, S. 172.
- ↑ Vogts, Wohnhaus, 1914, S. 172.
- ↑ Vogts, Wohnhaus, 1914, S. 182.
- ↑ Vogts, Wohnhaus, 1914, S. 170.
- ↑ Vogts, Wohnhaus, 1914, S. 162.
- ↑ Beseler/Gutschow, Kriegsschicksale, 1988, S. 575.
- ↑ Vogts, Wohnhaus, 1914, S. 170-171.
- ↑ Beseler/Gutschow, Kriegsschicksale, 1988, S. 577.