Hannover Herrenhausen, Hardenbergsches Haus
Inventarnummer: cbdd10084
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Im Hardenbergschen Haus befanden sich im Gartensaal bis in das 20. Jahrhundert in die Wandvertäfelung eingelassene Ölgemälde mit Gartenmotiven.

Das Hardenbergsche Haus

Zugehörigkeit und Lage
Das Hardenbergsche Haus[1] ist ein Nebengebäude des Schlosses Herrenhausen. Es steht in der Achse der westlichen Allee, die den Großen Garten umfängt, ist aber außerhalb des Gartens gelegen. Optisch und räumlich sind Garten und Haus direkt aufeinander bezogen. Das Gebäude war daher nicht Bestandteil des Gartens, gehörte aber zum ehemaligen so genannten Gutsbezirk Herrenhausen bzw. dem Hof.
Baugeschichte
Das Haus wurde 1747–1750 für den damaligen Gartendirektor Friedrich Karl von Hardenberg errichtet. Architekt war Johann Paul Heumann. Das Haus diente nicht nur als „Hof-Bau- und Gartendirektors Offizialwohnung“, sondern anfänglich auch der Unterbringung von nicht winterharten Gewächsen. Nach dem Tod Hardenbergs 1763 gelangte es an die Krone. Von 1866 bis 1937 nutzten die Welfen das Haus für ihr „Welfenmuseum“. Nach Übernahme durch die Stadt Hannover wurde das Gebäude bis 1939 umgestaltet, um als Standesamt zu dienen. 1998 wechselte es erneut den Besitzer und dient seit 2000 als Gästehaus für Tagungen und Empfänge.
Baubeschreibung
Es handelt sich um einen eingeschossigen Putzbau über Werksteinsockelgeschoss von sieben Achsen mit Mansarddach und einem schwach vortretenden, dreiachsigen, von Werksteinlisenen eingefassten und um ein Halbgeschoss erhöhten Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel. Das Gesims ist als Dachbruchsims um das Haus gezogen. Eine zentrale zweiläufige Freitreppe mit mittigem Kellerabgang führt zum Eingang empor.
Der Gartensaal und seine ehemalige Wandmalerei
Im Erdgeschoss ist an der Westseite noch heute der ehemalige Gartensaal gelegen. 1932 wird für ihn eine weiße Wandvertäfelung mit sechs eingelassenen Ölgemälden genannt. Die Ölgemälde sollen von vergoldeten, in Palmetten- und Rocailleformen geschnitzten Leisten umrahmt gewesen sein. Diese sollen „Kaskadenmotive“ und Putten, die sich mit Wasser belustigen, Jagdszenen, Nymphen, Faune, Bacchanal etc. gezeigt haben. Die Supraporten sollen Schäferszenen zum Inhalt gehabt haben.[2] Die Malerei ist weder datiert, noch erhalten.
Bibliographie
- Literatur:
- Adam, Orangerie, 2006. – Adam, Bernd: Die Orangerie und die höfischen Bauten an der Alten Herrenhäuser Straße. In: König, Marieanne von (Hrsg.): Herrenhausen. Die königlichen Gärten in Hannover. Göttingen 2006, S. 103-108.
- Alvensleben, Herrenhausen, 1929. – Alvensleben, Udo von: Herrenhausen. Die Sommerresidenz der Welfen (Kunstwissenschaftliche Studien, 2). Berlin 1929.
- Bothmer, Hardenberg, 2011. – Bothmer, Wilken von: Friedrich Karl von Hardenberg – Stationen seines Lebens und heutige Spuren. In: Ders./Köhler, Marcus (Hrsg.): Im Auftrag der Krone. Friedrich Karl von Hardenberg und das Leben in Hannover um 1750. Rostock 2011, S. 108-115.
- Knocke, Hardenbergsches Haus, 2009. – Knocke, Helmut: Hardenbergsches Haus. In: Mlynek, Klaus/Böttcher, Dirk (Hrsg.): Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Hannover 2009, S. 270.
- Knocke/Thielen, Hannover, 2007. – Knocke, Helmut/Thielen, Hugo: Hannover. Kunst- und Kulturlexikon. Handbuch und Stadtführer. Springe 2007.
- Nöldeke, Vorörter, 1932. – Nöldeke, Arnold (Bearb.): Stadt Hannover. II. Teil. Denkmäler der eingemeindeten Vorörter (Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, 19). Hannover 1932.