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Im 18. Jh. in Stadt und Landkreis Rosenheim tätige Maler

Aus Deckenmalerei-Lab


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 12, Teil 2: Stadt und Landkreis Rosenheim. Hirmer, München 2006, ISBN 978-3-7774-3355-4, S. 564–569 Original (Passwortgeschützt)
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Malerwerkstätten in den Gerichten, Städten und Hofmarken des heutigen Landkreises Rosenheim

Maler in Aibling

Erste Werkstatt

Maler in Oberaudorf

1746–1798

Joseph Anton Hottinger

1736–1766

Georg Troger, Maler und Spielmann

1789–1806

Franz Xaver Höttinger

1684–1726 Andreas Fischer 1760–1767 Peter Troger, ab 1767 Hauslwirt in 1828–1855 Johann Sebastian Rechenauer
1726–1737 Joseph Höttinger Oberaudorf 1739–1745 Joseph Trinkl 1767–1794 Bernhard Troger Maler in Wasserburg 1746–1785
1653–1669 Franz Weillechner 1679–1716 Jacob Carnutsch 1658–1698 Gregor Sulzböck 1669–1720 Johann Baptist Vicelli 1716–1722 Jo
Maler in Frauenchiemsee 1659–1705 Hanns Schmidt 1752–1785 Nikolaus Bernhardt
ca. 1680–1684 Joseph Eder 1705–1743 Franz Xaver Tiefenbrunner d. A.
vor 1750–1764 Balthasar Furtner 1734–1763 Joseph Tiefenbrunner († 1787) Zweite Werkstatt
1763–1787 Franz Xaver Tiefenbrunner d. J. 1639–1673 Georg Hintermayr
Maler in Neubeuern 1674–1717 Sebastian Hintermayr
1689–1712 Joseph Eder Maler in Rosenheim 1717–1761 Johann Georg Schrott 1717–1742 Thomas Urscher 1699–1739 Jakob Weiß 1761–17
ca. 1820–1835 Johann Sebastian Rechenauer d. Ä. 1702–1725 Thomas Thaddäus Sulzbeck (Sohn


Maler, die im Bereich des Landkreises Rosenheim tätig waren

ALBRECHT, Benedikt, * am 23.3. 1662 als Sohn des Caspar Albrecht, Zimmermeisters in Schloß Berg, Onkel des Münchner Malers Balthasar Augustin Albrecht. Benedikt Albrecht übernahm am 4.10. 1684 in München die Malergerechtigkeit des verstorbenen Malers Hans Mayr, dessen Tochter Maria er am 30.10. 1684 in München U.L.F. heiratete. Am 7.1. 1709 heiratete er in zweiter Ehe Maria Regina Sieß, die Tochter des Münchner Webers Matthias Sieß. Albrecht starb am 28.3. 1730. Seine Malergerechtigkeit kaufte am 2.2. 1731 der Maler Jakob Herz aus Schwaben.

Das Wenige, das man von Benedikt Albrecht weiß, entspricht nicht seinem beträchtlichen Wirken als Dekorationsmaler und Freskant, wobei er fast immer eng mit Johann Eustach Kendlbacher zusammenarbeitete, mit dem er auch menschlich eng verbunden war (er war bei Kendlbachers Trauung und bei dessen Testamentsverfassung Zeuge).

Das erste bekannte Werk der beiden Maler ist die Ausmalung des Augustinussaals in der Prälatur des Augustiner-Chorherrenstifts Reichersberg am Inr (OO) 1694–96. Bei der Freskierung des Schlosses Aurolzmünster 1695–1705/06 ist nur Kendlbacher nachgewiesen, doch dürfte der zweite dort tätige Maler, dessen Fresko im Mittelsaal dem Treppenhausfresko Kendlbachers vor 1702 stilistisch sehr nahesteht, Benedikt Albrecht gewesen sein. 1705/06 malten Albrecht und Kendlbacher drei Zimmer im Palais Preysing in München aus (nicht erhalten, s. CBD Bd 8, S. 317). Es folgte die Ausmalung der Augustinerchorherren-Stiftskirche Gars am Inn 1712/13 (übermalt, nur Reste erhalten, s. CBD Bd 8, S. 100–02). Von der Ausmalung der Augustiner-Chorherren-Stiftskirche Au am Inn 1722 ist ein großer Teil Albrecht und Kendlbacher zuzuweisen (CBD Bd 8, S. 33 f.). Im vorliegenden Band werden die Freskierungen im Kaiser- bzw. Fürstensaal und im Garten- bzw. Fürstenzimmer des Augustiner-Chorherrenstifts Herrenchiemsee 1713/15 behandelt.

Das Verhältnis zwischen Kendlbacher und Albrecht ist noch klar. Eine Händescheidung zwischen ihnen ist schwer. Sie haben ganz offensichtlich beide ihre Prägung beim gleichen Meister erhalten, wahrscheinlich bei Johann Anton Gumpp, der seit 1678 alle Theaterdekorationen für den Münchner Hof malte und dabei bis zu zwanzig Gesellen beschäftigte. Die große stilistische Verwandtschaft einer ganzen Gruppe von Malern wie Steidl, Albrecht, Kendlbacher und Würmseer, ihre Gewandtheit in der architektonisch-ornamentalen Malerei und ihre Abhängigkeit von Gumpp ließe sich durch eine solche Zusammenarbeit erklären.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln U.L.F. und St. Peter; AEM, KB 37/1–6 1373, Diaria Garsensia 1707–20; BHStA I, VA 3/W.57: Testament Kendlbachers; StAM, Adelshofmarken, Hofmark Zangberg Nr. 60, Bd 22; Stadtarchiv München, Lippert-Nachlaß: Zunftaufnahme; BSB, Handschriftenabteilung Oefeleana 5/VI. Saur, Allgemeines Künstlerlexikon Bd 1, Leipzig 1983 (Fall-Bachter).

BÖHAM, Johann Baptist, * 24.10. 1752 als Sohn des Jakob Böham, Maler auf dem Heckenberghäusl in Westerndorf bei Zinneberg, ausgebildet sicher vom Vater, arbeitete vor 1785 zumindest zeitweise in Fischbachau, einer Hofmark der Benediktinerabtei Scheyern. Damals malte er 1784 die Ornamentmalerei in der Pfarrkirche von Wall (CBD Bd 2, S. 604–10) und die Deckenbilder der in der Hofmark gelegenen Kapelle von Hagnberg (ebd. S. 511 f.); die Seelenkapelle in Bayrischzell malte er 1785 aus (ebd. S. 460–62). Am 25.10. 1785 heiratete Böham in Aibling Maria Barbara Gaill († 1828), die Tochter des Aiblinger Malers Johann Georg Gaill, dessen Malergerechtigkeit er im gleichen Jahr erhielt. In den Taufmatrikeln der Kinder wird Böham schon 1795 als Mitglied des Rats genannt. Obwohl die Zeiten für Freskanten damals fast hoffnungslos waren, gelang es Böham, nicht nur in der Fassaden- und Möbelmalerei, sondern auch noch in der Freskomalerei verhältnismäßig erfolgreich zu sein. Böham war bis etwa 1825 tätig und starb am 2.3. 1828 in Aibling.

Im vorliegenden Band werden fünf Ausmalungen Böhams behandelt, die alle im ehemaligen Gericht Aibling lagen. Signiert sind Pfraundorf 1788 (S. 394) und Ellmosen 1790 (S. 124), die Ausmalungen von Dettendorf (S. 122), Hilperting (S. 253) und Jakobsberg (S. 305) können ihm zugewiesen werden. Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Glonn und Aibling; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard: Aiblinger Meister; Margarete Baur-Heinhold, Bemalte Fassaden München 1975, S. 72, Abb. 150–64.

CARNUTSCH, Jacob, Ort und Datum der Geburt unbekannt, war ab 1678 in Herrenchiemsee zusammen mit Eder mit der Ausmalung des Chors in der Stiftskirche beschäftigt. Zu dieser Zeit machte er sich als Maler in Prien ansässig, dem Hauptort der Herrschaft Wildenwart, wo er zunächst Herbergsmann war, 1682 heiratete und 1684/85 das Sattlergütl in Prien kaufte.

Eder und Carnutsch bekamen viele große Aufträge; beide waren angesehene Männer, Carnutsch bildete auch Lehrlinge aus, u.a. Thomas Urscher, der später Maler in Neubeuern wurde. Jacob Carnutsch starb in Prien kurz vor den 4.4. 1716.

Vor Peter von Bomhards Forschungen zur Kunstgeschichte des Landkreises Rosenheim war Carnutsch – ebenso wie Eder – so gut wie vergessen, jetzt ist ein stattliches Oeuvre bekannt; bis auf Grassau sind alle seine Werke im vorliegenden Band behandelt. Carnutschs frühe Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit mit Joseph Eder: 1678/79 der Chor der ehem. Stiftskirche Herrenchiemsee (nicht erhalten), 1681 die Ausmalung der Schloßkapelle Hohenaschau, 1684/85 die Bilder im Nonnenchor des Dominikanerinnenklosters Altenhohenau, 1686/87 die Ausmalung der Lauberstube in Hohenaschau und 1688 die Deckenbilder in Sachrang. Ab 1689 war Eder in Neubeuern ansässig und damit war die enge Zusammenarbeit beendet: Carnutsch freskierte allein 1690 die Decke im Festaal von Schloß Wildenwart und die Deckenbilder in der ehemaligen Schloßkapelle; 1702 folgte die Ausmalung der Pfarrkirche von Niederaschau (nicht erhalten) und 1707 die der Pfarrkirche von Grassau (CBD Bd 11, S. 53–82).

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln der Pfarrei Prien; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard, Nr. 36: Meister im Landkreis Rosenheim, Maler in Prien. Peter von Bomhard, Priener Heimatbuch (Hg. die Marktgemeinde Prien am Chiemsee anläßlich der 800-Jahrfeier), Prien 1958: zu Eder und Carnutsch S. 364–67. Schricker, Joseph Eder und Jacob Carnutsch, S. 51–59, 163 f.; Saur Bd 16, S. 497 (E. Schricker).

DEFREGGER, Sebastian Anton, * 19.1. 1784 in Virgen/Osttirol, machte 1801–04 eine Bildhauer- und Vergolderlehre bei Michael Köfler in Oberdrauburg. 1808 heiratete er Maria Notburga Waginger (* 1765 † 1836), Tochter des Kufsteiner Malers und Ratsbürgers Sebastian Hieronymus Waginger und wurde in Kufstein ansässig. Nach dem Tod des Schwiegervaters († 10.9. 1813) übernahm er dessen Werkstatt. In zweiter Ehe heiratete Defregger Maria Lechner (* 1803 † 1870), sein Sohn Sebastian (* in Kufstein 9.6. 1842, † ebenda 14.3. 1930) studierte an der Münchner Akademie Malerei. Sebastian Anton Defregger starb in Kufstein am 6.9. 1853. Er war ein angesehener Mann, mehrmals Bürgermeister in Kufstein und 1830 Tiroler Landtagsabgeordneter. Er war als Freskant und Maler von Altarbildern, als Porträtmaler und Graveur und auch als Bildhauer tätig.

An Freskierungen von seiner Hand sind bekannt die Deckenbilder in Windisch-Matrei 1808, die Ausmalungen der Mariahilfkirche in Thiersee 1817, der Pfarrkirchen in Erl 1818 und in Landl 1818/20 (alle in Tirol), außerdem die Ausmalung der Kiefersfeldener Kapelle in der Kiefer 1819. Seine figürlichen Darstellungen stehen noch in der Tradition der Rokokomalerei.

Lit.: Thieme-Becker Bd 8, S. 541; Saur, Bd 25, S. 198 f. (David Thomas).

EDER, Joseph, * Innsbruck um 1645/50. Ausbildung vermutlich in Innsbruck. Eder wird – zusammen mit Carnutsch – als für Herrenchiemsee beschäftigter Maler erstmals 1678 für die Ausmalung der Dom- und Stiftskirche in Herrenchiemsee genannt. Am 1.1. 1679 wurde ihm von Propst Rupert Kögl ein Wappenbrief ausgestellt. 1679 waren Eder und Carnutsch in eine Schlägerei mit Herrenchiemseer Klosterknechten verwickelt. Am 17.2. 1681 heiratete Eder in Herrenchiemsee Margaretha Hennlin aus Bregenz († 1723 Neubeuern); im Traueintrag ist er »arte pictoria percelebris« genannt. Er wurde in Frauenchiemsee ansässig, wo er mindestens bis 1684 blieb.

In dieser Zeit entstanden neben der Ausmalung des Chors und der Langhauskapellen in der Stiftskirche Herrenchiemsee in Zusammenarbeit mit Carnutsch 1681 die Ausmalung der Schloßkapelle Hohenaschau, 1682 das Hochaltarblatt für Herrenchiemsee (nicht erhalten; Bomhard, S. 44), und 1684/8 die Deckenbilder im Nonnenchor von Altenhohenau (zur Händescheidung s. dort).

Zwischen 1684 und 1689 war Joseph Eder vermutlich in Wagrain bei Ebbs ansässig. Damals entstanden – weiterhin mit Carnutsch – 1686/87 die Ausmalung der Lauberstube in Hohenaschau, 1688 die Emporenbrüstungs-Bilder von Umrathshausen (Bomhard, Bd 2, S. 273) und 1688/89 die Arbeiten für Sachrang. 1689 war Eder in München mit Kopien für Max II. Graf von Preysing-Hohenaschau beschäftigt.

Ab 1689 war Eder Bürger und Maler im Markt Neubeuern, arbeitete aber weiterhin in Herrenchiemsee, wo er 1695/96 die Deckenbilder im Langhaus der Stiftskirche signierte. Im Oktober 1697 zog er in einem Streit mit Klosterknechten wie schon 1679 den Degen, worauf der Propst persönlich mit einem Ochsenziemer den Raufhandel beendete (Bomhard, Anm. 232). Im Jahr 1700 freskierte Eder die Herrenchiemseer Seekapelle.

Für Frauenchiemsee führte Eder in den Jahren 1695/97 mehrere große Aufträge aus: er machte Visiere und Altarblätter des Anna-Altars, des Antonius-Altars, des Rupertus-Altars und des Benediktus-Altars; sein Altarblatt für den Katharina-Altar, für den er ebenfalls das Visier machte, ist nicht erhalten. 1701/03 entstanden Visier und Altarblätter für zwei Seitenaltäre in Altenbeuern (Altarblätter nicht erhalten) sowie Visiere für Seitenaltäre in Neubeuern. 1712 malte er einen Zyklus von Apostelbildern für Frasdorf.

Joseph Eder starb am 2.3. 1712 in Neubeuern.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Frauenchiemsee und Neubeuern; Saur Bd 32, S. 149 f. (A. Bauer); weitere Literatur siehe unter Carnutsch.

FURTNER, Balthasar, * unbekannt. Sein späterer Lebensweg mit den häufigen Arbeiten für Hohenaschau macht es wahrscheinlich, daß er aus der Aschauer Kistlerfamilie Furtner stammt. Archivalisch ist Balthasar Furtner erstmals faßbar bei seiner Heirat am 4.2. 1737 in Tuntenhausen mit Maria Barbara Zöpf († 1779 Frauenchiemsee), Tochter des Wessobrunner Stuckators Gabriel Zöpf. Damals war Furtner als Maler in Tuntenhausen ansässig, in der Hofmark des Augustiner-Chorherrenstifts Beyharting. Trauzeuge war der Stuckator Emmeram Widmann aus Rott am Inn, der zur engeren Zimmermann-Werkstatt gehörte. Schon 1738 war Furtner in Hohenaschau beschäftigt, beim Einbau der beiden von Johann Baptist Zimmermann entworfenen Seitenaltäre durch dessen Gesellen Widmann und Thomas Finsterwalder. In der Schloßkapelle reinigte er die Decken- und Wandfresken von Joseph Eder und Jacob Carnutsch und besserte sie aus. 1739 faßte er den Hochaltar der Schloßkapelle nach den Angaben Johann Baptist Zimmermanns (nach Bomhard, Bd 2, S. 397 f.). Für das Augustiner-Chorherrenstift Herrenchiemsee faßte er 1738/39 einen Tabernakel; zur gleichen Zeit war wieder Emmeram Widmann in Herrenchiemsee beschäftigt. Aus allem geht hervor, daß Balthasar Furtner recht enge Verbindungen zur Zimmermann-Werkstatt und zu Hohenaschau hatte. Besonders wurde er vom Hohenaschauer Gerichtsschreiber Joseph Conrad Wening gefördert. Der Auftrag zur Restaurierung der Fresken in der Schloßkapelle Hohenaschau läßt schließen, daß Furtner damals schon als Freskant ausgebildet war. Vielleicht war er 1737 Mitarbeiter bei der Ausmalung der Altöttingerkapelle in Herrenchiemsee (nicht erhalten) durch die Zimmermann-Werkstatt; auch eine Mitarbeit bei der Freskierung der Pfarrkirche von Prien 1738 ist denkbar. 1752 erwarb Furtner die »Preydorffe rische Behausung« auf Frauenchiemsee, die später »Maler-Anwesen« genannt wurde.

Im vorliegenden Band wird eine signierte und 1761 datierte Freskierung vorgestellt, die der Maria-Mitleid-Kapelle in Frauenchiemsee; davon ausgehend werden Furtner die Deckenbilder in der Sakristei in Beyharting 1746 zugewiesen, das Deckenbild im Kapitelsaal in Beyharting 1747 und die Ausmalung der Taxakapelle in Au 1748. Er kommt auch als Autor der Fresken in der Pfarrkirche von Evenhausen um 1750 und in Schonstett 1754 in Betracht. Balthasar Furtner starb am 8.10. 1764 in Frauenchiemsee; seine Witwe übergab am 4.5. 1765 das Anwesen an den Sohn und Werkstattnachfolger Franz von Sales Furtner (* 1740 Tuntenhausen † 1806 Frauenchiemsee). Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Tuntenhausen und Frauenchiemsee; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard Nr. 36: Meister in Frauenchiemsee; StAM, HA Briefwechsel des Verwalters mit dem Grafen von Preysing-Hohenaschau 1740.

GAILL, Johann Georg, * 23.4. 1721 als Sohn des Friedberger Malers Johann Baptist Gaill, übernahm 1746 die Malergerechtigkeit des Aiblinger Malers Joseph Trinkl († 24.10. 1745), dessen Witwe Apollonia (* 1711 † 1753 Aibling) er heiratete. In zweiter Ehe heiratete er am 9.10. 1753 Maria Ottilia Wäsl (* um 1733 † 1793 Aibling), Tochter des Johann Baptist Wäs, Hofwirts in Neubeuern. Am 25.10. 1785 heiratete seine Tochter Maria Barbara (* 1757 † 1828) den Maler Johann Baptist Böham und Johann Georg Gaill über gab seine Werkstatt dem Schwiegersohn. Er starb in Aibling am 8.9. 1793.

Sein erstes erhaltenes Werk ist die Ausmalung der Filialkirche Westerham bei Aibling 1751, wo er auch die Emporenbrüstungsbilder malte. 1752 erreicht Gaill mit Hilfe des Aiblinger Gerichtsschreibers, daß er bei der Freskierung der Emmeramskapelle von Kleinhelfendorf dem berühmten Maler und Stuckator Johann Baptist Zimmermann vorgezogen wurde (CBD Bd 3/I, S. 134–36). 1758 freskierte er in der Kirche von Högling bei Weihenlinden, die der Augustiner-Chorherrenstift Weyarn inkorporiert war. Daraufhin beschäftigt ihn Weyarn in vier weiteren Kirchen der Pfarrei Neukirchen (ehem. Gericht Aibling, heute LKr. Miesbach), so in Reichersdorf 1760, in Gotzing 1761, in Neukirchen 1763 und in Kleinpienzenau 1766 (s. CBD Bd 2). In Aibling freskierte Gaill nur die Marktkirche St. Sebastian 1769. Dort hatte Martin Heigl 1756 die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt freskiert und im gleichen Jahr Zimmermann mit Heigl die nahegelegene Pfarrkirche Berbling; ihr Einfluß ist in Högling unübersehbar. In Fresko C in Gotzing wiederholte er 1761 Zimmermanns Fresko E in Weyarn (CBD Bd 2, S. 618) bis ins Detail. In Mitterdarching, LKr. Miesbach, wurde über der Orgel ein Engelskonzert freigelegt, das auf eine Freskierung Gaills von 1774 hinweist.

Johann Georg Gaills ältester Sohn aus zweiter Ehe, Franz de Paula Gaill (* 8.8 1754), wurde ebenfalls Maler und später Galerieinspektor in München. Von ihm stammen die beiden Seitenaltarbilder in der Marktkirche, von denen das linke, eine Darstellung der Immaculata, Franz Gaill 1793 bezeichnet ist. Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Aibling; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard: Aiblinger Meister; BHStA GI Fasz 107/85/6: Kleinhelfendorf

GÜNTHER, Matthäus, * 7.9. 1705 als ältester Sohn des Bauern Jacob Günther in Tritschengreith am Hohenpeißenberg geboren, soll in Murnau gelernt haben. Eine vierjährige Mitarbeit als Geselle bei Cosmas Damian Asam ist durch Oefele überliefert. Am 11.1. 1731 erhielt Günther die Meistergerechtigkeit in Augsburg, und am 18.1. 1731 heiratete er Maria Cleopha Diepolder/Magg († 1761), die Witwe des Augsburger Malers Ferdinand Magg. In zweiter Ehe heiratete der 58jährige Günther am 19.10. 1763 Maria Scholastika, Witwe des Wessobrunner Stuckators Johann Georg Üblher († 27.4. 1763), mit dem er mehrfach zusammengearbeitet hatte.


Günther gelangte früh zu Ruhm und großen Aufträgen. Er wurde einer der produktivsten Freskanten seiner Zeit, wobei selbst bei den größten Deckenbildern auch die einfachsten Details sorgfältig ausgearbeitet wurden und immer von hoher Qualität und großer Schönheit sind. Im vorliegenden Band werden zwei seiner Werke behandelt: das Chorfresko in Altenhohenau sowie eine seiner Glanzleistungen, die Ausmalung der Benediktiner-Klosterkirche Rott am Inn.

Lit.: Katalog der Ausstellung Matthäus Günther 1705-1788, Augsburg 1988, mit ausführlichen Quellen- und Literaturangaben.

HARTWAGNER, Johann Michael, * in Deggendorf als Sohn des Ratsdieners Andreas Hartwagner, heiratete am 22.9. 1772 in München St. Peter Theresia Haas, die Witwe des Münchner Malers Johann Haas († 18.3. 1772) und erhielt dessen Malergerechtigkeit. Michael Hartwagner starb schon am 18.8. 1776 als Witwer im Herzogspital. Außer dem Hauptfresko in der Klosterkirche Altenhohenau ist von ihm kein Fresko bekannt. Er arbeitete in München vor allem an Porträts und zeichnete Stichvorlagen.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln St. Peter; Lorenz Westenrieder, Beschreibung der Haupt- und Residenzstadt München, München 1783, Teil III, S. 356; Thieme-Becker, Bd 16, S. 89 f., s.v. Hartwagner, Michael.

HAUBER, Joseph, * 1766 in Geratsried bei Immenstadt als Sohn eines Schreiners, lernte beim Freskanten Franz Anton Weiß in Rettenberg im Allgäu. Nach einem kurzen Aufenthalt in Wien fand Hauber Arbeit bei einem Maler in München, nach Knorre wohl bei Johann Georg Edlinger. Zu dieser Zeit lernte er abends in der Zeichenschule bei Roman Anton Boos. Später kopierte er viel in der kurfürstlichen Galerie und schloß sich stilistisch Johann Jakob Dorner an. Er erhielt zunächst eine jährliche Unterstützung von 200 fl. vom Kurfürsten. Am 31.7. 1797 die Stelle eines Professors an der Zeichenakademie, aber, da die Witwe seines Vorgängers Ignaz Oefele mit der Hälfte des Gehalts unterstützt werden mußte, weiterhin nur 200 fl. jährlich. Da er zu dieser Zeit bereits eine Familie hatte, war er auf Nebenverdienste angewiesen, hauptsächlich auf dem Gebiet der Porträtmalerei, aber auch durch Freskierungen von Hausfassaden. In diese Zeit fällt die Ausmalung von Lippertskirchen, für die er mit 400 fl. bezahlt wurde (Bergmaier).

Die Arbeit in Lippertskirchen ist die einzige Kirchen-Freskierung Haubers. 1808 bekam Hauber die Stelle eines zweiten Professors der Historienmalerei an der neugegründeten Akademie. 1826 wurde er mit vollem Gehalt pensioniert. Am 23.12. 1834 starb Hauber in München im Alter von 68 Jahren.

Quellen und Lit.: Angela Schneider, Josef Hauber 1766–1834 (= Miscellanea Bavarica Monacensia Heft 44), München 1974. Eckhard von Knorre, Neue Beiträge zu Joseph Hauber, in: Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben Bd 75, 1981, S. 124-67 (mit ergänzendem Werkverzeichnis).

HEIGL, Johann Eustachius, * als Sohn des Wolfratshauser Malers Wolfgang Heigl, bei dem er wohl auch lernte. Er heiratete am 7.2. 1718 in Götting Maria Gabler, die Witwe des Vagener Malers Franz Gabler († 1717; Gabler war ein der Sohn des Murnauer Bürgers Andreas Gabler) und übernahm dessen Werkstatt in der Hofmark Vagen, die Götting benachbart war. Maria Gabler/Heigl war in erster Ehe mit dem Maler Daniel Fiechter verheiratet gewesen († 1711), dessen Werkstatt sie mit der Heirat Franz Gabler zugebracht hatte. Johann Eustach Heigl starb am 11.4. 1737.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Götting. Zu Heigls Herkunft Sigfrid Hofmann, Maler und Bildhauer des 17. und 18. Jahrhunderts im Landkreis Starnberg, in: Lech-Isar-Land 1966, S. 98–123 und passim.

HEIGL, Martin, * unbekannt, war in dessen letzten Lebensjahren Johann Baptist Zimmermanns engster Mitarbeiter als Maler, erhielt aufgrund seiner Leistung bei der Freskierung des Steinernen Saals in Nymphenburg 1755/57 am 7.9. 1757 den Hofschutz, heiratete am 17.10. 1757 in München Magdalena Schneider, Tochter des Eggenfeldener Riemers Franz Xaver Schneider, und wurde in München ansässig; die Kinder wurden teils in München, teils in Raitenhaslach geboren (zu Heigls Zeit in Raitenhaslach s. CBD Bd 9, S. 243 f.). Als Zimmermanns Mitarbeiter ist Heigl 1754 bei der Ausmalung des Residenztheaters in München archivalisch faßbar, in den Fresken von Schäftlarn 1754/56 auch stilistisch, obwohl er dem Stil Zimmermanns erstaunlich nahe blieb. Die im vorliegenden Band behandelten Arbeiten Martin Heigls in der Pfarrkirche von Aibling und in der von Berbling stammen noch aus der Zeit seiner Mitarbeit bei Zimmermann und zeigen bereits sein großes Können als Maler sowie seine Bedeutung.

Heigls Zeit als selbständiger Freskant nach Zimmermanns Tod war außerordentlich fruchtbar. Die meisten seiner Freskierungen entstanden im Osten Münchens, in den Gerichten Erding, Mühldorf und Altötting. Martin Heigl starb 1774. Ort und genaues Datum seines Todes sind unbekannt.

Zeit seines Lebens blieb Heigl dem Stil Zimmermanns verpflichtet, bildete aber doch eine unverwechselbare eigene Handschrift aus. Er hat einen breiteren und pastoseren Strich als Zimmermann, in der Farbgebung bringt er anders als Zimmermann – Changeants. Heigls Landschaften sind dichter und üppiger, er hat nicht die Transparenz und Neigung zur Reduktion, durch die Zimmermann Atmosphäre und Stimmung erzeugen kann. Bei großer Ähnlichkeit mit Zimmermann in der Figurenerfindung hat er nicht dessen Eleganz.

Quellen und Lit.: Kupferschmied, Der Freskant J. Martin Heigl.

HÖTTINGER, Joseph Anton, * 1722 als Sohn des Schwazer Bürgers und Malers Johann Georg Höttinger, erwarb am 21.1. 1747 in Rosenheim die Weissische Malergerechtigkeit, wurde am 14.4. 1747 als Bürger aufgenommen und heiratete am 17.4. 1747 Elisabeth Josepha Wolf (* 1720 † 1798 Rosenheim), Tochter des Samuel Wolf, Salzausfertigers in Rosenheim. Zwei Söhne aus dieser Ehe wurden ebenfalls Maler, Joseph Bartholomäus Höttinger (* 1748 † 1816 in Rosenheim), und Franz Xaver Korbinian Höttinger (* 1750 † 1806 in Rosenheim), der 1789 Werkstattnachfolger seines Vaters wurde. Joseph Anton Höttinger gehörte 1772–98 dem Rat in Rosenheim an und war zeitweise Bürgermeister. Er war als Faßmaler und Maler von Altarblättern gut im Geschäft; 1755 freskierte er in Rosenheim die Loretokapelle, 1761 die damals zur Pfarrei Niederaschau gehörige Kirche in Frasdorf, die beide im vorliegenden Band behandelt sind. Die spätgotischen Kirchen von Lauterbach und Höhenmoos, beide Pfarrei Rohrdorf, wurden 1750/55 barockisiert; beide Kirchen wurden von Höttinger freskiert, beide Ausmalungen waren laut Bomhard signiert (nicht erhalten).

Joseph Anton Höttinger starb am 28.9. 1798 in Rosenheim.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Rosenheim; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard Nr. 36, Meister in Rosenheim.

KENDLBACHER, Johann Eustachius, * nach Oefele 1662 wohl in Litschkau/Lickov bei Saaz/Zatec in Nordwestböhmen, einem Besitz der Grafen von der Wahl. Nach Oefele war Kendlbacher in München Schüler Johann Andreas Wolffs. Er heiratete in München St. Peter am 10.2. 1698 Anna Maria Stiglhuberin, Trauzeuge war Benedikt Albrecht. Am 13.4. 1698 wurde er als Meister in die Zunft aufgenommen (er trat wieder aus, als er den Hofschutz erhielt). Kendlbacher starb kinderlos am 21.12. 1725 in München, nachdem er schon am 29.5. 1709 sein Testament zugunsten seiner Frau Maria gemacht hatte; Zeuge war Benedikt Albrecht.

Johann Eustach Kendlbacher arbeitete in mehreren großen Freskierungen eng mit Benedikt Albrecht zusammen, dem er auch stilistisch sehr nahe stand (s. S. 564). Zu den wichtigsten Werken von Albrecht und Kendlbacher gehörten die Ausmalungen des Fürstensaals und Fürstenzimmers in Herrenchiemsee 1713/15, die im vorliegenden Band behandelt werden. Das letzte gemeinsame bekannte Werk der beiden Maler ist die Freskierung der Augustinerchorherren-Stiftskirche Au am Inn 1722.

Ohne Albrecht freskierte Kendlbacher in Harlaching 1702/03, in Gartlberg 1713 (zusammen mit Johann Paul Vogel) und in der Pfarrkirche Kallham (OO) 1716. Johann Eustachius Kendlbacher starb am 21.12. 1725.

KRENZNER, Franz, * 1677 Füssen, Sohn des Malers Alexander Kranzner, 1699 als Maler in Ebersberg erwähnt, wurde am 27.4. 1701 in der Pfarrei Prutting, die dem Augustiner-Chorherrenstift Herrenchiemsee inkorporiert war, als Mesner aufgenommen; um 1698 hatte er Maria Clara Haindl († 1737) geheiratet. 1738 ging Krenzner als Mesner in den Austrag, war aber bis zu seinem Tod († 11.4. 1752) als Maler tätig. Während Krenzners Tätigkeit in Prutting wurden die meisten Kirchen der großen Pfarrei barockisiert und freskiert. Archivalisch für Krenzner gesichert sind die Freskierungen in Söchtenau 1735 und Schwabering 1749, die beide nicht erhalten sind. Um die Ausmalung von Zaisering 1718/19 bewarb sich Krenzner. Die Ausmalungen von Baierbach 1716 und Leonhardspfunzen 1733/36 werden in diesem Band mit Krenzner in Verbindung gebracht, weil die zugehörigen Pfarreien Riedering und Prutting ebenfalls Stift Herrenchiemsee inkorporiert waren.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Prutting; AEM Nachlaß Peter von Bomhard Nr. 36, Maler in Prutting und Umgebung; Bomhard, Bd 1, S. 355, 359, 366, 368, Anm. 564, 576, 606.

KURZ, Johann Paul, * 26.3. 1721 Mühldorf als Sohn des Malers Johann Paul Kurz des Älteren aus dessen zweiter Ehe, erhielt seine Ausbildung beim Vater. 1744 übernahm er in Wasserburg die Malerwerkstatt des Gregor Aigner, wurde am 31.7. 1744 als Bürger in Wasserburg aufgenommen und heiratete am 25.8. 1744 in Wasserburg Euphrosina Miesl, der Tochter des Baumburger Hofwirts und Lehenspropstes Georg Christoph Miesl.

Sein Vater, Johann Paul Kurz d.Ä., starb in Mühldorf am 13.12. 1747; dessen Witwe heiratete den jungen Maler Nikolaus Bernhardt und brachte diesem die Mühldorfer Malergerechtigkeit zu. 1752 tauschten Stiefvater Nikolaus Bernhardt und Stiefsohn Johann Paul Kurz Häuser und Malergerechtigkeiten: Johann Paul Kurz der Jüngere wurde Bürger und Maler in Mühldorf, Nikolaus Bernhardt Bürger und Maler in Wasserburg, wo er am 28.4. 1785 starb. In seiner Wasserburger Zeit schuf Johann Paul Kurz d.J. im Jahr 1750 mit der Ausmalung der Frauenkirche sein wichtigstes Werk.

Johann Paul Kurz starb in Mühldorf am 4.4. 1772. In seiner Mühldorfer Zeit freskierte er die Kirche St. Katharina in Mühldorf (1756); die Ausmalungen in Altmühldorf, Polling und Oberneukirchen aus den Jahren 1757/59 werden ihm zugeschrieben (s. CBD, Bd 8).

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Wasserburg und Mühldorf; Irmengard Reindl-Witt, Biographische Notizen zum Mühldorfer Barockmaler Paul Kurz, in: Das Mühlrad 39, 1997, S. 175–85.

LAMP, Franz Xaver, * Rottweil/Schwarzwald als Sohn des Malers Franz Anton Lamp, war 1771 Schüler von Franz Ignaz Öfele und Roman Anton Boos in München. 1777 erwarb er in München die Malergerechtigkeit Joseph Ignaz Schillings († 1773), wurde als Bürger aufgenommen und heiratete am 10.2. 1777 in München U.L.F. Apollonia Steiner († 1781), Tochter des Rosenheimer Kistlers Matthias Steiner. Aus dieser Ehe überlebte nur die Tochter Magdalena (* 21.12. 1778). In zweiter Ehe heiratete Franz Xaver Lamp am 28.10. 1781 in München U.L.F. Theresia Aman, Tochter des Bäckers Michael Aman in Abbach. Aus dieser Ehe stammte die Tochter Crescentia (* 8.5. 1787). Franz Xaver Lamp starb in München am 13.5. 1816.

Von Franz Xaver Lamp sind vier Freskierungen bekannt; die der Pfarrkirche von Osterwarngau 1782 (CBD, Bd 2, S. 537) und drei Arbeiten für die Benediktinerabtei Attel, die im vorliegenden Band vorgestellt werden. Die Ausmalung von Griesstätt 1775 ist sein erstes bekanntes Werk. 1777 freskierte er in Ramerberg und 1778 im Winterchor von Attel. Von diesen Fresken Lamp sind zwei, das von Attel und das LHs-Fresko von Osterwarngau, Wiederholungen von Martin Knollers Himmelfahrt Mariä im Bürgersaal in München.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln München U.L.F.; Liedke, Meisterbuch, in Ars Bavarica 10, 1978, S. 48, 56.

MANG, Balthasar, * 8.1. 1720 Arget bei München, war Sohn des Schuhmachers Erasmus Mang in Niederham. Die Signatur auf einer Zeichnung von seiner Hand (AEM, Konvolut von Zeichnungen Mangs) »Balthasar Mang von Argeth Anno 1734 Grafing« könnte darauf hinweisen, daß er als Vierzehnjähriger bei dem Grafinger Maler Johann Georg Pichler (in Grafing nachzuweisen 1709–40) als Lehrling war. 1756 malte er die Pfarrkirche Niederaschau aus und signierte das Hauptfresko (S. 369); abgerechnet wurde die Ausmalung aber mit dem Priener Maler Joseph Tiefenbrunner, als dessen Geselle er damals wohl arbeitete. Am 14.5. 1754 heiratete Mang in Buchbach (LKr. Mühldorf) die Malerswitwe Therese Mazole und wurde dadurch in der Hofmark Buchbach als Maler ansässig; am 8.2. 1757 heiratete er in zweiter Ehe Maria Anna Ludwig, Tochter des Joseph Ludwig in Wasserburg. Mang brachte es in den sechziger Jahren in der Umgebung Buchbachs zu einem recht ansehnlichen Oeuvre als Freskant (s. LKr. Mühldorf; CBD, Bd 8). 1768. Balthasar Mang starb am 1.8. 1803 in Buchbach.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Buchbach; AEM, Bomhard-Nachlaß Nr. 32: Künstler in Oberbayern; AEM, Zeichnungskonvolut Mang; Fritz Markmiller, Barockmaler in Niederbayern, Regensburg 1982, S. 116–18.

MÖLK, Joseph Adam, * 8.1. 1714 Rodaun bei Wien als Sohn des Kirchenmalers Matthias Mölk geboren. 1728–33 lernte er an der Wiener Akademie. Sein erstes Freskenwerk schuf er 1738 im Karmeliterkloster in Rottenburg am Neckar, wo er am 7.7. 1738 heiratete. 1741 arbeitete er in Nagenstadt in Württemberg. 1743 bekam er den Titel eines Hochfürstlich Württembergischen Kabinettsmalers. Mit der zweiten Eheschließung 1742 in Walchsee bei Kufstein wurde er in Tirol ansässig, nahe der bayrischen Grenze. Vom Stift Herrenchiemsee wurde er in den späten 40er Jahren gefördert: er freskierte in mehreren Kirchen, die dem Stift inkorporiert waren: Antwort 1747, Umrathshausen 1749, Neukirchen 1750. Bomhard (Bd 3, S. 141) vermutet, er habe 1747 auch in Breitbrunn freskiert (1899 abgebrochen). Mit diesen Arbeiten begann eine große Karriere: Ab 1749 schuf er Jahr für Jahr ein Freskenwerk, im ganzen 44 Ausmalungen von Kirchen und Schlössern, wobei der Schwerpunkt seines Schaffens zunächst in Tirol, seit 1764 vor allem in der Steiermark lag. Er arbeitete aber auch in Wien und für den Münchner Hof: in Nymphenburg freskierte er die Schloßkapelle (CBD, Bd 3/II, S. 397–400) und das Kaffeezimmer (nicht erhalten). 1755 wurde Mölk Hofkammermaler in Tirol, für 1759 ist ein Aufenthalt in Venedig überliefert. Seit 1764 arbeitete er vor allem in der Steiermark. 1774 wurde er geadelt. Mölk starb am 18.2. 1794 in Wien.

RECHENAUER, Johann Sebastian der Ältere, * 19.1. 1761 Hinterschweinsteig als Sohn des Richard Rechenauer, war nach dem Tod des Vaters zunächst bei einem Schreiner in der Lehre – der Bruder Richard hatte den Hof übernommen –, wurde aber nach seiner Volljährigkeit Maler. Dachauer überliefert, daß er als junger Maler längere Zeit in München bei Max V. Graf von Preysing-Hohenaschau beschäftigt war, wo er gegen Kost und Logis unter der Leitung guter Maler Gemälde kopierte. Nach Bomhard war er 1784–89 Malergeselle in Brannenburg und 1789–91 Mesner und Maler auf der Biber. 1791 heiratete er Maria Brigitta Freund (* 1771 Frasdorf † 1843 Neubeuern), die Tochter des Hohenaschauer Gerichts-Oberschreibers Franz Joseph Freund von Flintsbach und war bis 1806 Maler in Unterflintsbach. Nach dem tödlichen Unfall seines unverheirateten Bruders Richard am 24.10. 1806 übernahm er den Hof Hinterschweinsteig, arbeitete aber weiterhin als Maler. Seit ca. 1820/22 war der Sohn Johann Evangelist der Jüngere (* 17.12. 1792 in Oberflintsbach) Maler in Neubeuern. Der Vater übergab den Hof seiner ältesten Tochter und zog zu seinem Sohn in Neubeuern bis zu dessen Wegzug nach Rosenheim 1828. Johann Sebastian Rechenauer d. A. starb in Neubeuern am 28.3. 1835. Von ihm sind die Fresken in der Pfarrkirche Flintsbach (S. 139) und Schwarzlack (S. 481) sowie das Chorfresko in Kleinholzhausen (S. 332); die Ausmalung von Brannenburg ist nicht erhalten. In der Loretokapelle in Rosenheim sind von Rechenauer sechs Gemälde mit Szenen aus dem Marienleben (S. 430).

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Flintsbach, Neubeuern, Oberaudorf; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard Nr. 36: Maler in Neubeuern; Sebastian Dachauer, Chronik von Brannenburg und den nächsten Orten der Umgebung, in: OAVG 4 und 5, 1843/44; Josef Rosenegger, Brannenburg-Degendorf, Brannenburg 1990. Sebastian Rechenauer der Ältere S. 216 f.

SCHILLING, Joseph Ignaz, * 1702 Villingen im Schwarzwald als Sohn des Malers Johann Heinrich Schilling und seiner Ehefrau Genoveva, lernte laut Westenrieder beim Vater, blieb in Villingen bis 1720 und arbeitete dann in Neuburg. Um 1726 kam er nach München und war Geselle beim Maler Johann Georg Sang. Im Jahr 1730 arbeitete er bei der Ausmalung der Stiftskirche Beyharting mit Johann Baptist Zimmermann und seiner Werkstatt (S. 104). Am 25.6. 1730 erwarb er die Malergerechtigkeit des 1722 verstorbenen Dominikus Faistenberger und heiratete am 17.7. 1730 in München St. Peter Maria Catharina Sang, die Tochter von Johann Georg Sang. Nach dem Tod der ersten Frau am 2.5. 1747 heiratete Schilling am 30.10. 1747 in München St. Peter Maria Johanna Lindemayr, Tochter des Münchner Uhrmachers Caspar Lindemayr. Am 2.4. 1773 starb Joseph Ignaz Schilling und wurde bei St. Peter begraben.

Schilling war vor allem als Dekorations- und Theatermaler erfolgreich. Vierzig Jahre malte er die Theaterdekorationen für die Lateinische Kongregation bei den Jesuiten in München, aber auch für die Jesuiten in Straubing und Dillingen. 1764 malte er die ehem. Jesuitenkirche St. Sebastian in Ebersberg aus (nicht erhalten, s. CBD Bd 11, S. 305–08).

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln St. Peter; Westenrieder Teil III, S. 376–78; Volker Liedke, Meisterbuch S. 46.

SCHROTT, Johann Georg, * Braunau, heiratete am 15.11. 1717 in Wasserburg Maria Elisabeth Hintermayr, Tochter des Wasserburger Malers Sebastian Hintermayr († 20.6. 1717) und wurde am 26.11. 1717 in Wasserburg als Bürger und Maler aufgenommen. Der Sohn Caspar Matthias (* 19.9. 1724 † 7.9. 1791) wurde ebenfalls Maler; der Vater übergab ihm 1761 die Werkstatt in Wasserburg. Johann Georg Schrott starb am 29.8. 1762 in Wasserburg. Er wurde von Johann Michael Freundt, dem Pfarrer von Schnaitsee, viel beschäftigt. Die Fresken in Kirchloibersdorf werden ihm zugewiesen (S. 313).

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Wasserburg; AEM, Kirchenrechnungen Kling; Stadtarchiv Wasserburg.

SCHUTZ, Joseph Anton, * 1746 Neresheim als Sohn des Stuckators Johann Michael Schütz (* 10.10. 1717 Wessobrunn † 12.4. 1755 Neresheim) war bei Tod des Vaters erst neunjährig. Seine Ausbildung als Maler ist in Neresheim anzunehmen. Der Eintrag im Münchner Zunftbuch, er habe in Wien gelernt, bezieht sich wahrscheinlich auf einen Aufenthalt in Wien während seiner Wanderschaft. Als Einundzwanzigjähriger hielt sich Joseph Anton Schütz – vermutlich immer noch auf der Wanderschaft – in München auf und heiratete in St Peter am 24.11. 1767 Maria Anna, die Tochter des Malers Johann Michael Weber. 1768 erwarb er die Windtingerische Malergerechtigkeit. Zwei Kinder sind in den Taufmatrikeln verzeichnet, Franz von Paula (* 19.8. 1768) und Maria Anna Carolina (* 25.7. 1769). Joseph Anton Schütz starb am 12.7. 1770 in München im Alter von 24 Jahren, ein Jahr, nachdem er die Annakapelle in Altenhohenau ausgemalt und signiert hatte: Joseph Antoni Schüz / München pinxit / 1769 alt 23 Jahre. Seine Witwe heiratete am 8.5. 1774 den Maler Matthias Ott. Joseph Anton Schütz zeigte sich in Altenhohenau am Ende des Ro-



koko als ein begabter Rokokomaler voll Anmut und Sinn für zarte Farbigkeit. Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln St. Peter; Liedke, Meisterbuch S. 48.

SCHWEINDL, Ruprecht, * 1623 Ort unbekannt, ist 1655 als lediger Malergeselle faßbar, 1659 als Maler in Baumburg. Vor 1669 heiratete er Anna Maria N. und war bis zum Ende seines Lebens als Maler in der Baumburger Hofmark Altenmarkt ansässig. Ruprecht Schweindl starb am 29.4. 1705. Seine Tochter Maria Catharina heiratete 1706 den jungen Maler Andreas Junker, der Schweindls Werkstattnachfolger wurde (1700 hatte seine Tochter Anna Maria den Hohenaschauer Kistler Matthias Lettenbichler geheiratet).

Schweindl war ein gut beschäftigter Maler. Vor allem im 17. Jh., wo es im Chiemgau noch nicht viele ansässige Maler gab, war er auch außerhalb des Baumburger Bereichs tätig. 1683/84 faßte er zusammen mit seiner Tochter den Hochaltar in Frasdorf, 1688/90 arbeitete er für Vachendorf und 1690 für Frauenchiemsee. Die Hohenaschauer Quellen berichten, er habe 1675/77 Bilder für Decken geliefert; von den dort erhaltenen Gemälden kommt er am ehesten als Autor für die musizierenden Damen im sog. Eckzimmer in Frage (s. auch Bomhard, Bd 2, S. 387 f.)

SELB, Carl, * 12.11. 1760 in Stockach, Gemeinde Bach, Bezirk Reutte/Tirol als Sohn eines Bauern. 1799–1801 ging er mit seinem jüngeren Bruder Josef Anton Selb (* 1784 Stockach † 1832 München), der später Maler und Lithograph wurde, an die Akademie Düsseldorf, später zu weiteren Studien nach München. In den Jahren 1801–09 hielt sich Carl Selb teils in München, teils in seiner Heimat auf, wohin er 1809, im Zusammenhang mit dem Tiroler Aufstand, zurückkehrte (Nagler). Die Ausmalung von Lampferding fiel also in die Zeit seiner Studien in München. Außer der Freskierung von Lampferding 1803 (S. 337) sind zwei weitere Freskierungen von Selbs Hand bekannt und erhalten, die in Bach und die in Häselgehr (beide Bezirk Reutte/Tirol); in Häselgehr arbeitete er mit seinem Bruder Joseph Anton. Außerdem sind mehrere Altarblätter von Carl Selb erhalten, in Breitenwang, Häselgehr, Elmen, Stanzach, Hägerau (sämtlich Bezirk Reutte/Tirol). Als Lehrer von Carl Selb sind Johann Jakob Zeiller und Martin Knoller archivalisch nachgewiesen. Einen greifbaren Einfluß hat aber nur Knoller ausgeübt. Carl Selb starb in Stockach am 15.6. 1819.

Quellen und Lit.: Thieme-Becker, Bd 30, S. 474, s.v. Selb, Carl (J. Ringler).

TIEFENBRUNNER, Malerfamilie in Prien/Trautersdorf

SCHMIDT, Hanns, * um 1630 unbekannten Orts war der erste Maler, der sich in Prien ansässig machte. Er heiratete am 4.9. 1658 bereits Witwer und »pictor in Kempsee« in München Walburga Höss († nach 1664), lebte bis 1661 in Prien als Herbergsmann »am Pach« und kaufte am 7.1. 1661 das Schustergütl (»Kastler-Anwesen«) in Prien/Trautersdorf um 78 fl. (heute Trautersdorf Nr. 1); dritte Ehe mit Susanna Rieder um 1668. Hanns Schmidt war als Faßmaler und Vergolder erfolgreich: er machte z.B. alle Faßarbeiten für die 1676/79 neu erbaute Domstiftskirche Herrenchiemsee. Er starb in Trautersdorf kurz vor dem 4.5. 1705. Seine Witwe übergab das Anwesen der Tochter Maria, die den Maler Franz Xaver Tiefenbrunner heiratete.

TIEFENBRUNNER, Franz Xaver d.Ä., * 2.12. 1683 in München als Sohn des Bürgers und Büchsenmachers Matthias Tiefenbrunner heiratete am 9.6. 1705 in Prien Maria Schmidt (* um 1675 † 1751) und übernahm die Malerwerkstatt in Trautersdorf, wo er als Faßmaler tätig war. Er starb am 24.5. 1743 in Trautersdorf und hinterließ Haus und Werkstatt seinem Sohn Joseph.

ist er als Malergeselle in Marquartstein faßbar. Er heiratete in Prien am 9.11. 1734 Maria Salome Gloring (* 1713 † 1791), Tochter des Grassauer Sattlers Johann Gloring. Ab 1737 sind Arbeiten von Joseph Tiefenbrunner in Prien nachgewiesen (Pfarrarchiv Prien, Kirchenrechnungen), wo er bereits auf eigene Rechnung arbeitete und besonders 1739/40 gut verdiente. In der benachbarten Herrschaft Hohenaschau war kein Maler ansässig und so gehörte das Gebiet um Hohenaschau in der ersten Hälfte des 18. Jh. zum Einzugsbereich der Tiefenbrunner. Eine Konkurrenz war für Joseph Tiefenbrunner ab der Jahrhundertmitte der in Frauenchiemsee ansässige Maler Balthasar Furtner, der besonders als Faßmaler geschätzt war und die Tiefenbrunner der Herrschaft Hohenaschau weitgehend verdrängte.

Die Herrschaft Wildenwart allein konnte kaum einen Maler ernähren. 1753/54 wird schon Joseph Tiefenbrunners »bekannte Armuth« erwähnt. Am 3.6. 1763 übergab er die Werkstatt seinem Sohn Franz Xaver d. J. Drei Freskierungen Joseph Tiefenbrunners sind bekannt: Hirnsberg 1743 (S. 249); Kreuzkapelle Niederaschau 1753 (S. 380) und Greimharting 1758 (S. 170); nicht erhalten sind die Deckenbilder in der Ölbergkapelle in Niederaschau von 1

TIEFENBRUNNER, Franz Xaver d.J., * 30.11. 1736, heiratete am 21.6. 1763 in Prien Elisabeth Mosmüller (* um 1735 † 1813) aus Feldwies und übernahm die Werkstatt schon zu Lebzeiten seines Vaters. Diese Malerwerkstatt erhielt ab ca. 1770 fast keine Aufträge mehr. Das Haus mußte wegen Überschuldung am 21.7. 1771 verkauft werden.

Von Franz Xaver Tiefenbrunner d.J. sind wenig Arbeiten bekannt: neben Lüftlmalereien an Häusern in Prien und Umgebung (Kat. Prien 1990, S. 36f.) Freskierungen in Rain/Thalkirchen 1763 (S. 411), St. Florian 1764 (S. 467) und St. Salvator 1765 (S. 470); das kleine Deckenbild in der Vorhalle der Kapelle in Weidachwies um 1770 wird ihm zugeschrieben ($ 521)

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Prien; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard Nr. 36, Maler in Prien; Peter von Bomhard, Priener Heimatbuch, Prien 1958, S. 363–69; Bomhard, Kunstdenkmäler des Landkreises Rosenheim, passim. Katalog der Ausstellung 1250 Jahre Truthersreute – Trautersdorf 740–1990 in Prien, Prien 1990, S. 31–37; Karl Josef Aß, Die Fresken der Tiefenbrunner, in: Oberbayrisches Volksblatt 7./8.7. 1990. Karl Josef Aß, Die Werke der Chiemgauer Malerfamilie Tiefenbrunner, in: Charivari 1991 Nr. 11, S. 16–21.

TROGER, Peter, * 1737 Oberaudorf als Sohn des Oberaudorfer Spielmanns und Malers Georg Troger (* 1690 in Tirol † 16.12. 1766 Oberaudorf), der seine Malerwerkstatt am Burgberg in Oberaudorf hatte. Nach dem Tod des Vaters war Peter Troger wohl zunächst am Burgberg als dessen Nachfolger tätig, heiratete aber am 13.10. 1767 Maria Meyrl († 1773), die Tochter des bereits verstorbenen Hauslwirts in Oberaudorf, wurde damit Hauslwirt (1/4 Anwesen) und blieb nebenbei Maler. In zweiter Ehe heiratete er am 7.2. 1774 Elisabeth Schröcker († 1780) und in dritter Ehe am 26.6. 1782 Elisabeth Meyrl († 1789) alle aus Oberaudorf. Peter Troger starb am 26.11. 1793 in Oberaudorf, »nobilis ac artificiosus Dominus«

Im vorliegenden Band wird Peter Troger als Autor der Freskierungen von Schweinsteig 1771 (S. 490) und Windhag 1782 (S. 563) vorgeschlagen, wobei die Zuweisung von Schweinsteig auf Bomhard zurückgeht (Bd 1, S. 206). Für Peter Troger gesicherte Freskierungen gibt es nicht, doch spricht neben der historischen Gründen eine gewisse stilistische Verwandtschaft mit den Werken seines bekannteren Bruders Johann Sebastian Troger (* um 1735) für Pete Troger als Autor von Schweinsteig und Windhag. Johann Sebastian Troger war Maler in Elbach (1760–66) und später in Weilheim († 1792). Von ihm stammen die Ausmalungen der Pfarrkirche Weilheim St. Pölten 1782 (CBI Bd 1, S. 563–66) und die der Filialkirche St. Jakobus d.Ä. in Piesenkam 178. (CBD Bd 2, S. 206 f.).

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Oberaudorf; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard Nr. 36: Maler in Oberaudorf.

URSCHER, Thomas, * 28.1. 1682 als Sohn der Bauersleute Thomas und Elisabeth Urscher in Teigscheid, wurde elfjährig am 1.3. 1693 vom Maler Johann Wackersberger in Entmoos als Lehrling aufgenommen. Nach dessen Tod 1697 lernte er bei Jacob Carnutsch in Prien, wo er am 24.11. 1698 freigesprochen wurde. Am 12.1. 1705 heiratete er in Reischenhart Anastasia Winner, die Tochter des Flintsbacher Mesners Johann Winner. Von 1707–1716 arbeitete er als Maler in Rohrdorf. 1717 wurde Thomas Urscher Bürger und Maler in Neubeuern, nebenbei Kramer auf der Kolmbergerischen Behausung im Markt.

(S. 332) und machte 1731 die Innenrenovierung in Großholzhausen (S. 175). Thomas Urscher starb am 16.3. 1742 in Altenmarkt bei Neubeuern. Sein Sohn Michael (* 1710 Rohrdorf † 1771 Altenmarkt) ist 1731 an der Akademie in Wien nachgewiesen.

Quellen und Lit.: AEM Matrikeln Rohrdorf, Reischenhart, Neubeuern, Altenmarkt; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard Nr. 36, Meister in Neubeuern; Josef Rosenegger, Meister in Inntal (= Kleine Pannonia-Reihe Nr. 41) Freilassing 1974, S. 18.

VICELLI, Antonio, * 22.1. 1662 in Sillian/Osttirol als Sohn des Malers Johann Vicelli und seiner Ehefrau Eva Frizler, arbeitete als junger Maler in den 80er Jahren bei seinem Bruder Johann Baptist Vicelli in Aibling, der nach dem Tod des Aiblinger Bürgers und Malers Franz Weillechner († 11.3. 1669) an 24.11. 1670 dessen Witwe Margareta Weillechner geb. Miller geheiratet. Antonio Vicelli heiratete am 11.6. 1686 in Willing bei Aibling die Stieftochter seines Bruders, Anna Margareta Weillechner (* 7.7. 1665). Er blieb zunächst in Aibling; die Deckenbilder in Heilig Blut 1686/87 werden für ihn in Anspruch genommen (S. 183). Später zog er nach Ebersberg, wo er in den Taufeinträgen seiner Kinder pictor p(er). t(empore). in Ebersberg genannt wird. Dann machte sich Antonio Vicelli in Markt Schwaben ansässig. Um 1720 zog Vicelli in die Au bei München und schließlich nach München. Er starb in München (U.L.F.) am 6. 1741.

VICELLI, Johann Baptist, * 2.10. 1650 in Sillian/Osttirol als Sohn des Malers und Gerichtsbeisitzers Johann Vicelli und seiner Ehefrau Eva Frizler, arbeitete nach der Ausbildung bei seinem Vater wohl in der Aiblinger Malerwerkstatt des Franz Weillechner, der am 11.3. 1669 starb. Er heiratete am 24.11. 1670 Weillechners Witwe Anna Margaretha geb. Miller und wurde damit Bürger und Maler in Aibling. Johann Baptist Vicelli beschäftigte in den 80er Jahren seinen jüngeren Bruder Antonio (s. oben). Er starb in Aibling am 13.5. 1720. VICELLI, Johann Blasius, * um 1690 Ebersberg als Sohn des Malers Antonio Vicelli, heiratete am 18.11. 1720 in Aibling Maria Katharina Zitzlsperge Tochter des Haager Wirts und Handelsmanns Johann Zitzlsperger und übernahm im gleichen Jahr die zweite Aiblinger Malergerechtigkeit von seinen Onkel Johann Baptist Vicelli († 13.5. 1720). Johann Blasius Vicelli war angesehener Bürger, Maler und Handelsmann in Aibling, 1732 Bürgermeister. Bevor Johann Georg Gaill in Aibling ansässig wurde (er übernahm die Gerechtigkeit 1746 von Joseph Trinkl), war Vicelli im engeren Aiblinger Gebiet so gut wie der einzige in Kirchen beschäftigte Maler. An Gemälden sind bekannt: in der Pfarrkirche Aibling zwei Seitenaltarbilder, die Marter des hl. Stephanus und des hl. Simon Stock; für Wilparting malte er 1728 die Bilder an der Emporebrüstung mit Szenen aus der Legende der hll. Marinus und Anianus. Mit der Tod von Johann Blasius Vicelli in Aibling am 27.12. 1770 »spectatissimus artificiosissimus Dominus« erlosch die zweite Aiblinger Malergerechtigkeit. Sein Sohn Johann Blasius d. J. war 1750/60 als Faßmaler viel im Schloß Nymphenburg beschäftigt.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Aibling, Ebersberg, Schwaben, München U.L.F.; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard Nr. 37: Genealogische Notizen zu Malern; AEM, Nachlaß Peter von Bomhard, Künstler in Aibling; Jakob Albrecht, Die Malerfamilie Vicelli, in: Heimat am Inn 1951, S. 7;

WEIDINGER, Kaspar, * 1737/38 unbekannten Orts, tritt archivalisch erstmals 1768 auf als Maler in Miesbach (Tochter Michaelina Maria Anna * 8.5 1768). Er war verheiratet mit Maria Magdalena Grass (* 1.3. 1738), Tochter des Miesbacher Malers Johann Michael Grass († 1774), der Werkstattnachfolger von Joseph Anton Grass war. Kaspar Weidinger machte sich 1768/69 als Maler in der Hofmark Vagen ansässig. Weidingers Ehefrau starb am 6.4. 1818 in Vagen. Kaspar Weidinger starb am 24.1. 1827 im Alter von fast 90 Jahren. Als Adresse ist »beim Maler in Vagen 36« angegeben.

Für die Ausmalung von Kleinhöhenrain 1785 (S. 325) erhielt Weidinger 340 fl. Dort faßte er auch Kanzel und Oratorium. 1783 faßte er den Stuck der Pfarrkirche in Aibling farbig, 1786 den Hochaltar in Berbling. Die beiden hinteren Altarbilder in Berbling mit den Darstellungen von Christi Geburt und der Anbetung der Könige können ihm zugewiesen werden. 1787 freskierte er die Kirche in Sachsenkam (CBD Bd 2, S. 229–33).

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Miesbach (frdl. Mitt. Gerhard Wittich Schliersee) und Götting; Josef Brunnhuber, Chronik des oberen Leitzachtales Fischbachau/Birkenstein 1928, S. 457, 488, 493.

WINK, Thomas Christian, * 19.12. 1738 in Eichstätt, lernte bei dem Faßmaler Anton Scheitler in Eggenfelden; nachdem er als Geselle in Eichstätt, Augsburg und Freising gearbeitet hatte, wurde er Gehilfe bei Johann Michael Kaufmann in München. Er arbeitete auch als Theatermaler für den Hof. 1767 erhielt er den Auftrag für vier große Gemälde, die Jahreszeiten, für die kurfürstliche Gobelinfabrik. Aufgrund dieser Arbeit, die er erst 1773 vollenden sollte, wurde er am 7.1. 1769 zum kurfürstlichen Hofmaler ernannt und heiratete am 19.11. 1769 in München Elisabeth Schega, die Tochter des Medailleurs Andreas Schega. Er wurde als Freskant berühmt: schon 1765 hatte er die Pfarrkirche in Starnberg ausgemalt (CBD Bd 1, S. 347), darauf folgten fast Jahr für Jahr große Freskenwerke; nach eigenem Bekunden hat er 28 Kirchen Die Ausmalung von Albaching 1791/92 (S. 19) war sein vorletztes Werk. Mitarbeiter in Albaching war sein Neffe Amandus Wink (* 1748 Eichstätt † 1817 München). Thomas Christian Wink starb am 6.2. 1797 in München.

WORSCHI (Wörsching, Wersig u.ä.), Johann Jakob, * gegen 1700 Weißenhorn als Sohn des Bürgers und Malers Tobias Wersig, kam 1715 nach München. Er arbeitete als Geselle bei Johann Georg Sang. 1727 wurde er als Bürger und Maler in München aufgenommen und heiratete am 25.8. 1727 in München St. Peter Anna Maria, eine Tochter Sangs; zweite Ehe am 29.7. 1737 in München U.L.F. mit Maria Theresia Seiz, Tochter des Freisinger Hofschlossers Anton Seiz. In den Rechnungen des Münchner Hofs ist Wörschi häufig als Dekorationsmaler erwähnt, aber auch als Restaurator von Deckenbildern: Heiliges Grab in der Schloßkapelle Nymphenburg 1741, Feuerwerksdekorationen für den Hof 1747 und 1749, Restaurierungen von Deckengemälden 1749 im Schwarzen Saal der Residenz und 1750 in der Magdalenenklause Nymphenburg. Johann Jakob Wörschi starb am 28.8. 1767 in München, St. Peter. Bei der Ausmalung der Stiftskirche Beyharting tritt er 1730 als Mitarbeiter Heigls auf.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln München St. Peter, Aibling; Stadtarchiv München, Ratsprotokolle 1725 II, Bl. 53 a. 94 b: BSB Oefeleana 5/V: BHSt. HR I, 25/89, Nr. 2, ad 48, Ziffer 45; Thieme-Becker Bd 35, S. 422 f., s.v. Wörsching [Norbert Lieb].

WUNDERER, Franz Xaver, *1.5.1714 Landshut † 30.3.1764 ebda., Sohn des Landshuter Glasers Wolfgang Wunderer. 1752 Bürgeraufnahme in Landshut. 1756 Mitarbeit unter J.B. Zimmermann in der Pfarrkirche Aibling. Einziges signiertes und 1761 datiertes Fresko ist das Hauptbild in der Wieskapelle bei Freising (CBD Bd 6, LKr. Freising, S. 203–05); die Ausmalung der Stiftskirche St. Andrä in Freising ist nicht erhalten.

Lit.: Volker Liedke, Die Landshuter Maler- und Bildhauerwerkstätten von der Mitte des 16. bis zum Ende des 18. Jhs., in: Ars Bavarica 27/28, 1982, S. 90 f. und S. 22 f.; Fritz Markmiller, Barockmaler in Niederbayern, Die Meister der Städte, Märkte und Hofmarken, Regensburg 1982, S. 257.

ZACHENBERGER, Anton, * um 1690 Straßwalchen bei Salzburg als Sohn des Kramers Simon Zächenberger, arbeitete auf seiner Wanderschaft in Salzburg, Trient und Wien. Er war vorübergehend in Ingolstadt tätig und anschließend in München Geselle des Malers Joseph Ruffini. Er bewarb sich am 27.10. 1724 in München um die Malergerechtigkeit des Daniel Hörapöckh († 1716). Am 5.3. 1725 wurde sie ihm überlassen. 1729–35 und 1742–49 war Zächenberger Vierer der Zunft. 1741 bewarb er sich um die Stelle des Stadtmalers in München, in der ihn 1770 Franz Anton Gaulrapp ablöste. Anton Zächenberger starb in München am 10 (21) 2 1772.

Signierte Arbeiten Zächenbergers sind die Fresken im Chor von München Perlach 1729 (CBD, Bd 3/I, S. 93 f.) und die Ausmalung von Puch (Lkr. Pfaffenhofen) 1720. Die Fresken in Ottendichl (Lkr. München) werden ihm zugeschrieben (ebd. S. 144–48). Für die Fresken in Weihenlinden wird Zächenberger als Autor in Vorschlag gebracht (S. 524).

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln München St. Peter; BSB, Oefeleana 5/V; Liedke Meisterbuch S. 45.

ZICK, Johann, * 10.1. 1702 Lachen bei Memmingen als Sohn des Eisen schmieds Ulrich Zick, lernte bei dem bischöflichen Hofmaler Jakob Karl Stauder in Konstanz während dessen Arbeit in Ottobeuren. Später lebte er in der Au bei München, wo er um 1725/26 die alte Mariahilfkirche freskierte (CBD Bd 3/I, S. 268; die Kirche wurde 1839 abgebrochen). Oefele berichtet von einem signierten Fresko Johann Zicks in der Bibliothek der Augustiner-Eremiten in München (um 1726, s. CBD, Bd 3/I, S. 263; der Bau wurde 1913 abgebrochen), wo auch Johann Baptist Zimmermann freskierte. Am 18.11. 1726 heiratete Johann Zick Anna Maria Sailer in der Au bei München (Geburt des Johann Januarius am 6.2. 1730). Ab 1732 ist Zick als Hofmaler und Kammerdiener von Herzog Johann Theodor, Fürstbischof in Freising, in München ansässig. Im vorliegenden Band werden Werke aus seiner Frühzeit vorgestellt die Fresken der Roßackerkapelle 1737 (signiert, S. 422) und die Ausmalung der Bibliothek in Herrenchiemsee 1737/38 (Zuschreibung, S. 236). Wie in Raitenhaslach (CBD Bd 9, S. 154) arbeitete Johann Zick auch bei diesen Ausstat tungen mit Stuckatoren der Zimmermann-Werkstatt zusammen. Er starb am 4.3. 1762 in Würzburg.

Quellen und Lit.: AEM, Matrikeln Au bei München; BSB Oefeleana 5/V; Barbara Strieder, Johann Zick (1702–1762). Die Fresken und Deckengemälde (= Manuskripte zur Kunstwissenschaft), Worms 1990, S. 21–25.

ZIMMERMANN, Johann Baptist, * 3.1. 1680 Gaispoint bei Wessobrunn als Sohn des Stuckators Elias Zimmermann († 1695) und der Justina Rohrmoser, † 2.3. 1758 in München. Zimmermann ist als Stuckator erstmals faßbar 1696 in Maria Thalkirchen bei München, sowie in den Jahren 1697–1701 bei der Stuckierung der Kollegiatstiftskirche in Isen (CBD Bd 7, S. 169) und 1700 in St. Wolfgang (ebd., S. 275 f.) als Mitarbeiter im Trupp seines Stiefvaters Christoph Scheffler. Die Dekoration von zwei Räumen in Schloß Maxlrain fand in der frühen Zeit seiner Heirat mit Elisabeth Ostermayr und der Geburt seiner fünf Kinder statt, als er zuerst in Maxlrain wohnte, dann in Miesbach ansässig war (1707–15). Nach seiner Übersiedlung nach Freising 1715 war er auf viele Jahre hinaus mit Aufträgen überhäuft. Trotz der intensiven Arbeit an der Stuckierung in Schloß Schleißheim, in der Residenz und in Nymphenburg arbeitete Zimmermann auch immer für Klöster: 1730 entstand die Dekoration der Augustiner-Chorherrnkirche Beyharting (S. 102). Ein weiteres Hauptwerk Zimmermanns im Landkreis Rosenheim ist die Innenausstattung der Pfarrkirche Prien mit dem großen Fresko der Schlacht von Lepanto. Im zeitlichen Umfeld waren er und seine Mitarbeiter auch in Herrenchiemsee und Schloß Hohenaschau beschäftigt. Einen Einblick in seine späteste Schaffenszeit vermitteln die Ausstattungen der Stadtpfarrkirche Bad Aibling (S. 71) und der Pfarrkirche Berbling (S. 90), wo noch einmal die Rolle der Zimmermann-Werkstatt deutlich wird.