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Gelsenkirchen, Haus Horst

Aus Deckenmalerei-Lab
Laß, Heiko:Gelsenkirchen, Haus Horst, in: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, hg. von Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni, München 2022, URL: www.deckenmalerei.eu/eae29f17-f268-4b3e-af80-f6affe8751cd

Inventarnummer: cbdd10354

Lage: Auf OpenStreetMap anzeigen

Der Text dieses Artikels steht – ausgenommen Abbildungen – unter der Lizenz CC BY 4.0. Dieser Artikel ist lediglich eine Kopie der Originalveröffentlichung auf deckenmalerei.eu und kann veraltet sein; maßgeblich ist die dortige Originalfassung.

In Haus Horst haben sich geringe figürliche Wandmalereireste von ca. 1565-1575 erhalten.

Haus Horst

Kurzbeschreibung und Lage

Haus Horst[1] steht am Rande eines ehemaligen Emschernebenarms. Die ursprüngliche Vierflügelanlage ist nur in – ergänzten – Resten erhalten.

Bau- und Ausstattungs- und Nutzungsgeschichte

Das Gebäude geht auf eine Burg des Hochmittelalters zurück. 1549 war die Anlage stark heruntergekommen und nach einem Schadensfeuer 1554 beschloss Rütger von der Horst einen Neubau. 1578 war er abgeschlossen. Die Bauleitung hatte Arnt Johannsen toe Boecop bis 1567 inne. Die Bauplastik stammte von Heinrich und Wilhelm Vernukken sowie Laurenz von Brachum. Aufgrund einer ungenügenden Gründung tragen bereits früh Verfallserscheinungen auf. Anfang des 18. Jahrhunderts erfolgten umfangreiche Reparaturen und Sicherungen. Im 19. Jahrhundert stürzten drei der vier Ecktürme ein und zerstörten dabei teilweise auch die angrenzenden Flügel. Der vierte Turm sowie weitere Bereiche mussten niedergelegt werden. Im 20. Jahrhundert schritt der Verfall weiter fort. Erst nach 1985 erfolgten Sicherung, Sanierung und Wiederaufbau 1994-99.

Beschreibung

Die ehemalige Vierflügelanlage hinter Wassergraben mit ca. 51 m Seitenlänge war ein Backsteinbau mit Gliederungselementen und Bauplastik aus Sandstein. Auf den Ecken standen pavillonartige Türme, die leicht aus der Mauerflucht vortraten. Die Flügel waren ungleich gestaltet. Nur der Eingangs- und der Hauptflügel waren mehrgeschossig, die übrigen eingeschossig und auch schmaler. Heute stehen im Wesentlichen neben den Kellergeschossen nur noch Teile des Eingangsflügels im Nordwesten sowie Reste des so genannten Rittersaals im weitgehend wiederaufgebauten Herrenhausflügel im Nordosten. Vor beiden Flügeln befanden sich an der Hofseite Galerien. Von der ehemals reichen Innenausstattung ist wenig erhalten. Hervorzuheben sind einige Kamine und Portalrahmungen.

Die Malereireste in Haus Horst

Befund – Entstehungs- und Erhaltungsgeschichte

Archivalisch ist belegt, dass Joist de la Cour die Innenräume mit Malereien[2] versah. Kaum etwas hat sich bis heute erhalten.

Beschreibung und Ikonographie

In mehreren Zimmern konnten Reste sowohl figürlicher als auch ornamentaler Malerei entdeckt werden. Auf den Deckenbalken der Räume I.3 und I.5. sind figürliche und pflanzliche Motive auszumachen. So sind in schwarzen Umrisszeichnungen Wesen auszumachen, die mit floralen Motiven verschmelzen. Zu ihnen gehören ein Greif und eine Putte. In Raum III.14 – einem Rest des ehemaligen so genannten Rittersaals – hat sich an der Wand die Malerei eines antikisch gekleideten Kriegers erhalten.

Bibliographie

  • Literatur:
  • Alshut/Peine, Horst, 2006. – Alshut, Elmar/Peine, Hans-Werner: Schloss Horst in Gelsenkirchen (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, 15). Regensburg 2006.
  • Alshut/Reinke/Röber/Sigrist, Horst, 1992. – Alshut, Elmar/Reinke, Ulrich/Röber, Ralph/Sigrist, Beat: Konzepte und Maßnahmen zur Erhaltung. Schloß Horst. Gelsenkirchen. In: Im Wandel der Zeit. 100 Jahre Westfälisches Amt für Denkmalpflege. Dortmund 1992, S. 133-189.
  • Dehio, Westfalen, 2011. – Dehio, Georg: Nordrhein-Westfalen II. Westfalen (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Bearbeitet von Ursula Quednau. München/Berlin 2011.
  • Kneppe, Horst, 2010. – Kneppe, Cornelia: Schloss Horst. In: Niederhöfer, Kai (Red.): Burgen AufRuhr. Unterwegs zu 100 Burgen, Schlössern und Herrensitzen in der Ruhrregion. Essen 2010, S. 210–213.
  • Archivalien:
  • Akte III, 1970-1990. – Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Archiv. Gelsenkirchen-Horst. Schloss Horst. Akte III. 1970-1990.
  • Akte X, 1998-1998. – Landschaftsverband Westfalen-Lippe – Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen. Archiv. Turfstr. 21. Schloss Horst. Gelsenkirchen-Horst. Akte X. 1998-1998.

Einzelnachweise

  1. Dehio, Westfalen 2011, S. 342; Kneppe, Horst, 2010; Alshut/Peine, Horst, 2006.
  2. Alshut/Reinke/Röber/Sigrist, Horst, 1992, S. 149; Akte III, 1970-1990; Akte X, 1998-1998.