Im 18. Jh. im Bereich des Landkreises Mühldorf tätige Maler


Dieser Text stammt aus: Bauer, Hermann/Rupprecht, Bernhard: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, Band 8: Landkreis Mühldorf am Inn. Hirmer, München 2002, ISBN 978-3-7774-9430-2, S. 344–349 Original (Passwortgeschützt)
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Malerwerkstätten in den Gerichten und Märkten des heutigen Landkreises Mühldorf


1. Maler in Mühldorf

1671/91 Wolfgang Spagl 1691–1701 Anna Spagl

1701–1711 Karl Fecht

1711–47 (Johann) Paul Kurz (Vater)

1751–52 Nikolaus Bernhard

1752–72 Johann Paul Kurz (Sohn)


2. Maler in Neumarkt

Neben der bürgerlichen Malergerechtigkeit in Neumarkt gab es eine nichtbürgerliche in der südlich von Neumarkt gelegenen Hofmark Adlstein, dem Sitz des Neumarkter Pflegers. Bürger und Maler

1707–42 Joseph Anton Haas

1742–53 Johann Baptist Rabensteiner

1753–66 Franz Anton Fux

1769–72 Joseph Augustin Schmid

, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , 1774–1803 Franz Xaver Hornöck


Maler in der Hofmark Adlstein

1733–42 J.B. Rabensteiner

1758–61 Jakob Fürstenbräu

1763–74 Anton Zelcker


3. Maler in Kraiburg

um 1655/59 Cornelius Quirin Staudacher

1675/93 Sebastian Junker

1693–1728 Johann Michael Huber

1729–40 (Johann) Nikolaus Miller

1740–69 Johann Anton Seltenhorn

1769–1809 Martin Anton Seltenhorn


4. Maler in Gars

Marktmaler

1711–49 Johann Franz Huber

1749–71 Johann Benedikt Aiglstorffer

1772–1814 Augustin Aiglstorffer d. Ä.

1814–1823 Augustin Aiglstorffer d. J.

Klostermaler

1745–58 Anton Liechtenfurtner, Laienbruder


5. Maler in Buchbach

um 1737 Joseph Eder

um 1752/54 Joseph Dominikus Mazol

1754–1803 Balthasar Mang d. Ä.

1803–41 Balthasar Mang d. J.

1841–90 Heinrich Dagn


Maler, die im Bereich des Landkreises Mühldorf tätig waren

AIGLSTORFFER, Malerfamilie in Gars

Johann Benedikt, * um 1722 Wartenberg, † 1771 Gars. Er stammte aus der Malerfamilie Aiglstorffer in Wartenberg, die im Landkreis Erding viele Kirchen ausmalte (CBD, Bd 7); er war der Sohn Franz Joseph Aiglstorffers. In Gars heiratete er am 24.11.1749 Franziska Huber, Tochter Johann Franz Hubers, dessen Werkstatt er übernahm. Ihm können ein Fresko in Riedbach und einige Gemälde in den Gängen von Kloster Gars, eine Darstellung des hl. Johann Nepomuk, datiert 1750, ein >Hl. Augustinus<, drei Evangelisten und ein Christus, wohl ehemalige Kanzelgemälde zugeschrieben werden.

Augustin der Altere, Maler in Gars, * 23.8. 1753 Gars † 29.5. 1815 Gars. 1772 übernahm der Achtzehnjährige die Werkstatt seines Vaters. Auf ihn folgte 1814 sein Sohn.

Augustin der Jüngere, * 7.8. 1780 Gars † vor 1823.

Mit Ausnahme der Erwähnung bei Meidinger sind von ihnen keine Gemälde bekannt.

ALBRECHT, Benedikt, * um 1655 Berg am Starnberger See, 11.7. 1684 Aufnahme in die Münchner Malerzunft, † 28.3. 1730 München. Häufig zusammen tätig mit Johann Kendlbacher, z.B. in Stift Reichersberg, vermutlich auch in Schloß Aurolzmünster, beide im heutigen OÖ gelegen, und in München im Palais Neuhaus (nicht erhalten). Im Anschluß an Gars 1711/12 entstand 1713/15 die Ausmalung im ehem. Augustinerkloster auf Herrenchiemsee und 1715/22 die der Klosterkirche Au am Inn.

AYERSCH... (Ayerschmalz, Ayerschöttel), P. (Peter) Signatur mit Datum 1687 im Deckenbild des Fürstensaals von Zangberg, Maler nicht identifiziert.

BERNHARD, Nikolaus, Maler in Mühldorf, später in Wasserburg. Sohn des Wagenmeisters Augustin Bernhard aus Hohenaschau. Bei seiner Heirat in Mühldorf am 25.5. 1751 mit Maria Barbara Kurz, der Witwe von Paul Kurz, wird er als »juvenis und futurus Pictor« bezeichnet. Am 9.9. 1752 tauschte Nikolaus Bernhard mit Johann Paul Kurz d.J. die Malergerechtigkeit in Wasserburg. Gemälde sind von ihm nicht bekannt.

DAGN, Heinrich, Maler in Buchbach, * 1808 Ruhpolding † 1890 Kraiburg. Heiratete 1840 Josepha Mang, die Enkelin Balthasar Mangs, und wurde Nachfolger von Balthasar Mang in Buchbach. 1863 ließ er sich in Kraiburg nieder. (Lorenz Strobl, Der Kirchenmaler Heinrich Dagn von Buchbach, in Der Heimgarten Nr. 30, 5.9. 1925.)



EDER, Joseph

Maler in Buchbach, tätig um 1737. Über die Heirat mit seiner Tochter Therese wurden Dominikus Mazole und Balthasar Mang seine Nachfolger.

FECHTL, Johann Karl

Maler in Mühldorf. 1701 Heirat mit Maria Katharina Spagl und Übernahme der Werkstatt Wolfgang Spagls, die seit 1691 von dessen Witwe weitergeführt worden war.

FÜRSTENBRÄU, Jakob

Maler in Neumarkt 1758/61, * Höchstätt bei Dillingen, † 1761 nicht in Neumarkt. Bruder des in Landshut 1754/87 ansässigen Malers Joseph Fürstenbräu (Liedke, S. 31 f). Jakobs Heiratseintrag in Landshut vom 23. 11. 1758 ist mit der Angabe »angehenter Bürger und Mah ler in oppido Neumarkt« versehen. Fürstenbräu war ansässig in der Herberge im Baumburger Schlössl. Der in Neumarkt ansässige Maler Fux wehrte sich gegen den Eindringling, »de nur ein Malergeselle sei und dort mit Frau und Kind lebe, ohne Steuern zu zahlen und noch ein Bürgerrecht zu haben«. 1759 sind Geburt und Tod des Sohnes Anton Emanuel bezeugt. Pate war Joseph Emanuel Baron von Berchem, vertreten durch den Neumarkter Bürgermeister Theodor Philipp Schmid. Diese hochstehende Verbindung läßt Beziehungen zu Adelskreisen vermuten, z. B. auch zur Gräfin von der Wahl, in deren Besitz Salmanskirchen war. Die Ausmalung von Salmanskirchen kann ihm zugeschrieben werden. In der kurzen Zeit seiner Tätigkeit im Gericht Neumarkt hat Jakob Fürstenbräu kaum eine Spur hinterlassen. Die Fassung von Altar und Kanzel in Kirchbrunn stellte nach seinem Tod Anton Zelcker fertig.

FUX, Franz Anton

Maler in Neumarkt, * um 1692, † 26. 11. 1766 Neumarkt. 1724/53 war Fux im Markt Massing in Niederbayern ansässig; er hatte dort auch ein Wirtshaus. Nach dem Tod seiner ersten Frau am 10. 5. 1753 heiratete er am 16. 10. 1753 die Witwe Johann Baptist Rabensteiners und ließ sich in Neumarkt nieder. Die frühen Fresken in Anzenberg/NB, 1733, mit Themen aus dem Marienleben, die nach einem Kupferstichzyklus von Johann Georg Bergmüller aus Augsburg gemalt sind, sind von einer später nicht mehr erreichten Qualität. Die stark übermalten Chorfresken in Hölsbrunn/NB, 1748/50, werden ihm zugeschrieben, hinzu kommen die übermalten Fresken in Frauenornau 1754/55, der Isidorzyklus in Rattenkirchen, die Mirakeldarstellungen an den Chorwänden in Ranoldsberg und Altarbilder in Schönberg, Neufahrn, Frauenornau und Hölsbrunn/NB. Fassung der Altäre von Wenzel Jorhan in St. Wolfgang bei Griesbach und in Anzenberg. Fux zeigt einen altertümlichen Malstil und auffallend fahle Farben.

HAAS, Joseph Anton

Maler in Neumarkt, * um 1684 in Schärding, † 1742 Neumarkt (zwei Sterbeeinträge unter 29. 12. 1742 und 28. 12. 1743). Heirat am 30. 9. 1707 mit der Gerberswitwe Anna Rosina Herzman in Neumarkt. Die Neumarkter Kirchenrechnungen nennen ihn als Autor für Wandbilder der Evangelisten in Reichertsheim und der Apostel in Riedbach (nicht erhalten) und für die Seitenaltarblätter in Obertaufkirchen. An Deckenbildern ist nur das Fresko in Wimpasing bei Ampfing für ihn gesichert. Weitere mutmaßliche Deckenbilder in der Josephs- und der Seelenkapelle im Kloster St. Veit, 1715, sowie in der Pfarrkirche in Mettenheim, 1720.

HEIGL, Martin

Maler in München, * unbekannt, † 1774. Die Ausmalung der Pfarrkirche in Mühldorf 1771 ist Martin Heigls vorletztes erhaltenes Freskowerk, gefolgt von der Ausmalung der ebenfalls zum Kollegiatstift Mühldorf gehörigen Pfarrkirche Oberflossing, 1772. Die Deckenbilder in den Kirchen von Niederbergkirchen, 1773/74, und Gumattenkirchen 1774, beide im LKr. Mühldorf, wurden im 19. Jh. zerstört bzw. übertüncht.

HÖGLER, Joseph Franz

Lebensdaten und Tätigkeit unbekannt. Signierte 1721 den Freskozyklus Johannes der Täufer in Wimpasing bei Ampfing.

HOFMANN, Wolfgang Adam

Maler in Haag, * 11. 12. 1690 Haag, † 5. 12. 1778 Haag. Sohn des Haager Malers Wolfgang Hofmann († 1739). Erste Heirat am 23. 1. 1736 mit Barbara Brunnauer aus Haag, zweite mit Maria Ursula Zunhammer († 1787) aus Haag. Fresken in Kirchdorf.

HORNÖCK, Franz Xaver

Maler in Neumarkt, * 4. 7. 1752 Schönau bei Eggenfelden, † 1822 Salzburg. Sein Vater, Joseph Hornöck aus Nöham, war Maler und Mesner in Schönau. Franz Xaver Hornöck wurde 1774 Bürger und Maler in Neumarkt. Heirat am 13. 5. 1777 mit Maria Katharina Hilz, Bierbrauerstochter aus Landshut. Er war 1774/95 fast ausschließlich im Bereich des Gerichtes Neumarkt bzw. der Klosterhofmark St. Veit als Faß-, Altarbild- und Freskomaler tätig. Die Ausmalung von Weilkirchen 1795, die späteste Deckenmalerei im Landkreis, steht als einziges gut erhaltenes Werk Hornöcks vor uns. Die AR-Fresken in Rattenkirchen (1794) und die Ausmalung von Feichten, die ihm zuzuschreiben sind, zeigen nur noch wenig originale Substanz. Seine Deckenbilder in Haunzenbergersöll/NB 1776, Lohkirchen 1781, Aschau bei Kraiburg 1793 und in der Mariahilfkirche in Vilsbiburg/NB 1795 sind nicht erhalten. Aus einem Überschlag Hornöcks sind die Darstellungen für Lohkirchen bekannt: »1. beim Chor MutterGottes in der Glorie, 2. Maria Himmelfahrt, 3. Werdende Mutter Gottes, in den 5 Nebenfüllungen Simbola« (BHStA Landshuter Abgabe 1993 Nr. 827). Hornöck ist ein sehr später Vertreter der barocken Deckenmalerei. Einzelne Motive zeigen deutliche Anklänge an den Rokokomaler Johann Wolfgang Baumgartner, dessen Werk in Stichen verbreitet war. Als im Mai 1802 der Abt von St. Veit als erster in Bayern die Aufhebung seines Klosters beantragte und Hornöck befürchten mußte, seine wichtigste Auftragsquelle zu verlieren, ließ er sich in Salzburg nieder. Dort malte er Porträts und Genredarstellungen (Vita und Daten nach Edgar Krausen, in: Barockmaler in Niederbayern, S. 125–34; Werkliste S. 263).

HUBER, Johann Franz

Maler in Gars. * um 1685 Ort unbekannt, † 1. 7. 1749 Gars. Hueber kam 1711 ca. 26jährig aus Kraiburg nach Gars. Durch die Heirat mit der Lebzeltertochter Franziska Altherr machte er sich in Gars ansässig. Möglicherweise hat er bei dem Kraiburger Maler Johann Michael Hueber gelernt, mit dem er vielleicht verwandt war. In den Jahren 1715/45 war er zusammen mit dem Kunstschreiner Johann Caspar Baldauf aus Au an allen anfallenden Kirchenausstattungen im Bereich der Klosterpfarreien Gars und Au beteiligt. Das einzige signierte und 1719 datierte Werk Hubers ist ein ehemaliges Altarbild, eine Darstellung des Apostels Thomas aus der Klosterkirche Gars, jetzt im Kloster vor der ehemaligen Bibliothek. Am Thomasaltar hängt noch das dazugehörige Auszugsbild der hl. Barbara, nach Meidinger stammen auch die beiden Gemälde am Nikolausaltar (Hl. Nikolaus und Pfingsten) von ihm. Huber zeigt noch einen Stil von fast spätgotischer Drastik (Anklänge noch an den Meister von Mühldorf). Eine Reihe von Gemälden in Kirche und Kloster Gars sind ihm zuzuschreiben, das Altarbild in Wang und die Sieben-Zufluchten-Bilder in Fraham, Mittergars, Wang und Riedbach. Vermutlich sind die Fresken in Riedbach und Wang sein Werk.

HUEBER, Johann Michael

Maler in Kraiburg. Lebensdaten unbekannt, erste Ehe 1693, zweite Ehe 1711. Durch die Heirat mit der Tochter Genoveva wurde Nikolaus Miller sein Nachfolger.

KENDLBACHER, Johann Eustachius

  • 1660 Lickov in Böhmen, † 21. 12. 1725 München. 1698 Aufnahme in die Münchner Malerzunft, verließ die Zunft, weil er den Hofschutz bekam. Häufige Zusammenarbeit mit Benedikt Albrecht.

KURZ, Malerfamilie in Mühldorf

(Johann) Paul der Ältere, * um 1687 Saalfelden/Tirol, war Sohn eines Hutmachers. Mit der Heirat der Witwe Fechtls am 10. 11. 1711 erwarb er die Spaglsche Malergerechtigkeit. Seit seiner zweiten Ehe trug er den zusätzlichen Vornamen Johann. Er starb 60jährig am 13. 12. 1747. Bekannt sind Altargemälde in St. Katharina, Mühldorf, in Kirchisen, Polling und Bergham und Arbeiten für Mettenheim und Annabrunn.

Johann Paul der Jüngere, * 26. 3. 1721 Mühldorf, † 4. 4. 1772 Mühldorf, »48jährig«, war Sohn von Paul Kurz aus dessen zweiter Ehe. Er heiratete in Wasserburg am 25. 8. 1744 Euphrosina Miesl, Tochter des Baumburger Hofwirts und Lehenspropstes Georg Christoph Miesl, wo er die Werkstatt des Gregor Aigner übernahm (AEM, Bomhard-Nachlaß). Als die dritte Ehefrau und Witwe seines Vaters 1751 mit dem »angehenden Maler« Nikolaus Bernhard, Sohn des Wagenmeisters Augustin Bernhard aus Hohenaschau, in Mühldorf eine Ehe einging, tauschte Johann Paul Kurz die Malergerechtigkeit mit seinem »Stiefvater« und wurde 1752 wieder Bürger in Mühldorf. Johann Paul Kurz starb am 4. 4. 1772 in Mühldorf, ohne weiter aktenkundig geworden zu sein.

Das Hauptwerk von Johann Paul Kurz ist die 1750 signierte Ausmalung der Frauenkirche in Wasserburg, hinzu kommt die 1756 datierte Ausmalung von St. Katharina in Mühldorf. In den Jahren 1757/59 entstanden die Deckenfresken in den dem Kollegiatstift Mühldorf inkorporierten Kirchen: Altmühldorf, Polling und Oberneukirchen sind ihm zuzuschreiben. (Lebensdaten bei Irmengard Reindl-Witt, Biographische Notizen zum Mühldorfer Barockmaler Paul Kurz, in: Das Mühlrad 39, 1997, S. 175–185.)

LECHNER, Johann Michael

Maler in Neuötting, † 16. 10. 1785 Neuötting. Sohn des Wörther Wirts Johann Ferdinand Lechner, Heirat am 10. 2. 1749 in Neuötting mit Barbara Heller, Witwe des 1748 verstorbenen Malers Johann Heller. Mitglied des Inneren Rats. Um 1750 war Lechner in der Pfarrei Flossing mehrfach mit Faßarbeiten beschäftigt.

MANG, Malerfamilie in Buchbach

Balthasar (I), Maler in Buchbach. Getauft am 8. Januar 1720 in Arget bei München; Vater war der Schuhmacher Erasmus Mang aus Niederham. Am 14. 5. 1754 erwarb sich Mang durch die Heirat mit der Malerswitwe Therese Mazole die Malergerechtigkeit in Buchbach. Vor ihm hatte Joseph Dominikus Mazole/Mezole aus Burghausen 1750 die Tochter des Malers Joseph Eder in Buchbach geheiratet und sich in Buchbach niedergelassen. Weder Joseph Eder noch Dominikus Mazole sind näher bekannt. Nach dem Tod von Theresia Eder/Mazole/Mang heiratete Mang am 8. 2. 1757 Maria Anna, Tochter des Baders Joseph Ludwig aus Wasserburg. Am 1. 8. 1803 starb Balthasar Mang in Buchbach, 1806 seine Frau.

Balthasar Mangs Ausbildung läßt sich teilweise nachvollziehen aus seinem Nachlaß, einer Mappe mit Entwürfen, Skizzen und Nachzeichnungen, die sich im 19. Jh. im Besitz des Malers Balthasar Mang III in Tüßling, im 20. Jh. im Besitz von Prälat Dr. Michael Hartig befand und jetzt im AEM aufbewahrt wird. Nach diesen Blättern, unter denen sich Nachzeichnungen nach Stichen bzw. Decken- und Altarbildern Johann Georg Bergmüllers (u.a. der Credo-Zyklus für Ochsenhausen) finden, hat Mang sich künstlerisch an Bergmüller orientiert. Die frühesten Blätter sind zwei Kopien von dem Amsterdamer Kupferstecher Pieter Schenk (* 1660 + 1718/19), signiert Balthasar Mang von Argeth Anno 1734 mit dem Zusatz Grafing, möglicherweise dem Ort seiner Lehre. Eine 1737 datierte Kopie geht auf den Augsburger Kupferstecher Matthäus Küsell zurück. 1754 signierte Mang erstmals in Niederaschau, LKr. Rosenheim, im Hauptfresko, für das mit dem Priener Maler Joseph Tiefenbrunner abgerechnet wurde: offenbar war Mang in dem Jahr, in dem er sich auch in Buchbach niederließ, noch im Auftrag Tiefenbrunners tätig. Neben zahlreichen Altarbildern und Porträts sind von B. Mang im LKr. Mühldorf die Deckenbilder in Reichertsheim (1764), Rattenkirchen (1765), Buchbach (1766/67), Oberornau (1767) und Wörth (1768) bekannt.

Johann Evangelist, der erstgeborene Sohn Balthasar Mangs, * 25. 12. 1757, † 25. 7. 1816, ließ sich 1798 als Maler in Dorfen, LKr. Erding, nieder. Von ihm ist die Ausmalung der Kapelle in Wimpasing bei Malseneck.

Balthasar (II), der jüngere Sohn Balthasar Mangs, * 11. 3. 1764, wurde 1803 Werkstattnachfolger in Buchbach. Dessen Tochter Josefa heiratete 1841 den Maler Heinrich Dagn aus Ruhpolding und wurde der nächste Werkstattnachfolger.

Balthasar (III), Sohn Balthasar Mangs (II), übernahm 1832 (Heirat mit Maria Katharina Kagerhuber, Müllerstochter aus Dingolfing) in Dorfen die Werkstatt seines Onkels. Vielleicht ist er identisch mit dem in Tüßling, LKr. Altötting, niederge


MALER

lassenen Maler namens Balthasar Mang, der 1848 in Oberneukirchen und Frauendorf, 1862 und 1873 in Heiligenstatt bei Tüßling als Restaurator von barocken Altären und Gemälden genannt ist.

MAREIS, Franz, Maler in Wasserburg, * 1.7. 1664 in Wasserburg als Sohn des Schrannenmeisters Ludwig Mareis. Er lernte bei dem Wasserburger Maler Franz Pecker (1664-84; AEM, Bomhard-Nachlaß). Zeitlich kann er der Werkstattnachfolger des 1698 verstorbenen Gregor Sulzböck sein, denn am 9. 12. 1698 wurde er Bürger in Wasserburg und am 27. 1. 1699 heiratete er Anastasia Schrayberger aus Freising († 1732). Er starb in Wasserburg am 9. 7. 1743.

Der Chorherr Vitalis Mareis von Au war sein Bruder. Franz Mareis malte am 27.5. 1698 in Gars Propst Athanasius auf dem Totenbett und 1715 für Gars eine Darstellung der Immaculata (Diarien von Gars, AEM, KB 37). Außer den Fresken in den Seitenschiffen, auf den Emporen und unter der Empore in der Klosterkirche Au können Franz Mareis in Au folgende Bilder zugeschrieben werden: »Petrus Fourier« um 1730; »Mariä Verkündigung« an der Rückseite der Joachimskapelle (Candic zugeschrieben); sechs lebensgroße Porträts von Propst Millauer, Propst Ostermayer und vier Chorherrn, alle im Kloster datiert 1694, 1710, 1713, 1714, 1717; Propst Millauer auf dem Totenbett, im Kloster

MILLER, Nikolaus, Maler in Kraiburg. * um 1708, Herkunft nicht bekannt; vielleicht stammt er aus der Malerfamilie Miller in Burghausen. 1729 erwarb er durch Heirat mit Genoveva Hueber (* 1705 † 1731), Tochter des ansässigen Malers Johann Michael Hueber, die Malergerechtigkeit in Kraiburg. Zweite Ehe 1731 mit Maria Rosina Heuppl, Tochter des Verwalters der Fürstenfeldischen Hofmark Walkersaich. 1734 signierte er die Fresken in Heiligenstatt bei Tüßling, 1735 entstand das Fresko in der Aukapelle in Kraiburg. Die 1737 entstandenen LHs-Fresken in Grünbach können ihm zugeschrieben werden. Nach 1739 war er im Gericht Kraiburg nicht mehr tätig. Offenbar wurde Miller nun Klostermaler in Fürstenfeld. Als »Maler von Fürstenfeld« brachte ihn Egid Quirin Asam 1748 mit nach Sandizell, um die Fassung seines Altars zu besorgen (frdl. Mitteilung Gabriele Dischinger, München). Von daher kann gefolgert werden, daß Miller bis 1746 an der Fassung der Altäre Egid Quirin Asams in Fürstenfeldbruck arbeitete. Bezeugt ist ein Aufenthalt in Mammendorf bei Fürstenfeldbruck. 1750 signierte er die Ausmalung der Hofmarkskirche Walkersaich.

1760 begann die dritte Etappe seiner Tätigkeit; Miller trat die Nachfolge des in Erding verstorbenen Gerichtsmalers Michael Rieder an. Von hier aus wurden die gerichtischen Kirchen Eschlbach, Walpertskirchen und Oberneuching freskiert (alle um 1766, s. CBD Bd 7, S. 104, 245, 312). 1781 starb Nikolaus Miller in Erding.

RABENSTEINER, Johann Baptist, Maler in Neumarkt 1733–53. * um 1700, Heirat mit Maria Anna vor 1733, Kinder 1733/42. Rabensteiner ließ sich 1733 in der Hofmark Adlstein nieder, wo mehrere Künstler und Handwerker wohnten, und rückte nach dem Tod des Malers Joseph Anton Haas als Bürger und Hausbesitzer in Neumarkt auf. Er starb am 13.3.1753 in Neumarkt. In seiner zwanzigjährigen Tätigkeit faßte er Altäre und Kanzeln in den Kirchen des Gerichts; Altarblätter in Haunertsholzen, Kirchisen, Mettenheim, Winhöring, Burghausen Institutskirche, Rattenkirchen (nicht erhalten). Fresken in Ampfing 1739/40, Niederbergkirchen (nicht erhalten), Zuschreibung der Pietà-Kapelle in Au am Inn, 1737.

SCHMID, Joseph Augustin, Maler in Neumarkt 1770/72. * um 1738 in München, als Lehrling von Johann Wunderer in Freising, Tätigkeit in Berg am Laim und in Kloster Neustift. Schmid war seit 1761 in Neumarkt und versuchte, in der Werkstatt des verstorbenen Malers Fürstenbräu unterzukommen, was aber Anton Zelcker gelang. Er arbeitete als Geselle bei Franz Anton Fux und heiratete am 22. 11. 1769 dessen – um 30 Jahre ältere – Witwe; ein Jahr später wurde die Ehe vom Klostergericht Gars geschieden. Er starb »nach einjähriger Tätigkeit« am 3.4. 1772. 1770 hatte er den Auftrag für die Fassung des Hochaltars in Frauenornau erhalten, indem er vier Mitbewerber unterbot, sich dafür aber finanziell ruinierte. Die Ausmalung des Chors in Frauenornau (im 19. Jh. übermalt) wird ihm zugeschrieben.

SELTENHORN, Malerfamilie in Kraiburg und Burghausen. Johann Anton, * 10.1.1713 Pfaffenhausen/Schwaben, am 17.9. 1740 Bürger in Kraiburg. 1741 Heirat mit Maria Eva Hebenstreit; deren Mutter eine geborene Hueber war; vielleicht aus der Malerfamilie Hueber, über die Seltenhorn an die Malergerechtigkeit gekommen sein könnte. Johann Seltenhorn übergab die Werkstatt 1770 seinem Sohn Martin Anton; er starb am 12.9. 1792 (stilistische Abgrenzung vom Vater s. S. 89 f.).

Neben vielen Malerarbeiten sind von Johann Anton Seltenhorn die Fresken in Fraham, 1760/62, archivalisch gesichert. Nicht mehr erhaltene Fresken waren in den Kirchen von St. Maximilian 1757, Kolbing 1757, Peterskirchen 1761, und Ebing 1768.

Johann Martin, * 4.11.1727 in Pfaffenhausen/Schwaben, war der jüngste Sohn des Malers und Bürgermeisters Joseph Seltenhorn. Der zweitjüngste Sohn Joseph († 1758) hatte 1750 die Malerwerkstatt des Vaters übernommen. Johann Martin lernte vielleicht bei dem Innsbrucker Maler und Freskanten Joseph Ignatz Milldorfer (Goerge) und studierte ca. 1754/56 an der kaiserlichen Wiener Malakademie, deren Leiter 1751/62 Paul Troger war. Über seinen Bruder in Kraiburg bekam er möglicherweise 1757 den Auftrag in Pürten. Am 20. 2. 1759 heiratete er in Burghausen Maria Elisabeth Warathi, die Tochter des 1751 verstorbenen Malers Innozenz Anton Warathi und wurde dessen Nachfolger. Er starb am 27.4. 1768 in Burghausen.

Zuvor war er vielleicht bei dem Maler Johann Georg Heigl in Dingolfing tätig, der bei Seltenhorns Hochzeit als Zeuge auftrat. Als sein Geselle ist Franz Joseph Soll nachgewiesen, der wie die Seltenhorn aus dem schwäbischen Raum kam. Johann Martin Seltenhorn erhielt wenige angemessene Aufträge, war aber in viele Streitigkeiten verwickelt und fand keine Anerkennung. In Burghausen konnte er sich nicht gegen Johann Nepomuk della Croce durchsetzen, der seit 1756 die zweite Malergerechtigkeit innehatte. Außer einigen Gemälden und der Freskierung von Pürten ist von ihm nichts erhalten.

Martin Anton, * 11.11.1741 Kraiburg, war das älteste der 1741/53 geborenen Kinder Johann Antons. Erste Heirat 1770 mit Anna Katharina Thaddei, Schiffmeisterstochter in Kraiburg († 1785). Zweite Heirat 1789 mit Maria Thekla Falk, Pflegerstochter von Guttenburg (* 1768 † 1856). Tod in Kraiburg am 4.5.1809.

1757 arbeitete Martin Anton als Geselle bei der Ausmalung von Pürten mit seinem Onkel Johann Martin Seltenhorn. Noch bevor er 1770 offiziell die Werkstatt seines Vaters in Kraiburg übernahm, hatte er entscheidenden Anteil an den Fresken in Frauendorf, 1766, und Buchbach, 1767. 1770 Fresken in Thambach, 1773 in St. Erasmus, 1777 in Gars. 1790 Ausmalung der Hofwies bei Guttenburg.

Anton Oswald, * 1798 † 1874, der Sohn Martin Antons, war ebenfalls Maler.

Die Seltenhorn wohnten am Marktplatz 3 in Kraiburg (Häuserbuch I,3, HausNr. 3 »Maler von Schwabenland«) bis in die dritte Generation. (Lit. zu Seltenhorn, deren Mitglieder vielfach verwechselt werden: Thieme-Becker Bd 30,1936, S. 482. Adolf Roth und Julius Sesar, Die Malerfamilie Seltenhorn oder: Hier irrt der Thieme-Becker, in: Der Familienforscher in Bayern, Franken und Schwaben Bd 1, H. 17/18, 1954, S. 275–78. Dieter Goerge, Der kunstreiche Johann Martin Seltenhorn 1727-1768. Ein Beitrag zur Geschichte der Malerei in Burghausen, in: Oettinger Land 6, 1986, S. 218–244.)

SINGER, Johann Michael, Lebensdaten unbekannt. Der in Hofgiebing 1768 für die Ausmalung überlieferte Maler stammte aus Kissingen und war für die Grafen Törring in Winhöring, LKr. Altötting, tätig. 1777 heiratete er in Rohrbach, LKr. Pfaffenhofen, und lebte danach im nahegelegenen Markt Reichertshofen.

SOLL, Franz Joseph, Maler in Trostberg, * 1734 Friedingen an der Donau, † 1798 Trostberg, war im 18. Jh. der erste dort ansässige Maler. Der 1738 in Trostberg geborene Franz Nikolaus Streicher ließ sich 1763 als Maler in Salzburg nieder. Der verschiedentlich genannte Maler Michael Rast, gestorben 1756, wurde in der Trostberger Sterbematrikel als »Musicus ac pictor« bezeichnet. Nach dem Tod seiner Witwe Maria Rast 1761 kam Franz Joseph Soll nach Trostberg. Wie schon vor ihm Johann Anton Seltenhorn in Kraiburg und Joseph Martin Seltenhorn in Burghausen war auch er aus dem schwäbischen Raum zugezogen. Um 1759/60 arbeitete Soll bei dem Burghauser Seltenhorn. Zuvor hat er vermutlich in der Werkstatt Johann Baptist Zimmermanns gearbeitet, Goerge vermutet ihn in Marienberg in dem für die Orgelfassung genannten »Maler Joseph« (Dieter Goerge, Johann Nepomuk della Croce, = Burghauser Geschichtsblätter 50, 1998, S. 312f.). Danach war er zusammen mit Martin Heigl für Kloster Raitenhaslach tätig. Stilistisch orientierte sich Soll an Martin Heigl, als dessen Nachfolger er in diesem Gebiet gesehen werden kann. Soll lebte von 1761 bis 1781 auf der Hofmark Schedling und wurde erst nach diesem Datum bürgerlicher Maler in Trostberg.

Seine ersten bekannten Fresken in Wald an der Alz, LKr. Altötting, Gstaig/NÖ, 1762, und Feichten, LKr. Altötting 1763/64, sind teilweise noch ziemlich unbeholfen. In seinen späteren Werken – die meisten in den Landkreisen Altötting und Traunstein – entwickelte Soll einen sicheren, körperhaften und sinnlichen Freskostil.

WÜRmseer, Jakob, Maler in München, * 10.7. 1677 Oberammergau. Sein Vater war Sebastian Würmseer, verheiratet seit 15.5.1673 mit Gertrud Eulin. Dieser wird als Maler mit Fassarbeiten bis 1740 in der Pfarrei Oberammergau genannt (Sigfrid Hofmann). Inwieweit ein am 9.7. 1683 geborener Johann Jakob Würmseer, Sohn von Gabriel und Anna Würmseer, eine Rolle spielt, läßt sich nicht nachweisen, da die Pfarrmatrikeln aus dieser Zeit nur in einer lückenhaften Abschrift erhalten sind. Für den Auftrag in München 1705/06 wäre dieser etwas jung, während der 1677 geborene altersmäßig besser naßt

Vermutlich hat Jakob seine Ausbildung in der Werkstatt des Vaters in Oberammergau erhalten, bevor er nach München kam; in den Münchner Zunftbüchern erscheint er weder als Lehrling noch als Meister. Im Zusammenhang mit der Abrechnung des Stadtpalais der Freiherrn von Neuhaus in München wird in Erfahrung gebracht, daß Jakob Würmseer von Johann Anton Gumpp beschäftigt und dann von Freiherr von Neuhaus angestellt wurde. Die Ausmalung des Ahnensaals in Zangberg dürfte im Anschluß an das Stadtpalais in München erfolgt und 1708 abgeschlossen worden sein. Am 13.9.1711 trat Jakob Würmseer als Laienbruder mit Gelübden (Coadjutor temporalis formatus) in den Jesuitenorden ein. Er starb am 16.10.1753 in Ebersberg (Herbert Gerl SJ., Catalogus generalis provinciae Germaniae superioris et Bavariae Societatis Jesu 1556-1773. Monachii 1968, S. 489). Er ist identisch mit dem von Thieme-Becker (Bd 36, S. 293) genannten Maler und Jesuitenbruder J. J. Wirimseer, tätig in Straubing 1718/35.

ZELCKER (Zelcher, Zölcker), Anton, Maler in Neumarkt 1763/74 nachweisbar. * Hofstetten bei Landsberg. 1763 Heirat in Neumarkt mit der Malerwitwe Johanna Susanna Fürstenbräu und wohnhaft in der Hofmark Adlstein. 1764/1772 Geburt und Tod von sieben Kindern. 1765/1769 mit Fassarbeiten nachweisbar. Gemälde sind von ihm nicht bekannt. Hypothetisch kommt er für die Fresken in Mößling in Betracht.

ZITTER, Joseph, Maler in München, * 1712 Bruchsal. † begraben 10.7. 1777 München. Joseph Zitter kam um 1730 nach Augsburg und München. Er war u.a. bei Cosmas Damian Asam, bei Adam Miller, bei Johann Georg Bergmüller und bei Johann Baptist Zimmermann tätig. 1739 heiratete er in München und erhielt den Hofschutz. Auf die Jahre 1736 bis 1750 konzentrieren sich seine uns bekannten Werke: 1736 St. Jakob am Anger (nicht erhalten), 1739 Aufhausen bei Regensburg, 1747 Kirchdorf bei Haag, 1750 St. Georgen bei Diessen; als spätes Werk kommt 1773/77 Schlehdorf hinzu. 1765 bewarb sich Zitter vergeblich um die Malerei-Inspektoren-Stelle der kurfürstlichen Gemäldegalerie in Schleißheim. (Cordula Böhm, Der Barockmaler Franz Joseph Zitter, in: Amperland 36, 2000, S. 276–85.)