Gilten, Rittergut
Inventarnummer: cbdd10066
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Das ehemalige Rittergut bewahrt qualitätvolleWandbemalungen der Bauzeit in der Eingangshalle von 1725.

Das Gebäude

Dehio beschreibt: „Herrenhaus des ehem. Rittergutes (Lindenstraße). Eingeschossiger Mansarddachbau von 1723 mit Mittelrisalit und leicht segmentbogigen Fenstern. Gesamtrestaurierung 1982. - Qualitätvolle Wandbemalungen der Bauzeit, urspr. dat. 1725, in der ehem. Eingangshalle z.B. gobelinartige Malereien, Öl auf Papier, ländliche Szenen.“[1] Das Herrenhaus ist Bestandteil eines Ensembles, das aus Herrenhaus, Scheune und zwei Ställen besteht. Die Bauten sind U-förmig um die Zufahrt angeordnet. Die von Gilten starben 1775 aus und das Gut gelangte an Adolf Friedrich von Lenthe. Weder er noch sein Sohn haben Gilten je bewohnt. Sie blieben in Hannover. Das Herrenhaus des Rittergutes wurde 1778 in Fachwerk erneuert. Die Inneneinrichtung war 1785 abgeschlossen. Bereits 1787 haben die von Lenthes Gilten wieder veräußert. 1982 wurden Haupthaus und Wirtschaftsbauten renoviert.[2]
Wandmalerei in der Eingangshalle
Bei Brosius und Hindersmann heißt es: „Das Herrenhaus weist in der Eingangshalle vier großflächige qualitätvolle Wandmalereien aus der Erbauungszeit auf; sie zeigen Szenen eines zur Idylle verklärten, ländlichen Lebens. Bei der Restaurierung der Wandgemälde im Jahr 1982 wurde die Jahreszahl 1725 freigelegt. Im rechten Flügel des Hauses finden sich Supraporten aus derselben Zeit, die in Grisaillemalerei von ebenfalls guter Qualität ausgeführt sind.“[3] Die Gemälde in der Eingangshalle im gemalten Rahmen sind auf Papier in Öltechnik gemalt, das zuvor an die Wand geklebt wurde.[4] Die Darstellungen zeigen Landschaften mit Ruinen und Gehöften unter einem meist hohen Himmel. Es handelt sich im Einzelnen um Darstellungen an der östlichen Wand (6 m; Bauernhofszene, Fütterung der Enten 2,18 × 2,28 m), der südlichen Wand (7,80 m; Bauernhofszene, Melken der Kühe 2,42 × 2,28 m — Beim Fischen 2,38 × 2,26 m) und der westlichen Wand (6 m; Hofszene (3,20 × 2,28 m). Die Wandmalerei ist sehr qualitätsvoll und in dieser Region einmalig.[5] Die Supraporten zeigen Putten, die allegorisch die vier Jahreszeiten darstellen.[5]
Bibliographie
- Literatur:
- Brosius/Hindersmann, Rittergüter, 2015. – Brosius, Dieter/Hindersmann, Ulrike (Bearb.): Rittergüter der Lüneburger Landschaft (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, 282). Göttingen 2015.
- Dehio, Niedersachsen, 1992. – Dehio, Georg: Bremen — Niedersachsen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Gerd Weiß. München/Berlin 1992.
- Pantel, Soltau-Fallingbostel, 2001. – Pantel, Etta (Bearb.): Landkreis Soltau-Fallingbostel (Baudenkmale in Niedersachsen, 25). Hameln 2001.
Einzelnachweise
- ↑ Dehio, Niedersachsen, 1992, S. 500. Vgl. auch Pantel, Soltau-Fallingbostel, 2001, S. 211-212.
- ↑ Brosius/Hindersmann, Rittergüter, 2015, S. 208-211.
- ↑ Brosius/Hindersmann, Rittergüter, 2015, S. 211.
- ↑ Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover, Foto-, Schrift- bzw. Plansammlung und Sammlung der Restaurierung, NLD: 033-3722-001-02.
- ↑ 5,0 5,1 Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Stützpunkt Lüneburg, Registratur und Ortsakten, GI 543.